Ein sehr wesentlicher Teil der in der Gesundheitsoptimierung von Pferden ist neben der Hufanalyse, der Kontrolle der Ausrüstung, der Haltung und Fütterung des Pferdes die Trainingsanalyse. Ein Pferdetherapeut kann noch so gute Arbeit leisten, wenn das Pferd dauerhaft falsch trainiert wird, helfen alle Therapiemaßnahmen langfristig nicht. Die häufigsten Fehler, die mir beim Pferdetraining begegnen sind folgende:

1. Falsches Training bzw. zu wenig Dehnungshaltung
Pferde sind von Natur aus dafür gemacht, über lange Strecken mit gesenktem Kopf sich langsam grasend fortzubewegen. In dieser Haltung zieht das Nackenband des Pferdes den Widerrist nach vorne-oben und hebt somit seinen Rücken über die „obere Verspannung“ an. Dies führt zu einer Streckung der Wirbelsäule und einer Dehnung der Hals- und Rücken- bzw. Kruppmuskulatur. Diese Dehnungshaltung ist auch beim Reiten sehr wichtig, um das Pferd locker und losgelassen zu trainieren.

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Am Anfang, am Ende und zwischendrin sollte nicht auf das Reiten in Dehnungshaltung mit feiner Anlehnung vergessen werden, um Verspannungen im Rücken des Pferdes zu vermeiden. Auf keinen Fall sollte das Pferd in „Rollkur“ oder Hyperflexion (also „zusammengezogen“) geritten werden, da Bänder, Muskeln und in weiterer Folge Wirbel davon Schaden tragen. Natürlich sollte jeder Reiter bzw. Fahrer auch immer bemüht sein, sein Pferd bestmöglich zu trainieren und sich selbst, seinen reiterlichen Sitz und seine Trainingsmethoden konsequent zu hinterfragen. Eine dauerhaft harte Reiterhand oder ein ständig klammender Oberschenkel wird auch Spuren am Pferd und dessen Gesundheit und Losgelassenheit hinterlassen.

 

2. Keine Trainingsphysiologische Intensität und Frequenz
In der Trainingslehre ist es sehr wichtig zu verstehen, dass Pferde genauso wie Menschen Pausen brauchen. Diese Pausen sind nicht nur „für den Kopf“ wichtig, um Erlerntes zu verstehen und zu verdauen. Trainingspausen bzw. trainingsfreie Tage beim Pferd sind auch deshalb so wichtig, weil sich die Muskulatur des Pferdes nach einem Trainingsreiz erst wieder erholen muss. Sind die Trainingspausen zu kurz, übersäuert irgendwann die Muskulatur und es kommt zu Hypotrophie (Muskelschwund) und Verspannungen anstatt zu Hypertrophie (Muskelzuwachs). Umgangssprachlich spricht man von „Übertraining des Pferdes„.

IMG_3330-Bearbeitet copyEs ist also sehr wichtig, nach einer intensiven Trainingseinheit dem Pferd einen Tag Ruhe oder zumindest einen Tag mit „alternativer Arbeit“ wie Bodenarbeit, Handpferde reiten, Freilaufen, Zirzensische Gymnastik oder Spazieren gehen zu gönnen. Auch das Reiten im Schritt am hingegeben Zügel innerhalb einer Trainingseinheit ist sehr wichtig, um die Muskulatur des Pferdes zu lösen und den Abtransport von Schlackstoffen zu gewähren. Außerdem hat das An- und Abspannen (also das Versammeln und wieder Dehnen lassen im direkten Wechsel) einen hohen gymnastischen Wert für Pferde.

Auch unregelmäßiges Training schadet Pferden erheblich. Dies ist speziell bei Freizeitreitern manchmal der Fall. Wenn das Pferd unter der Woche kaum bewegt wird, kann man nicht am Wochenende einen langen Wanderritt machen. Das überfordert das Pferd und wirkt sich sehr negativ auf die Muskulatur des Pferdes aus. Im schlimmsten Fall kann eine solche Überforderung sogar zu Kreuzverschlag führenSteigern Sie dementsprechend das Training Ihres Pferdes nur langsam, und versuchen Sie es abwechslungsreich zu gestalten. So überlastet man das Pferd nicht und es behält die Freude an der gemeinsamen Arbeit.

 

3. Zu kurze Aufwärm- und „Cool-down-Phasen“
Gerade Pferde, die in der Box stehen, sollten mindestens 15 Minuten im Schritt geritten oder vom Boden aus gearbeitet werdenDurch die Boxenhaltung wird kaum Gelenkschmiere innerhalb der Gelenke produziert. Diese wird erst durch Bewegung (also Druckstimulation und Entlastung während der Schwebephase) über die Synovialzotten in den Gelenkszwischenraum des Pferdes abgegeben. Hierdurch wird der Gelenksknorpel des Pferdes ernährt und „quillt auf“, was zu einer verbesserten Stoßdämpfungsfunktion führt. Wenn ein Pferd ohne entsprechende Aufwärmphase im Trab oder Galopp geritten wird, können Verletzungen und Risse am noch schlecht durchbluteten Knopel entstehen. Dauernde Schädigungen können zu Arthrosen beim Pferd führen.

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Des weiteren ist es sehr wichtig, eine ausreichende „Cool-down-Phase“ einzuhalten. Einerseits um Erkältungen des Pferdes zu vermeiden. Andererseits damit die Muskulatur des Pferdes die Möglichkeit hat, die beim Training entstanden Schlackstoffe aus den Muskeln wieder abzutransportieren und auszuscheiden. Der dritte wichtige Aspekt ist, dass das Pferd wieder seine „innere Ruhe“ finden sollte, bevor es weggestellt wird. Lesen Sie auch, welche Trainingsformen sich zur Gymnastizierung und Rehabiliation des Pferdes besonders eignen.

Pferdeausbildung und Pferdetraining ist eine „Kunst“, und gehört immer in die Hände von qualifizierten, einfühlsamen Fachleuten. Wobei man sich auch Profi-Reiter genauestens ansehen sollte. Denn auch wenn der Pferdeausbilder viele Turniersiege errungen hat, ist das noch lange kein Garant für pferdegerechtes und schonendes Anreiten von Jungpferden.

