Sandra Fencl

Ganzheitliches Pferdewissen aus Leidenschaft!

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Arbeitest Du Dein Pferd noch oder hilfst Du ihm schon?

Immer wieder wird mir eine Frage von Kunden und Kursteilnehmern gestellt: “Wenn ich auf die Weide komme, dann kommt mein Pferd nicht freiwillig zu mir her. Warum nicht?

Die Frage ist einfach zu beantworten, aber doch etwas beschwerlich zu “verdauen”. Es sieht scheinbar keinen “Mehrwert” für sich mit Dir gemeinsam Zeit zu verbringen. Es ist lieber für sich auf der Weide, beim Grasen und Spielen mit den Pferdekumpels. Das ist sehr schade, denn das muss nicht so sein!

 

Das Geheimnis für eine bessere Pferd-Mensch-Beziehung

Im Endeffekt ist es wie bei uns:
Wenn wir mit jemandem Spaß haben, oder derjenige uns interessante Geschichten oder Wissen vermittelt, oder wir einfach seine Gesellschaft schätzen und seine Nähe uns einfach gut tut, dann kommen wir doch gern zu demjenigen und verbringen Zeit mit ihm. Bei Pferden ist das genauso. Wenn Pferde unsere Gegenwart aber als “anstrengende und sinnlose Arbeit” empfinden, oder sich sogar (und das ist leider SEHR oft so) nicht verstanden oder gestresst fühlen im Beisein ihres Zweibeiners, dann wollen sie lieber fernab von uns in Ruhe auf ihrer Wiese bleiben.

Damit wir aber Pferde “für uns” gewinnen, ist es sehr wichtig, sein Pferd zu verstehen und bei jedem Training dem Gedanken zu folgen: “Wie kann ich dir helfen -und das auf körperlicher, seelischer und emotionaler Ebene“?

Nur wenn sich ein Pferd mit uns wirklich wohl und sicher fühlt, wird es beispielsweise in fremder Umgebung uns vollkommen vertrauen und sich - wie hier zB - sogar flach neben uns hinlegen...

Nur wenn sich ein Pferd mit uns wirklich wohl und sicher fühlt, wird es uns vollkommen vertrauen und sich – wie hier beispielsweise in sogar völlig fremder Umgebung – freiwillig neben uns hinlegen…

 

Keine Angst vor “Fehlern”

Eines gleich vorweg: Pferde nehmen es uns nicht “übel”, wenn wir mit “bestem Wissen, Gefühl und Liebe” Fehler begehen. Ich meine damit, dass wir uns vorab bemüht haben, alles richtig zu machen, aber einfach noch “botschert” (österreichisch für “ungeschickt”) sind oder einfach Dinge noch nicht wissen. Pferde sind sehr großzügige und gleichzeitig sensible Wesen. Oft sehe ich, wie sie liebevoll mit ungeschickten Kindern und großmütig mit total unausbalancierten Anfängern umgehen. Wenn jedoch jemand anfängt, Pferde “mechanisch” zu reiten, sie unfair behandelt werden oder sie zu Dingen gezwungen werden, zu denen sie entweder körperlich oder geistig nicht fähig sind, dann geht die Motivation ganz schnell in den Keller. Auch widersprüchliche Hilfengebung, wie “vorne festhalten und hinten Schenkel quetschen” ist etwas, was Pferden langfristig die Zusammenarbeit mit uns schnell verdrießen kann.

Wenn ich mit Pferden trainiere (oder sie mich), dann habe ich immer den Gedanken “wie kann ich dir helfen?” im Kopf. Dazu gehört die Optimierung des körperlichen Zustands genauso, wie das mentale Wohlbefinden. Wenn ein Pferd beispielsweise sehr schief ist, helfe ich ihm, eine bessere Balance zu finden. Das macht das Flucht- und Beutetier deutlich sicherer, selbstbewusster und es fühlt sich wohler. Pferde sind sehr dankbar, wenn wir ihnen helfen, in ihrem Körper besser zu werden. Und so gehört eine kleine Massage- oder Stretching- oder Mobilisationseinheit zu fast jeder Bodenarbeitseinheit bei meinen Pferden und auch in meinen Seminaren zum (Pflicht-)Programm. Schau mal, wie die Isländer bei meinem Bodenarbeitskurs in Varmalid im Norden von Island diesen Teil des “Trainings” genießen :) (Nicht lachen, aber ich habe mein Englisch dem dortigen Akzent angepasst, hihi…):

Wenn man regelmäßig solche sinnvollen Lockerungs- und Massagegriffe anwendet, sehen Pferde den Menschen ganz schnell als “Gesundheitstrainer” und jemanden, der ihnen einfach gut tut und zu mehr Wohlbefinden verhilft. Abgesehen davon können Pferde in solchen “Kuschelmomenten” auch wunderbar entspannen und dies wiederum erhöht die Lernfähigkeit des Pferdes!

Denn Training ist für mich vor allem, sein Pferd zu verstehen und zu analysieren, in welchem Bereich ich ihm noch helfen soll und darf und dann an der entsprechenden “Schraube” zu mehr Balance, Wohlbefinden und körperlicher Fitness zu drehen…

Ich hoffe, ich konnte Dich mit diesen Zeilen etwas zum Nachdenken anregen :)
Vielleicht magst Du ja auch in einem meiner sehr ganzheitlichen Bodengesundheitskursen vorbei schauen, alle Termine unter:

http://www.sandrafencl.com/events/

Pferdetherapie und Gesundheit Sandra FenclFalls kein Kurs in Deiner Nähe stattfindet, kann ich auch sehr mein sehr ganzheitliches und umfassendes Online-Schiefenseminar empfehlen:

http://www.sandrafencl.com/SchiefenkorrekturPferd/

Bis bald!

Eure Sandra

PS: Am besten auch gleich  meinen Youtube-Kanal kostenlos abonnieren und so keine wertvollen Tipps mehr verpassen :)

https://www.youtube.com/sandrafencl1001

 

 

Quick-Tipp: Trainingsidee mit Cavaletti

Cavaletti-Training ist nicht nur gut für die eigene Balance, Koordination und Konzentration beim Reiten, sondern vor allem auch für das Pferd absolut wertvoll und zwar sowohl psychisch, aus auch physisch!
► Denn Cavalettitraining lässt sich SUUUUPER abwechslungsreich gestalten und ist somit immer wieder eine neue Herausforderung für Dein Pferd!
► Gleichzeitig ist es das optimale Schiefentraining und Gymnastik für den ganzen Pferdekörper :)

Rufino ist natürlich wieder total motiviert dabei! :) Ich finde man sieht ihm an, dass er seine Aufgabe ernst nimmt und Spaß dabei hat!

