Ich möchte Euch ein paar Tipps an die Hand geben, wie ihr objektiv Euren Trainingsfortschritt mit Eurem Pferd im Auge behaltet.

1. Der Klassiker – der Reitlehrer
Natürlich macht es Sinn, regelmässig bei einem Reitlehrer Unterricht zu nehmen. Dieser wird Euch (hoffentlich) regelmässig in Eurem Trainingsfortschritt coachen. Sinnvoll find ich es, einen „fixen“, regelmässigen Trainer zu haben und trotzdem hie und da zu einem Intensivseminar zu einem anderen Reitlehrer zu fahren… Warum? Es kann auch einem Trainer passieren, dass er „betriebsblind“ wird und ggf. gar nicht auf die Idee kommt, mal eine andere Trainingsrichtung auszuprobieren. Und auch hab ich schon erlebt, dass manche Reittrainer aus Sympathiegründen zu ihren langjährigen Schülern nicht immer ganz „direkt“ sind…

2. Regelmässig Logbuch führen
Auch sehr sinnvoll ist entweder bei jeder Trainingseinheit oder zumindest einmal im Monat ein Logbuch zu führen. Das heißt, man trägt zB in ein Excelsheet ein, was im Moment wie geht, zb Schulterherein im Trab bereits 3 Schritte am Stück ohne Fehler möglich oder Galopp  über 5 Sprünge sehr gesetzt abrufbar oä. Aber auch Schwierigkeiten werden eingetragen… So hat man regelmässig eine Kontrolle, ob „die Tendenz positiv“ ist… Gut ist auch, jeden Tag so ein Logbuch zu führen, am besten dann noch mit Trainingsart und -dauer, so kann man Übertraining vermeiden und Abwechslung sicher stellen.

3. Foto-Check als Standbild
Gerade bei jungen Pferden ist es auch sehr sinnvoll, alle 1-2 Monate ein Foto von der Seite – immer in der gleichen Beinaufstellung und Halshaltung – zu machen. So behält man objektiv den Entwicklungszustand, Muskelauf- oder ggf. auch abbau, Rückenschwung etc. im Blick. Und ich sags Euch, Fotos sind WIRKLICH objektiver!!!

4. Foto-Check bzw. Videos im Training
Eine tolle Sache sind auch kurze Videosequenzen oder ein paar Fotos beim Training von sich und seinem Pferd machen zu lassen… Besonders Foto-Momentaufnahmen können grausam sein, aber es zeigt Euch ungeschönt, was ggf. noch nicht ganz so klappt. Auch Videos sind toll, weil man mal „von unten“ sieht, was ggf. noch verbessert gehört oder schon sensationell aussieht :).

5. „Fremdreiter“
Auch hin und wieder einen Fremdreiter auf sein Pferd zu lassen, macht (ggf.) Sinn. Natürlich müssen Reiter und Pferd vom Können und von der Chemie passen. Aber oft sieht man bei einem anderen Reiter, dass ggf. Fehler NICHT auftreten (das heißt, dass man selbst der Fehlerverursacher ist), oder man bekommt (hoffentlich ehrliches) Feedback, wie das Pferd den Rücken hergibt, den Schenkel annimmt etc. – weil manchmal ist man selbst auch bisserl betriebsblind 😉 Auch für das Pferd sind passende Fremdreiter-Tage oft eine schöne Abwechslung, weil eben nicht immer am gleichen „Thema“ gearbeitet wird sondern ggf. der Fremdreiter auf ganz andere Trainingsinhalte mehr Wert legt…

Auf dem Bild seht ihr meine Kollegin und Tagespraktikantin Petra Kühmayer auf meinem Rufino. Sie hat ihn gestern zum zweiten Mal geritten und sie hat es echt (trotz extrem widriger Bodenverhältnisse und großen Trainingsdefiziten im Moment) toll gemacht… Sehr süss fand ich den Kommentar danach: „Sandra, das war eines meiner tollsten Reiterlebnisse in meinem Leben“. Da musste ich schmunzeln. Aber es hat mir auch Freude gemacht, den beiden zuzusehen. Bis vor kurzem wäre es praktisch unmöglich gewesen, meinen „Kampflusitano“ jemand anderem zu geben. Aber in letzter Zeit ist er richtig erwachsen und vernüftig geworden… Er wird mal ein GANZ tolles Lehrpferd, mit Garantie :))

6. Therapeuten
Auch Therapeuten sind tolle Trainingserfolgsindikatoren. Ich freue mich, wenn ich bei vielen Kunden einen jährlichen Kontrolltermin machen darf. Oft sind wir sehr zufrieden mit dem Zustand des Pferdes und so kann man auch davon ableiten, dass das Training sich positiv auswirkt…

7. Turniere und andere Veranstaltungen
Natürlich kann man Turniere theoretisch sehr gut auch als Erfolgsindikator werten. Jedoch bleibt die Frage, WAS WIE gerichtet wird. Ich war mal bei einer sehr bekannten Trainerin, die auch Dressurrichterin ist. Sie hat gemeint, wann ich denn vorhätte, mit meinem Lusitano Turniere zu reiten. Ich sagte zu ihr: „Gar nicht.“ Sie fragte mich entsetzt: „Warum nicht???“

Der Erklärung ist einfach: weil bei den meisten Turnieren nicht das gerichtet wird, was ICH mit meinem Pferd erreiten will: Harmonie, feinste Kommunikation, Freude an der Arbeit, Losgelassenheit in allen Gangarten und Lektionen (und das ist sooooo schwer). Natürlich gibt es wie bei allem gute und schlechte Richter, und ja, so ein Richterprotokoll kann auch mal ganz schön die Augen öffnen… Aber halt leider nicht immer…

Fein sind auch andere Veranstaltungen, wie Fuchsjagden (ohne echten Fuchs), Reiterspiele, Umzüge, Geländeprüfungen etc. – hier zeigt sich in jedem Fall, wie gut die Vertrauensbasis mit seinem Pferd ist :))

Ich hoffe, ich konnte Euch ein paar sinnvolle Tipps und Anregungen bezüglich der Erfolgskontrolle im Pferdesport geben.

Bis bald und alles Liebe,
Sandra

In diesem Beitrag erfährst du, wie viele soziale Kontakte ein Pferd tatsächlich benötigt um glücklich zu sein!

Pferdegesundheit: Prävention ist besser als Heilung!

Eine alte Volksweisheit besagt, Vorbeugen ist besser als Heilen. Dieser Meinung muss ich vollends zustimmen. Viele schwerwiegende Krankheiten und Lahmheiten (und damit ein häufig langer, schmerzhafter und teurer Rekonvaleszenzprozess) ließen sich vermeiden, wenn man sein Pferd entsprechend seiner genetisch festgelegten Bedürfnisse hält, pflegt und bewegt und außerdem einen halbjährlichen, präventiven „Gesundheits-Check“ von einem guten Pferde-Energetiker durchführen lässt.

Häufig können „unauffällige Zwischenfälle“, wie beispielsweise eine Rauferei auf der Koppel, ein ordentlicher Ruck am Strick oder ein „gröberer Stolperer“ langfristig zu Krankheiten oder einer Schonhaltung und in Folge zu Lahmheiten führen. Krankheiten entstehen fast immer langsam und schleichend. Manche Pferderassen wie Isländer, Friesen oder Kaltblüter sind extrem zäh und zeigen echte Probleme häufig erst an, wenn es fast schon zu spät ist…

Präventive, omnipathische Behandlungen sind vor allem auch beim im Wachstum befindlichen Pferd, sowie vor und während des Jungpferde-Trainings ratsam. Auch Dressurkoryphäe Dr. Reiner Klimke teilt die Auffassung, dass eine gründliche Gesundheitsanalyse beim jungen Pferd von großer Bedeutung ist: „…bevor ich anfange, muß ich wissen, daß das Tier physisch und psychisch in Ordnung ist.