Meine Art, Pferde auszubilden

Sandra Fencl Bodenarbeit

Ich bilde Pferde seit meinem 15. Lebensjahr aus, und es macht mir noch immer sehr viel Spaß, die „Kleinen“ dabei zu beobachten, wie sie eifrig lernen und körperlich als auch geistig sich entwickeln und reifen. Ich arbeite hauptsächlich nach der klassisch-iberischen Methode mit Elementen der Freiheitsdressur und Zirzensik. Ich beginne mit klassischer Bodenarbeit, Freilaufen, Handpferdearbeit, Spaziergängen im Gelände, Verlässlichkeitstraining und Verladetraining. Ich nehme mir für jeden Schritt die Zeit, die das junge Pferd braucht, um in der Aufgabe sicher zu sein, denn ich bilde echte Verlasspferde aus.

Wenn die Pferde inHandpferdespringen Bodenarbeit und Freilauf-Training routiniert sindbeginne ich mit dem einfachen Longieren am Kappzaum, intensiviere das Handpferde-Training und je nach „Bedarf“ auch Zirzensische Gymnastik wie zB das Kompliment oder Podestarbeit, sowie Fahren vom Boden aus und Doppellongieren. Zwischendurch gewöhne ich das Pferd sanft an Trense und Sattel. Mit dieser Vorgehensweise ist das erste Aufsitzen und das anschließende Reiten für das Pferd ein natürlicher, stressfreier Vorgang (vorausgesetzt, es hat nicht bei anderen Leuten bereits negative Erfahrungen gesammelt).

BodenarbeitBei sogenannten „Problempferden“ fange ich oft noch mal „von vorne an“, und eine ganz wichtige Trainingsform ist hierbei IMMER das Handpferde-Training. Diese Trainingsform gibt dem vom Menschen verdorbenem Pferd ein sicheres Herdengefühl und ich kann sehr schnell mit Hilfe eines lieben Verlass-Reitpferdes an Sicherheit, aber auch an tollen, gemeinsamen Erlebnissen, zB im Gelände, den Respekt und Vertrauen des Trainingspferdes erarbeiten. Nähere Infos zu meinem Handpferde-Onlineseminar findest du unter:

https://www.sandrafencl.com/online-seminare-2/

Ich trainiere meine Jungpferde maximal 4-5 Tage pro Woche und achte darauf, dass der Anspruch eines Trainingseffektes erfüllt ist, aber die Pferde auf keinen Fall körperlich oder geistig überfordert werdenAbwechslungsreiche Arbeit, sehr viel Lob und Geduld und die Möglichkeit, dass sich das Jungpferd ausgiebig nach dem Training erholen kann, sind wichtige Faktoren in der erfolgreichen Jungpferdearbeit.

Speziell die Möglichkeit des ausreichenden Koppelganges mit anderen (möglichst gleichaltrigen) Pferden wird häufig unterschätzt. Auch eine gesundheitsfördernde (und Übertraining entgegenwirkende) Massage hat sich im Jungpferde-Training sehr bewährt und wende ich sehr gern an. Nebenbei stärke ich dabei auch die Beziehung zum jungen oder leider bereits verdorbenem Pferd. Denn alle meine und auch „fremde“ Pferde, die in meiner Obhut sind, sollen mich nicht als „Trainer“ sehen, sondern als Partner aber auch kompetenter Führer, mit dem man durch dick und dünn gehen kann und der immer für Spaß und Abwechslung sorgt 🙂 Das ist mir sehr wichtig!

Als Ergänzung behandle ich die mir anvertrauten Jungpferde zusätzlich osteopathisch und/oder physiotherapeutisch (oder in Österreich mittels cranio-sacral Balancing), und bei Bedarf lasse ich auch die Zähne korrigieren und wende feinstoffliche Hilfen wie Bachblüten an. So können sie von Anfang an ideal entwickeln und in einem körperlichen und seelischen Gleichgewicht befinden. Denn nur in einem gesunden Körper kann ein gesunder (und ausgeglichener) Geist wohnen.

Fehler am Anfang der Ausbildung eines Jungpferdes sind schwer und mühsam zu korrigieren. Gerade bei sehr talentierten Pferden machen viele Trainer den Fehler, sie zu überfordern, sodass das Pferd den Spass an der Zusammenarbeit mit dem Menschen ggf. für immer verliert. Besonders bei professionellen Züchtern und Trainern ist die „time is money-Philospophie“ leider weit verbreitet (aber Ausnahmen bestätigen die Regel!). Daher möchte ich auf der nächsten Seite ein paar Worte zur Auswahl eines guten Pferdetrainers verlieren (für diejenigen, die ihre Jungpferde nicht im Raum München oder im Pinzgau in Salzburg stehen haben).


 

Auswahl des richtigen Jungpferdetrainers

Sandra Fencl Pferdetherapie München RaurisAm besten ist es, dem potentiellen Pferde-Trainer mal unangemeldet (und ggf. aus der Ferne) über die Schulter zu sehen. Besonders erkenntnisreich sind die Mimik und der Augenausdruck von den im Training befindlichen Remonten. Auch interessant ist ob die Trainingspferde gern bei dem Trainer/der Trainerin bleiben, also freiwillig folgen und auch in seiner oder ihrer Nähe sich entspannen wollen… und auch die Reaktion der Pferde, wenn der Trainer sich ihnen nähert (kommen sie freudig auf ihn zu oder weichen sie eher zurück und reißen die erschrocken Augen auf), ist sehr aussagekräftig.

Ein gutes Zeichen ist außerdem, wenn Profi-Reiter lange Jahre mit ihren eigenen (Sport-)Pferden erfolgreich verbringen. Wenn ein Pferdesportler alle zwei Jahre ein neues Pferd hat, ist das häufig ein Hinweis auf frühen Verschleiß bzw. „Verheizen“ des Pferdes.

Sollten Sie sich dann entschieden haben, Ihr Pferd bei einem Trainer in Beritt zu geben, ist es ratsam, es immer wieder zu besuchen und auf seine Trainings-Fortschritte, aber auch seine physische uns psychische Gesundheit hin zu untersuchen.

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Damit nicht nur ich mit den mir anvertrauten Pferden zurecht komme, sondern auch die Besitzer, versuche ich die späteren Reiter des Pferdes so früh wie möglich ins Pferdetraining einzubeziehen. Häufig müssen nämlich auch die Besitzer eine Menge lernen, wenn sie sich ein junges Pferd kaufen. Wenn Sie einen Trainer „im Auge“ haben, fragen Sie deshalb auch gezielt nach, ob Sie auch gemeinsam mit Ihrem Pferd bei dem Ausbilder trainiert werden. Schließlich ist es IHR Pferd, und sie sollen schließlich viel Freude daran haben.