 

Wenn Du mehr zum Thema gymnastisch wertvolle und biomechanisch korrekte Pferdeausbildung lernen magst, bist Du bei meinem Videoseminar zur Korrektur der Schiefe des Pferdes genau richtig.

Teil 1 beschäftigt sich intensiv mit der Theorie hinter der natürlichen Schiefe des Pferdes und am Ende gibt es auch schon die ersten Praxisübungen für zuhause, in Teil 2 folgen dann jede Menge weitere Praxistipps für Dich und Dein Pferd, um es langfristig gesund zu erhalten.

Alle Infos findest Du hier:  http://www.sandrafencl.com/SchiefenkorrekturPferd/

Bis bald!

Deine Sandra

 

Pferdeverständnis fördert die Motivation

Pferde, die sich verstanden fühlen, sind meist auch motiviert! Das ist zumindest meine Erfahrung. Und wenn Dein Pferd das Gefühl hat, dass Du es verstehst, auf seine ggf. körperlichen Schwächen eingehst, seine mentale Verfassung verstehst und es wirklich gern hast, dann lässt sich damit seine Motivation stets hoch halten!

Denn Pferde schätzen es sehr, wenn sie Menschen haben, die sie jeden Tag
+ gesünder
+ geschickter (gerade auch für ein Beutetier sehr wichtig!)
+ stolzer
+ schöner machen! :-)

Lieb, wie Rufino immer von allein zur Aufstieghilfe geht, oder?

 

Wenn Du mehr zum Thema empathische und biomechanisch korrekte Pferdeausbildung lernen magst, dann ist mein Videoseminar “Die natürliche Schiefe des Pferdes verstehen und ganzheitlich korrigieren” genau richtig für dich. Alle Informationen findest du hier: http://www.sandrafencl.com/SchiefenkorrekturPferd/

Viel Spaß mit Deinem Pferd!

Deine Sandra

Warum Flexibilität im Pferdesport so wichtig ist PLUS wichtige Tipps zum Lernverhalten Deines Pferdes

Immer wieder stelle ich im Reitsport fest, dass eine Tugend häufig fehlt: Flexibilität! So oft sehe ich Reiter, die eisern eine Lektion “durchdrücken” wollen. Auf biegen und brechen den (gefühlt) 100. Galoppwechsel verlangen, weil er noch etwas höher gesprungen sein könnte, oder das tausendste Mal ein Kaltblut angaloppieren lassen, das eh schon gar nicht mehr kann, bis das Ergebnis völlige Dienstverweigerung des Vierbeiners ist.

Sehr Schade! Denn mit dieser Herangehensweise lernt ein Pferd ständig überfordert zu werden und versteht, dass ihm als “Exit-Strategie” aus der Misere nur Ungehorsam bleibt. Und dieser Ungehorsam ist im Endeffekt einer völligen Überforderung geschuldet und hat meist auch noch den tollen Nebeneffekt von Muskelkater oder Muskelschmerzen… Beides Dinge, die sich nicht gerade positiv auf die langfristige Motivation auswirken.

Wie macht man es aber richtig? Was bedeutet denn “Flexibilität” im Reitsport?

Allein über diese (etwas philosophische) Frage könnte ich ein Buch füllen, aber ich versuche, mich kurz zu halten: Flexibilität im Pferdesport bedeutet für mich, PRO Pferd zu entscheiden, und das mit einer ordentlichen Portion Gefühl, Verständnis von Trainingslehre (Didaktik), Biomechanik und Pferdepsychologie-Hintergrund. Und das jeden Tag und im Endeffekt jeden Moment!

Flexibilität bedeutet beispielsweise, wenn man merkt, dass das Pferd müde ist, vom Fellwechsel oder aufgrund der starken Temperaturschwankungen, die wir momentan haben, dann ggf. das geplante Reitprogramm ausfallen zu lassen und stattdessen einfach ein bisschen Bodenarbeit, Wellness oder einen schönen Spaziergang in die Natur zu machen.

Fellwechsel beim Pferd

Der Fellwechsel und die starken Temperaturschwankungen machen vielen Pferden aktuell zu schaffen…

Es bedeutet aber auch, das körperliche Befinden wahrzunehmen. Wenn ein Pferd beispielsweise an einem Tag von sich aus mehr Spannung hat, dann bringt es nichts, noch an z.B. fliegendem Galoppwechsel oder neuen Lektionen zu arbeiten, die das Pferd “aufregen” könnten. Da ist eine kurze, lockere Vorwärts-Abwärtseinheit deutlich sinnvoller, auch wenn man sich ursprünglich etwas anderes vorgenommen hatte…

In anderen Worten, sollte man sich immer folgende Fragen stellen, wenn man mit seinem Pferd arbeitet:

1. KANN mein Pferd diese Lektion in diesem Moment körperlich überhaupt leisten (oder habe ich es ggf. – zumindest im Moment – überfordert)?

Ein Beispiel: Als ich meinem Lusitano das Kompliment beigebracht habe, war es für ihn eine geistig wie körperlich schwere Übung. Er musste sich sehr konzentrieren, seine Beine und (Gleich-)Gewicht richtig zu sortieren, um sich zu verbeugen. Kräftemäßig war seine Hinterhand sehr gefordert, was einer “Maximalkraftübung” – wie schwere Hanteln im Fitness-Studio stemmen – gleich kommt.

Eines Tages bin ich mit ihm sehr harmonisch geritten und habe gedacht, “jetzt ist er gut aufgewärmt, jetzt mach ich nach dem Reiten noch ein kleines Kompliment”. Gesagt, getan. Ich stieg ab und gab ihm das Signal fürs Verbeugen. Rufino aber zierte sich… Ich habe mit etwas mehr Nachdruck  die Übung “verlangt”. Das Ergebnis war, dass er sich praktisch hinfallen lies. Warum? Weil er MÜDE war. Aber ich habe es damals NICHT verstanden, dass diese Übung noch so schwer für ihn ist, dass er sie nach dem Reiten eigentlich nicht wirklich ausführen kann… Ich habe mich bei ihm sofort entschuldigt und mich eine Woche geschämt.

Ich hätte wissen müssen, als er zögerte, dass er müde ist. Er versucht immer, mir zu gefallen… Aber da war wohl mein Ego grösser als mein Verstand :( Du siehst, auch Profis machen Fehler (diesen Fehler hab ich jedoch seitdem glaub ich nie wieder bei KEINEM Pferd gemacht. Ich analysiere seitdem viel, viel genauer ALLE Zeichen für etwaige Müdigkeit oder Überforderung, aber gut… ist trotzdem passiert.).

