Nachdem das Thema Silvester-Feuerwerk für viele Tiere wirklich ein Horror ist, möchte ich hier ein paar Tipps geben, wie Du Dein Pferd möglichst entspannt über die Silvesternacht bringst…

1. Sprich mit Deinen Nachbarn
Vielen „Nichttierbesitzern“ ist gar nicht bewusst, welchen Stress Tiere durch das Silvesterfeuerwerk haben. Wenn Du Nachbarn hast, die direkt in der Nähe Deines Pferdestalles leben, bitte sie, die Silvesterknallerei „klein“ zu halten oder evt. durch Wunderkerzen zu ersetzen (das wäre eh viel sinnvoller! Das gesparte Geld könnte man gut an Bedürftige SPENDEN). Wenn Deine Nachbarn von der Knallerei nicht absehen wollen, frage sie, ob sie wenigstens nicht in die Richtung des Pferdestalls sondern in die abgewandte Seite ihre Raketen schießen, das allein hilft den Pferden schon sehr, wenn sie nicht unmittelbar unter den Leuchtraketen stehen müssen. Und ideal wäre es, nicht alle Raketen auf einmal zu feuern sondern nacheinander (idealerweise mit kleinen Pausen dazwischen).

2. Training auf „Geknalle“. Sinnvoll ist es auch, Silvestergeknalle zB auf Tonband aufzunehmen und erst einmal in reduzierter Lautstärke im Stall oder auf der Koppel abzuspielen. Wichtig ist dabei, dass man selber ruhig ist bzw. idealerweise auch weniger schreckhafte Pferde dabei hat und die Geräuschkulisse langsam auf Originallautstärke steigert.

Hier ist ein guter Link für Feuerwerksknallerei zum Desensibilisieren von Pferden (das kannst Du einfach zB vom Handy abspielen):

So kann man dem Pferd behutsam die Angst zumindest schon mal vor dem Ton des Feuerwerks nehmen… Dann bleibt nur noch der visuelle „Feuer-Reiz“.

3. Arbeite Dein Pferd ein paar Tage vor und an Silvester ausgiebig (möglichst noch bevor Knallereien losgehen, also ggf. vormittags). Ein Pferd, das sein Tagesbewegungspensum schon erfüllt hat, wird generell der Knallerei gelassener entgegen sehen, als ein Pferd, das bereits etwas „Stallübermut“ in der kalten Jahreszeit angestaut hat. Wichtig ist natürlich auch das Pferd entspannt zu bewegen (keine „stressigen Lektionen“ bitte an dem Tag üben), sodass es möglichst ruhig und gelassen am Silvesterabend ist.

4. Verabreiche Deinem Pferd (und Dir?) Rescue-Bachblüten/Notfalltropfen. Pferde sind ja sehr „feinstoffliche“, sensible Tiere, und reagieren deshalb sehr gut auf Bachblüten & Co. Gut ist es, die Notfalltropfen bereits ein paar Tage vorher Deinem Pferd zu geben. Am Silvestertag dann gern mehrfach täglich verabreichen und dann unbedingt auf 23 Uhr und dann idealerweise viertelstündlich bis die Knallerei ihr Ende hat. So können die Blüten am besten ihre Wirkung entfalten. Vielleicht kannst Du ja auch mit Stallkollegen oder den Stallbesitzern sprechen, ob sie – falls Du nicht bei Deinem Pferd bist – die Blütengabe netterweise übernehmen können. Falls Du selbst bei Deinem Pferd bist, ist es ideal auch SELBST die Bachblüten zu nehmen. Dein Pferd merkt nämlich sofort, wenn Du nervös bist und wird sich noch mehr beunruhigen dann.

