Das verworfene Genick bzw. Probleme in der Stellung sind beim Pferdetraining sehr häufig! Was heißt das eigentlich? Und wie kann man das Problem des Verwerfens korrigieren bzw. eine korrekte Stellung im Pferdetraining erreichen? Übrigens: Ich freue mich sehr, wenn Du diesen Artikel mit Deinen Pferdefreunden teilst und so wichtiges Pferdewissen verbreiten hilfst! Danke! UND: Wenn Du ganz intensiv über biomechanisch korrektes Pferdetraining lernen willst, mach unbedingt am Sonntag bei meinen einmaligen LIVE-Intensivtag am kommenden Sonntag, 07. Februar 2021 von 10 bis 16 Uhr mit gaaaaaaaanz vielen Blickschulungsvideos mit! Alle Infos dazu findest Du hier:

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Das verworfene Genick – die Definition:

Ein verworfenes Genick bedeutet nichts anderes, als dass das Pferd den Kopf mehr oder weniger schief hält und dadurch seine Ohren nicht mehr auf einer Höhe liegen. Ein Ohr ist also tiefer als das Andere.

Verworfenes Genick und Stellungsprobleme beim Pferd

Verworfenes Genick und Stellungsprobleme beim Pferd sind ein häufiges Thema im Pferdetraining.

Wie kommt es zu einem verworfenen Genick – die Ursachen? 

  1. Das PFERD

Einerseits ist es häufig einfach noch ein Ausdruck von einer noch nicht final „bearbeiteten“ natürlichen Schiefe des Pferdes und somit einer gewissen „Steifigkeit“ – zumindest auf einer Hand. Die korrekte Stellung des Pferdes findet ja zwischen erstem und zweiten Halswirbel statt. Und meist lassen sich die Pferde auf ihrer „händigen“ = steifen Seite schlechter stellen als auf ihrer hohlen Seite. Ein Verwerfen kann zwar grundsätzlich auf beiden Händen vorkommen. Häufiger ist es jedoch auf der steifen Seite des Pferdes zu finden. Bei einem links hohlen Pferd wäre das also auf der rechten Hand (wobei es natürlich von jeder „Regel“ auch immer Ausnahmen gibt). Mehr zur Schiefe des Pferdes erfährst Du hier:

Videoseminar: Die natürliche Schiefe

Jedoch ist es falsch zu denken, dass ein verworfenes Genick immer nur ein „Problem“ oder eine Festigkeit in dem vorderen Halsbereich des Pferdes in sich birgt. Denn das verworfene Genick ist oft auch eng gekoppelt mit der gleichseitigen Hinterhand. Und wenn ein Pferd hier noch zu wenig Elastizität bzw. Aktivität aufweist, und somit noch nicht von hinten nach vorne durch den Körper durchschwingen kann, dann kann das verworfene Genick auch diese Ursache haben – was natürlich ebenfalls einer noch nicht ausreichend korrigierten Schiefe und/oder noch deutlichen Vorhandlastigkeit geschuldet sein kann.

Auch die Zähne können eine körperliche Ursache dafür sein, dass sich ein Pferd schlecht stellen lässt. Denn die Beweglichkeit im Genick und Halsbereich des Pferdes rühren auch maßgeblich durch seine freie Maulbeweglichkeit und Kautätigkeit, seine Zunge(nbein)-Aktivität und seinen frei beweglichen Kiefergelenken her! Deshalb können eine schlechte Zahnbalance und/oder Blockaden im Schädel und entlang der Wirbelsäule bzw. Muskelverspannungen natürlich ebenfalls zu einer schwer ausführbaren Stellung beim Pferd führen. Wenn Du diesbezüglich einen Verdacht bei Deinem Pferd hast, frage bitte Deinen zahnspezialisierten Tierarzt bzw. Osteopathen Deines Vertrauens.

So, jetzt hätten wir uns mal das Pferd angesehen. Aber wie ist es mit dem Reiter bzw. dem „Bodenpersonal“ des Pferdes?

