Wie und wie gut sehen eigentlich Pferde?

Schon gewusst: Pferde sehen anders als Menschen – und es kommt deshalb oft zur Fehlkommunikation

Hast Du gewusst, dass Pferde ein ganz anderes Sehverhalten als Menschen haben?

Pferde haben einen – Beutetier-typischen-fast 360 Grad Rundumblick, im Gegensatz zum Raubtier Mensch, welches beide Augen frontal (auf seine Beute) ausgerichtet hat. Die Augen unserer Vierbeiner nehmen UNABHÄNGIG von einander (monokular) Bilder auf. Deshalb ist die Verknüpfung im Gehirn im Vergleich zum Menschen auch deutlich schlechter. Dies bedeutet, dass ein Pferd einen Gegenstand oder auch eine Lektion von jeder Seite oder jeder Hand bzw. mit jedem Auge „neu wahrnimmt“ und meist auch „neu lernen“ muss. Dies wissen viele Pferdebesitzer nicht und wundern sich, warum sich sich ihr Pferd erst am Heimweg vor einem Siloballen erschreckt, obwohl der am Hinweg auch schon da war. Oder aber warum sich ihr Hotti von rechts so schlecht führen lässt.Wir dürfen nie vergessen, dass unsere Vierbeiner jede Übung im Endeffekt von jeder Seite (meistens) neu lernen müssen!

Der Bereich, indem Pferde räumlich sehen können, liegt nur bei ca. 15 bis 20 Grad. Deshalb sollte man den Pferden, wenn sie etwas näher ansehen wollen, die Kopf-Hals-Freiheit gewähren, um den Gegenstand gut räumlich ansehen zu können.

Pferde sehen im Dunkeln deutlich besser als wir Menschen, und fühlen sich deshalb auch im Stockfinsteren wohl. Allerdings brauchen ihre Augen etwas länger, um sich von helle auf dunkle Bereiche umzustellen, also wenn man z.B. vom schattigen Wald in die pralle Sonne rausreitet oder von dem hellen Tageslicht in die dunkle Halle kommt, unbedingt dem Pferd (im Schritt) bisserl Zeit geben.  

Pferde sehen aber andererseits Farben schlechter als wir. Wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge müssten Pferde Rot gar nicht und grün schlecht (wohl als Grauschattierung) erkennen können. Am besten sehen Pferde gelb und blau.

► Und zu guter Letzt aber SEHR wichtig: Pferde sehen Bewegungen DEUTLICH besser als wir! Bereits eine kleine Maus, die sich kaum bewegt, erkennen Pferde sogar im hohen Gras anhand der veränderten Bewegung der Grashalme. WIR ABER NICHT! Und deshalb denken wir oft: „Was spinnt denn mein Pferd heute wieder rum?“ Dabei „spinnt“ es gar nicht, es sieht nur Bewegungen, die wir nicht sehen können… Ich finde, das ist wichtig zu wissen, damit man im Pferdetraining auch fair darauf reagieren bzw. sich darauf einstellen kann! 

Übrigens: Wenn auch Du durch mehr Pferdeverständnis und mehr Pferdewissen Dein Pferd zu einem echten Verlasspferd ausbilden möchtest, dann bist Du in meiner kleinen, aber feinen Online-Verlasspferdegruppe GENAU richtig 

Sehr gern geb ich Dir Bescheid, wenn der Kurs wieder startet 

Einfach Email an info@sandrafencl.com senden und ich informiere Dich unverbindlich, sobald es diesen tollen Onlinekurs wieder zu kaufen gibt (die Plätze sind streng limitiert!).
Deine Sandra

Neulich reite ich mit meiner Isländerstute Fjola und mit meinem Berittpferd Afra als Handpferd aus. Mittlerweile ist Afra ein sehr braves Handpferd und ist auch schon deutlich unerschrockener im Gelände. Auch die Kuhphobie haben wir schon sehr gut unter Kontrolle bekommen… Aber dieser Handpferde-Ausritt mit ihr ist anders. Denn das erste Mal sitzt eine Reiterin auf ihr drauf… Um genau zu sein: Ihre Besitzerin 🙂

Wenn es möglich ist, versuche ich bei Berittpferden so früh wie möglich die Besitzer ins tägliche Training zu integrieren. Das ist wichtig, damit auch sie (nicht nur ich) später mit dem Jungpferd gut zu recht kommen. Wir reiten also aus. Afra ist brav und entspannt und kümmert sich eigentlich gar nicht um ihr Frauchen im Rücken. Dann kommen wir an einer Rinderweide vorbei. Es sind ca. 30 (!!!) Rinder auf dieser Wiese.

Dank Handpferde-Training konnte Afra ihre Rinderphobie überwinden :)

Dank Handpferde-Training konnte Afra ihre Rinderphobie überwinden 🙂

Die Rinder sehen uns mit einem echten Kuhblick an und plötzlich laufen sie alle auf uns zu. ALLE!!! Das bedeutet 30 Rinder mit Glocken, die sich im Trab auf uns zu laufen… Ich schlucke gedanklich kurz, mein Jungpferd auch. Afra wird unsicher und wird langsamer und prustet schon bisserl aufgeregt lautstark durch die Nüstern. Mit scharfer Stimme spreche ich sie an: „Afra, vorwäääääääärts!!! Vorwärts!“. Sie gehorcht und entspannt sich. Ich bin zufrieden mit ihr und lobe sie daraufhin ausgiebig.

