Sandra Fencl

Ganzheitliches Pferdewissen aus Leidenschaft!

Kategorie: Trainingsblog (Seite 1 von 5)

Schreckhaftes Pferd? So gewöhnst Du Dein Pferd an Wasser, Plane, Hänger & Co!

Du hast ein schreckhaftes Pferd und weißt nicht so recht, wie Du damit umgehen sollst?

In diesem Video gebe ich Dir einen kurzen Einblick in meinen Online-Verlasspferdekurs und gebe Dir einige wirkungsvolle Tipps an die Hand, wie Du mit einem nervösen und schreckhaften Pferd umgehst.
Viel Spaß beim Ansehen! 🙂

Wenn Du unverbindlich weitere Infos zum Online-Verlasspferdekurs erhalten möchtest, dann sende mir am besten gleich eine Email an info@sandrafencl.com 🙂

Ich freu mich auf Dich! Deine Sandra

Von der Kunst mit seinem Pferd neu zu beginnen…

Meine lieben Pferdefreunde!
Ich hoffe, Ihr habt die Weihnachtstage gut verbracht! Jetzt ist es Zeit nach vorne zu schauen, denn das neue Jahr wartet und mit ihm die Chance, das Jahr 2018 zum besten Jahr Deines Lebens für Dich und Dein Pferd zu machen (nicht nur, weil mein Online-Verlasspferdekurs am 14.02.2018 startet, hihi). Ich empfinde den Jahreswechsel jedes Jahr als Chance, das vergangene Jahr zu reflektieren und mit neuem Elan, neuen Ideen und neuer Kraft in ein neues Jahr zu starten!

Heute habe ich mir ein paar Gedanken gemacht, warum es so wichtig ist, auch mit seinem Pferd bewusst Dinge hinter sich zu lassen und „neu zu beginnen“. Viel Spaß beim Lesen und sehr gern auch teilen und weiterleiten, wenn Du die Gedanken als sinnvoll erachtest 🙂

Neues Jahr, neues gemeinsames Glück :)

Neues Jahr, neues gemeinsames Glück 🙂

Eine häufige Krux: Pferde leben im JETZT, viele Menschen in der Vergangenheit

Was ich immer wieder beobachte – und da nehme ich mich selber nicht aus – ist, dass viele Menschen zu sehr an der Vergangenheit festhalten wollen. Ein einfaches Beispiel aus der Reiterpraxis: Wenn das Pferd zB gestern gebuckelt hat, steigen die meisten Reiter schon mit einem mulmigen Gefühl aufs Pferd. Das Pferd spürt aber sofort die Spannung und unterschwellige Angst, und reagiert selbst mit Spannung – und buckelt wieder. Ein Teufelskreislauf beginnt …

Auch bei meinen Therapiekunden ist es oft schwer, alte Probleme wie lange Krankheit oder Taktprobleme „los zu lassen“. Auch wenn das Pferd wieder fit ist, wird es weiterhin geschont und „mit Samthandschuhen angefasst“. Ich verstehe nur zu gut, dass das ein natürlicher Prozess ist, aber eines ist klar: Ein gesundes Pferd möchte „gesund“ behandelt werden. Es möchte nicht nur im Schritt auf geraden Linien vorsichtig geführt werden. Ein gesundes Pferd möchte seine Bewegungskapazität nutzen und gefördert werden!

Pferde sind unheimlich feine, sensible Wesen. Sie merken jeden Gedankengang in uns – und sie verarbeiten das in einer gewissen Art und Weise. Manche Pferde „schauspielern“ sogar bzw. gehen auf die Unsicherheit ihrer Besitzer ein. Sie bewegen sich ganz vorsichtig und werden so für immer „geschont“…

Ein Pferd, das immer nur mit Samthandschuhen angefasst wird, wird nie sein volles Potenzial und auch seine volle Freude an der Bewegung entfalten können. Vielleicht wird es sogar wieder krank, weil es selbst Angst vor der freien Bewegung bekommt. Immer wieder muss ich Therapiekunden ganz klare Anweisungen geben, das Pferd „gesund“ zu behandeln und auch in seiner Bewegung zu fördern und zu fordern, damit es gesund und beweglich wird bzw. bleiben kann 🙂

Auch wenn ein Pferd länger krank oder lahm war, ist es wichtig, nach vorn zu schauen.

Auch wenn ein Pferd länger krank oder lahm war, ist es wichtig, nach vorn zu schauen.