In jedem Fall sollten Sie professionelle Hilfe ein Anspruch nehmen, wenn Ihr Pferd eines oder mehrere der folgenden Verhalten zeigt (beispielhafte Aufzählung).

  • Deutliche gesundheitliche Probleme aller Art (akuter und chronischer Natur)
  • Bewegungseinschränkungen aller Art
  • Bewegungsauffälligkeiten wie Lahmheit
  • anhaltende Taktprobleme
  • schleppende Hinterhand
  • Fehlstellungen
  • Unrittigkeit
  • Steifheit
  • Gleichgewichtsprobleme
  • Temperamentsprobleme wie Durchgehen oder große Faulheit
  • Schiefhalten des Schweifes oder unruhiger Schweif
  • Buckeln oder Steigen
  • Verletzungen, Narben
  • Aggressivität, auch Gurt- oder Sattelzwang
  • Verhaltensauffälligkeiten wie Koppen oder Head shaking
  • Fertilitätsprobleme

Rechtlicher Hinweis für Österreich: Das Untersuchen und die Behandlung von Tieren ist laut Paragraph 12 Tierärztegesetz den Tierärzten vorbehalten. Jedoch kann mittels cranio-sacraler Omnipahie und Pferdemassage das Pferd energetisch in Einklang gebracht werden. Gerade bei langandauernden Lahmheiten müssen beispielsweise tiefe Verspannungen bzw. Schonhaltungen im Bewegungsapparat des Pferdes unbedingt aufgelöst werden, um eine langfristige Leistungsfähigkeit und Gesundheit des Pferdes zu garantieren.

Pferde sind von Natur aus sehr freundliche, leistungswillige Tiere. Wenn Sie das Gefühl haben, Ihr Pferd ist lustlos oder zeigt psychische Auffälligkeiten, dann sollten Sie professionelle Hilfe zu Rate ziehen. Fragen Sie den Pferde-Energetiker, Tierarzt bzw. allgemein gesprochen den „Pferdebehandler“ Ihrer Wahl ruhig konkret nach Ausbildung und Erfahrung. Es gibt leider auch einige schlecht ausgebildete „Pferdebehandler“, die ggf. Ihrem Pferd sogar Schaden zufügen könnten!

Mein Pferde-Gesundheits-Konzept

pferdetherapie_konzeptIn meiner Tätigkeit als Pferde-Omnipathin und Pferdetrainerin habe ich das Schicksal von unzähligen Pferden miterlebt. Einige meiner Kundenpferde standen bereits auf der Liste des Schlachters, weil sie misshandelt oder körperlich völlig am Ende waren oder aber einfach mißverstanden wurden.

Solche Extremfälle aber auch bei Pferden mit scheinbar relativ unauffälligen Problemen sind meiner Meinung nach langfristige Leistungsfähigkeit und Gesunderhaltung des Pferdes nur dann möglich, wenn man einen ganzheitlichen Ansatz verfolgt. Dieser „360-Grad-Rundumblick“ involviert folgende Punkte und ggf. die Zusammenarbeit mit anderen Experten wie Tierärzten, Sattlern, Pferdetrainern, dem Stallbesitzer, Hufbearbeitern usw.:

 

  1. Wiederherstellung der physiologischen Funktion und Statik des gesamten Organismus, im Besonderen von Wirbeln und Gelenken, Muskeln und Faszien, Organen, Hufen und Kaumechanik
  2. Optimierung von Haltung und Fütterung des Pferdes
  3. Kontrolle der Ausrüstung
  4. Überprüfung der Trainingsphilosophie
  5. Auflösung eines etwaigen psychisch-sozialen Ungleichgewichts

Es müssen in jedem Fall die Ursachen für körperliche oder seelische Probleme des Pferdes gesucht, gefunden und beseitigt werden. Ein wichtige Aufgabe in der Gesunderhaltung seines Tieres hat der Pferdebesitzer inne.

Als Pferde-(Physio-) Therapeutin (Equinus – unter ursprünglicher Leitung von Frau Schindlmaister – www.equinus.de), cranio sacral  Omnipathin für Pferde (Zentrum Eichthal, Ute Pfersmann – www.omnipathie.at), zertifizierte Pferde-Dentistin (Louis Pequin – www.pequinox.de), ausgebildete Hufpflegerin (Hufklinik Linz und Tübingen), Reittrainerin (Centered Riding Instructor, Islandpferdetrainer, Anhängerin der klassischen Reitlehre) und langjährige Pferdetrainerin und Züchterin (unter anderem Islandpferdegestüt Feueregg – http://www.islandpferde-salzburg.at/) ist es mir möglich, Pferde ganzheitlich anzusehen.

Auch wenn ich in Österreich nicht alle erlernten Fähigkeiten aus rechtlichen Gründen anwenden darf – wie beispielsweise die Dentalpflege beim Pferd – so kann ich kompetente, umfassende Tipps zur Gesunderhaltung von Pferden geben. Die feinstoffliche Pferdetherapie (Pegasus Bachblütenexpertin 2011) ist mir in der ganzheitlichen Gesunderhaltung von Tieren ebenso wichtig, wie einen Einblick in den Trainings- und Haltungsalltag des Pferdes zu erhalten… Denn Psyche und Physis dürfen niemals isoliert voneinander betrachtet (und behandelt) werden.

Ein guter Pferde-Experte kann sich in ein Pferd „einfühlen“ und wird Diskrepanzen zur Erhaltung der Pferdegesundheit erkennen, bevor es zu offensichtlichen, schwerwiegenden Problemen kommt. Ich würde mich freuen, auch Ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen zu dürfen, damit Ihr Pferd und Sie lange gesund und munter Freude miteinander haben.

Rechtlicher Hinweis für Österreich: Ein Pferde-Energetiker darf keine Untersuchung und Behandlung von Tieren praktizieren, jedoch ist der energetische Ausgleich mittels Omnipathie, Pferdemassage etc. jederzeit zur Gesunderhaltung und Leistungssteigerung des Pferdes möglich. Auch physiotherapeutische Maßnahmen dürfen in Absprache mit einem Tierarzt durchgeführt werden.

Trotz meiner umfassenden Ausbildung besuche ich regelmäßig Fortbildungen im reiterlichen als auch im energetischen Bereich, um immer am neuestens Stand der Wissenschaft zu bleiben. Anhand der umfassenden Analyse wird eine für das Pferd individuell abgestimmtes Gesundheitskonzept entwickeln. Nähere Details zu meiner Ausbildung als ganzheitliche Pferde-Expertin finden Sie auch in der Rubrik „Über mich“.

Hier finden Sie einige Fragen und Antworten, die mir sehr häufig gestellt werden zu den Thema ganzheitliche Pferdetherapie beim Pferd. Rechtlicher Hinweis: In Österreich dürfen lediglich Tierärzte Diagnosen und Therapie-Pläne erstellen und Osteopathie am Pferd ausführen. Meine Tätigkeit in Österreich beschränkt sich auf omnipathische Behandlungen und Tiermassage. Nichts desto trotz möchte die aufgelisteten Tipps erhalten, da sie auch für  energetische Ausgleichstechniken wie cranio-sacrale Omnipathie gelten.

Sollten für Sie noch Fragen offen bleiben oder Sie lieber persönlich zu mir Kontakt aufnehmen wollen, dann freue ich mich auf Ihre Email oder Ihren Anruf (Details siehe Kontakt).