 

          2. Der Reiter/Pferdetrainer

Nicht nur das Pferd, sondern auch der Zweibeiner ist um ehrlich zu sein eine SEHR häufige Ursache für das Verwerfen im Genick! Weil wir als Pferdetrainer „zu fest dran sind“ – also zu wenig nachgeben oder selbst in unserem Handgelenk eine Blockade oder gewisse Spannung bzw. zu hohe Grundfestigkeit aufweisen. Meist ist es so, dass wenn wir Rechtshänder sind, wir uns oft schwerer tun, das Pferd in eine gefühlvolle Links-Stellung zu bringen (also einfach eine etwas ungeschicktere, linke Hand haben). Aber es gibt natürlich auch hier IMMER Ausnahmen von jeder Regel! Manchmal ist aber unser Handgelenk gar nicht „Schuld“, sondern wir konzentrieren uns sehr stark und vergessen zu atmen und bringen dadurch unseren gesamten Körper in eine unnötige, nicht hilfreiche Spannung. Deshalb ist bewusstes, tiefes Ein- und Ausatmen IMMER eine gute Sache beim Pferdetraining!

Bei einer korrekten Stellung sind beide Ohren auf einer Höhe und der Reiter sieht den Augenbrauenbogen des Pferdes schimmern.

Die Lösung: Wie kann man jetzt die Stellung des Pferdes und seine eigene „Geschicklichkeit“ verbessern?

 

Um selber noch feiner einwirken zu können, empfehle ich die Übung „Katzenpfötchen“. Vielleicht hast Du schon mal eine Katze gesehen, die sich ihr Pfötchen nass gemacht hat? Sie schüttelt (meist etwas angewidert) sofort ihr Pfötchen aus, um das Wasser wieder los zu werden. Und genau dieses Schütteln empfehle ich auch gegen feste Handgelenke. Am besten Du machst es bei jedem Handwechsel bzw. in jeder Pause (ohne das Pferd mit dieser Hand am Zügel zu halten) und erinnerst Dich auch zwischendrin immer wieder an das Gefühl eines lockeren, beweglichen Handgelenks. Tatsächlich ist es so, dass, wenn wir ein paar Mal eine Übung ausgeführt haben, später die Erinnerung an die Übung fast denselben Effekt hervorruft, wie wenn man sie direkt ausführt! Erstaunlich und praktisch zugleich, oder?

Desweiteren empfehle ich – wenn man eine gewissen Festigkeit oder „Einhändigkeit“ festgestellt hat, ganz bewusst auch mit seiner „ungeschickteren“ Hand mehr zu arbeiten. Also beispielsweise als Rechtshänder auch mit der linken Hand sein Pferd zu putzen oder auch die Hufe auszukratzen (das geht anfangs meist echt bisserl schwer) oder auch zuhause seine Haare mit links zu kämmen oder seine Zähne mit der linken Hand zu putzen. Das kann anfangs schmerzhaft sein, hilft aber, haha!

Außerdem habe ich sehr gute Erfahrungen mit Qi-Gong-Kugeln gemacht, wie diesen beispielsweise:

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Wenn Du diese jeweils mit einer Hand abwechselnd in verschiedene Richtungen zu drehen versuchst, wirst Du sehr schnell merken, welche Hand dabei geschickter ist und welche etwas mehr Übung gut gebrauchen könnte. 😊

Beim Pferd empfehle ich, wenn es sich stark verwirft, auf jeden Fall WENIGER Stellung zu verlangen. Lieber eine kleine, korrekte Stellung, als eine „große“, unehrliche Ausführung. Außerdem sind häufige Pausen sehr wichtig. Und damit meine ich nicht nur „Steh-Entspannungspausen“, sondern auch ein Nachgeben auf eine gut gelungene Stellungsreprise (auch wenn sie ggf. nur 1 oder 2 Schritte lang war). Man stellt das Pferd also – es reagiert richtig – und danach gibt man SOFORT in der Hand nach. Auch wenn das Pferd dann gleich aus der Stellung rausgeht und ggf. sogar in eine „Konterstellung“ geht (also sich nach außen stellt), ist das Nachgeben und idealerweise ein schnelles Stimmlob auf eine positive Reaktion des Pferdes extrem wichtig. Weil nur so lernt Dein Pferd, dass wenn es etwas richtig macht, man ihm ein „Ablassen der Hilfen“ als Belohnung zukommen lässt! Und das ist meiner Meinung nach eines der wichtigsten Erfolgsrezepte im Pferdetraining überhaupt! Wenn das Pferd in der Pause die Stellung verliert, macht das nichts und man beginnt wieder von Neuem.

