Im Moment habe ich gerade zwei stationäre Pferde bei mir, die trainiert werden und noch „fitter“ gemacht werden sollen 🙂 Der große Braune hatte leider ganz eine schlechte Stallerfahrung und war regelrecht „bewegungstraumatisiert“. Er wollte sich so gut wie gar nicht bewegen (frei, von Reiten war eh keine Rede…) und war fremden Pferden gegenüber total traumatisiert, sodass wir ihn erst einmal einzeln mit Blickkontakt zu den anderen Pferden hielten. Sein ganzer Körper und dementsprechend auch seine Seele waren total „verkrampft“ und introvertiert… Das sah man auch an seiner sehr eingeschränkten Kommunikationsfähigkeit.

Pferde kommunizieren viel „feiner“ als Menschen. Ein kleines Augenblinzeln, ein kleines Zucken im Maul bedeuten meist schon sehr viel. Wenn Pferde merken, dass Menschen sie „verstehen“, beginnen sie oft deutlicher zu kommunizieren (an uns Menschen angepasster) – so zumindest meine Erfahrung. Das ist wohl der Hintergrund, warum der Großteil unserer eigenen Pferde äußerst gesprächig sind, und das sowohl verbal (wiehern!) als auch von ihrer Gesichtsmimik  her extrem rege und damit auch „leichter für Menschen verständlich“…

Sehr gefreut hab ich mich neulich bei einem Spaziergang, als der große Braune übers gesamte Gesicht „gelächelt“ hat. Da musste ich einfach mitlächeln und an den Spruch denken: „Das Lächeln, das du aussendest, kehrt zu dir zurück.“ Und natürlich durfte ein „Beweisfoto“ auch nicht fehlen… Es ist so schön zu sehen, wenn Pferde sich positiv entwickeln und der Gesamteindruck sich völlig verändert.

Ich persönlich finde es sehr wichtig, regelmäßig und (selbst-)kritisch sein(e) Pferd(e) genau anzusehen. Ihre Maulpartie und Nüstern, ihre Augen, ihre Ohren, den Gesamteindruck. Sie sagen uns genau, wie sie sich fühlen und ob sie zufrieden sind mit ihrem Leben – jedoch meist ohne Worte. Deshalb müssen wir lernen, ihre sehr subtile Sprache richtig zu deuten und zu verstehen…

So: Learn to listen in silence!

Bis bald,

Eure Sandra