Wie oft sollte man ein Pferd therapieren lassen?


Diese Frage kann erst nach einer genauen Analyse (Anamnese) bei der Erstaufnahme des Pferdes konkret beantwortet werden. Je nachdem, welche Blockaden bzw. Probleme das Pferd hat, schwankt die Therapieanzahl zwischen einer und circa vier Therapiebehandlungen des Pferdes.

Meine durchschnittliche Behandlungsreihe ist mit 1,6 Behandlungen recht gering. Ich kann mittels gezielter und genauer Ursachenforschung die Behandlungseffektivität steigern und damit Behandlungshäufigkeit reduzieren – was dem Besitzer natürlich Geld spart. Häufig bekommen die Besitzer auch Aufgaben, wie beispielsweise einfache Massagetechniken anzuwenden oder bestimmte Bewegungs- und Mobilisationsübungen durch zu führen. Nichts desto trotz ist es sehr wichtig, dass ein Pferd wirklich „austherapiert“ wird. Das bedeutet, dass die Behandlungsreihe zu Ende geführt wird, bis das Pferd völlig frei von Blockaden ist. Andernfalls kann es einen Rückfall nach einiger Zeit geben.

Welche Vorkehrungen sind zu treffen, damit eine Pferdebehandlung optimal abläuft?


Eine osteopathische Pferde-Behandlung wirkt umso intensiver, je entspannter und ruhiger das Tier ist . Deshalb hier ein paar Tipps, um die Effektivität der Pferde-Therapie zu steigern:

  • Die Pferdebehandlung sollte an einem ruhigen Ort, an dem sich das Pferd wohlfühlt, stattfinden.
  • Es sollten andere Pferde in Sichtweite sein.
  • Die therapeutische Behandlung des Pferdes sollte nicht zur Fütterungszeit terminiert werden – das Pferd sollte auf keinen Fall hungrig zur Behandlung erscheinen.
  • Auch der Besitzer sollte ausreichend Zeit mitbringen (Stress vom Besitzer überträgt sich aufs Pferd).
  • Das Pferd sollte einigermaßen sauber und vor allem trocken sein (aber bitte nur wenig putzen, sonst wird die Anamnese verfälscht).
  • Idealerweise sollte das Pferd vor und nach der Pferdetherapie-Behandlung die Möglichkeit gehabt haben, sich auf der Koppel auszutoben.

Wie kann ich die Effektivität einer osteopathischen Behandlung beim Pferd fördern?


Eine osteopathische Behandlung regt die Selbstheilungskräfte des Pferdes an. Eine Osteopathiebehandlung beim Pferd wirkt noch zwei bis drei Wochen nach. Um diesen Heilungs- und Veränderungsprozess möglichst nicht zu stören, sind folgende Dinge zu beachten:

  • Nach einer osteopathischen Behandlung soll ein Pferd mindestens drei Tage (besser eine Woche) nicht geritten bzw. gefahren werden. Es braucht die Zeit, damit sich sein Körper „neu organisieren“ und sich die Statik und damit das Gleichgewicht des Pferdes neu ausrichten kann.
  • Nicht reiten bedeutet aber nicht, dass es keine Bewegung machen soll – Idealerweise sollte es jeden Tag mindestens 6 – 8 Stunden Koppelgang haben. Pferde wälzen sich nach einer Osteopathiebehandlung sehr häufig, um kleinere Restblockaden oder Verspannungen selber aufzulösen.
  • Weiters kann das Pferd spazieren geführt werden, als Handpferd mitgenommen werden oder lassen sie es vorsichtig freilaufen (bitte die Aufwärm- und Cool-down-Phase nicht vergessen!) Longieren ist aufgrund der stärkeren Stellungs- bzw. Biegungsanspruches erst frühestens ab Tag 4 nach der Pferdebehandlung zu empfehlen.
  • Nach der Woche „Freizeit“ beanspruchen Sie bitte Ihr Pferd in dern nächsten Woche nur leicht – kurze Ausritte ins Gelände und kurze Dressureinheiten in Dehnungshaltung (keine Versammlung!) oder Bodenarbeit sind am Sinnvollsten.
  • Ab Woche 3 können Sie Ihr Pferd wieder „normal“ belasten.

Ganzheitliche Pferdegesundheit:
Beispiele aus der Praxis

Auf dieser Seite können Sie sich einige Fallbeispiele aus Bayern über Pferdetherapie, Dentalkunde bei Pferden bzw. Training von Pferden durchlesen. Somit können Sie Erkenntnisse sammeln, wie Pferdetherapie wirken kann, bzw. wie mein Reitunterricht und mein (Jungpferde-) Training aufgebaut ist. (Anmerkung: Aus Datenschutzgründen wurden alle Namen geändert).

Folgende Fallbeispiele finden Sie auf dieser Seite:

Bereich Pferdetherapie und Pferdeausbildung
Tamira – das aggressive Killerpferd

Joschi – 5 Jahre unreitbar wegen Schale

First Choice – Schwerer Pferde-Anhängerunfall

Fee – Rettung vor dem Tod

Carina – Unreitbar aufgrund von Kissing Spines

Noriker Senta – blockiertes Kreuzdarmbein-Gelenk

Bereich Pferde-Dentalkunde
Eldstjarni – aufgrund der Zähne physisch und psychisch am Ende 

Tamira – das aggressive Killerpferd

Fallbeispiel PferdetherapieTamira lernte ich als 4jähriges, körperlich sehr unterentwickeltes, hochgradig aggressives Jungpferd kennen. Das Pferd hatte große körperliche Probleme speziell im Knie- und Beckenbereich, weshalb es ihr schwer fiel, im Training mitzuarbeiten. Dieses körperliche Defizit wurde von dem damaligen Westerntrainer als Ungehorsam gesehen, weshalb er Tamira auf brutale Art und Weise versuchte „einzubrechen“.

In ihrer Verzweiflung wurde Tamira total aggressiv und damit untrainierbar (und auch fast „unanfassbar“). Für mich war Tamira der klassische Fall eines Pferdes, welches falsch verstanden wurde. Sie wollte gern mitarbeiten, aber sie konnte es nicht. Lesen Sie bitte, was ihre Eigentümerin Steffi über Tamira und meine Behandlungen zu berichten hat:

‚An deiner Stelle würde ich das Pferd an den Vorbesitzer zurückgeben oder einschläfern lassen, es ist gefährlich!’, das waren die Worte eines ‚Trainers’ der einen Monat lang mit Tamira gearbeitet hatte. ‚Wenn Sie ein Pferd zum streicheln wollen, behalten Sie sie, wenn Sie jemals reiten wollen, kaufen Sie sich ein gesundes Pferd!’, das waren die Worte eines Tierarztes nachdem er Tamira geröntgt hatte.

Am Boden zerstört wegen meines angeblichen Fehlkaufs erfuhr ich zufällig von Sandra. Nachdem ich sie ausfindig gemacht hatte, kam sie ein paar Tage später zu uns in den Stall und diagnostizierte nach langer, genauer Untersuchung meiner Kleinen, starke Verspannungen der Rückenmuskulatur, mehrere Wirbel- und Gelenksblockaden und zu wenig ausgeprägte Muskulatur an der Hinterhand, was in Kombination zu diesem eigenartigen Gang bzw. der Lahmheit führte.

Die Blockaden und Verspannungen meines Pferdes löste Sandra mit Hilfe von Osteopathie und Massage und sie zeigte mir ein paar Übungen für Muskelaufbau. Wir beide fanden, dass Tamira mehr Bewegung braucht und somit ein Offenstall ideal für sie wäre. Kurz entschlossen wechselten wir wenige Tage später den Stall und wenige Wochen danach sah man durch die permanente Bewegung und Behandlungen bereits eine deutliche Besserung der Lahmheit.