Wichtig: Für ein Großpferd je nach Größe 8 bis 10 Tropfen der Notfalltropfen, Kleinpferden reichen meist 7 Tropfen, und für Menschen 5 Tropfen. Beim Pferd: bitte NICHT auf Brot oder Zucker, weil das zerstört die positive Wirkung. Beim Menschen: Nicht in Kombination mit Kaffee, Zucker, Cola oä. Gut ist ein Stück Bioapfel oder ein Stück (Bio-)Karotte oder mittels Kinderpipette aus Plastik direkt ins Maul. Wie gesagt, gern in der Silvesternacht auch viertelstündlich verabreichen, wenn das möglich ist oder sonst zumindest 2 bis 5 x am Tag geben…

5. Zusätzliche beruhigende pflanzliche Stoffe Deinem Pferd füttern: Biohanf in Apothekenqualität (den gibt es jetzt bei der www.katharinen-apotheke.de), Baldrian, Hopfen, Melisse sind allesamt natürliche „Tranquilizer“, also Pflanzen mit beruhigender Wirkung bzw. gut sind auch B-Vitamine und Magnesium für die Nerven und eine entspannte Muskulatur (ebenfalls erhältlich bei der Katharinenapotheke in Unterhaching – diese versendet auch). Gern auch bereits ein paar Tage vorher verabreichen.

6. Beruhigende Musik: Pferde mögen gern klassische Musik und reagieren darauf sehr positiv. In der Silvesternacht hat es sich bewährt (eher etwas lauter) klassische Musik (früh genug) abzuspielen, damit die Pferde 1. weniger laut das Geknalle hören und 2. über die klassische Musik sich entspannen können.

7. Ruhige Pferde dazu stellen bzw. selbst anwesend sein. Ein wichtiger Punkt ist auch, idealerweise ruhige Pferde nehmen etwas jüngere oder besonders sensible Tieren zu platzieren, damit sich die Ruhe auf die unerfahrenen Pferde überträgt. Pferde sind Herdentiere und wenn sie merken, dass zB die Leitstute ruhig ist, werden sie sich selbst auch wieder schnell beruhigen. Gleiches gilt für einen ruhigen, entspannten Besitzer, auch der kann bei einem gutem Respekt- und Vertrauensverhältnis das Pferd beruhigen – umgekehrt aber genauso noch nervöser machen… Wie oben beschrieben eignen sich Bachblüten auch für den Besitzer 🙂

8. Fenster abhängen/verdunkeln und Stall-Licht einschalten. Pferde in Boxenhaltung finden es meist beruhigender, wenn das Stalllicht eingeschalten ist und die Fenster zB mit Karton verdunkelt werden. So sehen die Pferde die „Explosionen“ nicht und sind meist ruhiger.

9. Manche Pferdebesitzer haben auch schon fuselfreie Wattebäusche in die Ohren ihrer Pferde eingebracht. Das scheint recht gut zu funktionieren, um wenigstens etwas Ohrenstress rauszunehmen. Jedoch muss man natürlich danach gleich alle Wattereste wieder gründlichst entfernen. Um die Watte im Ohr zu halten, kann man einfach Fliegenhauben am Halfter fixieren.

10. Pferde mit Raufutter oder ggf. sogar Leckerbissen versorgen. Ideal ist es, die Pferde leicht hungrig so gegen 23:40 Uhr (bevor die Riesenknallerei losgeht) frisches Heu anzubieten. Kauen entspannt und regt den Parasympathikus = Entspannungs- und Verdauungsmodus an. Wichtig ist, nicht zu spät zu füttern, damit die Pferde erst einmal in Ruhe das Fressen anfangen. Sie sollten aber schon noch etwas hungrig sein, wenn die Knallerei richtig losgeht. Aber nicht völlig ausgehungert, das stresst nämlich Pferd und Pferdemagen! Ideal ist es, wenn die Pferde dann um Mitternacht zB etwas ganz besonders Leckeres, wie ein Mash (ggf. mit Bachblüten) oder ein paar geraspelte gelbe Rüben oä. bekommen, sodass sie beim schlimmsten Geknalle abgelenkt sind. Die Rüben sollten deshalb geraspelt sein, weil sich Pferde, wenn sie nervös sind, gern mal verschlucken und das im schlimmsten Fall zur Schlundverstopfung führen könnte, und das braucht an Silvester mit Sicherheit keiner …

Bei sehr heftigen Pferden konsultiert bitte auch unbedingt Deinen Tierarzt. Meine Tipps sind kein Ersatz für tierärztliche Anweisungen. Natürlich können viele Tipps auch zB auf Kleintiere wie Hunde und Katzen umgelegt werden – auch diese leiden sehr unter der Silvesterknallerei…

 

Ich hoffe, dass Du und Dein Pferd mit meinen Tipps die Silvesternacht etwas entspannter verbringen werdet. In jedem Fall wünschen ich Euch schon jetzt alles Liebe und einen guten, entspannten Rutsch in ein gesundes, schönes 2020!