 

2. VERSTEHT das Pferd die Übung überhaupt?

Auch das kann ein Problem sein, warum etwas nicht klappt. Das Pferd versteht die Übung schlichtweg nicht. Wenn ein Pferd eine Übung NICHT versteht, dann müssen wir es ihm entweder anders erklären oder aber ggf. in Teilschritte zerlegen.

Ein Beispiel: Wenn ein Pferd das Stellen im Stand schlecht ausführt, wird es beim Stellen in der Bewegung mit Garantie Probleme haben. Wenn ein Pferd beim Kompliment eine schlechte Balance hat, dann sollten wir es ggf. vorher besser aufstellen (das heißt, die Vorderbeine von den Hinterbeinen weiter entfernen und die Hinterbeine breit auseinanderstellen), sodass die Balance besser ist. Auch die Halsdehn-Vorübungen können die Flexibilität VOR dem Kompliment enorm verbessern.

Generell gilt: Wenn ein Pferd eine Übung nicht versteht, dann ist es UNSER Fehler. Schließlich sind WIR der Trainer und haben es unserem vierbeinigen Schüler schlecht erklärt…

 

3. Bist DU das Problem?

Tja, ich sage oft im Unterricht: “Das Problem sitzt oben drauf”. Und auch ich kann ein Problem für meine Pferde sein… Wenn ich unkonzentriert bin, wenn ich müde bin, wenn ich zu lange am Bürotisch gesessen habe und steif aufs Pferd klettere (was ich eigentlich jedoch nur noch sehr, sehr, sehr selten tue).

Deshalb, bevor man sich über sein “unfähiges” Pferd ärgert, oder es gar ungerecht straft, sollte man immer überlegen: “Bin ICH in meiner Mitte? Bin ich optimal flexibel und losgelassen? Helfe ich meinem Pferd, oder bin ich eher Ballast? Und ist der “Fehler” meines Pferdes eher das Resultat meiner eigenen Fehler als das Verschulden meines Pferdes”? Hier geht’s übrigens zu meinem sehr beliebten Blogbeitrag: “7 Tipps für bessere Hilfengebung“.

Ich weiß, es ist immer leichter, dem Pferd die “Schuld” zu geben. Aber ein guter Reiter und Pferdetrainer wird immer erst mal an sich selbst zweifeln, bevor an seinem vierbeinigen Schüler zweifelt. Wie ich zu meinen zweibeinigen Schülern immer zu sagen pflege: “Unsere Pferde haben die Reitlehre und Biomechanikbücher nicht gelesen. Es liegt an uns, aus ihnen gesunde, motivierte, vierbeinige Reit- oder Fahrpferde zu machen. Wenn etwas nicht klappt, dann haben wir unseren Schülern etwas schlecht vermittelt.” Nicht mehr, und nicht weniger.

Sandra Fencl Kompliment PferdUnd vielleicht, wenn Du das nächste Mal auf Deinem Pferd sitzt, und kurz davor bist “mechanisch zu reiten” oder sogar die Nerven zu verlieren, dann erinnerst Du Dich vielleicht an die Geschichte von Rufino und mir, und steigst als Konsequenz ab, bevor es “unschön” wird… Dann habe ich mit meinem Blogbeitrag viel erreicht und Rufino mit seiner Dozententätigkeit Gutes bewirkt.

Ich danke Dir für das Lesen dieser Zeilen und wünsche Dir und Deinem Pferd viel Freude und Flexibilität beim Training :)
Deine Sandra, Rufino und Fjola

PS: Rufino hat übrigens keinen “Schaden” genommen wegen meines einmaligen Faux Pas mit dem Kompliment… Er beherrscht es mittlerweile auch frei in Perfektion :)

PPS: Wenn Du mehr zum Thema faires und biomechanisch wertvolles Pferdetraining erfahren möchtest, dann könnten folgende Termine für Dich interessant sein:

+ Abendseminar zur Gymnastizierung und Schiefe des Pferdes in Tuntenhausen (Bayern) am Freitag, 07. April 2017

+ Gymnastisches Allover-Bodenarbeitsseminar in Tuntenhausen (Bayern) am 08. und 09. April 2017 (bei Interesse bitte einfach eine Email an info@sandrafencl.com senden)

+ Gymnastisches Allover-Bodenarbeitsseminar mit Schwerpunkt Zirzensik am 21. und 22. Mai 2017 in Hveragerdi, Island

+ Gymnastisches Bodenarbeitsseminar mit Schwerpunkt Zirzensik am 15. Juni 2017 in 85386 Günzenhausen/Eching

+ Gymnastisches Bodenarbeitsseminar mit Schwerpunkt Zirzensik am 15. August  2017 in 85386 Günzenhausen/Eching

+ Gymnastisches Overall-Bodenarbeitsseminar am 26. und 27. Oktober 2017 in Kleinstelzendorf, Niederösterreich

+ Meine sehr beliebte, zweiteilige LIVE-Webinarreihe zur ganzheitlichen Korrektur der Schiefe des Pferdes (mit Videoaufzeichnung, und somit orts- und zeitunabhängig). Alle Infos hier: https://www.edudip.com/w/238762

Hier geht’s zum Erklärungsvideo:

7 Tipps für bessere Hilfengebung beim Reiten

Über die Reiterhilfen sind Berge von Büchern geschrieben worden. Und doch werden die Signale vom Reiter an sein Pferd oft falsch, unklar oder unfair eingesetzt. Aber was sind Hilfen überhaupt? Laut Wikipedia werden Hilfen “als die Einwirkungen des Reiters auf sein Pferd” bezeichnet, und weiter: “Man unterscheidet dabei zwischen Gewichts-, Schenkel- und Zügelhilfen. … Von den Hilfen unterscheidet man die Hilfsmittel: Stimme, Gerte und Sporen können zur Unterstützung der Schenkelhilfen eingesetzt werden.” So weit die graue Theorie. Jetzt geht’s aber ans Eingemachte, nämlich an meine Praxistipps für bessere und pferdegerechtere Hilfengebung beim Reiten! Viel Spaß damit :)

 

1. Konsequenz und richtige Dosierung in der Hilfengebung

Wir alle wünschen uns Pferde, die bereits auf die feinsten Hilfen reagieren: Einem “Hauch von nichts” und mit scheinbar unsichtbaren Signalen mit uns durch die Reitbahn schweben. So die Wunschvorstellung. So weit, so gut. Die Realität sieht aber oft leider anders aus: Nicht selten sieht man aufgerissene Pferdemäuler, ständig klopfende Reiterschenkel, auf die trotzdem (oder gerade deshalb) keine Pferdereaktion kommt,  und stochernde Sporen, die im schlimmsten Fall sogar zu haarlosen (oder sogar offenen) Rumpfpartien beim Pferd führen. Unschön ist das, und von feiner Hilfengebung, gelebtem Tierschutz und totaler Harmonie mit dem Pferd weit entfernt. Aber wie bildet man ein wirklich feines Pferd aus?