Sandra nahm die Röntgenbilder des Tierarztes mit nach Deutschland in eine auf Hüftprobleme spezialisierte Pferdeklinik, wo sie sie zusammen mit einer Spezialistin mit Hilfe einer Speziallampe begutachtete. Es wurde von allen Anwesenden keinerlei Problematik festgestellt.

Zu wissen, dass Tamira doch 100% gesund war, war für mich schon eine enorme Erleichterung. Das änderte jedoch nichts an der Tatsache, dass sie ein schwieriges Pferd war, das vor Menschen null Respekt hatte. Sandra war seltsamerweise die einzige Person, die in Tamira kein Problem sah. Und so vereinbarten wir, dass sie mein Pferd nun regelmäßig arbeiten würde. Bereits 2-3 Wochen später konnte ich Tamira ohne Probleme longieren, wo sie doch früher mit angelegten Ohren und offenem Maul auf mich zugestürmt kam.

Sie hat zwar nach wie vor Einiges zu lernen, doch kann ich heute sagen, dass ich eine gute Beziehung zu meinem Pferd aufgebaut habe, die auf gegenseitigem Vertrauen und Respekt basiert und es mir wieder Spass macht mit ihr zu arbeiten. Ich kann mit ruhigem Gewissen behaupten, dass Sandra der springende Punkt war, weshalb sich mein Pferd heute noch in meinem Besitz befindet. Zurück zur Übersicht Fallbeispiele Pferdetherapie.

 

Joschi – 5 Jahre unreitbar wegen Schale

Joschi war ein 22jähriges Connemara, das ich über Kundenempfehlung kennen lernte. Er war von drei verschiedenen Tierärzten auf Schale vorne links diagnostiziert worden und einheitlich als unreitbar befunden worden, sodass die Eigentümerin ihn bereits seit 5 Jahren nicht geritten hatte. Der Connemara-Wallach war tatsächlich bereits im Schritt an der Hand vorne links deutlich lahm. Ich sah mir die Barhufe an, die grundsätzlich nicht so verkehrt bearbeitet worden waren. Allerdings waren die Eckstreben deutlich zu hoch.

Drückende Eckstreben schränken nicht nur den Hufmechanismus und damit die Stoßdämpfungsfunktion des Hufes ein. Sie können auch das Hufbein (den letzten Knochen im Skelett des Pferdes) zum Rotieren bringen und zu Entzündungen im Huf führen. Ich bearbeitete als Erstes die Hufe von Joschi, und bereitete ihm Erleichterung, indem ich die drückenden Eckstreben entfernte.

Danach habe ich ihn osteopathisch behandelt und alle Gelenke und Wirbel die blockiert waren, gelöst. Speziell in den Vorderbeinen hatte das Pferd starke Blockaden aufgrund der jahrelangen Schonhaltung. Seine Muskeln lockerte ich ebenfalls mittels manueller Massage und Gerätetherapie mit den Neurostim-Pferdemassagegerät.

Nach der ersten Behandlung lief das Pferd bereits deutlich besser. Und nach der zweiten Behandlung war das Pferd zu unser aller Erstaunen lahmfrei. Nachdem Joschi sehr lange lahm gegangen war, behandelte ich ihn sicherheitlhalber noch ein drittes Mal. Aber der Connemarawallach war nach der Behandlungsreihe wieder voll einsetzbar und wird auch heute noch regelmäßig und mit Begeisterung geritten.

First Choice – Schwerer Pferde-Anhänger-Unfall

Unfall PferdetransportFirst Choice war ein erfolgreiches M-Dressur und Springpferd. Auf dem Weg zum Turnier wurde er von einem Betrunkenen im Pferde-Anhänger umgefahren. Er mußte von der Feuerwehr heraus geschnitten werden. Als ich ihn ca. 3 Wochen nach seinem Unfall zu Besicht bekam, war ich regelrecht schockiert.

Er hatte tiefe Schnittwunden am Kopf und an den Beinen, die bereits zu „Elefantenbeinen“ angelaufen waren. An einem Vorderbein wurde der Musculus Triceps – ein wichtiger Beugemuskel – völlig durchtrennt. Die Wirbelsäule des Pferdes glich einer Bobbahn und war völlig blockiert. Er hatte überall Schwellungen und Muskelverspannungen. Was mir aber am meisten Sorgen bereitete, war, dass der Wallach psychisch verständlicherweise ziemlich am Boden war.

Ich habe dem Pferd mittels Lymphdrainage die sehr geschwollenen Beine und anderen ödematischen Bereiche behandelt. Außerdem habe ich die noch intakten Vorderbein-Beugemuskeln mittels Reiz-Strom-Unfall mit PferdeanhängerTherapie (TENS-Gerät) gestärkt, damit sie die Funktion des fehlenden M. Triceps übernehmen konnten.

Das Pferd wurde weiters mehrfach cranio-sacral osteopathisch entlang des Kopfes und der Wirbelsäule von mir behandelt. Außerdem habe ich ihm mittels manueller Massage die Muskeln gelockert und ein besseres Körpergefühl gegeben.

Als das Pferd wieder auf dem Weg der Besserung war, habe ich verschiedene Mobilisations- und Dehnungsübungen bzw. auch Aktivgymnastik mit dem Wallach gemacht, damit er aufgrund des Verlustes des M. Triceps mit seinem neuen Bewegungsablauf zurecht kam. Außerdem habe ich sämtliche Narben, die First Choice vom Unfall davon getragen hat, entstört, um so eine uneingeschränkte Bewegungsfähigkeit des Pferdes zu gewährleisten.

Weiters bekam das Pferd gegen sein Trauma und seine Depression Bachblüten, die auch Pferdetherapie Fallbeispielsehr gut angeschlagen haben. Heute ist der Wallach wieder genauso fröhlich und einsatzfähig wie vor seinem Unfall. Auch mit mittlerweile fast 20 Jahren ist er auf M-Turnieren (auch im Springen!) trotz seines schweren Unfalls erfolgreich, und wird es hoffentlich noch lange sein.

Fee – Rettung vor dem Tod

Fee - Pferdetherapie als Rettung vor dem TodFee wurde mir 12jährig im Spätherbst vorgestellt, nachdem sie 4 Jahre in Therapie bei diversen Tierärzten, Zahnspezialisten und Schmieden war. Sie war zu dem Zeitpunkt noch beschlagen und wurde – wie vom Tierarzt empfohlen, auch noch geritten. Ich bekomme ja recht viele Pferdepatienten, die kurz vor dem Einschläfern oder dem Gang zum Schlachter stehen (aber bis jetzt musste noch keiner tatsächlich eingeschläfert werden :). Aber Fee war in einem wirklich schlechten Zustand und ich musste der Besitzerin mitteilen, dass ich mir nicht sicher bin, ob sie es schafft.

Anmerkung: Das Bild links entstand nach der ersten Behandlung, nach der Fee bereits viel fröhlicher und interessierter war als vor der ersten Therapieeinheit.

Wie kommt es nun, dass ein Pferd, welches gut gefüttert und gepflegt wird, in doch recht jungen Jahren in solch einem schlechten Zustand ist? Die Stute hatte massive Blockaden an der Wirbelsäule. Blockaden äußern sich langfristig auch immer in Form von Muskelverspannungen. Wenn eine Blockade länger besteht, wird diese von den umliegenden Muskeln sozusagen „fixiert“. Dies ist ein Schutzmechanismus des Körpers, weil dieser merkt, dass die Wirbelsäule in dem Bereich sozusagen anfällig ist. Insofern macht es Sinn, dieses Wirbelsegment möglichst zu „schonen“ und zu fixieren. Deshalb ist es meiner Meinung nach auch so wichtig, bei Wirbelbehandlungen auch die Muskulatur unbedingt mit einzubeziehen.

