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Pferde leiden stumm, sie äußern nur selten echte Laute. Jedoch können auch sie Schmerzen haben, die ggf. nicht erkannt werden und im schlimmsten Fall wird das Pferd nicht fachgerecht behandelt, und kann gesundheitlichen und psychischen Schaden dadurch erleiden. Ganz abgesehen davon, dass man ggf. Leistungen verlangt, die das Pferd gar nicht im Stande ist, auszuführen, und dafür im schlimmsten Fall sogar noch BESTRAFT wird!!

 

Hier ein paar Schmerzsymptome, aber es gibt natürlich viele mehr:

  • Lustloser, müder oder depressiver Gesichts- und Augenausdruck.
  • Hochziehen von Nüstern, „Pressen“ von Unterlippe/Maulbereich bzw. Spannungsfalten im Maulbereich, kleine Augen, „Sorgenlöcher“ über den Augen.
  • Festgehaltener/schiefer Schweif, deutliches Schweifschlagen, hochgezogener Bauch, generell hohe Muskelspannung, Zähneknirschen, Kopfschlagen.
  • Unphysiologische Bewegungsabläufe (Takten bis hin zu Lahmheiten). Auch häufiges Stolpern  und Gleichgewichtsprobleme können ernstzunehmende Anzeichen zB für Schmerzen aus den Hufen,  Schultern oder Wirbelsäule sein.Leistungsschwäche, erhöhte Müdigkeit.
  • Lange Regenerationszeiten nach Training.
  • Appetitlosigkeit
  • Verdauungsprobleme
  • Gewichtsverlust.
  • Stumpfes Fell, kein Glanz, Probleme beim Fellwechsel bis hin zu generellen Stoffwechselproblemen, auch Aussetzen von Rosse etc. kann ein Zeichen für Schmerzen und allgemeinen, schwerwiegenden Problemen sein.
  • Introvertiertes Verhalten -> nimmt wenig am Herdenleben teil, kommuniziert wenig bis gar nicht mit Pferdebesitzer und anderen Pferden.
  • Fehlende Motivation, wenig Freude bei der Arbeit (und beim Aufhalftern, Auftrensen etc.), Anlehnungsprobleme
  • „Problempferdeverhalten“ wie buckeln, steigen, beißen, ausschlagen, durchgehen, Aggressionen und wenig Stress-Resistenz allgemein.

Natürlich gibt es noch viele andere Anzeichen, aber es ist SEHR wichtig, regelmässig sein Pferd genau zu beobachten. Plötzliche, aber auch langfristige Verhaltens- und „Charakterveränderungen“ sollten genau unter die Lupe genommen werden…

 

Ich würde mich sehr freuen, wenn Ihr diese Notiz teilt, wenn Ihr sie als sinnvoll erachtet, denn vielen Pferden wird unrecht getan, weil sie (zu) wenig Leistung erbringen. Aber oft ist ein Schmerzhintergrund als Ursache hierfür vorhanden.

DANKE an alle, die es teilen und so zu mehr Pferdewissen beitragen!

Alles Liebe,

Eure Sandra

Heut hab ich wieder soooo eine liebe Kundenrückmeldung bekommen, die ich mit Euch teilen will: „Uns geht es wirlich super ich weiß nicht was du mit ihr gemacht hast aber man erkennt sie nicht mehr wieder !“

Die junge Dame besitzt ein Kaltblut, das sich gar nicht satteln und auch nur unter schwierigsten Bedingungen aufsitzen ließ… Bei so „auffälligem“ Verhalten sind meist Schmerzen und Traumata im Spiel…

Ich hab die junge Stute also behandelt und danach noch „Traumatherapie“ am Pferd gemacht…. Oft ist es nämlich so, dass wenn ein Pferd über längere Zeit Schmerzen, Blockaden etc. erlebt hat und diese wirklich „fest verknüpft“ mit einem Vorgang (zB aufsatteln), dann kann das Schmerzgedächtnis SOOO groß sein, dass – obwohl die Ursache weg ist – (Blockaden, Schmerzen), das Pferd sich weiterhin auffällig verhält.. Das ist auch bei lahmenden Pferden häufig der Fall – obwohl sie keine Schmerzen haben, lahmen sie weiter…

Gut ist deshalb, mit „neuen, andersartigen, überraschenden und kinesiologischen bzw. Feldenkrais-Übungen aufzuwarten… Da sind die Pferde oft erstmal so mit der neuen Bewegungsanforderung beschäftigt, dass sie gar nicht mehr ans Lahmen denken…

In diesem Beispiel habe ich versucht, den Sattel (die Ursache der Schmerzen) positiv mittels Leckerli und vorsichtiger Gewöhnung positiv zu besetzen J Übrigens sind Bachblüten auch immer eine gute Ergänzung…

In diesem Sinne,

alles Liebe und danke an die vielen Kunden, die mir immer so liebe Rückmeldungen geben!