Mit “ansteigender” Hilfengebung, oder wie Jean François Pignon sagen würde: “crescendo” – auch bekannt aus der Musik, “züchtest” Du ein feines, williges und motiviertes Pferd. Einer meiner alten Reitlehrer hat immer zu mir gesagt: “Geben Sie die Hilfe so, dass Sie gar nicht erwarten, dass Ihr Pferd reagiert“. Und das mache ich… und bin immer wieder erstaunt, dass die Pferde bereits auf DAS reagieren! Wenn man aber immer gleich eine deutliche oder mittelstarke Hilfe gibt, wird man nie ein Pferd reiten, das auf “unsichtbare Hilfen” reagiert. Weil es gar nicht die Chance hatte, auf das feinst mögliche Signal zu antworten.

Das heißt also im Klartext, wenn Du ein Pferd anreiten möchtest, verwende den Schenkel ganz, ganz leicht, sodass man es nicht sehen kann. Wenn Dein Pferd dann nicht reagiert, steigere minimal die Hilfengebung. Wenn dann Dein Pferd nicht reagieren sollte, versuch es mit nur geringfügig mehr Intensität. Bei der dritten Hilfengebung steigerst Du jetzt deutlicher die Stärke der Hilfe, und wenn dann nichts passiert, macht es “Bumm”. Also Du unterstützt zB den Schenkel mit der Gerte, oder verwendest die Gerte nach vorsichtigem Gerteneinsatz dann einmal wirklich deutlich. Wenn dann das Pferd reagiert, lobst Du es SOFORT und lässt sofort von der Hilfe ab. Das bringt mich auch schon zum nächsten Punkt….

 

2. Sofortiges Ablassen der Hilfen bei richtiger Reaktion des Pferdes

Dies ist auch ganz wichtiger (klassischer) Grundsatz, der leider sehr oft vernachlässigt wird in der heutigen Reitszene. Wenn ein Pferd RICHTIG reagiert, muss man es sofort loben bzw. vor allem auch die Hilfe KOMPLETT aussetzen lassen. Das heißt, wenn Dein Pferd auf einen Schenkeldruck reagiert hat, quetscht Du nicht weiter mit dem Bein, sondern lässt es komplett locker hängen (es rahmt aber immer noch das Pferd am Rumpf ein). Das hat man früher “atmenden Schenkel” genannt.

Das Bein ist also da, wenn es gebraucht wird, hat aber keine ständige, negative Anspannung (was ja einer “Dauerhilfe” gleich kommt). Nur, wenn ein Pferd merkt, dass es “Ruhe”  bekommt nach dem erfolgreichen Annehmen einer Hilfe, dann wird es langfristig gern Hilfen annehmen. Denn für ein Pferd bedeutet das Entspannung! Und als Fluchttiere LIEBEN Pferde Entspannung, Ruhe und Sicherheit. Außerdem lernen Pferde am besten in Pausen. Hierbei können sie darüber nachdenken, was sie richtig gemacht haben, und dieses Verhalten abspeichern. Ständiges Geklopfe mit den Schenkeln und ein ständiger Zug in seinem Maul gefällt mit Garantie KEINEM Pferd!

Ablassen Hilfen Sandra Fencl

Pferde lernen in Pausen am besten, und dazu gehört auch das “Ablassen” von Hilfen.
Foto: Alisa Konrad

 

3. Gib keine widersprüchlichen Signale

Auch das sehe ich leider sehr, sehr häufig: Ein Reiter quält sich mit seinem Pferd ab, dass es vorwärts geht… Irgendwann reist ihm der Geduldsfaden und er haut mal ordentlich mit der Gerte drauf. Das Pferd erschrickt und rennt oder springt sogar vorwärts. Der (noch unausbalancierte) Reiter rechnet nicht mit der prompten Reaktion seines Pferdes und hält sich am Zügel fest. Das Pferd erhält als “Belohnung” für eine gute Vorwärtsreaktion einen Ruck im Pferdemaul. Tolle Sache: Das Pferd lernt hierbei: “Wenn ich reagiere, werde ich im Maul gezogen“. Keine schöne Belohnung… Und langfristig gesehen sicherlich nicht sehr motivierend…

Ich möchte noch ein anderes Beispiel bringen, dieses sehe ich nämlich sehr, sehr oft in Bodenarbeits- und Handarbeitsseminaren. Das Pferd wurde angehalten und steht brav neben seinem Trainer. Dann fasst der Trainer die Idee gleich anzugehen, OHNE es zu merken, bewegt er den Oberkörper leicht nach vorne. Das willige Pferd reagiert sofort und geht los, wird aber dann sofort vom Zweibeiner ausgebremst weil es “ungefragt” angegangen ist (was ja nicht stimmt!). Diese Problematik sehe ich echt sehr, sehr häufig und solche Situationen sind äußerst frustrierend für Pferde. Unsere Vierbeiner versuchen uns ständig zu lesen, und unsere Körpersprache zu interpretieren. Wenn sie für prompte Reaktion auf das leichte Vorgehen des Oberkörpers des Zweibeiners reagieren, (die ja richtig und gut gemeint war), geschimpft werden, ist das sehr demotivierend und unverständlich für sie….

Sandra Fenzl Blog

Reiten bedeutet ständiges Weiterlernen. Wer aufgehört hat, an sich selbst zu arbeiten, hat aufgehört, besser zu werden. Foto: Alisa Konrad

 

4. Emotionslose, sachliche Hilfengebung

Ein weiterer, wichtiger Punkt, um Hilfengebung pferdegerecht und pferdeverständlich zu machen, ist die emotionslose Hilfengebung. Kein Pferd versteht, warum manche Reiter gleich einen kleinen Wutausbruch bekommen, wenn sie ihrem Pferd einmal einen (ggf. deutlicheren) Impuls mit dem Bein oder einen Klaps mit der Gerte geben. Pferde sind extrem emotionslos, wenn sie ihre Herdenkollegen zurecht weisen. Wir Menschen tun uns sehr schwer, schnell und treffsicher beispielsweise mit der Gerte zu agieren, dabei aber innerlich völlig ruhig und gelassen zu bleiben und auch die eigene Körperspannung nicht (negativ) verändern.