Danach erkläre ich der Besitzerin, dass es extrem wichtig ist, in etwas brenzligen Situationen ein unsicheres Pferd NICHT zu beschwichtigen. Du wirst jetzt vielleicht denken: „Warum ist es schlecht, ein unsicheres Pferd zu beschwichtigen?“ Das kann ich Dir genau sagen: „Weil es merkt, dass irgendetwas „gefährlich“ ist. Wenn Du aber – so wie ich in dieser Situation – eher „strenger“ mit dem Pferd bist, es also eher „scharf“ anredest (nicht zu verwechseln mit zB scharfem Gerteneinsatz), dass es sofort vorkommen soll, weil es zB langsamer geworden ist, dann hat es 1. gar nicht so viel Zeit, über die Rinderherde nachzudenken und 2. merkt es, dass ich „trotz Rinderherde“ ganz normal weiter reite und auch weiter korrigiere…

Ich verhalte mich also ganz natürlich, als ob da gar nichts wäre… Und so versteht das Jungpferd dann auch, dass ich mich so gar nicht um die Rinder kümmere. Denn ich korrigiere das Jungpferd wie gewohnt. Wenn man ein Jungpferd (oder auch ein „erwachsenes“ Pferd) in solchen Situationen großartig „betüddelt“ und beruhigen versucht, dann werden viele Pferde erst recht nervös, weil sie merken, irgendwas ist anders bzw. aufregend.

Sinnvoll ist es auch, ein Pferd zB beim Reiten mit Stellung oder Seitengängen zu beschäftigen und den Schenkelgehorsam sofort einzufordern. Auch dann vergessen viele Pferde total auf die ursprünglich „gefährliche“ Situation und konzentrieren sich auf ihre Lektion. So lernt ein junges Pferd von Anfang an auch in schwierigen Situationen zuzuhören, und somit gehorsam und kontrollierbar zu bleiben. Es ist aber wie alles wichtig, dies auch von Anfang an richtig und konsequent einzufordern 🙂

Denn was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr – oder nur mehr schwer. Huch, das reimt sich sogar. 🙂 So, das waren meine kurzen, aber wie ich finde trotzdem wichtigen Gedanken zum Sonntag!

Den Ausbildungsweg von Afra gibt es übrigens demnächst auch als Onlinekurs zu bewundern… 🙂 Ich kann versprechen, diese Videoserie in meinem Verlasspferde-Onlineseminar wird interessant, lehrreich und auch amüsant werden! Denn Afra hat nicht nur eine lustige Trainerin, sondern hat immer auch die eine oder andere lustige Idee!

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In diesem Sinne einen schönen Sonntag wünschen

Afra und Sandra

Ich streife immer gerne mit meinen beiden Süßen durchs Gelände – und das häufig ausschließlich im Schritt! Schritt reiten empfinde ich als sehr, sehr wichtig, denn:

  • Schritttraining baut am besten die sogenannte Grundlagenkondition auf. Wenn Dein Pferd schnell außer Atem ist und viel schwitzt, dann solltest du mehr Schritt reiten!
  • Schritt ist die natürlichste Gangart! Das Fernwanderwild Pferd geht normalerweise 18 bis 30 km Schritt am Tag während seiner Nahrungssuche! Sein gesamter Stoffwechsel ist daher auf ein tägliches, hohes Schrittpensum ausgelegt! Schritt Reiten ist daher sehr gesund und auch für übergewichtige Pferde enorm wichtig. Zu dicke Pferde sehr gern auch als Handpferd gelenkschonend mitnehmen – wie das geht, erfährst du in meinem Verlasspferdekurs.
  • Beim Schritt reiten habe ich ZEIT! Ich kann ganz genau fühlen, wie sich mein Pferd bewegt:
    Pendelt der Rumpf abwechselnd im gleichen Maße nach rechts und links? Oder „hängt“ der Rumpf meines Pferdes aufgrund der natürlichen Schiefe auf eine Seite? Dann muss ich mit dem gleichseitigen Bein den Rumpf etwas „anschubsen“.
    Und bewegen sich die Beine meines Pferdes gleichmäßig? Oder fühlt sich ein Bein steif an? Ist z.B. eine Schulter überlastet oder schwingt ein Hinterbein weniger weit vor bzw. nimmt es weniger Last auf? Und wie ist die Stellung meines Pferdes? Schaut es immer in die gleiche Richtung oder ist das Genick locker und entspannt und gerade ausgerichtet?
  • Beim Schritt Reiten entspannen ich und meine Pferde immer sehr. Wir genießen die Landschaft und erfreuen uns als kleine Herde daran, gemeinsam neue Ecken zu erkunden.
    Das stärkt unsere Beziehung und macht Pferde zuverlässig – auch in ungewohnten Situationen.