Ein Jungpferdetrainer braucht neben fachlicher Kompetenz auch ein hohes Maß an Pferdeverständnis, Geduld, innerer Ausgeglichenheit, Konzentrationsfähigkeit, Reaktionsschnelligkeit, sowie profunde Kenntnisse der Trainingslehre und Biomechanik des Pferdes.

Vor einiger Zeit habe ich einen lieben Haflingerbuben und seinen Besitzer unterrichtet. Wer jemals bei mir (Reit-)Unterricht hatte, weiß, ich bin ein Freund von kurzen Theorieeinheiten auch in “Praxisstunden”. Denn oft müssen wir uns ein klares inneres Bild zur Lektion schaffen, oder auch unsere eigene Hilfengebung und Körperkoordination oder auch gewisse biomechanische Aspekte noch mal bewusst(er) machen, um unser Pferd in seiner Balance unterstützen zu können.

Auf jeden Fall unterrichte ich die beiden Herren und erläutere für den zweibeinigen Schüler die Hilfengebung des richtigen Treibens im Schritt noch mal ausgiebig. Der Hafibub bleibt daraufhin stehen. Der Besitzer schaut mich fragend an und sagt: “Warum bleibt er denn jetzt einfach stehen?” Ich musste lachen und erwiderte: “Weil Dein schlauer Hafibub merkt, dass Du intensiv über die Theorie nachdenkst und aktuell Zeit und Deinen Kopf dafür brauchst!”

Mein Reitschüler war kurz erstaunt und sagte dann: “Stimmt, Du hast Recht! Das ist eigentlich erstaunlich!” Immer wieder stelle ich fest, dass wir Pferde oft fehlinterpretieren. Man könnte jetzt im ersten Ansatz meinen, dass der Haflinger “faul” ist und einfach aus Lustlosigkeit stehen bleibt. Das ist aber 100%ig hier nicht der Fall gewesen. Der kleine Hafibub hat lediglich seinem Besitzer Zeit zum Nachdenken gegeben und das war auch gut so! Denn man kann nicht alles auf einmal machen!

Warum ich Euch diese Geschichte erzähle? Weil ich viiiiiiel zu oft sehe, dass man mit Pferden grob umgeht, OBWOHL die Pferde es NETT mit uns gemeint haben! Und das tut mir im Herzen einfach weh. Oft kommen Pferdebesitzer gestresst und manchmal auch aggressiv zu ihren Tieren. Weil es in der Arbeit nicht so lief oder sie sich im Straßenverkehr aufregen mussten, oder weil der Freund oder die Freundin “rumgezickt hat”.

Die meisten Pferde (er-)tragen unsere Gefühlsregungen mit Fassung. Aber manche Pferde – gerade auch mental starke oder sehr sensible Pferde – eben nicht. Sie erwidern unseren Gemütszustand und reagieren entweder selbst mit Stress oder eben eher “statisch” und geben uns so Zeit, um uns zu sammeln. Nur leider wird das oft nicht erkannt und das Pferd dann als dumm, faul, stur, unmotiviert oder hypersensibel und “verrückt” abgestempelt…

Deshalb, bevor Du das nächste Mal bei Deinem Pferd “aus der Haut fährst”, weil es sich ggf. nicht so verhält, wie DU das willst oder erwartest, überlege bitte, ob es ggf. doch an Dir liegen könnte. An Deiner Stimmung. An Deiner Konzentrationsfähigkeit. An Deiner (ggf. fehlenden) inneren Mitte 😉

Dein Haflingerfan Sandra

P.S. Hafis gehören zu meinen persönlich besten und gnadenlosesten Lehrmeistern, und dafür bin ich sehr, sehr dankbar!

Ich bin immer wieder erstaunt, wie wenig Menschen im Pferdetraining ihre Stimme nutzen. Dabei hat das sooo einen positiven Effekt! ☀️

Ich nutze meine Stimme sehr vielfältig. Beispielsweise bedeutet „hartes Schnalzen“ bei allen meinen (Trainings-)Pferden, dass sie die Hinterhand mehr aktivieren sollen, NICHT aber schneller werden sollen. „Einfaches“ Schnalzen heißt hingegen etwas mehr vorwärts (jedoch deutlich häufiger nutze ich tatsächlich das Hinterhand aktivierende „harte Schnalzen“), welches deutlich „schärfer“ geschnalzt wird, als normales Schnalzen (alle meine Online-Ausbildungsteilnehmer wissen genau, wie sich der Unterschied anhört, hihi). 🐎

Damit kann ich auch aus der Ferne – z.B. an der Longe meinen Pferden eine klare Rückmeldung geben, dass sie ihre Hinterhand bewusster und aktiver einsetzen sollen.

Natürlich nutze ich die Stimme auch zum Loben. Hierbei unterscheidet meine Stute in der zirzensischen Gymnastik ganz eindeutig zwischen einem normalen Brav und einem etwas schrillerem, „höherem“ Braaaaaav! Bei Zweiterem setzt sie sofort ihr freudiges Keksgesicht auf, weil sie weiß: Das war ein „Leckerlibrav“. 😅

Auch wenn Pferde „Blödsinn“ machen, wie z.B. illegal ihre genau definierte „Parkposition“ beim Freien Stehen verlassen, oder z.B. herschnappen, gibt es ein sehr scharfes „Schhhhhhhhhhttt!“ – um bei korrekter „Antwort“ des Pferdes sofort wieder ein Lob nachzusetzen. Die meisten Menschen loben zu wenig im Umgang mit ihren Tieren. Sie sagen immer nur, was ein Pferd NICHT machen soll, aber ergänzen nie, WAS es denn machen soll… das ist sehr schade und der Lerneffekt fürs Pferd ist deutlich geringer, als wenn man klar sagt, welches Verhalten erwünscht und welches unerwünscht ist. Aber die wenigsten Pferde haben die Reitlehrebücher gelesen und so können sie nicht wissen, was „richtig und was falsch ist“, wenn wir es ihnen nicht sagen.