Deshalb: Wenn Dein Tierarzt oder Therapeut Deines Vertrauens sagt, Dein Pferd ist ok, dann behandle es auch so. Ganz normal.
Wie ein Pferd, das Du neu hast, bei dem Du nichts über die Vergangenheit weißt. Arbeite selbstbewusst und mit Freude mit ihm und fördere es, aber überfordere es nicht. Eine positive Grundstimmung im Training ist wahnsinnig wichtig. Nur so kann das Training beiden Spaß machen und Früchte tragen 🙂

Ein weiteres Problem ist, dass die Reiterhilfen oft nicht fair und „exakt“ gegeben werden

Ein klassisches Beispiel aus der Praxis: Ein Pferd ist beispielsweise etwas triebig. Der Reiter weiß das, treibt kurz mit dem Schenkel, das Pferd reagiert nicht, und aus Gewohnheit wird das Pferd mit einem massiven Gertenhieb gestraft. Grundsätzlich habe ich nichts dagegen, die Gerte auch mal effizient einzusetzen, wenn es denn nötig  und gerechtfertigt ist.

ABER: Man muss immer dem Pferd die Chance geben, auf die KLEINST MÖGLICHE HILFE zu reagieren und die Impulse fair steigern. Und wenn man das so von Anfang an macht und das Pferd korrekt ausbildet, dann braucht man eigentlich so gut wie nie eine Gerte 🙂

In diesem konkreten Beispiel hätte man die Gerte nach dem Ignorieren der Schenkelhilfe ruhig einsetzen können, ABER fein! Und wenn das Pferd dann nicht reagiert hätte, etwas „deutlicher“ und dann als dritte Gertenhilfe von mir aus auch wirklich deutlich. Wenn man diesem „Stufensystem“ der Hilfen folgt, weiß das Pferd mit der Zeit ganz klar, „wenn ich auf die 2. Gertenhilfe nicht reagiere, dann wird es etwas unangenehm“  – und es wird mit Garantie (wenn es gesund und leistungsfähig ist), dann bereits auf die erste oder zweite Gertenhilfe, und langfristig sogar auf einen feinen Schenkelimpuls reagieren.

Feine Pferde bekommt man nur durch feine und FAIRE Hilfen. Und fair heißt immer, der Situation entsprechend so fein wie möglich dosiert, jedoch so deutlich wie nötig. Nur das umzusetzen schaffen viele Leute leider nicht. Weil sie teilweise sich gar nicht so wirklich Gedanken machen, wie die Dosierung der Hilfen bzw. „das Ansteigen der Hilfen“ aussehen müsste. Da wird einfach stumpf ins Pferd mit den Schenkeln reingeklopft und auch nicht aufgehört, wenn dann tatsächlich mal eine Reaktion des Pferdes kommt. Das Pferd lernt, es kann es gar nicht richtig machen. Denn auch auf ein Annehmen der Hilfen des Pferdes hat fälschlicherweise weder ein Lob, noch ein „Ablassen“ (also Aussetzen) der Hilfen zur Folge. So können Pferde nicht lernen. So können Pferde auch nicht besser und rittiger werden. So werden Pferde nur frustrierter und demotivierter.

An manchen Tagen ist es "fairer", am Boden zu bleiben, und nicht zu reiten.

An manchen Tagen ist es „fairer“, am Boden zu bleiben, und nicht zu reiten.


Deshalb: Mein Wunsch an Dich fürs Neue Jahr 😉 Bevor zu Deinem Pferd gehst:

1. Leere Deinen Kopf. Gehe OHNE ERWARTUNGSHALTUNG zu Deinem Pferd. Vergiss, was gestern war. Freue Dich auf die HEUTIGE Trainingseinheit. Mach Dir zwar Gedanken, wie Du ans gestrige Training anknüpfen möchtest, aber sei positiv eingestellt und hab ein schönes, positives Bild im Kopf (Kein: „Oh Gott, gleich buckelt er wieder!“ – weil wenn Du das erwartest, wird er auch buckeln!).