Vielleicht baust du ja auch einen wöchentlichen Schrittausritt ein?
Ich wünsche Dir bzw. Euch ganz viel Spaß dabei! 🙂

Deine Sandra

 

Gedanken zum Sonntag: Warum Ecken reiten so wichtig ist 

Von einem sehr bekannten Ausbilder habe ich gelernt, warum das Ecken reiten (oder Ecken „langzügeln“) so wichtig und gleichzeitig so schwer ist.

Linien geben dem Pferd eine „Bedeutung“. Man lehrt dem Pferd, es konkret zu führen – am Bein (Innenschenkel), am Sitz. Pferde mögen als Beutetiere Ecken grundsätzlich nicht. Also meiden sie diese auch gern.

„Wenn wir als Reiter Pferde gut in die Ecken reiten können, dann können wir eigentlich ein Pferd überall hin reiten.“

:).

Und ich denke, er hat sehr Recht mit dieser Aussage. In der Reiterei fehlt es SEHR OFT an Präzision, an einem genauen inneren Bild und an Geduld und Konsequenz… Viel zu oft sind wir schlampig, viel zu oft sind wir nicht wirklich konzentriert und nicht „beim Pferd“.

Die Ecke kann uns mehr Konzentration und Genauigkeit schulen helfen. PLUS in der Ecke können wir lernen, weniger (oder keinen) Innenzügel zu verwenden und das Pferd über einen guten Sitz und Innenschenkel zu führen und damit die Balance zu verbessern und das innere Hinterbein des Pferdes zu gymnastizieren.

Klingt einfach und logisch, oder?

In der Umsetzung kann ich Euch aber sagen, ist es nicht ganz so einfach. Aber jeder Weg beginnt mit einem ersten Schritt und daher versuche doch mal, einen Schritt tiefer in die Ecke zu kommen. Auch wenn es anfangs ggf. schwer fällt (spätestens im Trab und Galopp), Du wirst merken, Dein Reiten wir SEHR davon profitieren und Dein Pferd wird feststellen, dass Du es „ernst“ meinst mit konkreten Linien und wird Dir nach und nach besser gehorchen, feiner reagieren und besser an Sitz und Schenkel sein!

In diesem Sinne:
Viel Spaß beim Ausreiten Eurer Ecken!
Eure Sandra

P.S.: Auch das Ausreiten der Ecken am langen Zügel ist SEEEEEEEHR wichtig, sonst wird das nichts!

In diesem Beitrag erfährst du, warum die innere Ruhe beim Reiten für das Pferd so wichtig ist

Immer wieder stelle ich im Reitsport fest, dass eine Tugend häufig fehlt: Flexibilität! So oft sehe ich Reiter, die eisern eine Lektion „durchdrücken“ wollen. Auf biegen und brechen den (gefühlt) 100. Galoppwechsel verlangen, weil er noch etwas höher gesprungen sein könnte, oder das tausendste Mal ein Kaltblut angaloppieren lassen, das eh schon gar nicht mehr kann, bis das Ergebnis völlige Dienstverweigerung des Vierbeiners ist.

Sehr Schade! Denn mit dieser Herangehensweise lernt ein Pferd ständig überfordert zu werden und versteht, dass ihm als „Exit-Strategie“ aus der Misere nur Ungehorsam bleibt. Und dieser Ungehorsam ist im Endeffekt einer völligen Überforderung geschuldet und hat meist auch noch den tollen Nebeneffekt von Muskelkater oder Muskelschmerzen… Beides Dinge, die sich nicht gerade positiv auf die langfristige Motivation auswirken.

Wie macht man es aber richtig? Was bedeutet denn „Flexibilität“ im Reitsport?

Allein über diese (etwas philosophische) Frage könnte ich ein Buch füllen, aber ich versuche, mich kurz zu halten: Flexibilität im Pferdesport bedeutet für mich, PRO Pferd zu entscheiden, und das mit einer ordentlichen Portion Gefühl, Verständnis von Trainingslehre (Didaktik), Biomechanik und Pferdepsychologie-Hintergrund. Und das jeden Tag und im Endeffekt jeden Moment!

Flexibilität bedeutet beispielsweise, wenn man merkt, dass das Pferd müde ist, vom Fellwechsel oder aufgrund der starken Temperaturschwankungen, die wir momentan haben, dann ggf. das geplante Reitprogramm ausfallen zu lassen und stattdessen einfach ein bisschen Bodenarbeit, Wellness oder einen schönen Spaziergang in die Natur zu machen.

Fellwechsel beim Pferd

Der Fellwechsel und die starken Temperaturschwankungen machen vielen Pferden aktuell zu schaffen…

Es bedeutet aber auch, das körperliche Befinden wahrzunehmen. Wenn ein Pferd beispielsweise an einem Tag von sich aus mehr Spannung hat, dann bringt es nichts, noch an z.B. fliegendem Galoppwechsel oder neuen Lektionen zu arbeiten, die das Pferd „aufregen“ könnten. Da ist eine kurze, lockere Vorwärts-Abwärtseinheit deutlich sinnvoller, auch wenn man sich ursprünglich etwas anderes vorgenommen hatte…

In anderen Worten, sollte man sich immer folgende Fragen stellen, wenn man mit seinem Pferd arbeitet:

1. KANN mein Pferd diese Lektion in diesem Moment körperlich überhaupt leisten (oder habe ich es ggf. – zumindest im Moment – überfordert)?

