Sandra Fencl

Ganzheitliches Pferdewissen aus Leidenschaft!

Kategorie: Trainingsblog (Seite 1 von 5)

Quick-Tipp! Scheues Pferd: So halfterst du schüchterne Pferde auf!

Heute möchte ich mal wieder eine Frage aus meiner Verlasspferde-Onlineausbildungsgruppe „öffentlich“ beantworten, nämlich:

Wie halftert man scheue Pferde am besten auf?

Mein neuer Verlasspferde-Ausbildungskurs startet übrigens im Herbst 2018!!! Wenn auch Du informiert werden möchtest, sobald der Kurs wieder buchbar und online ist, sende mir unverbindlich eine Email an info@sandrafencl.com 🙂

Deine Sandra

Quick-Tipp: Verschwitztes Pferd nach dem Training – so vermeidest Du Erkältungen!

Heute möchte ich mal eine Frage aus meiner Online-Verlasspferdeausbildungsgruppe beantworten, nämlich:

„Was tun, wenn das Pferd nach dem Training geschwitzt hat? Abschwitzdecke und Box, ja oder nein? „

 

Mein neuer Verlasspferde-Ausbildungskurs startet übrigens im Herbst 2018!!! Wenn auch Du informiert werden möchtest, sobald der Kurs wieder buchbar und online ist, sende mir unverbindlich eine Email an info@sandrafencl.com 🙂

Deine Sandra

Quick-Tipp: Wie und wie gut sehen eigentlich Pferde?

Schon gewusst: Pferde sehen anders als Menschen – und es kommt deshalb oft zur Fehlkommunikation

Hast Du gewusst, dass Pferde ein ganz anderes Sehverhalten als Menschen haben?

Pferde haben einen – Beutetier-typischen-fast 360 Grad Rundumblick, im Gegensatz zum Raubtier Mensch, welches beide Augen frontal (auf seine Beute) ausgerichtet hat. Die Augen unserer Vierbeiner nehmen UNABHÄNGIG von einander (monokular) Bilder auf. Deshalb ist die Verknüpfung im Gehirn im Vergleich zum Menschen auch deutlich schlechter. Dies bedeutet, dass ein Pferd einen Gegenstand oder auch eine Lektion von jeder Seite oder jeder Hand bzw. mit jedem Auge „neu wahrnimmt“ und meist auch „neu lernen“ muss. Dies wissen viele Pferdebesitzer nicht und wundern sich, warum sich sich ihr Pferd erst am Heimweg vor einem Siloballen erschreckt, obwohl der am Hinweg auch schon da war. Oder aber warum sich ihr Hotti von rechts so schlecht führen lässt.Wir dürfen nie vergessen, dass unsere Vierbeiner jede Übung im Endeffekt von jeder Seite (meistens) neu lernen müssen!

 

Der Bereich, indem Pferde räumlich sehen können, liegt nur bei ca. 15 bis 20 Grad. Deshalb sollte man den Pferden, wenn sie etwas näher ansehen wollen, die Kopf-Hals-Freiheit gewähren, um den Gegenstand gut räumlich ansehen zu können.

 

Pferde sehen im Dunkeln deutlich besser als wir Menschen, und fühlen sich deshalb auch im Stockfinsteren wohl. Allerdings brauchen ihre Augen etwas länger, um sich von helle auf dunkle Bereiche umzustellen, also wenn man z.B. vom schattigen Wald in die pralle Sonne rausreitet oder von dem hellen Tageslicht in die dunkle Halle kommt, unbedingt dem Pferd (im Schritt) bisserl Zeit geben.  

 

Pferde sehen aber andererseits Farben schlechter als wir. Wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge müssten Pferde Rot gar nicht und grün schlecht (wohl als Grauschattierung) erkennen können. Am besten sehen Pferde gelb und blau.