2. Überprüfe vor dem Training, ob Du mental und körperlich überhaupt fähig bist, reaktiv und effizient und somit pferdegerecht  dem Pferd Signale und Hilfen zu geben. Denn Hilfen – wie der Name schon sagt – sollen dem Pferd HELFEN, besser in seiner Balance und somit besser in seinem Körper zu werden. Sie sollen das Pferd weder abstumpfen noch frustrieren noch unangenehm sein. Nur ein Reiter, der „klar im Kopf (also nicht müde) und körperlich fit“ ist, kann seinem Pferd faire Hilfen geben. Deshalb ist auch Ausgleichssport und vielleicht auch Yoga oder Meditation eine sinnvolle Sache fürs Neue Jahr 🙂

Ich bin auch nicht jeden Tag fit genug, um zu reiten. Auch ich sitze manchmal im Büro und fühle mich danach steif (trotz Sitzball und Schwinghocker). Und manchmal bin ich einfach geistig müde und somit „zu langsam“, um fair und sinnvoll Reiterhilfen zu geben. Was tue ich dann? Ich fahre zu meinen Pferden und mache Freiarbeit oder Zirzensik, das macht unheimlich Spaß und ich komme in „Bewegung“ und „erde“ mich damit auch gleichzeitig 🙂 So habe ich trotzdem meine Pferde sinnvoll gearbeitet, wir hatten gemeinsam Spaß und ich gehe mit einem Lächeln im Gesicht nach Hause.

Würde ich an solchen Tagen zumindest meinen Lusitano (der extrem reaktionsschnell ist) reiten, wären wir danach beide frustriert! Und das bringt gar nichts… Deshalb traue Dich auch mal bewusst NICHT zu reiten – oder sogar zu  Hause zu bleiben. Denn jedes Negativtraining, jedes frustrierende Erlebnis, das Du und Dein Pferd gemeinsam haben, das bringt Euch weder mehr zueinander, noch ist das Training, das Euch in der Ausbildung voran bringt… Manchmal ist weniger halt doch mehr…

Mit diesen stillen Gedanken wünsche ich Dir und Deinem Hottie schon mal einen guten Rutsch in ein fröhliches, gesundes und auch erfolgreiches Jahr 🙂 Falls Du übrigens Interesse hast, mehr über pferdegerechte Ausbildung zu lernen, setze ich Dich sehr gern auf meinen unverbindlichen Newsletter für meine Online-Verlasspferdeausbildung 🙂 Einfach Email an info@sandrafencl.com senden und schon bekommst Du alle Infos und kostenlose Videoinhalte zugesendet 🙂

Faires Training macht allen Spaß :

Faires Training macht allen Spaß 🙂

Alles Liebe!
Deine Sandra, Rufino und Fjola

PS: Wie Du Dein Pferd auf die Silvester-Knallerei vorbereitest, habe ich in diesem Blogbeitrag zusammengefaßt:
http://www.sandrafencl.com/aktuelles-114-133/aktuelles-132/10-tipps-fuer-ein-entspanntes-pferd-an-silvester/

Der Reitsimulator in Aschheim/München im Test bei Sandra Fencl

Vor kurzem hatte ich die Ehre, den Reitsimulator Sir Wilson von Sheron Adam in Aschheim bei München testen zu dürfen. Sheron hat sich unheimlich viel Zeit für mich und all meine Fragen (und Videos, die ich drehen wollte) genommen. Vielen Dank hierfür, Sheron! Die frühere Stewardess und aktive Reiterin hat selbst einen tragischen, und gleichzeitig bemerkenswerten Weg hinter sich gebracht. Wie Sheron selbst zum Reitsimulator kam und warum jeder Reiter mal auf einem „Sir Wilson“ oben gesessen haben sollte, erfährst Du in diesem Videointerview:

 

Nach einer kurzen theoretischen Einführung ging es dann schon los für mich 🙂 Tja, was soll ich sagen? Ich war erst mal ziemlich skeptisch, wie man überhaupt auf so einem Reitsimulator-Pferd sitzt und reitet. Aber schon nach einem kurzen Proberitt war ich echt begeistert.

Das Sitz- und Reitgefühl ist tatsächlich fast genauso wie bei einem echten, lebenden Pferd. Sir Wilson ist gut besattelt und gezäumt und man fühlt sich sofort wohl. Die Gangarten sind erstaunlich „naturgetreu“ und zeigen einem sehr schnell, wie man sitzt. Es gibt Sensoren in den Zügeln, unter dem Sattel (zur Messung der Gewichtsverteilung) und drei Sensoren für die Schenkelhilfen – also für die vorwärtstreibende Schenkellage, seitwärtstreibende Beinhilfen und für den Schenkel in zB verwahrender Position weiter hinten. Die Messungen sind erstaunlich genau  🙂

Als Erstes habe ich einen „Testritt“ in allen drei Grundgangarten gemacht, sodass man erkennen kann, wie ich sitze und wie meine Hilfengebung bzw. auch Beweglichkeit in den drei Gangarten ist. Danach habe ich mich noch im Dressurviereck versucht (das war für mich am schwierigsten), sowie das Lektionen Reiten wie Seitengänge, Galopp-Piroutte, Fliegende Galoppwechsel und Pi und Pa (Piaffe und Passage) ausprobiert, und zum Abschluss gab’s noch einen Ritt am Strand mit Galopp über die Dünen, sehr cool! Man kommt sich echt fast wie beim Reiten vor, so realistisch ist das alles aufgebaut.