Probier es mal an einem Zaun aus. Stell Dir (mit viel Phantasie) vor, der Zaun ist Dein Pferd, und Dein Pferd hat etwas gemacht, was Dich extrem nervt – zB gerade den Kopf zum Grasen abgesenkt. “Korrigiere” jetzt Dein “Pferd” (also den Zaun) mit einem deutlichen Klaps mit der Gerte. Überprüfe, ob Du dies ausführen kannst, ohne die Muskeln fest zu machen, die Zähne zusammen zu beißen, die Atmung von einer entspannten Bauchatmung in eine oberflächige Brustatmung zu verändern… Geht? Sehr gut! Geht nicht? Dann bitte weiterüben….

Ich denke, dies ist eine der schwierigsten Anforderungen an JEDEN Reiter – völlig sachlich und emotionslos sein Pferd zu korrigieren, und das ggf. 150 Mal in der selben Einheit, immer in der selben Ecke, bei der das Pferd nach innen driftet … Nur, wenn wir sachlich reiten, wird unser Pferd den entsprechenden Respekt entgegenbringen und dementsprechend auch fein, aufmerksam und respektvoll reagieren. Denn absolute Selbstbeherrschung ist eine wichtige Eigenschaft von echten Führungspersönlichkeiten – und das gilt für Pferde und Menschen gleichermaßen!

 

5. Regelmäßiger Abgleich von innerem und äußerem Bild von Sitz und Einwirkung

Ein weiterer, wichtiger Punkt zum Thema pferdegerechte Hilfengebung ist der regelmäßige Abgleich von “Soll- und Istzustand” der eigenen Hilfengebung. Hiermit ist gemeint, dass man sich regelmäßig überprüfen sollte, ob man tatsächlich das Bein locker lässt, die Zügeln fein verwendet und die Gewichtshilfe korrekt zB beim Abfussen des Hinterbeines einsetzt.

Reiten Sandra Fenzl

Der regelmäßige Abgleich von innerem und äußerem Bild ist auch für routinierte Reiter sehr wichtig! Foto: Alisa Konrad

Dazu ein Beispiel: Die meisten Rechtshänder belasten den rechten Gesäßhöcker etwas mehr als den linken. Die meisten Pferde wiederum als linkshohle Pferde fallen tendenziell eher auf die rechte Schulter UND belasten somit auch die rechte Körperhälfte mehr. Rechtshändige Reiter und links hohle Pferde verstärken also ihre Schiefe gegenseitig.

Oft hat man als Reiter den Eindruck (gerade auch in Seitengängen!) man sitzt total zentriert, tatsächlich hängt aber der Oberkörper auf eine Seite (gern rechts) bzw. man knickt (ungemerkt) in der Hüfte ein. Nachdem Pferde immer ihrem (Gleich-)Gewicht hinterherlaufen, wird das Pferd dementsprechend in diesem Beispiel nach rechts drücken. Der Reiter “ärgert” sich dann gern, weil das Pferd ständig auf der rechten Hand nach innen schiebt. Aber eigentlich reagiert es nur auf eine ungewollte Hilfengebung seines Reiters…

Um dies zu vermeiden, kann

a) regelmäßiger guter Reitunterricht

b) das Reiten von Lektionen am Boden (Stichwort Bodengalopp oder Schulterherein selber laufen)

c) das Reiten von Fremdpferden

d) das Reiten mit Spiegeln

e) die regelmäßige Aufnahme von Fotos und/oder Videos

f) Körpertraining wie Yoga, Pilates, Alexandertechnik etc.

helfen. Mehr zu diesem so wichtigen Thema der Schiefe vom Pferd (und Reiter) in meinem nächsten Schiefen-LIVE-Webinar mit Videoaufzeichnung: https://www.edudip.com/w/235160 (Anmeldemöglichkeit bis 23. März 2017).

 

6. Betrachte “Hilfen” als Dialog!

Ein Pferd richtig zu reiten, heißt nicht nur, die richtigen Hilfen zur richtigen Zeit in der richtigen Dosierung zu geben, sondern in erster Linie auch zuzuhören… Auf das, was das Pferd gerade braucht, um sich zu entspannen. Auf das, was das Pferd gerade braucht, um in eine bessere innere wie äußere Balance zu kommen… Reiten sollte immer im Dialog mit dem Pferd stattfinden und hat ganz viel mit Empathie zu tun. Reite immer mit Freude Dein Pferd! Mit einer positiven Grundeinstellung und einem offenen Ohr und offenen Herzen wird vieles auf einmal wie von selbst gehen!

Sandra Fencl Sitzkurse

Reiten bedeutet “Zwiegespräch von zwei Seelen”…
Foto: Alisa Konrad

 

7. Gib feine Hilfen “aus der Mitte”

So, zum Schluss noch ein “Esoterikpunkt”, hihi. Mein Leben lang beschäftige ich mich mit Pferden. Mein Leben lang hab ich gebraucht, um zu verstehen, dass Reiten so viel mehr ist als einfach nur “technische Hilfen zu geben”. Reiten ist immer (und ggf. sogar nur) “Arbeit an uns selbst”. Mein Lusitano Rufino hat mir diese Erkenntnis so deutlich gemacht, dass ich sie ENDLICH verstehen konnte (und musste). Was ich Dir am Schluss von diesem Blogbeitrag noch “mit auf dem Weg geben möchte”, ist: Versuche, zuerst “bei dir selbst anzukommen”, bevor Du von Deinem Pferd perfekte Hilfenreaktion erwartest. Was ich damit meine?

Wenn Du gestresst  und ggf. sogar zu spät von der Arbeit kommst, Du dann wie ein kleiner Maniac noch in den Stall hudelst, und Dich schnell auf Dein Pferd setzt und “noch kurz ein paar Runden zu reiten”, dann kann ich Dir im Vorhinein sagen: “Das wird nix”. Wenn wir Menschen nicht in unserer Mitte sind, uns nicht körperlich und geistig “spüren”, noch immer 1.000 Todo-Listen in unserem Kopf rattern und wir schon an unseren morgigen Besprechungstermin denken, dann wird das Reiten “technisch” und niemals wirklich “harmonisch” ausfallen. Wenn Du jemals das Gefühl hattest, eins mit einem Pferd zu sein, IN Deinem Pferd zu sitzen und nicht AUF Deinem Pferd, sondern wie ein Zentaur als völlige Einheit mit Deinem Pferd zu tanzen, dann weißt Du, was ich unter harmonischem Reiten verstehe. Und dieses Gefühl wirst Du nur erreichen, wenn Du eine echte “Stille” in Deinem Kopf hast und ein offenes Herz für Dein Pferd…