Wenn ein Pferd Blockaden hat, verspannt es sich also zwangsläufig langfristig. Dies führt zu einem erhöhten Muskeltonus (= Grundspannung des Muskels). Das bedeutet wiederum, dass die Muskulatur mehr Nährstoffe benötigt, um diese Grundspannung aufrecht zu erhalten. Gleichzeitig wird mehr Sauerstoff zur „Verbrennung“ benötigt und es werden mehr Schlackstoffe als Abfallprodukt produziert. Dies führt wiederum dazu, dass der Muskel irgendwann nur mehr unphysiologische Stoffwechselvorgänge (anaerob) eingehen kann und somit deutlich mehr Schlackstoffe produziert. Ein Teufelskreislauf entsteht…

Carina - unreitbar aufgrund Kissing Spines - Pferdetherapie - FenclDas Endresultat ist ein Pferd, welches einen extrem hohen Energiebedarf hat, allein um seinen Muskelstoffwechsel zu befriedigen. Außerdem wird es Stoffwechselprobleme bekommen, aufgrund von „uneffizientem“ Muskelstoffwechsel. Dies führt zur Belastung von inneren Organen, sowie sekundären Ausscheidungsorganen wie Haut & Hufe.

Es besteht außerdem nicht nur eine Wechselbeziehung zwischen Wirbeln und Muskeln beim Pferd, sondern auch zwischen Wirbeln und Organen. Dies bedeutet, dass blockierte Wirbel Nerven quetschen können, die Organe informieren und stimulieren. Dies führt zu „Fehlinformationen und falschen Reizen“, sodass das betroffene Organe unphysiologisch arbeitet.

Bei Fee habe ich eine echte ganzheitliche Therapiefolge gemacht: Die Hufe wurden auf barhuf umgestellt, damit der Hufmechanismus den Stoffwechsel und die Entschlackung des Körpers unterstützt. Für den Stoffwechsel hat Fee diverse Zusatzfuttermittel bekommen – hierunter vor allem Pferdehanf, um eine innere Reinigung, eine Stärkung der inneren Organe und eine normale Muskelfunktion herbei zu rufen.

Darüber hinaus habe ich der Stute mehrfach energetisch Wirbel und Muskeln behandelt, sowie mittels viszeraler Osteopathie die Organschwingung harmonisiert. Mittels gymnastischer Bodenarbeit haben die Elke und ich Fee wieder beweglich gemacht und die Wirbelsäule aktiv mobilisiert. Außerdem wurden die Zähne von Fee behandelt, sodass eine optimale Gebiss-Balance entstanden ist.

Nach der Behandlungsreihe (insgesamt auf ein dreiviertel Jahr aufgeteilt) schrieb mir Elke: Liebe Sandra, ich weiss gar nicht, wie ich Dir danken soll. Ohne Dich wäre Fee bereits im Pferdehimmel. Ich bin so froh, dass wir Dich kennengelernt haben! Vielen, vielen Dank für alles! Bis bald, Fee & Elke.

 

Carina – Unreitbar aufgrund Kissing Spines

Carina - Kissing Spines nach der Pferdetherapie

Die Besitzerin von Carina erzählt ihre Therapie-Odyssee: Auf einer Fohlenauktion kaufte ich Carina. Damals wusste ich natürlich noch nicht von den Problemen, die auf mich zukommen würden.
Als Jährling fingen die ersten gesundheitlichen Probleme an: Die Kniescheibenbänder waren so locker, das ihre gesamten Bewegungen extrem gestört waren. Der Tierarzt meinte:“ Abwarten bis das Pferd angeritten ist, dann wird´s besser!“. Nachdem sie 4jährig angeritten, und 1 Jahr im Beritt war, wurde nichts besser
.
Ich brachte Carina in die Klinik zum durchchecken. Die Diagnose: Kissing- Spines. (=Das Aneinanderreiben der Dornfortsätze). Ihr wurden Entzündungshemmer in den Rücken gespritzt. Es hat sich aber nichts gebessert, sondern nur noch mehr verschlimmert. Mein Pferd wurde für mich unreitbar.
Sobald sie den Sattel sah, zuckte sie zusammen, auf dem Reitplatz blieb sie wie angewurzelt stehen und trat keinen Schritt mehr vorwärts. Zum Schluß ging Carina ständig an der Longe durch. Ich war verzweifelt mit dem Pferd, doch ich wollte nicht mal in Erwägung ziehen, es zu verkaufen, wie manch andere es mir geraten hatten. Dann habe ich von Sandra erfahren.
Sie kam zum Stall und sah sich Carina ganz genau an. Schließlich kam sie zum Schluss: Mein Pferd litt an starken Verspannungen der Rückenmuskulatur und massiven Blockaden entlang der gesamten Wirbelsäule. Mittels Osteophatie, Massagen und Bachblüten wurde Carina wieder in ein körperliches und geistiges Gleichgewicht gebracht. Außerdem empfahl mir Sandra Pferdehanf zu füttern, damit sich der Muskelstoffwechsel harmonisiert und Carina leichter Muskulatur aufbauen konnte.
Nach der Therapieeinheit konnte ich Santana langsam wieder an die Longe gewöhnen. Sandra zeigte mir sehr gute Übungen zum Muskelaufbautraining. Nach nur zwei Wochen ging es Santana deutlich besser. Seitdem ich das Training neu gestaltet habe durch Bodenarbeit, Handpferdereiten und „richtigem Longieren“  akzeptiert Carina mich als Reiter wieder ohne dass sie vor Schmerzen in die Luft geht!
Mein Pferd und ich müssen zwar noch viel lernen was das „richtige Training“  zum Muskelaufbau betrifft, aber wir sind auf einem guten Weg dorthin. Ohne die professionelle Hilfe und die Denkanstöße von Sandra wäre Carina mit Sicherheit heute noch unreitbar.

 

 

Noriker Senta – blockiertes Kreuzdarmbein-Gelenk

Noriker Senta - Pferdetherapie - Sandra FenclSenta wurde mir vorgestellt, weil sie die Hinterbeine sehr schlecht und „schlurfend“ bewegt. Eine inaktive Hinterhand beim Pferd ist meist ein Zeichen für ein blockiertes Ilio-Sacralgelenk = Kreuzdarmbein-Gelenk beim Pferd. Viele Pferde mit blockiertem Kreuzdarmbein-Gelenk haben nicht nur wenig Schub aus der Hinterhand, sondern tun sich auch schwer, die Hinterbeine beim Hufe Auskratzen oder bei der Hufbearbeitung zu geben und/oder (längere Zeit) in die Höhe zu halten.

Häufig schlagen die Pferde mit den Hinterbeinen auch aus beim Hufe Geben. Dies darf aber nicht als bösartiger Charakter gewertet werden, sondern ist einfach eine Reaktion aus Angst vor Schmerzen und Bewegungseinschränkung. Die Pferde haben Angst, ihre Hinterbeine frei zu bewegen, da sie gelernt haben, dass dies ohne Schmerzen nicht möglich ist. Manche Pferde-Experten sprechen davon, dass mehr als 80 Prozent aller Reitpferde an einem blockierten Ilio-Sacralgelenk leiden.

Woher kommen so viele Blockaden beim Pferd am Kreuzdarmbein-Gelenk?