Hier siehst Du das Video vom Testritt und kurze Sequenzen aus den anderen Bereichen:

Ich muss sagen, ich war wirklich beeindruckt vom Reiterlebnis mit Sir Wilson. Ich persönlich bin ja der Meinung, dass man IMMER an seinem Reitersitz weiter arbeiten sollte, egal auf welchem Niveau man aktuell steht. „Gelebten Tierschutz“ nenne ich das Training am Reitersitz. Die wichtigste Erkenntnis an diesem Tag für mich war,  dass ich tendenziell etwas mehr Druck mit dem rechten Schenkel gebe. Eine für mich wichtige und interessante Feststellung, die mir so noch kein Reitlehrer (wie auch?) mitgeteilt hatte! Ich kann jedem Reiter so ein Reitsimulatortraining nur empfehlen. Egal ob Anfänger, Fortgeschrittener oder S-Dressurreiter: Jeder wird sicherlich das eine oder andere (oder auch unzählige) Aha-Erlebnisse haben.

Für mich war es in jedem Fall sicherlich nicht der letzte Besuch bei Sheron und Sir Wilson in Aschheim bei München 🙂 Übrigens, am 15.12.2017 kannst Du mit etwas Glück eine individuelle Schnuppereinheit bei Sheron und Sir Wilson in meinem Facebook-Adventskalender gewinnen 🙂 Einfach mitmachen unter www.facebook.com/sandra.fencl

Weitere Infos zum Reitsimulatortraining in Aschheim findest Du hier:
http://www.reitsimulator-muenchen.de/

Viel Erfolg in jedem Fall allen, die einen Ritt auf dem Simulatorrappen „wagen“, es lohnt sich mit Sicherheit!
Deine Sandra

PS: Für regelmäßige Produkttests und viele kostenlose Tipps und Infos, meld Dich unbedingt rechts auch für meinen Newsletter an oder schreib mir einfach eine Email an info@sandrafencl.com

 

Gedanken zum Sonntag: Warum Beschwichtigung nicht immer gut bei nervösen Pferden ist…

Neulich reite ich mit meiner Isländerstute Fjola und mit meinem Berittpferd Afra als Handpferd aus. Mittlerweile ist Afra ein sehr braves Handpferd und ist auch schon deutlich unerschrockener im Gelände. Auch die Kuhphobie haben wir schon sehr gut unter Kontrolle bekommen… Aber dieser Handpferde-Ausritt mit ihr ist anders. Denn das erste Mal sitzt eine Reiterin auf ihr drauf… Um genau zu sein: Ihre Besitzerin 🙂

Wenn es möglich ist, versuche ich bei Berittpferden so früh wie möglich die Besitzer ins tägliche Training zu integrieren. Das ist wichtig, damit auch sie (nicht nur ich) später mit dem Jungpferd gut zu recht kommen. Wir reiten also aus. Afra ist brav und entspannt und kümmert sich eigentlich gar nicht um ihr Frauchen im Rücken. Dann kommen wir an einer Rinderweide vorbei. Es sind ca. 30 (!!!) Rinder auf dieser Wiese.

Dank Handpferde-Training konnte Afra ihre Rinderphobie überwinden :)

Dank Handpferde-Training konnte Afra ihre Rinderphobie überwinden 🙂

Die Rinder sehen uns mit einem echten Kuhblick an und plötzlich laufen sie alle auf uns zu. ALLE!!! Das bedeutet 30 Rinder mit Glocken, die sich im Trab auf uns zu laufen… Ich schlucke gedanklich kurz, mein Jungpferd auch. Afra wird unsicher und wird langsamer und prustet schon bisserl aufgeregt lautstark durch die Nüstern. Mit scharfer Stimme spreche ich sie an: „Afra, vorwäääääääärts!!! Vorwärts!“. Sie gehorcht und entspannt sich. Ich bin zufrieden mit ihr und lobe sie daraufhin ausgiebig.