Sandra Fencl Wege losgelassener Sitz

Innere Stille ist essentiell für gutes Pferdetraining.
Foto: Alisa Konrad

Wenn Du das Gefühl hast, dass Du diese Stille und Offenheit nicht hast und an diesem Tag auch nicht mehr erreichen kannst, dann hab den Mut auch mal NICHT zu reiten! Oft ist es besser, an solchen Tagen nur eine Runde spazieren zu gehen oder Dein Pferd alternativ mit Zirkuslektionen oder Bodenarbeit zu “bespaßen” oder vielleicht dem Pferd sogar komplett einen Ruhetag zu gönnen. Denn besser ist KEIN Training, als frustrierendes, negatives Training. Das kannst Du mir glauben…

In diesem Sinne hoffe ich, dass ich Dir ein paar Gedankenanstöße zum Thema Hilfengebung geben konnte und freue mich über Kommentare und etwaige Likes und Shares auf meiner Facebookseite: www.facebook.com/sandra.fencl

Bis bald!
Deine Sandra

PS: Hier geht´s noch zum Webinar-Video zum ganzheitlichen Verständnis und Korrektur der natürlichen Schiefe des Pferdes. Ein Thema, das mir ganz besonders am Herzen liegt:

https://www.edudip.com/w/238762

Alle Webinare im Überblick findest du hier:

https://www.edudip.com/academy/sandra.fencl2

 

 

 

Aktuelle Webinartermine!

Liebe Pferdefreunde,

ich freue mich RIIIIESIG über das tolle Feedback zu meinen neuen Webinaren, die ich als Dozentin auf Edudip halte.

Hier findest du nun meine aktuellen Webinare als Übersicht:

 

1. Die natürliche Schiefe des Pferdes verstehen und ganzheitlich korrigieren

 

Weitere Informationen und die Anmeldung zum zweiteiligen ganzheitlichen Online-Schiefen-Webinar findest du auch hier: https://www.edudip.com/w/238762

Termine sind:
Dienstag, 18.04.2017, 19:00 – 21:00 Uhr
Dienstag, 02.05.2017, 19:00 – 21:00 Uhr

Dieses Seminar ist auch buchbar, wenn der 1. Webinartermin bereits vergangen ist. Du bekommst die Videoaufzeichnungen beider Termine zur Verfügung gestellt und kannst diese so oft ansehen, wie du möchtest. Außerdem erhälst Du die PDF-Powerpointpräsentation (zum Ausdrucken, wenn Du magst) für Deine Unterlagen. 

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Die natürliche Schiefe des Pferdes ist häufig ein unterschätztes, und gleichzeitig ernst zu nehmendes Gesundheitsrisiko für Dein Pferd.

Als ganzheitliche Pferdegesundheitsexpertin (u.a. Pferdeosteopathin, Physiotherapeutin, Hufpflegerin etc.) und Trainerin sehe ich immer wieder, dass ca. 80 % aller Probleme des Bewegungsapparates, aber auch Rittigkeitprobleme bis hin zu “Problempferdeverhalten”, direkt oder indirekt aus einer zu wenig korrigierten natürlichen Schiefe des Pferdes resultieren.

 

In dieser zweiteiligen Webinarreihe möchte ich dir ganzheitliches Verständnis vermittelt,

-> wo die Schiefe herkommt

-> wie sich die Schiefe Deines Pferdes auf seine Physis, Psyche und sein Trainingsverhalten auswirkt

-> wie man die Schiefe des eigenen Pferdes erkennt (rechts oder links hohl)

-> und natürlich GANZ WICHTIG: die individuelle und ganzheitliche Korrektur der Schiefe des Pferdes!

 

Ich zeige Dir meinen ganz genauen Ausbildungsweg vom jungen Pferd bis zum gut ausgebildeten Reitpferd. Erfahre, wie auch Du ein Pferd von Anfang an korrekt gerade richtest und welche Übungen und Trainingsinhalte dafür wichtig sind!

Im Anschluss an beide Webinare gibt es eine ausführliche Fragenbeantwortung :)

Du erhältst nach dem Webinar auch das gesamte Video zum späteren Ansehen und die Powerpoint-Präsenation als PDF, sodass Du auch später noch mal etwas nachsehen kannst :)

 

Ich freu mich auf Dich und diese äußerst wichtige Webinarreihe!
Deine Sandra

 

Termine sind:

Dienstag, 18.04.2017, 19:00 – 21:00 Uhr
Dienstag, 02.05.2017, 19:00 – 21:00 Uhr

 

 

 

2. So fütterst du dein Pferd gesund!

Mehr über die gesunde (Kräuter-) Fütterung für Pferde (inklusive umfassende Präsentation im PDF-Format zum Herunterladen) findest du hier: https://www.edudip.com/w/236910

In diesem 3,5 stündigen Webinar beschäftigen wir uns detailliert mit:

-> Raufutter als wichtige Basis der Pferdefütterung + häufige Fehler!

-> Wie viel und welches Kraftfutter braucht mein Pferd?

-> Natürliche versus künstliche Zusatzfutter!

-> Kräuterfütterung beim Pferd, wichtige Hinweise!

- > Richtige Fütterung für entspannte Pferde und lockere Muskeln!

- > Guter Futterverwerter, was tun?

- > Die Darmflora des Pferdes, warum ist sie so unglaublich wichtig und wie baut man sie auf?

- > Fütterungsprobleme und häufige “Zivilisationsprobleme” beim Pferd!

VIEL SPASS BEIM ANSEHEN!
Deine Sandra :-)

 

P.S. Übrigens: einmal gekaufte Webinare kannst du dir so oft ansehen wie du möchtest und die entsprechende Präsentation dazu kannst du einfach herunterladen und ausdrucken :-)

 

 

Weitere Infos zu meiner Person unter: http://www.sandrafencl.com/meine-ausbildungen/

Weitere Informationen und die Anmeldung zum ganzheitlichen zweiteiligen Online-Schiefen-Webinar findest du hier: https://www.edudip.com/w/235160

 

HIER geht’s zu meinen Webinaren und zu mehr Infos! Ich freue mich auf Dich :)

 

Erfolgreiches Pferdetraining: Der Glaube an Dich selbst kann Berge versetzen!

Viele Pferde durfte ich selbst in meinem Leben ausbilden und gesundheitlich unterstützen. Viele Reiter durfte ich teilweise über viele Jahre als Ausbilderin begleiten. Was mir dabei aufgefallen ist, ist, dass viele Reiter zu wenig an sich und ihr Pferd “glauben”.