Es gibt viele Ursachen, warum das Ilio-Sacralgelenk beim Pferd blockiert ist. Folgende sind wohl die häufigsten für Kreuzdarmbein-Gelenksblockaden bei Pferden:

  1. Falsche Reitweise (Rollkur, zu dominante Handeinwirkung, Überanstrengung von untrainierten Pferden)
  2. Traumata (Stürze, „Wegrutschen der Hinterbeine“ zB auf nasser Wiese, grobe Hufbearbeitung)
  3. Falsche Ausrüstung (schlecht passende Sättel – hier vor allem auch zu lange Sättel, Schwerpunkt zu weit hinten, aber auch unkorrekte Verwendung von Hilfszügeln)
  4. Blockaden in anderen Gelenken wie zB Kniegelenken, aber auch in der Wirbelsäule, Schulter/Brustbein, 1. und 2. Halswirbel/Kiefergelenk/Zungenbein – die Ursachen sind natürlich vielfältig. Aber aus cranio-sacraler Sicht besteht ein direkter Zusammenhang zwischen oben genannten Strukturen. Blockiert einer dieser Bereiche sind Blockaden in den anderen Gelenken langfristig sehr wahrscheinlich.

Folgen von langfristigen Gelenksblockaden beim Pferd

Wenn Pferde über einen längeren Zeit an einer massiven Gelenksblockade wie beispielsweise des Ilio-Sacralgelenks gelitten haben, bewegen sich auch manche nach der Auflösung einer solchen Gelenksblockade nicht unbedingt sehr viel freier. Dies liegt am sogenannten „Schmerzgedächtnis“ des Tieres. Pferde (genau wie wir Menschen) haben Propriorezeptoren, also Nerven-Bewegungsmelder innerhalb der Muskulatur. Diese peripheren Bewegungszentren geben dem Muskel (und dem Hirn) vor, wie viel Bewegungsradius beispielsweise ein Gelenk hat, ohne dass dies zu Schmerzen führt. Ist ein Gelenk über längere Zeit blockiert, wird dies sozusagen eingespeichert. Es entsteht eine Schonhaltung beim Pferd.

Nach Auflösung einer Blockade muss das Pferd diese Schonhaltung „vergessen“. Man muss also mittels kinesthätischer Übungen und gymnastizierender Bodenarbeit dem Pferd seinen neuen Bewegungsradius bewußt machen und so die Propriorezeptoren umspeichern. Das schaffe ich in der Regel in ein bis drei Bewegungseinheiten (die häufig nur je 5-10 Minuten dauern), die häufig auch vom Besitzer anstelle von mir ausgeführt werden können.

In sehr schwer wiegenden Fällen muss man dem Pferd auch auf psychischer Ebene helfen, beispielsweise mittels Bachblüten. Im Jahr 2011 habe ich ein Serie über Bachblütenbehandlung beim Pferd in der Pegasus veröffentlicht. Diese Pegasus-Expertenkarten finden Sie demnächst im Bereich Presse. Nähere Infos über Bachblütentherapie beim Pferd auch im Website-Bereich Ergänzende Faktoren – Feinstoff-Therapie.

Man darf nicht vergessen, dass jedes körperliche Trauma auch einen gewissen psychischen traumatischen Hintergrund  hat, egal ob beim Pferd, beim Hund oder beim Menschen (auch wenn dies jetzt ggf. esotherisch klingen mag, ist aber so). Gern können Sie auch meinen Artikel über Traumata beim Pferd aus der Pegasus-Pferdezeitschrift auf meinen Pressebereich ansehen.

Neben der massiven Blockade des Kreuzdarmbein-Gelenk war Senta  recht mager. Auch hier hatten wir das Problem, das im Endeffekt ähnlich wie bei „Fee“ (siehe Fallbeispiel weiter oben) die gesamte Wirbelsäule blockiert war. Dies führte zu umfassenden Muskelverspannungen und einem zu hohen Muskeltonus, nervale Fehlleitungen zu den Organen und einer Gesamtstörung des Stoffwechsels.

Außerdem hat Senta eine recht ausgeprägte Fehlstellung. Fehlstellungen und schiefe Hufe wirken sich immer auf die Gesamtstatik aus und führen auch langfristig zu Muskelverspannungen und dies wiederum zu Gelenksblockaden beim Pferd. Es ist sehr wichtig, Fehlstellungen möglichst schon beim Jungpferd zu korrigieren, damit es nicht zu Verspannungen, Gelenksblockaden, verfrühtem Verschleiß und beispielsweise Arthrosen beim Pferd kommt.

Gerade schwerere Pferderassen wie Noriker oder Süddeutsches Kaltblut neigen zu zehenenger Vorderbein-Stellung. Je früher man (junge) Pferde korrigiert und regelmässig barhuf bearbeitet, desto unproblematischer und schneller ist die korrektive Behandlung.

Kathrin schrieb mir nach der ersten Behandlung:

Ich muss dir unbedingt ein paar Fotos von Senta schicken, denn es freut mich so, dass sie schon wieder eine solche Lebensfreude hatt wie sie es schon lange nicht mehr gezeigt hat. Ich bedanke mich nochmal ganz herzlich bei dir und freu mich schon drauf wenn du ihr nochmals neue Lebensgeister einhauchst bzw. Duke und Sylvester auch auf die Sprünge hilfst!!!!

 

Eldstjarni – Auslöser für die Ausbildung zur Pferdedentistin

IslandwallachHier finden Sie eine „Erfahrungsgeschichte“ mit einem unserer eigenen Pferde. Er war der Grund, warum ich mich für die Pferdedentisten-Ausbildung bei Louis Pequin entschieden habe. Unser „Opi“ war in jüngeren Jahren ein sehr erfolgreiches Turnierpferd meiner Schwester. Wir hatten ihn mit 14 Jahren gekauft und er war ein sehr motiviertes und fleißiges Reitpferd.

Nach und nach baute er über die Jahre deutlich an Gewicht ab (siehe Foto), was uns veranlasste, das Pferd mehrmals von diversen Tierärzten auf Zahnprobleme untersuchen zu lassen, sowie diverse Blut- und Kotuntersuchungen machen zu lassen. Aber all diese Untersuchungen gaben uns keine schlüssigen Auskünfte darüber, warum der Wallach konstant an Gewicht verlor.

Auf Anraten und Empfehlung einer weiteren Tierärztin wurde der Wallach schlußendlich von einem Schmied und Zahnraspler (nein, Pferdedentist kann man ihn leider nicht nennen) mit einer elektrischen Bosch-Pferdezahn-Raspel behandelt. Jedoch verschlimmerte sich darauf hin sein Zustand deutlich. Dies war der ausschlaggebende Grund, warum ich nun endlich die Ausbildung bei Louis Pequin zur Pferde-Dentistin begann, mit der ich schon einige Jahre geliebäugelt hatte. Ich absolvierte die Dentisten-Ausbildung und konnte die Prüfung sogar als Kursbeste bestehen.

Die Zahnbehandlung bei unserem Pferd hatte meine schlimmsten Befürchtungen bestätigt. Die Schneidezähne des Pferdes waren viel zu lang und diagonal – schief, wodurch einerseits das ganze Zahnfleisch entzündet war (man erkennt das an der starken Rötung des Zahnfleisches am Zahnansatz) und andererseits war somit auch der gesamte Kiefer schief. Seine rechte Unterkieferbackenzähne (3. Quadrant) waren ca. 1 cm höher als die linken (4. Quadrant). Man kann sich vorstellen, dass mit einem derart schiefen Kiefer das Kauen zum Schmerzakt wird.