Ein Beispiel: Als ich meinem Lusitano das Kompliment beigebracht habe, war es für ihn eine geistig wie körperlich schwere Übung. Er musste sich sehr konzentrieren, seine Beine und (Gleich-)Gewicht richtig zu sortieren, um sich zu verbeugen. Kräftemäßig war seine Hinterhand sehr gefordert, was einer „Maximalkraftübung“ – wie schwere Hanteln im Fitness-Studio stemmen – gleich kommt.

Eines Tages bin ich mit ihm sehr harmonisch geritten und habe gedacht, „jetzt ist er gut aufgewärmt, jetzt mach ich nach dem Reiten noch ein kleines Kompliment“. Gesagt, getan. Ich stieg ab und gab ihm das Signal fürs Verbeugen. Rufino aber zierte sich… Ich habe mit etwas mehr Nachdruck  die Übung „verlangt“. Das Ergebnis war, dass er sich praktisch hinfallen lies. Warum? Weil er MÜDE war. Aber ich habe es damals NICHT verstanden, dass diese Übung noch so schwer für ihn ist, dass er sie nach dem Reiten eigentlich nicht wirklich ausführen kann… Ich habe mich bei ihm sofort entschuldigt und mich eine Woche geschämt.

Ich hätte wissen müssen, als er zögerte, dass er müde ist. Er versucht immer, mir zu gefallen… Aber da war wohl mein Ego grösser als mein Verstand 🙁 Du siehst, auch Profis machen Fehler (diesen Fehler hab ich jedoch seitdem glaub ich nie wieder bei KEINEM Pferd gemacht. Ich analysiere seitdem viel, viel genauer ALLE Zeichen für etwaige Müdigkeit oder Überforderung, aber gut… ist trotzdem passiert.).

 

2. VERSTEHT das Pferd die Übung überhaupt?

Auch das kann ein Problem sein, warum etwas nicht klappt. Das Pferd versteht die Übung schlichtweg nicht. Wenn ein Pferd eine Übung NICHT versteht, dann müssen wir es ihm entweder anders erklären oder aber ggf. in Teilschritte zerlegen.

Ein Beispiel: Wenn ein Pferd das Stellen im Stand schlecht ausführt, wird es beim Stellen in der Bewegung mit Garantie Probleme haben. Wenn ein Pferd beim Kompliment eine schlechte Balance hat, dann sollten wir es ggf. vorher besser aufstellen (das heißt, die Vorderbeine von den Hinterbeinen weiter entfernen und die Hinterbeine breit auseinanderstellen), sodass die Balance besser ist. Auch die Halsdehn-Vorübungen können die Flexibilität VOR dem Kompliment enorm verbessern.

Generell gilt: Wenn ein Pferd eine Übung nicht versteht, dann ist es UNSER Fehler. Schließlich sind WIR der Trainer und haben es unserem vierbeinigen Schüler schlecht erklärt…

 

3. Bist DU das Problem?

Tja, ich sage oft im Unterricht: „Das Problem sitzt oben drauf“. Und auch ich kann ein Problem für meine Pferde sein… Wenn ich unkonzentriert bin, wenn ich müde bin, wenn ich zu lange am Bürotisch gesessen habe und steif aufs Pferd klettere (was ich eigentlich jedoch nur noch sehr, sehr, sehr selten tue).

Deshalb, bevor man sich über sein „unfähiges“ Pferd ärgert, oder es gar ungerecht straft, sollte man immer überlegen: „Bin ICH in meiner Mitte? Bin ich optimal flexibel und losgelassen? Helfe ich meinem Pferd, oder bin ich eher Ballast? Und ist der „Fehler“ meines Pferdes eher das Resultat meiner eigenen Fehler als das Verschulden meines Pferdes“? Hier geht’s übrigens zu meinem sehr beliebten Blogbeitrag: „7 Tipps für bessere Hilfengebung„.

Ich weiß, es ist immer leichter, dem Pferd die „Schuld“ zu geben. Aber ein guter Reiter und Pferdetrainer wird immer erst mal an sich selbst zweifeln, bevor an seinem vierbeinigen Schüler zweifelt. Wie ich zu meinen zweibeinigen Schülern immer zu sagen pflege: „Unsere Pferde haben die Reitlehre und Biomechanikbücher nicht gelesen. Es liegt an uns, aus ihnen gesunde, motivierte, vierbeinige Reit- oder Fahrpferde zu machen. Wenn etwas nicht klappt, dann haben wir unseren Schülern etwas schlecht vermittelt.“ Nicht mehr, und nicht weniger.

Sandra Fencl Kompliment PferdUnd vielleicht, wenn Du das nächste Mal auf Deinem Pferd sitzt, und kurz davor bist „mechanisch zu reiten“ oder sogar die Nerven zu verlieren, dann erinnerst Du Dich vielleicht an die Geschichte von Rufino und mir, und steigst als Konsequenz ab, bevor es „unschön“ wird… Dann habe ich mit meinem Blogbeitrag viel erreicht und Rufino mit seiner Dozententätigkeit Gutes bewirkt.