Gerade in der Arbeit am Boden sage ich oft auch zu den Pferden, welche Körperteile sie JETZT mehr bewegen sollen, beispielsweise: Linke Schulter! Oder aber Hinterbeine! Dies gibt MIR wiederum ein ganz klares inneres Bild, von dem ich felsenfest überzeugt bin, dass die Pferde es „lesen“ können.

Und natürlich rede ich mit meinen Pferden beruhigend auf sie ein, wenn wir in eine „brenzlige Situation“ kommen, wie einen Engpass mit LKW oder Traktor. Dies hilft mir selbst, entspannt weiter zu atmen und andererseits die Konzentration meines Pferdes trotz „Ungetüm“ bei mir zu behalten 

Vielleicht denkst Du mal über meine Zeilen nach und fasst Dir ein Herz oder besser ein Wort und redest auch mal etwas mehr in passenden Situationen mit Deinem Pferd. 😀 Ich bin mir sicher, es wird sich freuen und Eure Kommunikation verbessern helfen! ♥️

Ich freue mich auf Deinen Kommentar, ob Dir dieser Artikel gefallen hat bzw. in welchen Situationen Du besonders intensiv mit Deinem Pferd kommunizierst! 😍

Deine Sandra

Sooo schön ist es, die ersten warmen Sonnenstrahlen zu spüren, oder? ☀️ Was war das für ein harter, schneereicher Winter! Echt krass! ❄

ABER: ich muss sagen, ich war mega stolz auf meine Online-Pferdeausbildungsteilnehmer, denn sie haben sich trotz schlechten Wetters nicht vom Training abhalten lassen! Frei nach unserem gemeinsamen Motto: „Es gibt keine Ausreden!“ haben sie mit ihren lieben Hotties gearbeitet… bei Schnee, bei Regen, bei Sturm! Ich muss sagen, ich war beeindruckt von ihrer „Zähheit“ und musste oft über die lustigen Trainingsbilder wie dieses von Teilnehmerin Susi in unserer geschlossenen Facebookgruppe lachen ? Schon toll, wenn total eingeschneite Pferde mit ihrem Besitzern konzentriert arbeiten, obwohl der Schnee ihnen beiden bis zum Bauch geht. ?

ABER: Man kann immer etwas üben und verbessern – egal bei welchem Wetter. ? Selbst wenn der Platz erst mal nicht wirklich „bereitbar“ ist. Es gibt viele Übungen, die man sogar im Stehen trainieren kann, wie Abkauübungen oder Stellungs-Übungen am Kappzaum oder die wichtigen Rücken- und Beinmobilisationsübungen oder einfache Massagetechniken, die die Geschmeidigkeit Deines Pferdes verbessern und seinen Stoffwechsel positiv anregen helfen.

Ich finde es großartig, wenn Pferdefreunde jeden Tag versuchen, ihr Pferd besser zu machen. Wenn sie ein „big picture“ im Kopf haben, ein Ziel, auf das sie mit Freude hinarbeiten! ❤ Wenn sie jeden Tag ein kleines „Puzzleteil“ ihres Pferde-Gesamtpuzzles versuchen „zusammen zu setzen“. Wenn man mit dieser positiven Einstellung arbeitet, stellen sich die Erfolge auch schnell fast von selbst ein. Denn es ist wie bei allem: „Think big, act small“ und das jeden Tag!☀️

Ich bin stolz auf meine Online-Ausbildungsteilnehmer! Denn sie zeigen mir täglich, dass sie mit Gefühl, Herz, Verstand & LEIDENSCHAFT jeden Tag versuchen, ihr Pferd und ihre Beziehung mit ihrem Hottie besser zu machen. Das ist sooo schön zu sehen und freut mich total. Denn nur wer Geduld, Konsequenz und Ausdauer hat, wird es zu etwas bringen… das gilt im normalen Leben genauso wie beim Pferdetraining, oder was meinst Du?

Schreib mir Deine Meinung dazu gerne in die Kommentare, ich freue mich von Dir zu lesen!

Hab einen schönen, entspannten Tag,
Deine Sandra

P.S.: Meine nächste Online-Verlasspferdeausbildung startet übrigens schon bald wieder – sehr gern sende ich Dir alle Infos hierzu unverbindlich zu! Sende mir bitte einfach eine Email an info@sandrafencl.com ?

P.P.S.: Hier findest Du außerdem alle Informationen und jede Menge toller Rezensionen zur Online-Verlasspferdeausbildung: KLICKE HIER

Heute war ich eine schöne Runde mit meinen beiden Süßen im Wald spazieren…. und das im Schritt. Ich trainiere generell viel und gern im Schritt, weil es einfach die Gangart ist, die auf alle anderen Gangarten im positiven Sinne „einzahlt“ UND weil man da am meisten Zeit und Möglichkeit hat zum Fühlen, Spüren, exakt Einwirken und Balancieren…

Aktuell hat meine Schritt-Passion aber einen anderen Hintergrund und somit auch dieser Beitrag: Der FELLWECHSEL und die teilweise SEHR warmen Temperaturen tagsüber und die noch immer kalten Nächte nachts belasten so manches (Fell-)Pony…

Meine Isimaus Fjola beispielsweise steht noch in voller Minus-20-Grad-Antarktismontur da. Sie ist ja wie ich geborene Bergösterreicherin und da, wo wir beide herkommen, aus dem schönen Raurisertal im Salzburger Land, wird es traditionell im April noch mal richtig kalt und und ungemütlich. Deshalb wirft sie ihren Winterpelz meist auch erst später ab – auch wenn wir schon längere Zeit in Bayern beheimatet sind und es tagsüber schon sehr warm ist…

Und deshalb arbeite ich sie im besonderen bei so warmen Temperaturen in erster Linie im SCHRITT. Ich möchte mit diesem kurzen Beitrag einfach ein BEWUSSTSEIN schaffen, weil ich immer wieder Menschen sehe, die sogar ältere oder offensichtlich nicht so fitte Pferde bei warmen Temperaturen und Winterpelz fleißig durch die Halle galoppieren, bis die Pferde wirklich schweißnass und pumpend da stehen.

Ich finde hochwertiges, intensives Training gut, ABER man muss immer auch den Gesamtzustand des Pferdes und die „zusätzlichen Faktoren“ wie eben Wetter, Außentemperatur, Fellwechselzeit etc. berücksichtigen. Oder hast Du schon mal einen Marathon mit Arktis-Overall gemacht? Das kann ganz schön anstrengend sein und den Kreislauf massiv belasten!