 

► Und zu guter Letzt aber SEHR wichtig: Pferde sehen Bewegungen DEUTLICH besser als wir! Bereits eine kleine Maus, die sich kaum bewegt, erkennen Pferde sogar im hohen Gras anhand der veränderten Bewegung der Grashalme. WIR ABER NICHT! Und deshalb denken wir oft: „Was spinnt denn mein Pferd heute wieder rum?“ Dabei „spinnt“ es gar nicht, es sieht nur Bewegungen, die wir nicht sehen können… Ich finde, das ist wichtig zu wissen, damit man im Pferdetraining auch fair darauf reagieren bzw. sich darauf einstellen kann! 

 

Übrigens: Wenn auch Du durch mehr Pferdeverständnis und mehr Pferdewissen Dein Pferd zu einem echten Verlasspferd ausbilden möchtest, dann bist Du in meiner kleinen, aber feinen Online-Verlasspferdegruppe GENAU richtig 

Sehr gern geb ich Dir Bescheid, wenn der Kurs wieder startet 

Einfach Email an info@sandrafencl.com senden und ich informiere Dich unverbindlich, sobald es diesen tollen Onlinekurs wieder zu kaufen gibt (die Plätze sind streng limitiert!).
Deine Sandra

Verhaltensauffälliges Pferd: Was tun?

Heute möchte ich mal eine Frage beantworten zum Thema: Verhaltensauffälliges Pferd, was tue ich jetzt?

Egal ob Dein Pferd aggressiv, apathisch oder traumatisiert ist: Hier erfährst Du, welche Unterstützung meiner Meinung nach wichtig ist!

Viel Spaß beim Ansehen dieses wichtigen Videos! 🙂

Deine Sandra

 

PS: Am besten gleich meinen Youtubekanal abonnieren! So versäumst Du keine wichtigen Tipps und Infos mehr 🙂

Kleiner Reitplatz: Ist das ein Problem beim Pferdetraining?

Heute möchte ich mal die Frage beantworten, ob ein kleiner Reitplatz ein Problem für die korrekte Ausbildung eines Pferdes darstellt und warum Vorhandlastigkeit unbedingt im Pferdetraining korrigiert werden sollte! 🙂

Viel Spaß beim Ansehen des Videos! 🙂
Deine Sandra

PS: Am besten gleich meinen Youtubekanal abonnieren! So versäumst Du keine wichtigen Tipps und Infos mehr 🙂

Schreckhaftes Pferd? So gewöhnst Du Dein Pferd an Wasser, Plane, Hänger & Co!

Du hast ein schreckhaftes Pferd und weißt nicht so recht, wie Du damit umgehen sollst?

In diesem Video gebe ich Dir einen kurzen Einblick in meinen Online-Verlasspferdekurs und gebe Dir einige wirkungsvolle Tipps an die Hand, wie Du mit einem nervösen und schreckhaften Pferd umgehst.
Viel Spaß beim Ansehen! 🙂

Wenn Du unverbindlich weitere Infos zum Online-Verlasspferdekurs erhalten möchtest, dann sende mir am besten gleich eine Email an info@sandrafencl.com 🙂

Ich freu mich auf Dich! Deine Sandra

Von der Kunst mit seinem Pferd neu zu beginnen…

Meine lieben Pferdefreunde!
Ich hoffe, Ihr habt die Weihnachtstage gut verbracht! Jetzt ist es Zeit nach vorne zu schauen, denn das neue Jahr wartet und mit ihm die Chance, das Jahr 2018 zum besten Jahr Deines Lebens für Dich und Dein Pferd zu machen (nicht nur, weil mein Online-Verlasspferdekurs am 14.02.2018 startet, hihi). Ich empfinde den Jahreswechsel jedes Jahr als Chance, das vergangene Jahr zu reflektieren und mit neuem Elan, neuen Ideen und neuer Kraft in ein neues Jahr zu starten!