Ich danke Dir für das Lesen dieser Zeilen und wünsche Dir und Deinem Pferd viel Freude und Flexibilität beim Training 🙂
Deine Sandra, Rufino und Fjola

PS: Rufino hat übrigens keinen „Schaden“ genommen wegen meines einmaligen Faux Pas mit dem Kompliment… Er beherrscht es mittlerweile auch frei in Perfektion 🙂

PPS: Wenn Du mehr zum Thema faires und biomechanisch wertvolles Pferdetraining erfahren möchtest, dann könnten folgende Termine für Dich interessant sein:

+ Abendseminar zur Gymnastizierung und Schiefe des Pferdes in Tuntenhausen (Bayern) am Freitag, 07. April 2017

+ Gymnastisches Allover-Bodenarbeitsseminar in Tuntenhausen (Bayern) am 08. und 09. April 2017 (bei Interesse bitte einfach eine Email an info@sandrafencl.com senden)

+ Gymnastisches Allover-Bodenarbeitsseminar mit Schwerpunkt Zirzensik am 21. und 22. Mai 2017 in Hveragerdi, Island

+ Gymnastisches Bodenarbeitsseminar mit Schwerpunkt Zirzensik am 15. Juni 2017 in 85386 Günzenhausen/Eching

+ Gymnastisches Bodenarbeitsseminar mit Schwerpunkt Zirzensik am 15. August  2017 in 85386 Günzenhausen/Eching

+ Gymnastisches Overall-Bodenarbeitsseminar am 26. und 27. Oktober 2017 in Kleinstelzendorf, Niederösterreich

+ Meine sehr beliebte, zweiteilige LIVE-Webinarreihe zur ganzheitlichen Korrektur der Schiefe des Pferdes (mit Videoaufzeichnung, und somit orts- und zeitunabhängig). Alle Infos hier: https://www.edudip.com/w/238762

Hier geht’s zum Erklärungsvideo:

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In diesem Beitrag bekommst du von mir sieben Tipps für eine bessere Hilfengebung beim Reiten!

Immer wieder werde ich gefragt, warum meine eigenen, aber auch meine Trainingspferde so zuverlässig sind, sich kaum mal erschrecken, und wenn sie sich erschrecken, nie davon laufen. Die Antwort ist einfach: Sie konzentrieren sich zu 100% auf mich UND sie vertrauen mir. In diesem Blogbeitrag möchte ich kurz erklären, wie auch Du mit Deinem Pferd mehr Sicherheit erlangst 🙂

Gerade letzte Woche habe ich einer jungen Reiterin Unterricht gegeben. Das Pferd wollte partout nicht an der Zusehertribüne der Reithalle vorbei gehen. Immer wieder hat es sich erschreckt und wurde deutlich schneller. Mir war aber sofort klar, dass das Pferd „Teenagerverhalten“ zeigte. Das heißt, es hat getestet, was seine Reiterin macht, wenn es selbst Blödsinn macht…

Als Herdentiere testen Pferde regelmäßig die Kompetenz ihrer Reiter. Dies ist ein völlig natürliches Verhalten. Auch wenn es uns nervt, dass das Pferd zum 100. Mal anfragt, ob wir wirklich Führungsqualitäten besitzen, bzw. ob diese Ecke wirklich durchritten werden kann, soll oder muss…

Wenn Du diese Situation kennst, dass Dein Pferd zB in einer gewissen Ecke abkürzt bzw. an einer Bande nicht vorbeireiten möchte bzw. auch Angst vor zB einem Regenschirm hat oder manchmal einfach „stur ist“, dann würde ich (zumeist) wie folgt vorgehen:

Sich selber sammeln und Körperkontrolle bewahren
Nur wenn Du selbst entspannt „im“ und nicht „auf“ dem Pferd sitzt, kannst Du Deinem Pferd Sicherheit vermittelt. Das bedeutet wiederum, dass Deine Gesäßmuskulatur entspannt ist und Du so tief im Sattel sitzt. Auch Deine Beine müssen locker und beweglich den Rumpfbewegungen des Pferdes folgen, ein „Zusammenpressen der Knie“ oder Klammern mit den Unterschenkeln ist völlig fehl am Platz. Ganz wichtig ist hierbei auch die tiefe, gleichmäßige Bauchatmung, an die man sich in solchen (Stress-)Situationen erinnern sollte. Denn nur so kann unser Pferd sich entspannen und selbst tief atmen.

Pferde synchronisieren sich sehr schnell mit der Atmung, aber auch der Spannung des Reiters und spiegeln diese. Deshalb ist es in jeder Situation so wichtig, als Reiter die absolute Körperkontrolle und Kontrolle der (Bauch-)Atmung aufrecht zu erhalten. Weiters ist es von größter Bedeutung, NICHT am Zügel zu ziehen (entgegen unserem natürlichen Reflex). Zug bedeutet immer Gegenzug, und deshalb solltest Du unbedingt auf ein Festmachen der Hand verzichten. Auch wenn es schwer fällt, sind kleine, weiche Paraden der einzige Weg, um die Kontrolle des Pferdes zu erhalten bzw. (wieder-) zu erlangen. Denn wenn Du Dich fest machst, wird auch Dein Pferd sich fest machen und somit mehr in den Fluchtmodus kommen…

Mental starke Pferde haben immer mental starke Reiter - und das gibt Sicherheit!