Eure Sandra

Gestern war mein sehr geschätzter Kollege Dr. vet. med. Reinhard Pfannhauser bei meinen Therapiepferden zur Zahnbehandlung da. Zahnpflege ist ein GANZ wichtiger Faktor in der Gesunderhaltung von Pferden, aber auch in der ganzheitlichen Therapie. Nicht selten können Pferde aufgrund von zB ungleich hohen Backenzähnen lahm gehen… Denn dies führt zu ungleichmässigem Druck in den Kiefergelenken, osteopathisch gesehen hängen Kiefergelenk und der erste und zweite Halswirbel zusammen und diese reagieren wiederum mit der Lendenwirbelsäule. Insofern kann es einfach auch zu Lahmheiten kausal verursacht aus einer fehlenden Zahnbalance kommen…

 

 

Wieso brauch ein Pferd nun Zahnpflege?

In der freien Natur ist das Pferd als „Herbivore“ – also „vielfressender Pflanzenfresser“. Im Laufe der Evolution hat das Pferd ein intelligentes System zum „Nachschub“ von sich abreibenden Zähnen entwickelt. Die Zähne des Pferdes schieben zwischen ca. 2 und 3 mm nach, (Schneidezähne vs. Backenzähne). Nun ist es aber so, dass dieser Nachschub für ein „natürliches Wildpferd“ berechnet ist – also Pferde, die das ganze Jahr ihr Futter selbst abbeissen müssen, sich von relativ faserreichem Futter ernähren und auch hartes Futter wie Wurzeln, Äste etc. zu sich nehmen. Außerdem ist das Futter von wildlebenden Pferden deutlich mehr verunreinigt im Sinne von mehr Erd- und Steinanteil.

 

Werden unsere domestizierten Pferde „künstlich“ ernährt, das heißt mit sauberem, feinstrukturierterem Futter und müssen sie nicht mal das Futter selbst abbeissen (Zufütterung von Heu, geschnittenem Gras etc.) kommt es zu einer Dysbalance zwischen Zahnnachschub und Zahnabrieb. Diese Dysbalance ist vor allem im Bereich der Schneidezähne vorzufinden. Diese werden nämlich bei unseren Hauspferden im Verhältnis zu den Backenzähnen deutlich weniger beansprucht durch das Füttern im Stall (und fehlendes „Futter erarbeiten“ auf der Koppel). Wird das Pferd nicht regelmässig richtig Zahn behandelt –das inkludiert eine korrekte Kürzung der Schneidezähne bei Pferden über ca. 6 Jahren – kann es ua. zu folgenden gesundheitlichen Problemen:

 

–          Kompression im Kiefergelenk, langfristig sehr häufig zu Arthrosen im Kiefergelenk. Durch verhältnismäßig mehr abgeriebene Backenzähne (im schlimmsten Fall noch künstlich verschlechterte Situation durch „Backenzahn Raspeln ohne Schneidezahnkorrektur vom Zahnbehandler“) und längere Schneidezähne muss das Pferd massiven Druck auf die Kiefergelenke ausüben, damit die Backenzähne überhaupt in Reibung kommen beim Fressvorgang. Dies führt häufig zu Blockaden, Verspannungen und Unwohlsein das Pferdes (bis hin zu ggf. sogar Lahmheiten, massiver gesundheitlicher Beeinträchtigung, mangelndem Appetit, Aggression oä.)

 

–          Verbiegung der Schneidezähne nach vorne, langfristig sogar Verbiegung des (meistens Unter-)Kiefers!!! Wenn ein Pferd über Jahre massiven Druck aufs Kiefergelenk ausüben muss, kommt es zum sehr flachen Winkelgebiss – also „schrägen Schneidezähnen“. Diese „künstliche Besonderheit“ findet man in nur ganz stark abgeschwächter Form bei Wildpferden. Das heißt, ein Pferd, das regelmässig richtige Zahnpflege erhält, hat keine flachen Schneidezähne – und somit sind die Schneidezähne nur sehr laienhaft zur Altersbestimmung heranzuziehen.

 

–          Außerdem kann es zu massiven Zahnfleischentzündungen im Schneidezahnbereich kommen, aufgrund es hohen Druckes der Schneidezähne gegeneinander. Dies kann zur Lockerung oder sogar Ausfall von Schneidezähnen führen…

Massive gesundheitliche Beeinträchtigung, aber auch negative Auswirkungen auf Psyche, Leistungsfähigkeit, Rittigkeit uvm.!!!!

 

Das sind nur ein paar Beispiele dafür, wie wichtig richtige Zahnpflege beim Pferd ist und wie umfassend ein Pferd von nicht korrekter oder fehlender Zahnpflege betroffen ist…

 

Ich hoffe, ich konnte Euch ein paar Anregungen geben.

Liebe Grüsse,

Sandra

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