Ich weiß noch, als ich vor ein paar Jahren im Februar mal eine Therapierunde durch Niederösterreich gedreht habe, ist ein Pferd auf einem Isländerhof bei warmen Februartemperaturen mitsamt Reiter einfach auf einer Asphaltstraße „umgefallen“. Kreislaufkollaps wegen Überforderung. ZACK! Ich war schockiert! Gott sei dank ist sowohl Reiterin als auch dem Vierbeiner außer einem gehörigen Schrecken final nichts passiert. Aber das hätte auch anders aussehen können…

Deshalb BITTE, macht Euch bewusst, dass für viele Pferde sowohl die warmen Temperaturen als auch der (zu) warme Winterpelz als auch der Fellwechsel sehr, sehr anstrengend sein können und passt bitte dementsprechend Eure Trainingsintensität an! ?

Vielen Dank im Namen Eurer Hotties!

Teile diesen Beitrag sehr gerne auch mit Deinen Pferdefreunden, denn nicht alle Pferdebesitzer denken daran, dass die ersten warmen Frühlingstage nicht für alle „erquickend“ sind. Hinterlasse unbedingt auch einen Kommentar, was Du mit Deinem Pferd bei warmen  Frühlingstagen gerne unternimmst! Ich freue mich von Dir zu lesen!

Herzlich
Deine Sandra

PS: Hier noch viele Tipps zum Thema Fellwechsel beim Pferd:
https://www.sandrafencl.com/aktuelles-114-133/aktuelles-132/unterstuetzt-du-dein-pferd-im-fellwechsel/

Letztens hatte ich eine interessante Konversation mit einem portugiesischen Reittrainer. Er erzählte, wie er seinen Sohn zuhause unterrichtet hatte, während er an diesem Tag zufällig viele interessierte Zuseher und somit Besucher am Stall hatte. Er war an diesem Tag sehr streng mit seinem Sohn und hat ihn auch kurz mal etwas „angeschrien“. Der Sohn kam nachdem alle Besucher weg waren zu ihm und sagte: „Papa, Du kannst mich doch nicht vor allen Leuten so anschreien!“ Sein Vater und Reitlehrer erwiderte: „Doch, weil Du nicht umgesetzt hast, was ich Dir angewiesen hatte. Und im Endeffekt ist es so: Wenn ich Dich unterrichte, bist Du NICHT mein Sohn, sondern ein Reitschüler!“

Das ist ja interessant“ dachte ich ich für mich. Ich unterrichte seit vielen Jahren schon meine eigene Familie, wann immer Zeit bleibt und hatte damit noch nie ein Problem. Ich behandelte sie aber auch immer wie alle meine anderen Reitschüler (und mein Vater sagte auch immer, als er noch aktiv ritt, ich sei SEHR streng…). Was für mich aber der weiterführende Gedanke war, war folgender: Wenn ich meine zweibeinige Familie wie „fremde Schüler“ unterrichte, warum reite ich dann meine „vierbeinigen Schüler“ nicht wie Berittpferde? Mein Lusitano Rufino ist ein echtes „Charakterpferd“ und viele würden ihn wahrscheinlich als kompliziert und schwierig beschreiben. Mein kleines Wildpferd hat schon wahnsinnig viel gelernt auf unserem gemeinsamen Weg und ich mindestens genauso viel von ihm wie er von mir. Nichts desto trotz war mir schon mal aufgefallen, dass ich mit ihm nicht so schnell voran komme wie mit vielen meiner Berittpferde.

Abends stand ich dann vor ihm und sagte zu ihm leise: Zwetschgi, heute wenn wir gemeinsam reiten, reite ich Dich wie ein Berittpferd.  Du bist dann für diese eine Stunde nicht mein Prinzi-Zwetschgi, sondern mein Berittpferd, ok? Er schaute mich mit seinen wunderschönen Augen kurz an und gab mir dann ein festes Nasenbussi (das macht er oft, weil er war ja ein Wildpferd und behandelt mich deshalb auch wie ein Pferd). Ich interpretierte das mal als Zustimmung, haha.

Mein kleines Wildpferd Rufino - er hat mir schon soooo viel beigebracht!

Mein kleines Wildpferd Rufino – er hat mir schon soooo viel beigebracht!

An diesem Abend ritt ich ihn wie noch nie: Jeder „kleinste Fehler“ wurde sofort „korrigiert“. Die Hinterhand wurde aktiviert aufs Maximum, die Arbeitsreprisen waren so intensiv, dass er wie meine Stute Fjola kleine, aber zufriedene Anstrengungsgrunzgeräusche von sich gab. Ich war erstaunt. Ich hatte diese Geräusche bei ihm noch nie gehört, merkte aber sofort, dass ich ihn heute tatsächlich „anders“ ritt. Nicht gewaltvoll (das würde ich sowieso NIE tun – mit keinem Pferd!!), auch nicht zuuu fordernd, aber irgendwie noch konzentrierter und strenger als sonst. Am Ende unserer Trainingseinheit waren wir beide etwas müde von der intensiven und exakten Arbeit, aber beide SEHR zufrieden mit dem Ergebnis. Ich dachte: „Interessant“ und wiederholte die „innere Einstellung“ beim Training am nächsten Tag.

Nach einer Woche stellte ich fest: Rufino hatte in der einen Wochen Training mehr gelernt als in dem Monat zuvor! Ich war begeistert und er auch! Wir machten schöne, kleine Babypassage mit freudigen Grunzgeräuschen und einem sehr stolzen Rufino. Die fliegenden Wechsel wurden auch viel besser und der Galopp noch weicher und ruhiger und balancierter. Ich war überrascht über das Ergebnis und Rufino wahnsinnig stolz.

Tja, aber so ist es manchmal. Selbst als Profi ist man nicht „gefeit“ davor, sein eigenes Schatziputzi-Pferd anders zu behandeln als seine sonstigen Trainingspferde…. Und mit dieser neuen Erkenntnis und meinem neuen, objektiveren, inneren Bild kommen Rufino und ich jetzt noch schneller und besser im Training voran. Und das macht WIRKLICH Freude. Ich habe mittlerweile auch bei einer Reitschülerin entdeckt, dass sie das Bild des „Fremdpferdes“ beim Reiten braucht, um ihr Pferd wirklich effektiv und gymnastisch wertvoll zu reiten. Weil wenn man zu „vorsichtig“ ist, heißt das nicht, dass es zum Vorteil des Pferdes ist!