Mental starke Pferde haben immer mental starke Reiter – und das gibt Sicherheit!

Deshalb hier noch mal die wichtigsten Punkte (ggf. als Checkliste zum Ausdrucken fürs Reiterstüberl? ) für mehr Kontrolle, Sicherheit und Harmonie mit Deinem Pferd zusammengefasst:

1. Entspanne Dein Gesäß und Deine Beine! Die natürliche Angst- oder Stress-Reaktion wäre nämlich genau das Gegenteil, nämlich die Psoas-Muskulatur (Beckenmuskulatur)  reflexartig anzuspannen. Dies erhöht den Schwerpunkt des Reiters und man sitzt nicht mehr „im“ sondern „auf bzw. über“ dem Pferd, kann nicht mehr gut in der Bewegung mitschwingen und fällt bei ungeplanten Reaktionen des Pferdes viel leichter runter!

2. Atme bewusst tief, ruhig und gleichmäßig und ggf. sogar mit „Atemgeräusch“ ein und aus… Ich habe mal gehört, dass das „laute“ Ausatmen von Reitern den Pferden deshalb hilft, sich zu entspannen, weil es wohl dem Atemgeräusch entspricht, welches bereits Pferde-Embryos im Mutterleib wahrnehmen… Keine Ahnung, ob das wirklich stimmt. Fakt ist jedoch, es entspannt Pferde sehr schnell, auch ein kleines „Abschnauben“ des Reiters signalisiert dem Pferd: „Alles ok!“ Mein eigener Lusitano kann – wenn er gerade nervös zu werden droht – mit einem lauten Ausatemgeräusch meinerseits sofort entspannen. Erstaunlich, aber wahr. Tipp: Rede in schwierigen Situationen mit Deinem Pferd. Denn wenn Du redest, musst Du atmen…

3. Kontrolliere, ob Du noch immer aufrecht und „schwer“ sitzt, oder ob Du ggf. eine nach vorn gelehnte Defensivhaltung eingenommen hast. Denn die Hinterbeine bewusst zu belasten und die Balance Deines Pferdes möglichst hinten zu behalten, ist in diesem Momenten  (und generell) wichtig. Lasse Dein Steißbein nach hinten-unten wie einen Anker auf die Hinterbeine des Pferdes „fallen“. Dies ist ein lustiges, inneres Bild, aber dieses hat wirklich schon vielen Reitern geholfen, sich auf dem Pferd „zu erden“ und somit entspannt und tief „im Pferd“ zu sitzen. Mit dem versehentlichen Vorbringen des Oberkörpers in Stress-Situationen machen wir unser Pferd nicht nur automatisch vorhandlastiger und damit IMMER schwerer zu kontrollieren, wir bestätigen es ggf. sogar in seiner Idee, schneller zu werden bzw. zu wegrennen!

4. Entspanne Deine Handgelenke und Finger und gib die richtigen, feinen Zügelhilfen, die Dein Pferd lösen helfen. Behalte unbedingt Deine Hand vorn und wirke niemals „rückwärts“ ein. Ich denke in solchen Situationen immer an flinke Pianisten- oder Harfenspieler-Hände. Sie sind ständig in Bewegung und so kann niemals ein langanhaltender „Zug“ entstehen, worauf das Pferd mit einer Festigkeit im Maul und Steifheit im Hals bzw. mit Gegenzug reagieren wird.

Wenn Du die richtigen Zügelhilfen gibst, wird Dein Pferd mit einer Zungenbewegung reagieren und somit Zungenbein, Kiefergelenk, Genick und damit verbunden ca. 60 % der GESAMTMUSKULATUR mobilisieren und entspannen… Menschen und Pferde beißen gleichermaßen in Stress-Situationen die Zähne zusammen… Eine Entspannung der Kiefer(gelenke) und der Zunge wirkt Wunder! Dies kann jedoch nur über eine feine, ebenfalls entspannte Hand des Reiters funktionieren…

5. Und dieser Punkt ist SEHR wichtig: Korrigiere Dein Pferd freundlich, aber sehr konsequent und lobe es SOFORT für das (kleinste) Annehmen Deiner Hilfen. Wenn Dein Pferd beispielsweise nach innen auf die Schulter fällt, weil es nicht außen an der Bande oder in die Ecke gehen mag, verlange eine Innenstellung mittels feinem Abspielen am Innenzügel und mittels freundlichem und beweglichem (= atmendem) Innenschenkel (und ohne zu klemmen). Ein gut erzogenes und rittiges Pferd wird auch in Extremsituationen die Hilfen seines Reiters willig annehmen – und das macht reiten dann WIRKLICH sicher.