Alles Liebe,
Deine Sandra und alle ihre Vierbeiner

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6 Kommentare
  1. kornelia schoellhorn sagte:

    vielen vielen dank für den tollen bericht. endlich mal jemand, der sich dieses themas mal annimmt. ich habe meine 2 pferde am haus mitten im Ort untergebracht und es ist für mich schon tage vorher der Horror, auch nur an den silvesterabend zu denken. ich könnte im sinne meiner tiere im haus (auch 3 Katzen und 1 Hund mit den 2 Pferden) sehr sehr gut auf das ganze getöse verzichten. ich habe von silvester definitiv rein gar nichts, weil ich nur darum bemüht bin, meine pferde unten im stall zu beruhigen und zu beten, dass nichts passiert. Oben passt Herrchen auf unsere katzen und den Hund auf. das ist u n s e r silvester. wir leben erst wieder ab 1. januar eines jeden jahres normal, wobei die nachwirkungen der knallerei noch 1 bis 2 tage hinterher bei meinen tieren deutlich zu spüren sind.

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  2. Nancy Braunschweig sagte:

    Hallo Sandra.
    Eine sehr schöne und informative Seite. Unsere Pferde stehen im Privatstall am Dorfrand, bekommen aber doch einiges mit von der Silvesterknallerei. Wir feiern auch immer zu Hause so dass ich ein paar mal rausgucken kann. Am Silvesterabend hole ich die Pferde immer vorm dunkel werden in die Box und füttere nur eine kleine Menge Heu. Da geht man schon mal einiges aus dem Weg und die Pferde fangen erst gar nicht an, sich aufzuregen. Aber um nicht die ganze Nacht bei den Pferden zu sein, gehe ich um 23 Uhr nochmal raus und gebe Heu und lasse dann das Licht im Stall an. Das hilft unseren schon sehr gut. Das mit der Musik habe ich noch nicht probiert, kann ich ja dieses Jahr mal machen. Die Nachbarn auf den Umstand anzusprechen nicht in Stallrichtung zu knallen, ist unbedingt notwendig. Viele machen sich darüber gar keine Gedanken, reagieren aber sehr verständnisvoll. Bella Donna Kügelchen aus der Apotheke helfen bei empfindlichen Pferden auch sehr gut und nehmen ein bisschen die Angst. Für sehr überempfindliche Pferde hilft dann meiner Meinung nach, um Schlimmeres zu verhindern, eine leichte Sedierung durch den TA. (Kann man kurze Zeit vor dem großen Knall selber verabreichen). Das brachte ich bisher aber noch nicht.

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  3. Kerstin Wittenburg sagte:

    Hallo Sandra,
    schön mal alle Tipps auf einmal zu sehen. Leider haben wir ausgesprochen uneinsichtige Nachbarn (mir total unverständlich) aber was soll’s. Im Prinzip habe ich bereits alles probiert bis auf den Versuch die Bachblüten schon einige Tage vorher zu verabreichen. Vielleicht ist das des Rätsels Lösung… Ich werde es versuchen, denn bisher ist jedes einzelne Silvester für meinen ansonsten sehr coolen Wallach der absolute Mega-Gau bis hin zur Kolik. Bin jedes mal mehr als froh wenn das ganze halbwegs heil überstanden ist. Leider wir heißt, trotz offiziellem Verbot und Reetdach auch schon tage vorher geknallt… bedeutet ca 1 Woche Dauerstress für die Pferde und von Gewöhnung kann leider keine Rede sein…

    LG und einen guten knallfreien Rutsch ins neue Jahr

    Kerstin

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  4. vera kunz sagte:

    Eigentlich sollte man alle die Freude am Kriegs Geknalle über diese Zeit mahl zwei Wochen oder gerne auch länger in ein richtig hartes Kriegsgebiet in Urlaub schicken ,mahl schauen ob sie dann immer noch spass haben. Wen einige nicht mehr zurück kommen ist es ja auch egal.

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