Danach erkläre ich der Besitzerin, dass es extrem wichtig ist, in etwas brenzligen Situationen ein unsicheres Pferd NICHT zu beschwichtigen. Du wirst jetzt vielleicht denken: „Warum ist es schlecht, ein unsicheres Pferd zu beschwichtigen?“ Das kann ich Dir genau sagen: „Weil es merkt, dass irgendetwas „gefährlich“ ist. Wenn Du aber – so wie ich in dieser Situation – eher „strenger“ mit dem Pferd bist, es also eher „scharf“ anredest (nicht zu verwechseln mit zB scharfem Gerteneinsatz), dass es sofort vorkommen soll, weil es zB langsamer geworden ist, dann hat es 1. gar nicht so viel Zeit, über die Rinderherde nachzudenken und 2. merkt es, dass ich „trotz Rinderherde“ ganz normal weiter reite und auch weiter korrigiere…

Ich verhalte mich also ganz natürlich, als ob da gar nichts wäre… Und so versteht das Jungpferd dann auch, dass ich mich so gar nicht um die Rinder kümmere. Denn ich korrigiere das Jungpferd wie gewohnt. Wenn man ein Jungpferd (oder auch ein „erwachsenes“ Pferd) in solchen Situationen großartig „betüddelt“ und beruhigen versucht, dann werden viele Pferde erst recht nervös, weil sie merken, irgendwas ist anders bzw. aufregend.

Sinnvoll ist es auch, ein Pferd zB beim Reiten mit Stellung oder Seitengängen zu beschäftigen und den Schenkelgehorsam sofort einzufordern. Auch dann vergessen viele Pferde total auf die ursprünglich „gefährliche“ Situation und konzentrieren sich auf ihre Lektion. So lernt ein junges Pferd von Anfang an auch in schwierigen Situationen zuzuhören, und somit gehorsam und kontrollierbar zu bleiben. Es ist aber wie alles wichtig, dies auch von Anfang an richtig und konsequent einzufordern 🙂

Denn was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr – oder nur mehr schwer. Huch, das reimt sich sogar. 🙂 So, das waren meine kurzen, aber wie ich finde trotzdem wichtigen Gedanken zum Sonntag!

Den Ausbildungsweg von Afra gibt es übrigens demnächst auch als Onlinekurs zu bewundern… 🙂 Ich kann versprechen, diese Videoserie in meinem Verlasspferde-Onlineseminar wird interessant, lehrreich und auch amüsant werden! Denn Afra hat nicht nur eine lustige Trainerin, sondern hat immer auch die eine oder andere lustige Idee!

20170927_185100[1]

 

 

 

 

In diesem Sinne einen schönen Sonntag wünschen

Afra und Sandra

Gedanken zum Sonntag: Warum man ohne Erwartungen sein Pferd reiten sollte

Gestern hatte ich viel Büroarbeit zu bewältigen, also war ich etwas spät bei meinen Pferden. Zu allerst habe ich mein Berittpferd trainiert, danach hatte ich (wegen Stallzeiten) nur noch 1 Stunde Zeit für meine beiden eigenen Hotties, Isistute Fjola und Lusitanowallach Rufino. Ich überlege also, wie ich in weniger als 60 Minuten jetzt noch beide Pferde sinnvoll arbeiten könnte. Ich habe mich dann für „Handpferde Reiten in der Halle“ (es hat aus Kübeln geregnet und war schon dunkel) entschieden.

Also reite ich Rufino und Fjola trottelt brav im Schritt nebenher. Alle meine eigenen und alle meine Berittpferde werden zu Handpferden ausgebildet. Egal ob Friesenhengst oder Minishetty, ich finde Handpferdetraining eine überaus sinnvolle und auch praktische Trainingsform (übrigens lernt man das in meinem Online-Verlasspferdekurs mit Start Anfang 2018!!!). Ich reite also Schritt. Es ist kalt und nass draußen und Rufino ist etwas unbalanciert. Ich öffne den linken Zügel, damit er etwas mehr Gewicht auf die linke Schulter bringt und die rechte nicht so überlastet. Er schnaubt ab.