Mit der Zeit wird das Pferd immer geschmeidiger und wird die Stellung auch selber besser „halten“ können. Wichtig ist immer, dass wir im Pferdetraining wirklich Geduld und Muse investieren, und nicht versuchen, das Pferd in eine gewisse Form zu pressen, sondern jeden Tag immer etwas mehr in Balance bringen.

Außerdem bewährt hat es sich, in den Stehpausen mit einem „C-Klammergriff“ das Genick und den vorderen Halsbereich bzw. gerne auch den gesamten Nackenband-Bereich (also Oberhals) vorsichtig etwas zu massieren, wenn das Pferd sich sehr festhält.

Für eine korrekte Stellung ist eine losgelassene Muskulatur eine wichtige Voraussetzung.

Ein zu hoher Muskeltonus und damit negativer Muskelstoffwechsel verhindern nämlich auch gerne, dass das Pferd wirklich loslassen kann und wir so wirklich „in den Körper des Pferdes“ vordringen dürfen. Wenn ein Pferd sich uns wirklich „hingibt“, erst dann können wir effektiv unseren vierbeinigen Liebling verbessern. Und das hat übrigens auch mit Vertrauen zu tun! Um den physiologischen Muskelstoffwechsel meiner Pferde zu fördern, verwende ich als unglaublich wirkungsvolles Pferdezusatzfutter in Apothekenqualität den Stoffwechselbooster von der www.katharinen-apotheke.de ! Bestellen kannst Du ihn hier:

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Rein „symptomatisch“ können wir beim Reiten auch auf der Seite, bei der das Ohr tiefer ist, die Reiterhand kurz etwas anheben und so ein Geradestellen des Kopfes und eine Zungen- und Kiefergelenksbewegung beim Pferd fördern.
Dies wiederum kann helfen, die Stellung für den Moment zu verbessern. ABER das ist tatsächlich eher eine „Symptombehandlung“ und sollte deshalb weder als ausschließliche „Verbesserungsoption“ noch ständig angewendet werden. Sehr gut bewährt für eine bessere Geschmeidigkeit und Durchlässigkeit von Pferden haben sich auch Abkauübungen und Mobilisationsübungen, wie Du sie in meiner bald startenden Online-Pferdeausbildung lernen wirst. Wenn Dich das interessiert, kannst Du Dir auch gerne schon einmal die GRATIS-Webinaraufzeichnungen ansehen!

Wichtig ist natürlich auch immer, dass wir versuchen, die Hinterhand des Pferdes zu aktivieren. Weil eine aktive Hinterhand hilft auch der Stellung! Am Boden können wir das mit unserer Stimmhilfe, oder auch Gertenhilfe fördern. Wenn wir das Pferd reiten, können wir die Stellung außerdem über das Aktivieren des gleichseitigen Reiterschenkels verbessern. Das heißt, wenn wir die Rechtsstellung verbessern wollen, hilft ein gefühlvoll und auch zeitlich gesehen richtig eingesetzter Schenkel dem Pferd, sich korrekt zu stellen. Peu à peu wird das Pferd sich immer mehr über den Reitersitz und den Reiterschenkel formen und stellen lassen und man braucht den jeweiligen Zügel so gut wie gar nicht mehr. Vergiss bitte nie: Der Zügel ist die am wenigsten wichtige Hilfe! Zuerst sollten wir immer in Sitz- und Schenkelhilfen (bzw. vom Boden aus an Stimm- und Gertenhilfen) denken, und als Allerletztes erst an Zügelhilfen! Und natürlich ist ein klares, inneres Bild auch immer GANZ WICHTIG für den Erfolg im Pferdetraining.

Darüber hinaus verbessern eine korrekte Stellung alle Lektionen und Trainingsmaßnahmen, die die Schiefe und Vorhandlastigkeit des Pferdes korrigieren! Beispielsweise das häufige Anhalten, aber auch das korrekte Rückwärtsrichten helfen hier sehr weiter! Mehr zum ganzheitlichen Pferdetraining erfährst Du übrigens in meinem EINMALIGEN ONLINE-Intensivtag am kommenden Sonntag, den 07. Februar 2021! Übrigens – selbst wenn Du nicht live dabei sein kannst, die Aufzeichnung wird mit GARANTIE auch megaspannend, super lehrreich und inspirierend! Alle Infos dazu findest Du hier:

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Ich freue mich sehr auf Deine Teilnahme!
Deine Sandra

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