Ich hatte die große Freude, so querbeet alles an Pferdetypen trainieren zu dürfen, wie wahrscheinlich nur wenige Trainer: Vom kleinen, untersetzten Pony, über Gangpferde mit nur zwei Gängen (nämlich Schritt und “Schweinepass”), bis hin zum aggressiven Haflinger, in Rollkur angerittenen Friesen (natürlich nicht von mir!), total nervöse Durchgänger-Trakehner, Araber mit massivem Senkrücken – und das bereits in jungen Jahren, über erstaunlich talentierte Dressur-Noriker bis hin zu meinem eigenen, total Mangel ernährten Lusitano, um nur einige wenige Beispiele zu nennen…

Und egal welches kleine, unscheinbare “Etwas” (und nicht allzu selten auch “Häufchen Elend”) ich freudestrahlend in Empfang genommen habe, ich habe immer an diese Pferde von Anfang an geglaubt. Ich habe, egal wie überbaut, unterbemuskelt, bretthart, taktgestört, hysterisch und tw. sogar gefährlich sie waren, immer das Schöne an und in ihnen gesehen und mich RIESIG über jeden Micro-Fortschritt gefreut… und ich denke, genau diese Einstellung ist es, warum viele dieser wenig talentierten, “problematischen” Pferde erstaunlich schnell und erstaunlich unkompliziert wurden und sich in ihrem Verhalten gegenüber dem Menschen, in ihrer Arbeitsmotivation und in ihrer Ausstrahlung innerhalb kürzester Zeit um 180 Grad “gedreht” haben…

Pferden wie Menschen tut es gut, positiv bestärkt zu werden!

Pferden wie Menschen tut es gut, positiv bestärkt zu werden!

Denn seien wir mal ehrlich: Auf uns selbst bezogen – wenn wir jemand haben, der uns immer wieder sagt: “Du schaffst das! Das wird schon! Du bist ein toller Mensch! Ich bin stolz auf Dich!” Geht das nicht runter wie Öl? Tut das nicht jedem (noch so kleinen) Ego gut und macht uns “stärker” und bringt dadurch auch mehr Sicherheit, Ausstrahlung und damit Schönheit zu Tage?

Warum ich diesen Blogbeitrag schreibe? Weil ich möchte, dass DU and DICH und DEIN Pferd glaubst! Grenzen und somit unerschöpfte Potenziale beginnen im Kopf. Und das ist schade, wenn man nicht all sein Potenzial nutzt… Denn jeder Mensch und jedes Pferd ist einzigartig. Und jeder kann andere inspirieren.

Ich war immer “anders”. Meine Pferde laufen seit ca. 15 Jahren alle barhuf (sogar die Isländer, die angeblich dann nicht tölten können! Zumindest wurde mir das immer gesagt).  Mein Lusitano ist im Aktivstall – ohne Decke, und fühlt sich pudelwohl. Ich reite gern ohne Gebiss, ohne Sattel, also eigentlich ohne alles und ja, ich habe auch keine Angst so zu springen und meinen Lusitano kann ich überall auf dieser Welt frei lassen, auch an fremden Ställen, bei Messen o.Ä. Ich weiß, er wird immer bei mir bleiben.

In vielen Ställen werde ich deshalb erst mal komisch angesehen. Aber nach dem ersten “Schock” der Andersartigkeit sind die Leute oft interessiert, warum mein Lusitano mich selbstständig von der Aufstieghilfe abholt, oder warum ich auch “ohne Zwang” tolle Leistungen von meinen Pferden geschenkt bekomme und sie kaum schwitzen dabei. Es ist eine tiefe Verbundenheit, die ich schnell mit Pferden aufbaue. Weil ich sie genau so, wie sie sind, akzeptiere und ehrlich von Herzen schön finde.

Mein Lusitano legt sich für mich überall hin... für mich, ein großer Vertrauensbeweis dieses ehemaligen Wildpferdes :)

Mein Lusitano legt sich für mich überall hin… Für mich, ein großer Vertrauensbeweis dieses ehemaligen Wildpferdes.

Jeder hat seine kleinen Fehler. Jeder hat kleine Makel oder ggf. auch (grössere) körperliche Defizite. Anstatt darüber zu lamentieren, ist es besser, die schönen Seiten (von Menschen und Pferden) zu sehen und sich über jeden Fortschritt in der Entwicklung wie ein kleines Kind zu freuen. Und genau diese Freude ist es, die Pferde an mir mögen (das glaub ich zumindest). Und diese Freude kommt zurück – mit Garantie…

Deshalb meine Bitte an Dich: Wenn Du das nächste Mal zu Deinem Pferd gehst, sag nicht: “Mein Wallach kann das nicht oder meine Stute lernt das nie, sie hat einfach kein Talent für XY.” Stell Dir mit all Deiner Vorstellungskraft vor, was Du mit genau diesem Pferd in Zukunft erreichen wirst: Fliegende Galoppwechsel, eine perfekte Piaffe, ein Ausritt nur mit Halsring (der Vorschlag kam nicht von mir!), Freiarbeit in Perfektion, ein M-Springparcours…. egal was!

Etwas, das Du schon immer erreichen wolltest. Etwas, wovon Du als Kind schon geträumt hast… Etwas, auf das Du und Dein Pferd wirklich stolz wären! Ich weiß, Du und Dein Pferd könnt das schaffen. Denn Ausdauer und ein positives inneres Bild sind VIIIIIIIIEL wichtiger als Talent. Meine Pferde und ich sind der lebende Beweis dafür.

Meine Isländermaus beim etwas übermotivierten Spanischen Schritt, hihi.

Meine Isländermaus beim etwas übermotivierten Spanischen Schritt, hihi.

Meine Isländermaus z.B. hat kleine, kurze Beinchen, einen tiefen, schweren, kurzen Hals, ganz wenig Widerrist und ist sehr “rumpfig” (also “kugelig”) gebaut und hat auch noch fünf Gänge zu sortieren. Kurz gesagt, ist sie wahrscheinlich kein großes Dressurtalent und biomechanisch gesehen so gar kein Talent für beispielsweise spanischen Schritt oder ähnliche Lektionen. Aber ich denke, das hat ihr noch nie wer gesagt!!! Sie ist ein bisserl wie eine Hummel, die eigentlich nach aerodynamischen Gesetzen nicht fliegen können dürfte, und es trotzdem tut… Fjola’s  Trainingseinstellung ist in jedem Fall: “Was der Lusitano kann, kann ich schon gleich drei Mal.