Heute habe ich mir ein paar Gedanken gemacht, warum es so wichtig ist, auch mit seinem Pferd bewusst Dinge hinter sich zu lassen und „neu zu beginnen“. Viel Spaß beim Lesen und sehr gern auch teilen und weiterleiten, wenn Du die Gedanken als sinnvoll erachtest 🙂

Neues Jahr, neues gemeinsames Glück :)

Neues Jahr, neues gemeinsames Glück 🙂

Eine häufige Krux: Pferde leben im JETZT, viele Menschen in der Vergangenheit

Was ich immer wieder beobachte – und da nehme ich mich selber nicht aus – ist, dass viele Menschen zu sehr an der Vergangenheit festhalten wollen. Ein einfaches Beispiel aus der Reiterpraxis: Wenn das Pferd zB gestern gebuckelt hat, steigen die meisten Reiter schon mit einem mulmigen Gefühl aufs Pferd. Das Pferd spürt aber sofort die Spannung und unterschwellige Angst, und reagiert selbst mit Spannung – und buckelt wieder. Ein Teufelskreislauf beginnt …

Auch bei meinen Therapiekunden ist es oft schwer, alte Probleme wie lange Krankheit oder Taktprobleme „los zu lassen“. Auch wenn das Pferd wieder fit ist, wird es weiterhin geschont und „mit Samthandschuhen angefasst“. Ich verstehe nur zu gut, dass das ein natürlicher Prozess ist, aber eines ist klar: Ein gesundes Pferd möchte „gesund“ behandelt werden. Es möchte nicht nur im Schritt auf geraden Linien vorsichtig geführt werden. Ein gesundes Pferd möchte seine Bewegungskapazität nutzen und gefördert werden!

Pferde sind unheimlich feine, sensible Wesen. Sie merken jeden Gedankengang in uns – und sie verarbeiten das in einer gewissen Art und Weise. Manche Pferde „schauspielern“ sogar bzw. gehen auf die Unsicherheit ihrer Besitzer ein. Sie bewegen sich ganz vorsichtig und werden so für immer „geschont“…

Ein Pferd, das immer nur mit Samthandschuhen angefasst wird, wird nie sein volles Potenzial und auch seine volle Freude an der Bewegung entfalten können. Vielleicht wird es sogar wieder krank, weil es selbst Angst vor der freien Bewegung bekommt. Immer wieder muss ich Therapiekunden ganz klare Anweisungen geben, das Pferd „gesund“ zu behandeln und auch in seiner Bewegung zu fördern und zu fordern, damit es gesund und beweglich wird bzw. bleiben kann 🙂

Auch wenn ein Pferd länger krank oder lahm war, ist es wichtig, nach vorn zu schauen.

Auch wenn ein Pferd länger krank oder lahm war, ist es wichtig, nach vorn zu schauen.


Deshalb: Wenn Dein Tierarzt oder Therapeut Deines Vertrauens sagt, Dein Pferd ist ok, dann behandle es auch so. Ganz normal.
Wie ein Pferd, das Du neu hast, bei dem Du nichts über die Vergangenheit weißt. Arbeite selbstbewusst und mit Freude mit ihm und fördere es, aber überfordere es nicht. Eine positive Grundstimmung im Training ist wahnsinnig wichtig. Nur so kann das Training beiden Spaß machen und Früchte tragen 🙂

Ein weiteres Problem ist, dass die Reiterhilfen oft nicht fair und „exakt“ gegeben werden

Ein klassisches Beispiel aus der Praxis: Ein Pferd ist beispielsweise etwas triebig. Der Reiter weiß das, treibt kurz mit dem Schenkel, das Pferd reagiert nicht, und aus Gewohnheit wird das Pferd mit einem massiven Gertenhieb gestraft. Grundsätzlich habe ich nichts dagegen, die Gerte auch mal effizient einzusetzen, wenn es denn nötig  und gerechtfertigt ist.

ABER: Man muss immer dem Pferd die Chance geben, auf die KLEINST MÖGLICHE HILFE zu reagieren und die Impulse fair steigern. Und wenn man das so von Anfang an macht und das Pferd korrekt ausbildet, dann braucht man eigentlich so gut wie nie eine Gerte 🙂

In diesem konkreten Beispiel hätte man die Gerte nach dem Ignorieren der Schenkelhilfe ruhig einsetzen können, ABER fein! Und wenn das Pferd dann nicht reagiert hätte, etwas „deutlicher“ und dann als dritte Gertenhilfe von mir aus auch wirklich deutlich. Wenn man diesem „Stufensystem“ der Hilfen folgt, weiß das Pferd mit der Zeit ganz klar, „wenn ich auf die 2. Gertenhilfe nicht reagiere, dann wird es etwas unangenehm“  – und es wird mit Garantie (wenn es gesund und leistungsfähig ist), dann bereits auf die erste oder zweite Gertenhilfe, und langfristig sogar auf einen feinen Schenkelimpuls reagieren.