Balance hat sehr viel mit „Wohlbefinden“ zu tun. Wenn Du es schaffst, Deinem Pferd ein besseres Gleichgewicht zu geben, wird es Dich dafür allein schon lieben 😉 Ich korrigiere seinen Rumpf der nach rechts drückt. Ich reite noch immer Schritt. Ich fange mit diversen Seitengängen an. Die kleine Fjola versucht als Handpferd die Seitengänge mit zu machen (sie entwickelt sich gerade zu einem echten Streberpony).

Ich versuche, die Stellung von Rufino nach rechts zu verbessern. Spiele immer wieder locker am Zügel ab, gebe immer wieder nach, damit er den Hals verlängert, wechsle häufig die Hand und die Ausrichtung (also den Seitengang). Er schwingt immer mehr mit den Hinterbeinen durch und lockert sich im Genick. Wir sind noch immer im Schritt. 45 Minuten sind schon vorbei.

Ich überlege, ob ich noch etwas trabe. Aber irgendwie hab ich das Gefühl, Rufino ist heut nicht so weit. Ich arbeite also weiter im Schritt an den Seitengängen, mache Tempounterschiede im Schritt und immer wieder eine ganze Parade gefolgt von ein paar Tritten rückwärts.

Es ist jetzt 8 Minuten vor 22 Uhr (um 22 Uhr ist Stallruhe). Ich denke: „Ach, ein paar kleine Piaffetritte könnte ich zum Schluss noch probieren„. Rufino ist ein sehr bemühtes Pferd, aber die Piaffe fällt ihm schwer. Piaffe ist eine Lektion, wofür manche Pferde wahnsinniges Talent haben, und andere nicht. Rufino gehört zur 2. Kategorie. Lernen können diese zugleich lösende und versammelnde Übung alle Pferde. Nur wie schön oder gut der Ausdruck dann ist, bleibt am Ende doch auch ein bisserl Talentfrage. Mir ist es egal, wie „wow“ oder nicht „wow“ Rufino piaffiert. Er hat wenig Talent dafür, aber er bemüht sich wie immer sehr. Und langsam aber stetig wird die Piaffe auch „erkennbar“ 🙂

Mental starke Pferde haben immer mental starke Reiter - und das gibt Sicherheit!

Rufino hat wenig Talent für die Piaffe. Aber wir haben Zeit… sehr viel Zeit… und so üben und feilen wir an dieser gymnastisch so wertvollen Lektion, bis sie irgendwann ansehnlich ist 🙂

Ich lass ihn nochmals rückwärtsrichten und schnalze kurz mit der Zunge. Ich habe keine Erwartungshaltung. Aber siehe da, Rufino piaffiert so gut wie noch nie. Er tritt ganz gleichmäßig mit beiden Hinterbeinen, beugt ganz geschmeidig seine Hanken, ist gut aufgerichtet und total entspannt. Ganz fleißig und im perfekten Rhythmus präsentiert er mir mit Stolz am losen Zügel seine Piaffe. Ich freu mich wie ein Riesenschnitzel und der erste Gedanke der kommt ist: „Und das, nachdem ich „nur“ Schritt geritten bin.“

Ich erinnere mich an die Worte von einem portugiesischen Trainer, der einmal gesagt hat: „Du musst immer ohne jegliche Erwartungshaltung aufs Pferd steigen. Du musst immer Dein Pferd „fühlen“, entdecken und spüren, wie Du im helfen kannst. Und das jeden Tag neu. Und dann machst Du die Übungen, die ihm helfen, in seinem Gleichgewicht besser zu werden.“

Ich lächle. Ich hatte gar keine Erwartungshaltung an diesem Abend an meine Pferde. Ich bin einfach nur geritten. In aller Stille, ganz allein in der Halle. Ohne Musik. Ohne Lärm. Ohne Ablenkung. Ohne Idee oder vorgefertigten Plan, WAS ich heute reiten werde. Und genau das hat diesen Ritt wahrscheinlich so wunderbar gemacht.

Ich wünsche Euch allen einen einen schönen Sonntag und wundervolle Ritte in aller Stille und ohne große Erwartungen mit Euren lieben Vierbeinern!

Eure Sandra, Rufino und Fjola 🙂

PS: Ich baue gerade an meinem neuen Online-Verlasspferd-Kurs. Wenn Du noch nicht am „unverbindlichen Interessens-Verteiler“ bist, sende mir bitte gern eine Email an info@sandrafencl.com. Ich bin mir GANZ sicher, dass Dir der Kurs super gut gefallen wird 🙂

Wieso ich gerne zwei Gerten in der Freiarbeit benutze!

