Huiiii, zur Zeit gibt es aber viele Stürme und starke Winde! Wird Dein Pferd auch nervös bei Sturm? Denn viele Pferde regieren mit Unruhe auf diese Wetterlagen, aber was kann man tun?

  1. Pferde (idealerweise vorher) gut bewegen. Gut bewegte Pferde tolerieren viele Dinge besser, als Pferde die sowieso schon etwas Energie angestaut haben. Deshalb ist es gut, sie vorab intensiv zu bewegen oder wenn möglich zB gut aufgewärmt in einer Halle freilaufen zu lassen. So können sie sich richtig austoben und sind meist stress-resistenter, als wenn sie auch noch Stallübermut aufweisen.
  2. Viel Rauhfutter anbieten. Fressen entspannt & an Tagen wie heute sollte man lieber mal nicht auf die Figur achten, sondern den Pferden ggf. mal eine Extraration Heu im engmaschigen Heunetz zur Verfügung stellen. Heutnetz deshalb, weil die Vierbeiner dann mehr „zupfen“ müssen und sich so mehr aufs Fressen konzentrieren und außerdem auch länger brauchen bei der Futteraufnahme.
  3. Notfalltropfen geben. Bachblüten helfen Pferden, mit schwierigen Situationen besser zu recht zu kommen. Man bekommt sie in jeder Apotheke & kann je nach Pferdegrösse 8 bis 10 Tropfen mehrfach am Tag verabreichen.
  4. Entspannungsfördernde Zusatzfutter wie Magnesium oder Hanf oder der Stoffwechselbooster unterstützen die Nerven & eine entspannte Muskulatur und helfen so, mit Stress-Situationen besser umzugehen.
  5. Pferde zu ruhigen Genossen umstellen. Manche Pferde haben einfach ein „dünneres Fell“ als andere. Deshalb kann es Sinn machen, besonders unruhige Pferde neben gelassenen Pferden zu platzieren. Denn sehr ausgeglichene Tiere übertragen ihre innere Ruhe auf andere (hektische Pferde können auch eine ganze Herde in Panik bringen, deshalb muss man sie manchmal echt aus einer Herde rausnehmen und ggf. im geräuschärmeren Stall unterbringen).
  6. Klassische Musik im Stall: Pferde mögen klassische Musik meist sehr gern. Sie kann helfen, merkwürdige Sturmpfeifgeräusche zu überlagern und so den Pferden zu mehr Entspannung helfen.
  7. Stall sturmfest machen: Gehe noch mal durch Deinen Stall bzw auch über Deine Koppeln und kontrolliere, ob alles wirklich „niet- und nagelfest“ ist. Entferne alle Eimer, lose Pfosten oder alten Äste, weil diese werden den Sturm auf jeden Fall nicht überleben. Alles, was in sich zusammenbricht, kann Pferde erschrecken. Deshalb ist es besser, das lieber vorab schon abzutragen.

Meine Pferde sehen dem Sturm gelassen entgegen. Sie sind in ihrer körperlichen Mitte und damit auch in ihrer geistigen Mitte (gehört ja immer zusammen) und nehmen solche Dinge deshalb recht entspannt hin…😍

 

Ich wünsche Dir und Deinem Pferden alles Liebe und drücke die Daumen, dass Ihr den nächsten Sturm sicher und ruhig übersteht!

Deine Sandra

Oder warum Wälzen fürs Pferd so wichtig ist!

Die Tage werden kürzer, die Koppelzeiten bei manchen Pferden leider auch. Auch wenn die Koppeln geschlossen werden, ist es für Pferde extrem wichtig, dass sie einerseits ausreichend Bewegung erhalten und andererseits auch die Möglichkeit zum Wälzen haben. Gerade auch direkt nach der Arbeit tut es den Pferden sehr gut, sich ausgiebig zu wälzen. Warum?

Wälzen ist gut für die Körper, Geist und Seele. Ausgiebiges Wälzen wirkt wie eine Massage und hilft, psychische aber auch muskuläre (Ver-)Spannungen abzubauen.

Es hilft der Hautdurchblutung und regt den Stoffwechsel an und kann helfen, Muskelkater zu vermeiden oder zumindest zu reduzieren.

Außerdem kann durch das Wälzen dem „Verkleben von Haaren„, wenn das Pferd geschwitzt hat, entgegen wirken. So ist der „Haaraufstellmechanismus“ intakt und die Pferde verkühlen sich nicht so leicht. Das ist natürlich besonders auch für Offenstallpferde wichtig.