Feine Pferde bekommt man nur durch feine und FAIRE Hilfen. Und fair heißt immer, der Situation entsprechend so fein wie möglich dosiert, jedoch so deutlich wie nötig. Nur das umzusetzen schaffen viele Leute leider nicht. Weil sie teilweise sich gar nicht so wirklich Gedanken machen, wie die Dosierung der Hilfen bzw. „das Ansteigen der Hilfen“ aussehen müsste. Da wird einfach stumpf ins Pferd mit den Schenkeln reingeklopft und auch nicht aufgehört, wenn dann tatsächlich mal eine Reaktion des Pferdes kommt. Das Pferd lernt, es kann es gar nicht richtig machen. Denn auch auf ein Annehmen der Hilfen des Pferdes hat fälschlicherweise weder ein Lob, noch ein „Ablassen“ (also Aussetzen) der Hilfen zur Folge. So können Pferde nicht lernen. So können Pferde auch nicht besser und rittiger werden. So werden Pferde nur frustrierter und demotivierter.

An manchen Tagen ist es "fairer", am Boden zu bleiben, und nicht zu reiten.

An manchen Tagen ist es „fairer“, am Boden zu bleiben, und nicht zu reiten.


Deshalb: Mein Wunsch an Dich fürs Neue Jahr 😉 Bevor zu Deinem Pferd gehst:

1. Leere Deinen Kopf. Gehe OHNE ERWARTUNGSHALTUNG zu Deinem Pferd. Vergiss, was gestern war. Freue Dich auf die HEUTIGE Trainingseinheit. Mach Dir zwar Gedanken, wie Du ans gestrige Training anknüpfen möchtest, aber sei positiv eingestellt und hab ein schönes, positives Bild im Kopf (Kein: „Oh Gott, gleich buckelt er wieder!“ – weil wenn Du das erwartest, wird er auch buckeln!).

2. Überprüfe vor dem Training, ob Du mental und körperlich überhaupt fähig bist, reaktiv und effizient und somit pferdegerecht  dem Pferd Signale und Hilfen zu geben. Denn Hilfen – wie der Name schon sagt – sollen dem Pferd HELFEN, besser in seiner Balance und somit besser in seinem Körper zu werden. Sie sollen das Pferd weder abstumpfen noch frustrieren noch unangenehm sein. Nur ein Reiter, der „klar im Kopf (also nicht müde) und körperlich fit“ ist, kann seinem Pferd faire Hilfen geben. Deshalb ist auch Ausgleichssport und vielleicht auch Yoga oder Meditation eine sinnvolle Sache fürs Neue Jahr 🙂

Ich bin auch nicht jeden Tag fit genug, um zu reiten. Auch ich sitze manchmal im Büro und fühle mich danach steif (trotz Sitzball und Schwinghocker). Und manchmal bin ich einfach geistig müde und somit „zu langsam“, um fair und sinnvoll Reiterhilfen zu geben. Was tue ich dann? Ich fahre zu meinen Pferden und mache Freiarbeit oder Zirzensik, das macht unheimlich Spaß und ich komme in „Bewegung“ und „erde“ mich damit auch gleichzeitig 🙂 So habe ich trotzdem meine Pferde sinnvoll gearbeitet, wir hatten gemeinsam Spaß und ich gehe mit einem Lächeln im Gesicht nach Hause.