Außerdem waren durch die elektrische Zahnbehandlung lediglich die vorderen Backenzähne gekürzt worden. Die beiden letzten Unterkiefermolaren (die „11er“), waren über einen Zentimeter höher als die restlichen Backenzähne!!! Außerdem hatte das Pferd scharfe Kanten und Haken an den Backenzähnen. Mit all diesen Problemen kann man sich vorstellen, dass Eldstjarni weder Lust zum Fressen, noch Lust zum Leben hatte! Er hatte wirklich bereits aufgegeben. Sein trauriges Gesicht und kaum Mimik und Bewegungsfreude zeigten dies deutlich an!

Nach der Zahn-Behandlung zeigte das Pferd sofort Erleichterung und auch Erstaunen (ja, das konnte man wirklich in seinem Gesicht lesen). Er hat erstmal 20 Minuten getestet, wie er sein Maul jetzt in alle Richtungen bewegen kann und ob er bequem in beide Richtungen kauen könne. Außerdem hat er seine Zunge zwischen die Schneidezähne gesteckt, wahrscheinlich, weil es ihm ungewohnt war, dass er dort auf einmal keinen Druck mehr verspürte. Er hat auch sein erstes Fressen nach der Behandlung mit Begeisterung durch angelegte Ohren verteidigt – eine Geste, die er schon seit Jahren nicht mehr gemacht hat (sonst schlapfte er einfach mit hängendem Kopf vom Futter davon)!

Als ich ihn dann nachmittags noch mal besucht habe um zu sehen, wie es ihm geht, ist er mir durch den ganzen Paddock mit gespitzten Ohren entgegen marschiert und hat mich so herzlich begrüßt, wie überhaupt noch nie gemacht hatte. (Ich weiß, das klingt jetzt kitschig, aber als „echter, Import-Isländer“ ist er nie sehr menschbezogen gewesen).

Am nächsten Tag habe ich ihm testweise hartes Brot gefüttert, um zu sehen, ob er mit der neuen Kau-Bewegungsfreiheit zurecht kommt. Wie vermutet hat er am Anfang sein altes Bewegungsmuster (Herumrollen des Brotes im Maul, um eine wenig schmerzende Stelle zu finden) angewandt. Jedoch nach drei dicken Stückchen, hat er gemerkt, dass er das Brot einfach nehmen und sofort kauen kann. Wieder war ihm das Erstaunen ins Gesicht geschrieben.

Ich habe ihm am 3. Tag nach seiner Zahnbehandlung osteopathisch behandelt, nachdem so eine Kieferschiefstellung natürlich das Kiefergelenk und auch das Zungenbein (das sehr wichtig für das Gleichgewicht ist) in Mitleidenschaft bringt. Die Tage nach der Behandlung wirkte Eldstjarni sehr zufrieden. Er hat sich zwei Tage hintereinander ein Schlümmerchen im Liegen in der Wintersonne gegönnt, was er schon seit Jahren nicht mehr gemacht hatte.

Auch schnaubte er häufig zufrieden ab, was man vorher auch nicht mehr beobachten konnte. Des weiteren ist er in der Rangordnung um einige Plätze gestiegen und verteidigt sein Futter vehement, welches er mit gutem Appetit verzehrt. An diesem Verhalten und an seiner wieder gewonnenen Lauf- und Lebensfreude konnte man wirklich eindeutig erkennen, wie gut ihm die Behandlungen getan haben. Zurück zur Übersicht Fallbeispiele Pferdetherapie.

Reitkultur – anatomisch und psychologisch pferdegerechtes Training

Der Begriff „Kultur“ kommt von dem lateinischen Wort „colere“ und bedeutet so viel wie „bebauen, bestellen, pflegen“. Genauso wie die Lebens- und Kunstkultur, ist auch die Reitkultur einem ständigen Wandel und zeitgenössischen Auffassungen unterworfen.

Heute zu recht verpönt, war die Rollkur oder Hyperflexion des Pferdes zu früheren Zeiten als „Methode der Wahl“ glorifiziert. Von der Rollkur einmal abgesehen, findet man in den Schriften der alten Reitmeister viele wertvolle Anregungen für trainingsphysiologisch korrektes Anreiten von jungen Pferden.

So wird beispielsweise die Sinnhaftigkeit der Gymnastizierungsübungen für Pferde nach Baucher aktuell wieder vermehrt unter die Lupe genommen. Denn damals hatten die Pferdeausbilder noch Zeit und Muße, sich mit den biomechanischen Zusammenhängen und Hintergründen des Reitens zu beschäftigen.  In jedem Fall bin ich der Meinung, dass die Reitkultur nur dann zur Reitkunst werden kann, wenn einige grundsätzliche Punkte beachtet werden:

Sandra Fencl pferdetraining salzburg

Pferdetraining im weiteren und Reiten im engeren Sinne ist nur dann ethisch vertretbar, wenn Pferd und Mensch keine Schmerzen oder Schaden zugefügt werden. Dies kann nur dann der Fall sein, wenn das Pferdetraining biomechanisch und didaktisch korrekt aufgebaut ist.

Dabei ist die Berücksichtigung von anatomischen Besonderheiten und die Neigungen bzw. Talente des Pferdes essentiell. Außerdem muss das Training Pferde-psychologisch adäquat und aufs Pferd individuell abgestimmt aufgebaut sein, denn es gibt beim Pferdetraining kein „Patentrezept“.

Um einem Pferd beim Training keine Schmerzen zuzufügen, ist grundsätzlich erstmal festzustellen, ob sich das Pferd in einem gesundheitlichen Zustand befindet, in dem es die vom Pferdeausbilder die geforderte Leistung überhaupt erbringen KANN. Auch Dressur-Koryphäe Dr. Reiner Klimke riet: „Bevor ich anfange, muß ich wissen, daß das Tier physisch und psychisch in Ordnung ist.“

Viele Widersetzlichkeiten beruhen nicht auf schlechtem Charakter des Pferdes, sondern auf der Unfähigkeit, den Anweisungen des Pferdetrainers Folge zu leisten. Diese Unfähigkeit kann einerseits von körperlichen Problemen und Exterieurmängeln herrühren. Andererseits auch auf Missverständnissen bzw. Überforderung des Pferdes beruhen. Hier sind wiederum umfassende Kenntnisse von Trainingslehre, Biomechanik und Pferdepsychologie beim Pferdetrainer gefragt. Wichtig ist auch, eine passende Ausrüstung fürs Pferd zu finden. Und ein weiterer wichtiger Faktor in der Pferdeausbildung ist Zeit.

Sandra Pferdetraining FenclLeider wird dem Faktor Zeit aktuell aufgrund von kommerziellen Hintergründen immer weniger Beachtung geschenkt. Ein Pferd „oberflächlich“ innerhalb von einem Jahr auszubilden, mag möglich sein. Aber 4jährige Pferde, die anscheinend Lektionen bis L „perfekt“ (doch sicherlich unter Spannung) beherrschen, sind mit großer Wahrscheinlichkeit genauso schnell „verschlissen“, wie sie auftrainiert wurden. Denn junge Pferde brauchen Zeit, um Sehnen, Bänder, Gelenke, Muskeln etc. an die unnatürliche Belastung und das Gewicht des Reiters anzupassen…

Kein Wunder, dass die durchschnittliche Lebenserwartung eines Pferdes im deutschsprachigen Raum je nach Studie zwischen 7,5 und 10 Jahren liegt. Die natürliche Lebenserwartung von (Wild-) Pferden aber mit rund 30 Jahren deutlich höher ist – und das ohne Pferdetherapeutin, Tierarzt, Fütterungsmeister oder Reit-Heiltrainer. Natürlich ist nicht nur das Training des Pferdes ausschlaggebend für seine Lebenserwartung, sondern auch PferdehaltungPferdefütterung und Hufbearbeitung spielen eine wichtige Rolle.