6. Behalte immer ein positives, inneres Bild von der auszuführenden Übung, zB ein korrektes durch die Ecke oder an der Zusehertribühne vorbeireiten solltest Du im Kopf exakt visualisieren. Was tust du? Wie sieht Dein Pferd aus? Vielleicht stellst Dir auch noch vor, wie es zufrieden abschnaubt? Es ist sehr wichtig, sich genau vorzustellen, wie das Pferd korrekt, gut gerade gerichtet und fein am Schenkel und Sitz diese Aufgabe entspannt meistert… Viele Reitlehrer meinen, Pferde können mentale Bilder lesen… Ich bin einer davon 🙂

7. Wenn das Pferd Deine Hilfen (ansatzweise) in einer schwierigen Situation annimmt bzw. seine Aufgabe tatsächlich gut ausführt, lobe es sofort beispielsweise mittels Stimmhilfen oder mittels kurzem Berühren mit den Fingerkuppen der inneren Hand am Pferdehals. So merkt das Pferd, dass eine positive Reaktion und Gehorsam auf die Hilfen anerkannt wird und entspannt sich meist dadurch noch mehr. Durch den kurzen Fingerkontakt bzw. die Stimmhilfe behältst Du aber weiterhin die volle Kontrolle über Dein Pferd.

8. Lächle! Ich weiß, in Stress-Situationen zu lächeln, ist schon ein sehr hoher Anspruch an Körperkontrolle, aber: ES HILFT SEHR!! Denn wenn wir lächeln strahlen wir nicht nur eine positive Energie und Sicherheit aus, sondern entspannen unsere Kiefergelenke und damit verbunden unsere gesamte Wirbelsäule und setzen sogar Glückshormone frei… wenn das kein cooler Nebeneffekt ist 🙂

9. Sei sturer als Dein Pferd! Ich sage immer, eine wichtige Trainer-/Reiterqualität ist es, sturer zu sein, als sein (eigenes) Pferd. Pferde können unglaublich beharrlich sein, wenn es darum geht, Dinge durchzusetzen. Je öfter sie den Reiter – manchmal auch ungemerkt – austricksen, desto grösser ist ihr Ego und desto beharrlicher sind sie, es wieder zu tun…

Das hat (auch) etwas damit zu tun, dass sie den Respekt vor der Kompetenz des Reiters verlieren. Natürlich ist das (fast) ein eigenes Thema für sich. Aber nur so viel: Wenn Dein Pferd merkt, dass Du bei kleinen Stress-Situationen sofort die Nerven verlierst bzw. Dich nicht mehr durchsetzt, dann wird es – wenn es ihm gefällt – solche Situationen als „Ausreden“ nutzen. Denn Pferde sind sehr gute Psychologen, vergiss das nie!

Wenn Dein Pferd aber lernt, dass Du IMMER die Kontrolle behältst (auch über Deinen eigenen Körper!), Nerven wie Stahlseile hast, immer souverän und ruhig auch in „schwierigen Situationen“ agierst und Du Dein Pferd immer in seiner Balance (und zwar inneren/geistigen wie äußeren/körperlichen) verbesserst, dann wird es mit Respekt und Freude mit Dir arbeiten… und zwar immer….

Denn es kann sich verlassen, dass Ihr beiden gemeinsam jede schwierigen Situation sicher und gesund übersteht… Das hat einen unschlagbaren Mehrwert für das Flucht- und Opfertier Pferd… Für mich ist das die Basis einer sicheren, respektvollen aber auch freudigen Zusammenarbeit zwischen Menschen und Vierbeinern 🙂

Hinlegen Pferd

Mein Lusitano Rufino legt sich für mich ohne Zwang überall hin… Für mich ein ECHTES Zeichen von grenzenlosem Vertrauen…

Ich hoffe, ich konnte Dir ein paar Anregungen geben, worauf Du beim Pferdetraining (oder auch: Arbeit an dir selbst) achten kannst 🙂
Wer sich intensiver mit dem Thema Pferdepsychologie und Trainings-Didaktik beschäftigen möchte, ist in meinem Online-Seminaren/Webinaren und Bodenarbeitskursen genau richtig!

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Du möchtest ebenso konzentriert gemeinsam MIT deinem Pferd arbeiten? Dann komm in mein ganzheitliches Schiefenwebinar und lerne den Körper deines Pferdes noch besser kennen und verstehen! Alle Infos findest du hier: https://www.edudip.com/w/238762

Eine Übersicht aller aktuellen Webinartermine findest du auch hier: https://www.edudip.com/academy/sandra.fencl2

ODER: Was Vertrauen bedeutet und warum positive innere Bilder so wichtig sind….

Gestern war ich das erste Mal in meinem Leben mit Pferden schwimmen…. und zwar mit meinen eigenen Pferden (die dementsprechend auch noch nie schwimmen waren). Am Stall hat mich eine Stallkollegin gefragt, ob ich denke, dass meine Pferde ins Wasser gehen werden. Ich sagte: „JA, da bin ich mir SICHER„. Sie erwiderte: „Wie kannst du dir sicher sein, wenn sie es noch nie gemacht haben.“ Ich sagte: „Weil ich weiß, dass sie mit mir mitkommen werden, sie vertrauen mir.