Würde ich an solchen Tagen zumindest meinen Lusitano (der extrem reaktionsschnell ist) reiten, wären wir danach beide frustriert! Und das bringt gar nichts… Deshalb traue Dich auch mal bewusst NICHT zu reiten – oder sogar zu  Hause zu bleiben. Denn jedes Negativtraining, jedes frustrierende Erlebnis, das Du und Dein Pferd gemeinsam haben, das bringt Euch weder mehr zueinander, noch ist das Training, das Euch in der Ausbildung voran bringt… Manchmal ist weniger halt doch mehr…

Mit diesen stillen Gedanken wünsche ich Dir und Deinem Hottie schon mal einen guten Rutsch in ein fröhliches, gesundes und auch erfolgreiches Jahr 🙂 Falls Du übrigens Interesse hast, mehr über pferdegerechte Ausbildung zu lernen, setze ich Dich sehr gern auf meinen unverbindlichen Newsletter für meine Online-Verlasspferdeausbildung 🙂 Einfach Email an info@sandrafencl.com senden und schon bekommst Du alle Infos und kostenlose Videoinhalte zugesendet 🙂

Faires Training macht allen Spaß :

Faires Training macht allen Spaß 🙂

Alles Liebe!
Deine Sandra, Rufino und Fjola

PS: Wie Du Dein Pferd auf die Silvester-Knallerei vorbereitest, habe ich in diesem Blogbeitrag zusammengefaßt:
http://www.sandrafencl.com/aktuelles-114-133/aktuelles-132/10-tipps-fuer-ein-entspanntes-pferd-an-silvester/

Der Reitsimulator in Aschheim/München im Test bei Sandra Fencl

Vor kurzem hatte ich die Ehre, den Reitsimulator Sir Wilson von Sheron Adam in Aschheim bei München testen zu dürfen. Sheron hat sich unheimlich viel Zeit für mich und all meine Fragen (und Videos, die ich drehen wollte) genommen. Vielen Dank hierfür, Sheron! Die frühere Stewardess und aktive Reiterin hat selbst einen tragischen, und gleichzeitig bemerkenswerten Weg hinter sich gebracht. Wie Sheron selbst zum Reitsimulator kam und warum jeder Reiter mal auf einem „Sir Wilson“ oben gesessen haben sollte, erfährst Du in diesem Videointerview:

 

Nach einer kurzen theoretischen Einführung ging es dann schon los für mich 🙂 Tja, was soll ich sagen? Ich war erst mal ziemlich skeptisch, wie man überhaupt auf so einem Reitsimulator-Pferd sitzt und reitet. Aber schon nach einem kurzen Proberitt war ich echt begeistert.

Das Sitz- und Reitgefühl ist tatsächlich fast genauso wie bei einem echten, lebenden Pferd. Sir Wilson ist gut besattelt und gezäumt und man fühlt sich sofort wohl. Die Gangarten sind erstaunlich „naturgetreu“ und zeigen einem sehr schnell, wie man sitzt. Es gibt Sensoren in den Zügeln, unter dem Sattel (zur Messung der Gewichtsverteilung) und drei Sensoren für die Schenkelhilfen – also für die vorwärtstreibende Schenkellage, seitwärtstreibende Beinhilfen und für den Schenkel in zB verwahrender Position weiter hinten. Die Messungen sind erstaunlich genau  🙂

Als Erstes habe ich einen „Testritt“ in allen drei Grundgangarten gemacht, sodass man erkennen kann, wie ich sitze und wie meine Hilfengebung bzw. auch Beweglichkeit in den drei Gangarten ist. Danach habe ich mich noch im Dressurviereck versucht (das war für mich am schwierigsten), sowie das Lektionen Reiten wie Seitengänge, Galopp-Piroutte, Fliegende Galoppwechsel und Pi und Pa (Piaffe und Passage) ausprobiert, und zum Abschluss gab’s noch einen Ritt am Strand mit Galopp über die Dünen, sehr cool! Man kommt sich echt fast wie beim Reiten vor, so realistisch ist das alles aufgebaut.