Mein Rufino - ein stolzes, aber kein einfaches Pferd :)

Mein Rufino – ein stolzes, aber kein einfaches Pferd 🙂

Pferde sind von Natur aus „Energiesparer“, sonst hätten sie im Laufe der Evolutionsgeschichte gar nicht überlebt. Deshalb muss man manchmal die Energie aus der Hinterhand schon etwas „rauskitzeln“. Weil von allein geben manche Pferde nicht 100 Prozent Leistung, sondern nur 70 oder ggf. auch noch weniger. Das bedeutet aber bei den meisten Pferden: Sie latschen auf der Vorhand! Und als Pferdetherapeutin kann ich Dir sagen: Vorhandlastigkeit und die zu wenig korrigierte Schiefe der Pferde ist meiner Erfahrung nach das Gesundheitsrisiko Nummer EINS unserer domestizierten Pferde! Vorhandlastigkeit fördert enorm die Disposition (Neigung) für frühen Verschleiß aufgrund von Arthrosen, aber auch Sehnen- und Bänderschäden oder auch „diffuse Schulterlahmheiten“, Hufrollen- oder Gelenksentzündungen. Deshalb ist es sehr wichtig, den „Motor“ des Pferdes zu aktivieren und somit die Vorhand zu entlasten.

Vielleicht verhilft auch Dir der Gedanke „Ich reite mein Pferd wie ein Fremdes“ zu mehr Konzentration und Konsequenz mit Deinem Pferd 🙂 Denn manchmal sind wir tatsächlich ein bisserl sehr „nachsichtig“, wenn es um unser geliebtes Schatziputzi oder „Zwetschgi“ geht.

Beim Pferdetraining sollten Pferd und Mensch Spaß haben und es soll aber gleichzeitig gesundheitsfördernd und nicht verschleißend fürs Pferd sein.

Beim Pferdetraining sollten Pferd und Mensch Spaß haben und es soll aber gleichzeitig gesundheitsfördernd und nicht verschleißend fürs Pferd sein.

In diesem Sinne wünsche ich Dir viel Spaß beim gesundheitsförderndem Pferdetraining!
Deine Sandra

PS: Du möchtest lernen, ein vorhandlastiges von einem gut balancierten Pferd zu unterscheiden? Du willst Dein Pferd bereits am Boden zu einer aktiven Hinterhand und damit gesunden Bewegungsmechanik verhelfen? Du möchtest die Schiefe Deines Pferdes verstehen und selbst biomechanisch wertvoll korrigieren? Dann bist Du in meiner großen Online-Ausbildung der zirzensischen Gymnastik und gesundheitsfördernden Bodenarbeit genau richtig! Sehr gerne sende ich Dir alle Infos hierzu unverbindlich zu 🙂 Sende mir einfach eine Email an info@sandrafencl.com !

Heute habe ich mal einen kleinen Trainingstipp für Euch. Etwas ganz Simples. Jedoch etwas, was leider zu wenig praktiziert wird! Der tiefe Blick in die Pferdeaugen nach dem Reiten. Ich sehe meinen eigenen Pferden und auch meine Berittpferden sehr gerne tief in ihre Äuglein. Viele „Natural Horsemanship-Trainer“ behaupten, dass wir als Raubtiere das nicht tun sollten mit dem Beutetier Pferd. Das stimmt meiner Meinung nach aber nicht!

Pferde können sehr wohl zwischen einem liebevollen Blick und dem aggressiven Ausdruck eines Raubtieres unterscheiden! Ich weiß nicht, warum man Pferden ständig so wenig „Intelligenz“ zuspricht und sie immer „degradiert“. Dabei sind sie so wahnsinnig kluge, weise Tiere, von den wir so viel lernen können (wenn wir ihnen zuhören). Na ja, zurück zum Thema:

Ich sehe gern Pferden besonders nach dem Training in die Augen. Warum?

1.) Ist es interessant, wie die Pferde den Blick erwidern:

-> „Strahlen“ sie mir fröhlich entgegen? Dann hab ich alles richtig gemacht.
-> Wirken sie etwas müde, aber trotzdem zufrieden, war das Training zwar anstregend, aber trotzdem positiv (ich weiß aber dann, dass ich am nächsten Tag auf jeden Fall ruhigeres Programm machen sollte, um Übertraining zu vermeiden).
-> Wenn man hingegen einen „leeren, toten, stumpfen oder genervten Blick“ des  Pferdes erwidert bekommt, sollte man sich ganz dringend  Gedanken über das Pferdetraining machen. Manchmal sieht man diesen Blick bei Pferden nur, wenn sie von einem „Profitrainer“ gearbeitet oder unterrichtet werden. Schau Deinem Pferd in die Augen, es wird Dir klar sagen: „Dieser Trainer ist nichts für uns!“

Sehr oft sehe ich in meinem Kursen Pferde, die von früheren Trainern missverstanden und somit auch nicht pferdegerecht trainiert wurden. Ich sehe das an der Reaktion, wenn ich sie zB überschwänglich lobe. Sie schauen mich dann erstaunt an und ich weiß, sie werden sonst nicht viel vom Profi gelobt. Oder aber, sie machen einen „Fehler“ und reagieren sofort mit Stress oder sogar Fluchtversuchen – auch dann weiß ich, dass dieses Pferd im sonstigen Unterricht öfter mal ungerecht abgestraft wird. Ich sage dann den Besitzern, was ich in den Augen der Pferde lese und oftmals sind die Besitzer völlig erstaunt, dass ich das sehen kann und berichten mir dann, dass ein Trainer das Pferd mal geschlagen hat. Interessanterweise kommt mir das am aller häufigsten bei Haflingern unter. Schlimm ist das. Denn die schönen Blonden sind ganz ausgesprochen kluge Pferde und ich schätze sie sehr.