Liebe Pferdefreunde!

In diesem Video möchte ich euch einmal zeigen, wieso ich für die Freiarbeit am Boden gerne 2 Gerten nutze UND natürlich auch, wie ich sie nutze!

Wenn Dich das Thema Freiarbeit interessiert, dann sende mir eine kurze EMail an info@sandrafencl.com und ich informiere Dich gerne über meinen Online-Verlasspferdekurs, in dem ich der Freiarbeit ein eigenes Kapitel widme!

Viel Spaß beim Ansehen!
Deine Sandra

 

Gedanken zum Sonntag: Wie viel Fehlertoleranz haben Pferde?

Neulich lese ich ein Zitat von Goethe:
 
Wer nicht mehr liebt und nicht mehr irrt, der lasse sich begraben.“
(Johann Wolfgang von Goethe – deutscher Dichter, 1749-1832)
 
Ich schmunzle und denke: „So recht hatte Goethe“.
 
Ich denke sofort an meine letzten Kurserfahrungen… Tolle Teilnehmer und tolle Pferde. Aber immer wieder stelle ich fest, dass Pferdebesitzer direkt ein „schlechtes Gewissen“ haben, wenn sie merken, dass sie Dinge falsch machen oder falsch gemacht haben oder schlecht sitzen oder einfach zu langsam in ihren Reaktionen/Hilfen sind…
 
Nun ist es für die meisten genauso wie für mich so, dass wir NICHT als Reiter geboren werden… Reiten ist eine koordinativ hochkomplexe Sportart, die dann zu allem Überdruss auch noch mit einem Fluchttier, das nicht dafür gemacht ist, uns zu tragen, stattfindet… Tja, ein Raubtier auf ein Fluchttier zu setzen, ist ja per se schon eine ziemlich lustige Idee, wie ich finde…
 
So, zurück zum Thema: Reiten ist also schwierig. Ein Sprichwort sagt: „Ein Menschenleben ist zu kurz zum Reiten lernen.“ Das mag sogar sein 🙂 Ich reite seitdem ich 6 Jahre alt bin… Das sind also jetzt mal schlappe knapp 33 Jahre (ja, ich bin ALT!!!!). Und trotzdem reite ich noch nicht so, wie ich mir das vorstelle… und das, obwohl ich PROFI bin.
Nun ja, der Anspruch mag eher hoch sein, aber was ich damit sagen möchte: „Wenn ich als Profi noch immer nicht meine eigenen Ziele erreicht habe, dann müssen sich Pferdebesitzer schon 3 x nicht „schlecht fühlen“, Fehler zu machen!
 
Ich habe schon wirklich sehr, sehr, seeeeeeeeeeeeehr viele Pferde in meinem Leben gesehen und auch viele Pferdebesitzer dazu. Und was ich sagen kann, ist: (ACHTUNG, jetzt kommt ENDLICH die POINTE):
 
Wenn Du mit Deinem Pferd mit offenem Herzen und bestem Gefühl und Gewissen trainierst und etwas falsch machst, dann wird dir das KEIN PFERD ÜBEL NEHMEN. Pferde spüren, wenn wir versuchen, alles richtig zu machen. Und auch wenn es dann mal nicht klappt und wir mal kurz das Gleichgewicht verlieren und mal in den Rücken plumpsen oder auch kurz zu lange am Zügel hängen, dann ist das sicherlich nicht optimal, aber die Pferde nehmen uns das nicht bös…
 
Sie WISSEN, wenn wir versuchen, alles richtig zu machen und es halt dann gerade mal nicht klappt… Sie merken, wenn wir sie lieben und respektieren und erwidern das mit unendlicher Geduld und Großmütigkeit…
 
Deshalb: KEINE ANGST VOR FEHLERN!!! Fehler passieren überall. Mein Paps hat immer gesagt: „Wo gearbeitet wird, da fallen Späne„… und so ist es auch im Pferdetraining… Nur wichtig ist, dass man es VERSUCHT richtig zu machen, dass man seinem Pferd zuhört und mit GEFÜHL und Liebe arbeitet…
 
Pferde verzeihen uns alles, wenn wir ihnen mit Respekt und Liebe begegnen.

Pferde verzeihen uns alles, wenn wir ihnen mit Respekt und Liebe begegnen.