Hier siehst Du das Video vom Testritt und kurze Sequenzen aus den anderen Bereichen:

Ich muss sagen, ich war wirklich beeindruckt vom Reiterlebnis mit Sir Wilson. Ich persönlich bin ja der Meinung, dass man IMMER an seinem Reitersitz weiter arbeiten sollte, egal auf welchem Niveau man aktuell steht. „Gelebten Tierschutz“ nenne ich das Training am Reitersitz. Die wichtigste Erkenntnis an diesem Tag für mich war,  dass ich tendenziell etwas mehr Druck mit dem rechten Schenkel gebe. Eine für mich wichtige und interessante Feststellung, die mir so noch kein Reitlehrer (wie auch?) mitgeteilt hatte! Ich kann jedem Reiter so ein Reitsimulatortraining nur empfehlen. Egal ob Anfänger, Fortgeschrittener oder S-Dressurreiter: Jeder wird sicherlich das eine oder andere (oder auch unzählige) Aha-Erlebnisse haben.

Für mich war es in jedem Fall sicherlich nicht der letzte Besuch bei Sheron und Sir Wilson in Aschheim bei München 🙂 Übrigens, am 15.12.2017 kannst Du mit etwas Glück eine individuelle Schnuppereinheit bei Sheron und Sir Wilson in meinem Facebook-Adventskalender gewinnen 🙂 Einfach mitmachen unter www.facebook.com/sandra.fencl

Weitere Infos zum Reitsimulatortraining in Aschheim findest Du hier:
http://www.reitsimulator-muenchen.de/

Viel Erfolg in jedem Fall allen, die einen Ritt auf dem Simulatorrappen „wagen“, es lohnt sich mit Sicherheit!
Deine Sandra

PS: Für regelmäßige Produkttests und viele kostenlose Tipps und Infos, meld Dich unbedingt rechts auch für meinen Newsletter an oder schreib mir einfach eine Email an info@sandrafencl.com

 

Gedanken zum Sonntag: Warum Beschwichtigung nicht immer gut bei nervösen Pferden ist…

Neulich reite ich mit meiner Isländerstute Fjola und mit meinem Berittpferd Afra als Handpferd aus. Mittlerweile ist Afra ein sehr braves Handpferd und ist auch schon deutlich unerschrockener im Gelände. Auch die Kuhphobie haben wir schon sehr gut unter Kontrolle bekommen… Aber dieser Handpferde-Ausritt mit ihr ist anders. Denn das erste Mal sitzt eine Reiterin auf ihr drauf… Um genau zu sein: Ihre Besitzerin 🙂

Wenn es möglich ist, versuche ich bei Berittpferden so früh wie möglich die Besitzer ins tägliche Training zu integrieren. Das ist wichtig, damit auch sie (nicht nur ich) später mit dem Jungpferd gut zu recht kommen. Wir reiten also aus. Afra ist brav und entspannt und kümmert sich eigentlich gar nicht um ihr Frauchen im Rücken. Dann kommen wir an einer Rinderweide vorbei. Es sind ca. 30 (!!!) Rinder auf dieser Wiese.

Dank Handpferde-Training konnte Afra ihre Rinderphobie überwinden :)

Dank Handpferde-Training konnte Afra ihre Rinderphobie überwinden 🙂

Die Rinder sehen uns mit einem echten Kuhblick an und plötzlich laufen sie alle auf uns zu. ALLE!!! Das bedeutet 30 Rinder mit Glocken, die sich im Trab auf uns zu laufen… Ich schlucke gedanklich kurz, mein Jungpferd auch. Afra wird unsicher und wird langsamer und prustet schon bisserl aufgeregt lautstark durch die Nüstern. Mit scharfer Stimme spreche ich sie an: „Afra, vorwäääääääärts!!! Vorwärts!“. Sie gehorcht und entspannt sich. Ich bin zufrieden mit ihr und lobe sie daraufhin ausgiebig.