Haflinger gehören zu meinen größten Lehrmeistern. Sie sind ausgesprochen klug und kritisch in der Trainerwahl :)

Haflinger gehören zu meinen größten Lehrmeistern. Sie sind ausgesprochen klug und kritisch in der Trainerwahl 🙂

2.) Neben der psychischen Befindlichkeit des Pferdes sagen die Augen der Pferde auch etwas über den Stoffwechsel des Pferdes aus! Das hier ist ein Bild von Marshall nach unserem gemeinsamen Training (und nach seiner Kraftfuttergabe, von der die Hälfte noch auf seiner Nase klebt). Marshall habe ich aktuell in Teilberitt. Er kam sehr dünn und untrainiert zu uns an den Stall und ich baue ihn gemeinsam mit seiner Besitzerin  langsam wieder auf 🙂 Er ist übrigens ein „Videoprojekt“ für meinen nächsten Online-Verlasspferdekurs mit Start 14. November 2018. Denn ich glaube, es ist für viele Pferdefreunde interessant, wie man ein älteres Pferd (er ist 18 Jahre), das SEHR steif und auch viel zu mager ist und keine Muskulatur hat, wieder aufbaut.  Was man in jedem Fall auf diesem Handyfoto sieht, sind sehr schöne, klare Augen und ein Pferd mit „frischer, jugendlicher Ausstrahlung“.

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Klare Augen zeigen, dass der Stoffwechsel beim Training positiv stimuliert wurde.

Die Augen sind nicht nur der Spiegel der Seele. Die Augen sind in der traditionellen chinesischen Medizin auch das Sinnesorgan der Leber. Die Leber wiederum ist das vielleicht wichtigste Organ für die Entgiftung und einen gesunden Stoffwechsel. Somit sehen wir anhand der Pferdeaugen sehr gut, wie der Stoffwechsel des Pferdes im Moment arbeitet . Hier sehen wir wunderbar glänzende, wache Augen, die deutlich klarer sind als vor dem Training (leider hab ich kein Foto gemacht, aber das nächste Mal!).

Ich hoffe, ich konnte Dir mit diesem kleinen Blogbeitrag animieren, öfter mal und „bewusst“ Deinem Pferd (nach dem Training) in die Augen zu sehen.  Übrigens: Was man mit „angeschlagenen Augen“ macht, erkläre ich übrigens demnächst auch in einem Videotipp. Deshalb abonniere am besten gleich kostenlos meinen Youtubekanal Sandra Fencl:

https://www.youtube.com/sandrafencl1001

Pferdetraining Muenchen

Ich wünsche Dir noch einen schönen Sonntag und viel Freude Dir und Deinem Pferd beim gemeinsamen Training!
Deine Sandra

 

Letztens war ich als Presse bei der sehr interessanten Working Equitation Weltmeisterschaft im Rahmen der Pferd International Messe. Es waren vier sehr spannende Tage mit tollen Reitern, wundervollen Ritten und teilweise atemberaubenden Leistungen. Ich stand meist an der Breitseite des Turniervierecks, da wo es in Richtung Dressurplatz geht. Dementsprechend kamen relativ viele Nicht-Fachleute-Zuseher vorbei, also Laufzuseher (oder wie heißt das?). Also einfach Leute, die eher auf der „Durchreise“ vom Dressurplatz zum restlichen Messegelände waren. Sie blieben dann witzigerweise oft hinter mir stehen und so habe ich etliche für mich interessante und teilweise auch amüsante Gespräche und Diskussionen miterlebt bzw. war auch häufig direkt involviert.

Insgesamt 45 Pferd-Reiterpaare aus 15 Nationen und jede Menge Fans waren zur Working Equitation Weltmeisterschaft angereist und ihr Können unter Beweis zu stellen.

Insgesamt 45 Pferd-Reiterpaare aus 15 Nationen und jede Menge Fans waren zur Working Equitation Weltmeisterschaft angereist und ihr Können in der einhändig gerittenen Arbeitsreitweise unter Beweis zu stellen.

Beispielsweise ein älteres, sehr chic gekleidetes Ehepaar stand längere Zeit während der Dressurprüfung hinter mir. Der erste Kommentar war: „Ah, das sieht ja einfach aus.“ Dann weiter: „Ach so, halbe Galopp-Piroutten reiten die da auch. Und Galopp- und Trabverstärkungen, und Traversalen. Das sieht aber schöner, ruhiger und entspannter aus als am Dressurviereck. Die Pferde wirken alle sehr zufrieden.. Toll! Da wird gar nicht rumgeriegelt!“ Und dann kam die Überraschung: „Oh, schau mal, die reiten ALLES mit einer Hand. Das ist aber schwer!

Ich musste bisschen schmunzeln. Das Ehepaar war sichtlich angetan von den Leistungen der (zu dem Zeitpunkt reitenden) Portugiesischen Mannschaft. Schau Dir unbedingt auch das Video vom Ritt des Dressur-Gewinners Vasco Mira Godhino und Trigo an: https://youtu.be/_rbIOpk1L78

 

Nicht nur mit der Garrocha braucht man viel Geschick beim einhändig reiten.

Nicht nur mit der Garrocha braucht man viel Geschick beim einhändig reiten. Im Bild Gilberto Silva auf Zinque.

Am übernächsten Tag hat sich ein Springreiter neben mir den Speed Trail Bewerb angesehen (schau Dir unbedingt auch den Siegesritt von Gilberto Silva auf Zinque an: https://www.youtube.com/watch?v=dZU1kdyxGt0&t=2s) und stellte fest: „Ok, der Sprung ist ja nicht wirklich hoch, das geht ja ganz leicht. Na ja, durch so ein Tor kann ich auch reiten. Seitlich über die Stange sollte eigentlich auch kein Problem sein und fliegende Galoppwechsel gehen auch…“ Und dann kam aber plötzlich: „Oh, die reiten das ja alles mit einer Hand. Oh, nein, das kann ich nicht. Da hab ich keine Kontrolle.“ Daraufhin verließ er dann den Working Equitation Bereich.

 

Was will ich Euch mit diesen kurzen Messeeindrücken sagen?

1. Es ist auch mal gut, über den „eigenen Tellerrand“ zu schauen. Ich sehe mir gern auch mal andere Reitsportdisziplinen an. Man kann überall etwas Lernen und auch durch Zusehen neue Ideen bekommen. Manchmal hilft es einem auch ein festes, inneres Bild zu entwickeln, wie man es NICHT machen möchte. Auch das ist wichtig. Zu wissen, wie man es NICHT macht, ist auch sehr hilfreich 🙂

Einhändig mit Garrocha über den Sprung - Gilberto Silva mit Zinque.