Ganzheitliche Pferdegesundheit – ergänzende Faktoren

In der ganzheitlichen Gesundheitsvorsorge für Pferde ist es häufig nötig, mehrere Aspekte  mit ein zu beziehen. Manchmal kann man nicht nur mittels beispielsweise cranio-sacraler Pferde-Omnipathie Blockaden lösen, sondern muss auch die psychisch-seelische Komponente des Pferdes berücksichtigen. Denn wie bereist an anderer Stelle erwähnt bilden Körper, Geist und Seele eine Einheit und sind somit untrennbar mit einander verbunden und auch als „Gesamtes“ zu sehen.

Manche Pferde haben körperliche oder psychische tiefgreifende Traumata hinter sich gebracht, oder aber haben langjährig Schmerzen oder schlechte Behandlung erlebt und erduldet. Solche Pferde müssen nicht nur körperlich wieder ins Gleichgewicht gebracht werden, sondern auch auf seelischer Ebene unterstützt werden. Um die Psyche des Pferdes im ganzheitlichen Gesundheitsplan zu berücksichtigen, verwende ich gern feinstoffliche Maßnahmen wie Bachblüten für Pferde.

Auch die Pferdehaltung, die Pferdefütterung, die Ausrüstungskontrolle, die Trainingsanalyse, die Hufanalyse, die Kontrolle der Pferdezähne und des Maules und schließlich auch das soziale Umfeld des Pferdes sind zu analysieren und gegebenenfalls zu optimieren, um das Pferd langfristig gesund, glücklich und leistungsfähig zu erhalten. Denn nur eine holistische Pferde-Anschauung kann langfristige Erfolge verzeichnen.

 

Ganzheitliche Hufpflege

Die Hufe von Pferden sind sehr häufig Ursache von Statik- und damit verbunden Bewegungsproblemen wie Rückenprobleme beim Pferd. Deshalb spielt die fundierte Analyse und Korrektur der Hufbearbeitung eine wesentliche Rolle in der ganzheitlichen Gesunderhaltung von Pferden. Als ausgebildete Hufpflegerin fließt das Wissen um die korrekte Statik in jedem Pferde-Gesundheitscheck mit ein. In manchen Fällen müssen zu allererst die Hufstellung korrigiert werden, bevor mit weiterführenden Maßnahmen begonnen werden kann.

Der Spruch: „Ohne Huf, kein Pferd“ hat nach wie vor Gültigkeit. Nichts desto trotz werden in der Hufbearbeitung sehr viele Fehler gemacht. Viele Rückenprobleme beim Pferd resultieren aus falscher Hufstellung. Häufig werden die Pferde viel zu steil mit extrem hohen Trachten bzw. hohen Eckstreben hingestellt. Diese steile Stellung führt zu einer verminderten Stoßdämpfungsfunktion in den Gelenken, sowie einem Hochziehen und damit Steiler werden der Schulterblätter und hiermit verbunden zu kürzeren, stumpferen Vorhandbewegungen. Außerdem wird durch die Steilerstellung das Hufbein mit der Zeit rotieren und irgendwann auf der Spitze stehen. Ich denke, man kann sich leicht vorstellen, was das für die Statik des Pferdes bedeutet.

Um Fehlstellungen zu vermeiden, ist es sehr wichtig, bereits beim Jungpferd die Hufe regelmäßig zu bearbeiten. Eine falsche Hufstellung führt zu einer ungleichmäßigen Druckbelastung der Gelenke, was wiederum zu Schonhaltungen und Bewegungsanomalien führt und was sich in weiterer Folge zur verfrühten Abnutzungserscheinungen wie Arthrose bzw. Spat äußern kann. Die Korrektur von Fehlstellungen beim Pferd erfordert fundiertes Fachwissen, ein geschultes Auge und kurze Behandlungsintervalle (idealerweise 2 – 3 Wochen-Abstände).

Meiner Meinung nach ist es auch für Laien sehr wichtig, möglichst viel Wissen über Hufe zu akkumulieren. So kann jeder Pferdebesitzer die Hufstellung seines Pferdes in regelmäßigen Abständen kontrollieren. Wenn Sie sich zum Thema Hufe fortbilden möchten, nehmen Sie doch am Seminar „Pferdegesundheit von Kopf bis Huf“ teil. Termine zu diesem umfassenden Pferdegesundheits-Kurs finden Sie hier.

Dentalpflege für Pferde

Dentalbehandlungen für Pferde sind keine „übertriebene Pflegemaßnahme“, sondern eine wichtige Vorkehrung zur Gesunderhaltung des Pferdes. Pferdezähne schieben im Gegensatz zu Menschenzähnen jährlich 2 – 3 mm nach. In freier Wildbahn hat sich das Pferd von harten Gräsern, Wurzeln und Ästen ernährt, und hat regelmäßig Schmutz, Sand und andere reibende Materialien mitgefressen. Diese Ernährungsweise gewährleistete einen ausreichenden und gleichmäßigen Abrieb der Pferdezähne.

Die Domestikation der Pferde brachte eine drastische Futterumstellung mit sich. Unsere Pferde von heute bekommen häufig große Mengen an Kraftfutter, und generell zumeist zu weiches Futter wie Heulage oder weiches Futtergras. Die Folge sind unphysiologisch kleine, kurze Kauausschläge, da die Pferde vermeiden wollen, dass dieses feine bzw. kurzfaserige Futter seitlich aus dem Maul fällt. Der Effekt ist, dass die Pferdezähne zu wenig oder ungleichmäßig abgerieben werden – was wiederum zu einer Verstärkung der unnatürlichen Kaubewegung führt – ein Teufelskreislauf beginnt.

Zusätzlich werden die Pferde häufig in unnatürlich hohen Raufen gefüttert, oder heben den Kopf beim Fressen ständig an, um über ihre Boxenwände zu sehen. Dies führt zu einer unphysiologischen Haltung bei der Futteraufnahme und damit ebenfalls zu unnatürlichem Zahnabrieb.

Desweiteren müssen viele Pferde ihr Futter nicht mehr selber mit den Schneidezähnen abrupfen, sondern bekommen ihr Heu oder geschnittenes Gras „fressfertig“ in den Stall geliefert. Dadurch werden die Schneidezähne zu lang, wodurch die Backenzähne nur durch einen erhöhten Kraftaufwand in Reibung versetzt werden können. Dies führt zur Verbiegung der Schneidezähne des Pferdes nach vorne und zu Schmerzen in Zähnen und Kiefergelenk. Deshalb ist es sehr wichtig, auch die Schneidezähne des Pferdes bei Bedarf zu kürzen.

Lesen Sie mehr darüber, welche Kriterien eine gute Dentalbehandlung für Pferde erfüllen sollte, welche Zahnprobleme beim Pferd auftreten können, welche Folgen fehlende Zahnpflege beim Pferd hat, und wann Sie die Zähne Ihres Pferdes dringend behandeln lassen sollten. Viele wichtige Tipps und Hinweise zum Thema Dentalpflege beim Pferd können Sie auch in meinem Artikel „Auf den Zahn gefühlt“ als PDF downloaden.

Rechtlicher Hinweis: In Österreich ist die Zahnpflege beim Pferd Tierärzten – auch ohne Zusatzausbildung für Pferdezahn-Behandlungen – vorbehalten. Deshalb praktiziere ich in Österreich keine Dentalpflege beim Pferd. Nichts desto trotz möchte ich informieren über die Notwendigkeit einer guten Zahnpflege beim Pferd.