Übrigens gleich mal vorweg: Normalerweise können alle Pferde von Natur aus schwimmen – so wie alle Hunde.  Sie müssen es nicht wirklich „lernen“. Jedoch ist es sicherlich anstrengend für sie am Anfang (auch geistig-emotional) und deshalb solltest Du die ersten Schwimmeinheiten mit deinem Pferd nicht zu lange gestalten 🙂 Und natürlich sollte Dein Pferd grundsätzlich schon mal Wasser kennen. Also Beine abspritzen etc. Obwohl es tatsächlich häufig so ist, dass Pferde das Abspritzen NICHT mögen, aber in ruhige Gewässer gern reingehen… Scheinbar mögen sie das Rumgespritze nicht 🙂

Am See angekommen – nach einem fast 9 km langen Ritt –  gab es erst mal eine kurze, wohlverdiente Graspause. Ich kann ja meine Pferde überall frei lassen, ohne, dass sie weggehen (ACHTUNG: NICHT ZUR NACHAHMUNG EMPFOHLEN!!!).

Pferde Wasser vertrauen

Nach ca. 30 Minuten Verschnaufpause hab ich dann meine Pferde an einer ruhigen Stelle ohne Menschen ins Wasser geführt. Isländerstute Fjola hat erst mal den Grund abgetastet und war final mit dem Kopf bis über die Augen und nur knapp unter den Ohren am tauchen. Da hatte ich kurz etwas Angst, denn neben dem Zungenbein ist das Innenohr das wichtigste Gleichgewichtsinstrument beim Pferd. Deshalb sollte (auch beim Abspritzen/Waschen) NIEMALS Wasser in die Ohren des Pferdes gelangen!

Pferd ins Wasser

Übrigens: Auch wenn ein Pferd nur durchs Wasser „watet“, MUSS es die Oberfläche des Wassers mit den Nüstern anblasen. Pferde können aufgrund ihrer seitlich sitzenden Augen nicht wirklich sehen, wie tief das Wasser ist. Sie müssen es daher „anblasen“ mit der Nase dicht über der Wasseroberfläche, um einschätzen zu können, wie tief ein Gewässer ist. Deshalb meine Bitte an Dich:

GIB DEINEM PFERD DIE MÖGLICHKEIT, die WASSERTIEFE EINZUSCHÄTZEN, indem Du ihm LANGE ZÜGELN durch ein VORSTRECKEN Deiner ARME gewährst. So hast Du Dein Pferd noch immer „im Griff“, Du ziehst aber nicht in seinem Maul und Dein Pferd kann reell einschätzen, wie tief das Wasser ist. Viele Reiter wissen nicht, dass Pferde von oben nicht oder schlecht sehen können, wie tief ein Gewässer ist, und das ist auch der GRUND, WARUM VIELE PFERDE NICHT INS WASSER GEHEN WOLLEN!

Na ja, nach einem kurzen Fjola-Tauchgang hab ich meine beiden Helden dann angefeuert, mit mir ins Wasser zu kommen. Beide hatten kurze Zweifel, sind aber aufgrund meiner Zurufe gleich mitgekommen. Ich bin rückwärts geschwommen, sodass ich sie ansehen konnte…

mit Pferden Schwimmen

Mein Lusitano hat versucht, ganz dicht bei mir zu schwimmen, sodass ich ihn retten kann, falls er untergeht… Er hatte schon etwas Angst, als plötzlich kein Boden mehr unter den Füßen war. Meine Isländermaus hingegen hat das alles ziemlich cool gefunden und mit den Nüstern unter Wasser rumgeblubbert, mit den Beinen (wo sie noch stehen konnte) rumgeplanscht und bestimmt 5 x den ganzen Kopf inkl. Augen unter Wasser getaucht… Sie ist ein Seepferd!

Pferde ans Wasser gewöhnen

In jedem Fall war ich super stolz auf die Zwei und total „verliebt“…. Denn einmal mehr haben sie mir bewiesen, dass sie mir praktisch „blind“ vertrauen. Sie wissen, wenn ich ihnen sage, sie können das, dann WERDEN SIE ES SCHAFFEN – auch wenn sie selbst in dem Moment daran zweifeln.

Pferde Wasser

 

Dieses Vertrauen bekommt man aber nur geschenkt, wenn man

a) seine Pferde versteht und ihnen zuhört
b) seine Pferde nicht ständig überfordert
c) seine Pferde als gleichberechtigte Partner (oder in meinem Fall: Freunde und Familienmitglieder) ansieht und ihnen „eine Stimme gibt“.
d) für sie da ist – in GUTEN WIE IN SCHLECHTEN ZEITEN.

Und genau diese Punkte beachte ich und meine Pferde wissen das. Ich bin für sie da. Immer. Egal was passiert. Ich kümmere mich um sie. Und ich werde sie NIEMALS reiten oder ähnliches verlangen, wenn sie nicht fit sind… Das ist mein Versprechen… Ich wünsch Euch ganz viel Spaß mit Euren Pferden (mit und ohne Wasser)!

Eure 3er-Plansch- und Schwimmgruppe Sandra’s Seahorses 🙂

PS: Mehr Bilder demnächst auf meiner Fotoseite www.facebook.com/sandrafenclphotography 🙂

Wenn Pferde Angst vor Wasser haben

PPS: DANKE an meine Assistentin Nike Hertenstein fürs Fotografieren :)))