Danach erkläre ich der Besitzerin, dass es extrem wichtig ist, in etwas brenzligen Situationen ein unsicheres Pferd NICHT zu beschwichtigen. Du wirst jetzt vielleicht denken: „Warum ist es schlecht, ein unsicheres Pferd zu beschwichtigen?“ Das kann ich Dir genau sagen: „Weil es merkt, dass irgendetwas „gefährlich“ ist. Wenn Du aber – so wie ich in dieser Situation – eher „strenger“ mit dem Pferd bist, es also eher „scharf“ anredest (nicht zu verwechseln mit zB scharfem Gerteneinsatz), dass es sofort vorkommen soll, weil es zB langsamer geworden ist, dann hat es 1. gar nicht so viel Zeit, über die Rinderherde nachzudenken und 2. merkt es, dass ich „trotz Rinderherde“ ganz normal weiter reite und auch weiter korrigiere…

Ich verhalte mich also ganz natürlich, als ob da gar nichts wäre… Und so versteht das Jungpferd dann auch, dass ich mich so gar nicht um die Rinder kümmere. Denn ich korrigiere das Jungpferd wie gewohnt. Wenn man ein Jungpferd (oder auch ein „erwachsenes“ Pferd) in solchen Situationen großartig „betüddelt“ und beruhigen versucht, dann werden viele Pferde erst recht nervös, weil sie merken, irgendwas ist anders bzw. aufregend.

Sinnvoll ist es auch, ein Pferd zB beim Reiten mit Stellung oder Seitengängen zu beschäftigen und den Schenkelgehorsam sofort einzufordern. Auch dann vergessen viele Pferde total auf die ursprünglich „gefährliche“ Situation und konzentrieren sich auf ihre Lektion. So lernt ein junges Pferd von Anfang an auch in schwierigen Situationen zuzuhören, und somit gehorsam und kontrollierbar zu bleiben. Es ist aber wie alles wichtig, dies auch von Anfang an richtig und konsequent einzufordern 🙂

Denn was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr – oder nur mehr schwer. Huch, das reimt sich sogar. 🙂 So, das waren meine kurzen, aber wie ich finde trotzdem wichtigen Gedanken zum Sonntag!

Den Ausbildungsweg von Afra gibt es übrigens demnächst auch als Onlinekurs zu bewundern… 🙂 Ich kann versprechen, diese Videoserie in meinem Verlasspferde-Onlineseminar wird interessant, lehrreich und auch amüsant werden! Denn Afra hat nicht nur eine lustige Trainerin, sondern hat immer auch die eine oder andere lustige Idee!

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In diesem Sinne einen schönen Sonntag wünschen

Afra und Sandra

Gedanken zum Sonntag: Warum man ohne Erwartungen sein Pferd reiten sollte

Gestern hatte ich viel Büroarbeit zu bewältigen, also war ich etwas spät bei meinen Pferden. Zu allerst habe ich mein Berittpferd trainiert, danach hatte ich (wegen Stallzeiten) nur noch 1 Stunde Zeit für meine beiden eigenen Hotties, Isistute Fjola und Lusitanowallach Rufino. Ich überlege also, wie ich in weniger als 60 Minuten jetzt noch beide Pferde sinnvoll arbeiten könnte. Ich habe mich dann für „Handpferde Reiten in der Halle“ (es hat aus Kübeln geregnet und war schon dunkel) entschieden.

Also reite ich Rufino und Fjola trottelt brav im Schritt nebenher. Alle meine eigenen und alle meine Berittpferde werden zu Handpferden ausgebildet. Egal ob Friesenhengst oder Minishetty, ich finde Handpferdetraining eine überaus sinnvolle und auch praktische Trainingsform (übrigens lernt man das in meinem Online-Verlasspferdekurs mit Start Anfang 2018!!!). Ich reite also Schritt. Es ist kalt und nass draußen und Rufino ist etwas unbalanciert. Ich öffne den linken Zügel, damit er etwas mehr Gewicht auf die linke Schulter bringt und die rechte nicht so überlastet. Er schnaubt ab.

Balance hat sehr viel mit „Wohlbefinden“ zu tun. Wenn Du es schaffst, Deinem Pferd ein besseres Gleichgewicht zu geben, wird es Dich dafür allein schon lieben 😉 Ich korrigiere seinen Rumpf der nach rechts drückt. Ich reite noch immer Schritt. Ich fange mit diversen Seitengängen an. Die kleine Fjola versucht als Handpferd die Seitengänge mit zu machen (sie entwickelt sich gerade zu einem echten Streberpony).