Einhändig mit Garrocha über den Sprung – Gilberto Silva mit Zinque.

2. Ich möchte Euch mit diesem kurzen Blogbeitrag animieren, auch mal selber einhändig zu reiten. Warum? Weil wir Menschen allesamt „Handarbeiter“ sind. Wir tun uns sehr schwer, Pferde hauptsächlich über den Sitz und weniger über die Zügelhilfen zu reiten. Aber genau das wäre so wahnsinnig wichtig! Wenn wir einhändig reiten, können wir nicht (mehr) mit starker Handeinwirkung das Pferd lenken oder in irgendeine feste Form pressen (versuchen). Wir müssen es gefühlvoll mit unserem Sitz, Gewicht und Schenkel führen und leiten. Und erst hier beginnt das ECHTE REITEN! Erst hier werden wir eins mit dem Pferd. Erst hier finden wir die echte Balance, ein Pferd, das über und durch seinen Körper arbeitet und nicht auf dem Zügel hängt. Weißt Du, was ich meine?

Deshalb mein Tipp: Trainiere immer wieder mal, einhändig zu reiten. Überprüfe damit Deinen Sitz und Hilfengebung. Werde dadurch geschickter und koordinierter in der Hilfengebung. Kontrolliere mit dem einhändigen Training auch die Durchlässigkeit Deines Pferdes. Und arbeite an der „Beziehung“ mit Deinem Pferd. Denn Reiten ist kein Kraftsport, es ist eine mentale Verbindung zwischen zwei Lebewesen und wird erst zur Kunst, wenn sich echte Leichtigkeit und Harmonie einstellt – und dann braucht man auch fast gar keine Zügel mehr 🙂

In diesem Sinne wünsche ich Dir und Deinem Pferd einen schönen Sonntag voller Leichtigkeit!
Einhändig ReitenDeine Sandra

PS: Bitte unbedingt kostenlos meinen Youtubekanal abonnieren. So verpasst du keine spannenden, lehrreichen und inspirierenden Pferdevideos mehr 🙂

PPS: Auf meiner Fotoseite www.facebook.com/sandrafenclphotography findest Du weitere tolle Fotos und Eindrücke der Working Equitation WM 2018 🙂

PPPS: Hier noch ein tolles Inspirationsvideo: Gewinner des Dressuraufgabenteils der Working Equitation Weltmeisterschaft 2018 in München Vasco Mira Godinho mit Trigo: https://youtu.be/_rbIOpk1L78

PPPPS: Und hier vollendete Reitkunst trotz hoher Geschwindigkeit: Gewinner der Speedtrail Prüfung und Gesamtgewinner der Working Equitation WM 2018 in München Gilberto Silva mit Zinquehttps://youtu.be/dZU1kdyxGt0

 

Wie und wie gut sehen eigentlich Pferde?

Schon gewusst: Pferde sehen anders als Menschen – und es kommt deshalb oft zur Fehlkommunikation

Hast Du gewusst, dass Pferde ein ganz anderes Sehverhalten als Menschen haben?

Pferde haben einen – Beutetier-typischen-fast 360 Grad Rundumblick, im Gegensatz zum Raubtier Mensch, welches beide Augen frontal (auf seine Beute) ausgerichtet hat. Die Augen unserer Vierbeiner nehmen UNABHÄNGIG von einander (monokular) Bilder auf. Deshalb ist die Verknüpfung im Gehirn im Vergleich zum Menschen auch deutlich schlechter. Dies bedeutet, dass ein Pferd einen Gegenstand oder auch eine Lektion von jeder Seite oder jeder Hand bzw. mit jedem Auge „neu wahrnimmt“ und meist auch „neu lernen“ muss. Dies wissen viele Pferdebesitzer nicht und wundern sich, warum sich sich ihr Pferd erst am Heimweg vor einem Siloballen erschreckt, obwohl der am Hinweg auch schon da war. Oder aber warum sich ihr Hotti von rechts so schlecht führen lässt.Wir dürfen nie vergessen, dass unsere Vierbeiner jede Übung im Endeffekt von jeder Seite (meistens) neu lernen müssen!

Der Bereich, indem Pferde räumlich sehen können, liegt nur bei ca. 15 bis 20 Grad. Deshalb sollte man den Pferden, wenn sie etwas näher ansehen wollen, die Kopf-Hals-Freiheit gewähren, um den Gegenstand gut räumlich ansehen zu können.

Pferde sehen im Dunkeln deutlich besser als wir Menschen, und fühlen sich deshalb auch im Stockfinsteren wohl. Allerdings brauchen ihre Augen etwas länger, um sich von helle auf dunkle Bereiche umzustellen, also wenn man z.B. vom schattigen Wald in die pralle Sonne rausreitet oder von dem hellen Tageslicht in die dunkle Halle kommt, unbedingt dem Pferd (im Schritt) bisserl Zeit geben.  

Pferde sehen aber andererseits Farben schlechter als wir. Wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge müssten Pferde Rot gar nicht und grün schlecht (wohl als Grauschattierung) erkennen können. Am besten sehen Pferde gelb und blau.

► Und zu guter Letzt aber SEHR wichtig: Pferde sehen Bewegungen DEUTLICH besser als wir! Bereits eine kleine Maus, die sich kaum bewegt, erkennen Pferde sogar im hohen Gras anhand der veränderten Bewegung der Grashalme. WIR ABER NICHT! Und deshalb denken wir oft: „Was spinnt denn mein Pferd heute wieder rum?“ Dabei „spinnt“ es gar nicht, es sieht nur Bewegungen, die wir nicht sehen können… Ich finde, das ist wichtig zu wissen, damit man im Pferdetraining auch fair darauf reagieren bzw. sich darauf einstellen kann! 

Übrigens: Wenn auch Du durch mehr Pferdeverständnis und mehr Pferdewissen Dein Pferd zu einem echten Verlasspferd ausbilden möchtest, dann bist Du in meiner kleinen, aber feinen Online-Verlasspferdegruppe GENAU richtig 

Sehr gern geb ich Dir Bescheid, wenn der Kurs wieder startet 

Einfach Email an info@sandrafencl.com senden und ich informiere Dich unverbindlich, sobald es diesen tollen Onlinekurs wieder zu kaufen gibt (die Plätze sind streng limitiert!).
Deine Sandra