Und so arbeitet sie eisern mit mir an ihrer Geschmeidigkeit, ihrem Takt in fünf (!!) Gängen, ihrer Schulterfreiheit und ihrer Fähigkeit, die Balance nach hinten zu verschieben… Mit einer Begeisterung, die nur schwer zu toppen ist! Und ich weiß, irgendwann kann auch sie hohe Lektionen. Irgendwann wird auch sie piaffieren. Und im Endeffekt ist es völlig egal, wann das ist. Denn der Weg ist das Ziel und der gemeinsame Weg mit meinen (und Euren) Pferden ist das, was mir einfach RIESIG Freude bereitet.

In diesem Sinne wünsche ich Dir: Setze Dir und Deinem Pferd KEINE (geistigen) Grenzen. Egal was, Ihr könnt es schaffen – wenn Du nur ganz fest daran glaubst und jeden Schritt und kleinen Erfolg in Freude mit Deinem Pferd gehst, steht die Welt Euch offen!

Ich wünsch Dir und Deinem Pferd viel gemeinsame Freude beim Training und alles Liebe!
Deine Sandra, Rufino & Fjola

PS: Wenn Du mehr über motivierendes und gymnastisch sinnvolles Pferdetraining erfahren möchtest, bist Du in meinem nächsten zweiteiligen Webinar zur natürlichen Schiefe des Pferdes GENAU richtig :) Es gibt übrigens eine Videoaufzeichnung und alle Folien als PDF, falls Du an einem (oder auch beiden) Terminen nicht kannst, hast Du also auch so alle Unterlagen zur Verfügung und kannst auch im Nachgang noch Fragen an mich stellen :) Eine tolle Sache, diese Online-Webinare!!
Schau einfach mal hier vorbei: https://www.edudip.com/w/238762

 

PPS: Ich bin jetzt auch auf Instagram: https://www.instagram.com/sandra.fencl

 

 

Der losgelassene Reitersitz – ELEMENTAR für ein gesundes Pferd!

Kennst Du das auch?

  • Dein Pferd läuft nicht ausreichend losgelassen beim Reiten
  • Die Anlehnung ist nicht konstant
  • Es geht nicht schwungvoll vorwärts oder rennt Dir unterm Sattel davon
  • Du kannst es schlecht aussitzen und es wirft den Kopf hoch
  • Der Takt ist gerade in Wendungen unregelmäßig
  • Dein Pferd leidet regelmäßig unter Verspannungen und Blockaden, obwohl Du Sattel, Haltung etc. optimiert hast?

 

Dann könnte es vielleicht daran liegen, dass Du selbst manchmal nicht losgelassen bist. Bereits langes Sitzen im Büro, zu wenig Ausgleichssport, ein Sturz oder banale Dinge wie eine schlechte Matratze oder Stress in der Arbeit führen bei vielen Reitern zu eingeschränkter Beweglichkeit.

Häufig sucht man oder frau aber erst einmal die „Schuld“ beim Pferd und nicht bei sich selbst. Hand aufs Herz – wann hast Du zum letzten Mal etwas für DEINE Beweglichkeit und Losgelassenheit getan? Wie locker und elastisch würdest Du Dich einschätzen? Locker genug um ein verspanntes Pferd zu lösen? Oder ist es eventuell möglich, dass Deine eigenen Verkrampfungen und Schiefe das Pferd stören und in seiner freien Bewegung ggf. behindern.

Wirklich erfolgreiche Reiter (und damit sind nicht nur Sportreiter und Profireiter sondern auch „ambitionierte, gewissenhafte Amateure gemeint), machen regelmäßigen Ausgleichssport und einfach ein paar Lockerungsübungen jede Woche, damit sie fit sind für ihren Sportpartner Pferd – denn Dein Pferd sollte es Dir Wert sein :)

 

Hier findest du ein paar kostenlose Lockerungs- und Mobilisationsübungen für DICH! Viel Spaß! Deine Sandra

 

 

 

 

Du hast Interesse an einem Reitkurs oder einer Sitzschulung? Alle Seminare findest du hier: http://www.sandrafencl.com/events/ oder nimm unverbindlich Kontakt mit mir auf über E-Mail an info@sandrafencl.com! Ich freue mich :)

Häufiges Gähnen des Pferdes im Training: Was bedeutet das?

Du wunderst dich, warum dein Pferd im Training oft gähnen muss und weißt nicht, wie du dieses Verhalten interpretieren sollst? Dann bist du nicht allein! Sehr viele Reiter (sogar erfahrene!) wissen dieses Zeichnen nämlich nicht richtig zu deuten.

Heute decke ich das Mysterium mal ganz verständlich für euch auf und stelle obendrein einige Ideen zur Lösung des Problems vor.

Aber Achtung: Gähnen muss nicht zwangsläufig negativ behaftet sein! Hast du zum Beispiel gewusst, dass Pferde dadurch auch einfach Verspannungen lockern können?

Klick dich jetzt rein und erfahre alles zum Phänomen Gähnen beim Training: VIEL SPASS! Deine Sandra

 

Konsequenz in der Pferdeerziehung – für Harmonie zwischen Pferd und Reiter

Das richtige Maß an Konsequenz im Training, aber auch im täglichen Umgang mit unserem Partner Pferd zu finden ist schwer. Vor allem auch, weil jeder von uns mal gute und mal schlechte Tage hat und darum reißt der Geduldsfaden je nachdem auch schneller oder eben nicht.

Doch gerade Konsequenz ist sooo wichtig um eine HARMONIE zwischen Reiter und Pferd zu erschaffen und so beiden Seiten Spaß am Training zu bereiten. Denn nur ein konsequent erzogenes Pferd kann sich hundert prozentig auf seinen Reiter VERLASSEN und das ist elementar für ein Fluchttier, was Sicherheit braucht um sich entspannen zu können!

Aber wo fängt Konsequenz an und ab wann bin ich ungerecht zu meinem Vierbeiner?

In diesem Video beantworte ich Dir diese Frage und gebe Dir wertvolle Tipps mit auf den Weg, wie Du Verhaltensweisen bei Deinem Pferd durchsetzt, ohne es dabei unfair zu behandeln, oder es zu überfordern.

Das ganze Video findest Du auf meinem YouTube-Kanal:

Ich wünsche Dir viel Spaß mit diesem Video und freue mich über Feedback! Wie konsequent bist du mit Deinem Pferd und was sind für Dich absolute No-Gos in der Pferdeerziehung??

Wenn auch Du der Meinung bist, dass Konsequenz eines der elementarsten Dinge in der Pferdeerziehung ist, dann teile Dieses Video auch gerne mit Deinen Freunden.

Danke!
Deine Sandra

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