Auch das Schütteln lockert den Bewegungsappart des Pferdes.Ausgiebiges Wälzen hat auch eine reinigende Wirkung: Abgestorbene Haare, Hautpartikel, aber auch Schweiß wird durch diese Bodenakrobatik entfernt und die Haut einem sanften Peeling unterzogen. Und beim anschließenden Schütteln gibt es noch eine finale Lockerung von Muskeln und Wirbelsäule 🙂

Sollten noch lästige Insekten unterwegs sein, nützt Wälzen im Schlamm gegen die lästigen Plagegeister.

Falls Dein Pferd eine Decke tragen sollte, lass es bitte unbedingt ohne Decke sich wälzen. Nur bei „nackten“ Pferden kann das Wälzen zum optimalen Wellness-Kur werden 🙂
Ob eindecken für Dein Pferd sinnvoll ist, erfährst Du in meinem Artikel Pferde eindecken ja oder nein?

In diesem Sinne:
Frohes Rumkugeln!
Deine Sandra

Immer wieder sehe ich Pferde, die niemals mit anderen Pferden in Berührung kommen. Sie stehen hinter vergitterten Boxentüren, kommen allein auf die Koppel und sind auch sonst immer „für sich“. Der Hintergrund ist meist: die höhere Verletzungsgefahr, wenn man Pferde zusammen lässt… Manchmal ist es auch so, dass Pferde aggressiv werden und sich nicht (mehr) mit anderen Vierbeinern verstehen… Gut, das mag sein. Aber die Frage, die man sich stellen sollte, ist, warum?

Pferde werden als Herdentiere geboren. Sie wachsen (hoffentlich) auch in einer Herde auf, spielen mit Gleichaltrigen, werden erzogen von Älteren und bekommen alles Wichtige von ihrer Mutter gezeigt… So aufgezogene Pferde sind selten „Einzelgänger“. Eine Herde bedeutet für ein Pferd Schutz, Entspannung, aber auch „Reize“ im positiven Sinne. Sie werden in ihrer Entwicklung und Intelligenz, aber auch in ihrem Bewegungsanforderungen gefördert…

Nimmt man einem Pferd die Möglichkeit, sich mit anderen Pferden auseinanderzusetzen, so hat das massive Auswirkungen. Nicht nur auf den Bewegungsapparat und das tägliche Laufpensum, sondern massiv auch auf die Psyche. Pferde, die ihre Freuden, aber auch Aggressionen nicht mit anderen Vierbeinern teilen können, werden zwangsläufig unzufrieden. Sie fangen an, „Blödsinn“ zu machen und werden ggf. auch gegen ihren Besitzer aggressiv. Kein Wunder, denn jedes Lebewesen hat Gefühle – positive wie negative – und die will es „rauslassen“ und kommunizieren…

Deshalb tragen Sozialkontakte nicht nur massgeblich zur körperlischen, sondern auch zur psychischen Gesundheit bei. Natürlich gibt es eine Verletzungsgefahr, aber ich finde, man kann und soll Pferde nicht in „Watte packen“. Je mehr ein Pferd draussen in der Herde auf (auch unebenen) Koppeln verbringt, desto besser ist es koordinativ aufgestellt und desto sicherer und verletzungsärmer ist es unterwegs…

Mein Lusitano ist mit Sicherheit auf ebenen, reizarmen Koppeln aufgewachsen, als ich ihn 3,5jährig als Hengst übernommen habe, war seine Koordination so gut wie die eines 1jährigen Kleinkindes – also gleich 0. Er hat wirklich lange gebraucht (ca. 3 Jahre), bis er ein wirklich gutes Gleichgewicht entwickelt hatte. Heute Galoppiert er Steilhänge in Schräglage und macht nebenbei noch ausgelassen Handstand (Foto folgt), bevor er Slalom um die Isländer galoppiert… Er hat gelernt, mit seinen Beinen Bodenunebenheiten perfekt auszugleichen und – der Nebeneffekt – er fühlt sich jetzt EXTREM sicher und ist sehr selbstbewusst geworden…

Das hätte er aber nie geschafft, hätte er nicht bewusst Bewegungs(an-)reize erhalten – von den unebenen Koppeln, die wir haben, im Training von mir und GANZ wichtig innerhalb unserer Herde (oh ja, und machmal hab ich echt wegschauen müssen…). Aber ein Pferd ist ein Pferd und es gehört RAUS – gemeinsam mit anderen Pferden.

Das ist meine Meinung, oder wollt ihr Euer Leben lang alleine sein? Nicht sprechen können mit anderen, nicht mal eine kleine Umarmung machen können und jemandem erzählen, was euch heute so widerfahren ist – Sorgen und Freuden – also ich nicht…

In diesem Sinne – eine gesellige Woche –

Eure Sandra