Ich versuche, die Stellung von Rufino nach rechts zu verbessern. Spiele immer wieder locker am Zügel ab, gebe immer wieder nach, damit er den Hals verlängert, wechsle häufig die Hand und die Ausrichtung (also den Seitengang). Er schwingt immer mehr mit den Hinterbeinen durch und lockert sich im Genick. Wir sind noch immer im Schritt. 45 Minuten sind schon vorbei.

Ich überlege, ob ich noch etwas trabe. Aber irgendwie hab ich das Gefühl, Rufino ist heut nicht so weit. Ich arbeite also weiter im Schritt an den Seitengängen, mache Tempounterschiede im Schritt und immer wieder eine ganze Parade gefolgt von ein paar Tritten rückwärts.

Es ist jetzt 8 Minuten vor 22 Uhr (um 22 Uhr ist Stallruhe). Ich denke: „Ach, ein paar kleine Piaffetritte könnte ich zum Schluss noch probieren„. Rufino ist ein sehr bemühtes Pferd, aber die Piaffe fällt ihm schwer. Piaffe ist eine Lektion, wofür manche Pferde wahnsinniges Talent haben, und andere nicht. Rufino gehört zur 2. Kategorie. Lernen können diese zugleich lösende und versammelnde Übung alle Pferde. Nur wie schön oder gut der Ausdruck dann ist, bleibt am Ende doch auch ein bisserl Talentfrage. Mir ist es egal, wie „wow“ oder nicht „wow“ Rufino piaffiert. Er hat wenig Talent dafür, aber er bemüht sich wie immer sehr. Und langsam aber stetig wird die Piaffe auch „erkennbar“ 🙂

Mental starke Pferde haben immer mental starke Reiter - und das gibt Sicherheit!

Rufino hat wenig Talent für die Piaffe. Aber wir haben Zeit… sehr viel Zeit… und so üben und feilen wir an dieser gymnastisch so wertvollen Lektion, bis sie irgendwann ansehnlich ist 🙂

Ich lass ihn nochmals rückwärtsrichten und schnalze kurz mit der Zunge. Ich habe keine Erwartungshaltung. Aber siehe da, Rufino piaffiert so gut wie noch nie. Er tritt ganz gleichmäßig mit beiden Hinterbeinen, beugt ganz geschmeidig seine Hanken, ist gut aufgerichtet und total entspannt. Ganz fleißig und im perfekten Rhythmus präsentiert er mir mit Stolz am losen Zügel seine Piaffe. Ich freu mich wie ein Riesenschnitzel und der erste Gedanke der kommt ist: „Und das, nachdem ich „nur“ Schritt geritten bin.“

Ich erinnere mich an die Worte von einem portugiesischen Trainer, der einmal gesagt hat: „Du musst immer ohne jegliche Erwartungshaltung aufs Pferd steigen. Du musst immer Dein Pferd „fühlen“, entdecken und spüren, wie Du im helfen kannst. Und das jeden Tag neu. Und dann machst Du die Übungen, die ihm helfen, in seinem Gleichgewicht besser zu werden.“

Ich lächle. Ich hatte gar keine Erwartungshaltung an diesem Abend an meine Pferde. Ich bin einfach nur geritten. In aller Stille, ganz allein in der Halle. Ohne Musik. Ohne Lärm. Ohne Ablenkung. Ohne Idee oder vorgefertigten Plan, WAS ich heute reiten werde. Und genau das hat diesen Ritt wahrscheinlich so wunderbar gemacht.

Ich wünsche Euch allen einen einen schönen Sonntag und wundervolle Ritte in aller Stille und ohne große Erwartungen mit Euren lieben Vierbeinern!

Eure Sandra, Rufino und Fjola 🙂

PS: Ich baue gerade an meinem neuen Online-Verlasspferd-Kurs. Wenn Du noch nicht am „unverbindlichen Interessens-Verteiler“ bist, sende mir bitte gern eine Email an info@sandrafencl.com. Ich bin mir GANZ sicher, dass Dir der Kurs super gut gefallen wird 🙂

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