In diesem Sinne,

Euch allen einen poetischen Sonntag 🙂
Euer Goethe-Fan Sandra
PS: Tiefgründiges Hintergrundwissen über das Thema Pferdeausbildung und „Takt und Losgelassenheit“ erfährst Du in meinem nächsten LIVE-Onlineseminar (mit Videoaufzeichnung) 🙂 Alle Infos hier:  https://www.edudip.com/w/260732

Wie viel Fitness braucht man als Reiter – oder was bedeutet eigentlich gelebter Tierschutz?

Gedanken zum Sonntag:
Wie viel Fitness braucht man als Reiter – oder was bedeutet eigentlich gelebter Tierschutz?

 

Gestern durfte ich wieder tolle Leute in Bayern bei meinem ganzheitlichen Bodenarbeits- und Dressurkurs unterrichten. Dabei gab es auch mittags eine gemeinsame Reiterfitness-Stunde am Sitzball. Es hat uns allen Spaß und Freude gemacht, unsere Beweglichkeit, Koordination und Fitness zu verbessern und ich war SEHR zufrieden mit den (Reit-)Ergebnissen am Nachmittag.

Immer wieder stelle ich jedoch fest, dass Reiter zu wenig für ihre EIGENE Fitness tun. Wir verlangen von unseren Pferden Höchstleistungen. Wir springen mit ihnen, galoppieren durch unebenes Gelände, machen ihnen Schischuhe drauf (Eisen, 8faches Gewicht der unbeschlagenen Hornkapsel) und verlangen komplizierte Seitengänge in allen möglichen Gangarten.

Gut, die Pferde versuchen, zu verstehen, welche Beinakrobatik wir von ihnen verlangen und versuchen, uns zu gefallen… und wir? Wie viel tun wir, dass unser Pferd UNS problemlos tragen kann? Wir erinnern uns: Das Pferd ist GAR NICHT dafür geeignet, einen Menschen zu tragen. Wir könnten genauso gut auf einem Rind, Schwein oder Kinder auf großen Hunden reiten… Klingt skurril, ist es aber nicht….

Zurück zum eigentlichen Thema: In meinen heutigen Sonntagsgedanken möchte ich Euch dazu anregen, GELEBTEN TIERSCHUTZ zu praktizieren. Das bedeutet für mich, dass ich auf MICH SELBST auch achte, zum Wohle meiner Pferde.

Ich mache regelmäßig Ausgleichssport. Hierbei empfehle ich sowohl Ausdauertraining (ideal ist zum Beispiel Buckelpisten-Schifahren, oder Wellenreiten, das macht uns beides schön locker) als auch Beweglichkeitstraining/Gymnastik wie z.B. Pilates oder Yoga. Es ist erstaunlich, wie wenig Beweglichkeit manche Menschen haben, die hauptsächlich im Büro SITZEN.

Die Menschen sind genauso wenig fürs SITZEN gemacht, wie die Pferde fürs Reiten. Ich wünschte mir, jeder Reiter hätte einen Sitzball oder Balimo oder Schwinghocker, damit er bei der Arbeit BEWEGT sitzen kann… das würde Euch und Euren Pferden sehr, sehr viel weiterhelfen…

So, und am Ende: Diejenigen, die viel Stress haben – egal ob im Beruf oder zuhause, denjenigen empfehle ich GANZ STARK auch Meditationsklassen zu besuchen… Weil Reiten hat ganz viel mit innerer Stille zu tun. Und ich kann es manchen Pferden ansehen, dass sie fast am DURCHDREHEN sind, weil das Frauchen oder Herrchen so viele Gedanken im Kopf hat, gestresst ist und als Konsequenz auch öfter mal ungehalten oder ungeduldig dem Hottie gegenüber ist… und das ist nicht fair… und das hat auch kein Pferd verdient…

In diesem Sinne, aufmunternde und hoffentlich aktivierende Gedanken – nicht nur zum Nachdenken, sondern auch zum AKTIV WERDEN. Ich würd mich freuen, wenn sich der eine oder andere aufrafft, denn Sport, gesunde Ernährung und Meditation sind so tolle Beschäftigungen. Ich verspreche Euch, Ihr werdet langfristig dankbar sein für diese Sonntagsgedanken, wenn Ihr sie JETZT anfangt umzusetzen 

Wer übrigens mehr zum Thema Fitness des Reiters lernen möchte, ist in meinem Kurs „Wege zum losgelassenen Sitz“ am 23./24. September 2017 am Schliersee GENAU richtig 

Euch allen einen – hoffentlich aktiven oder meditativen Sonntag!
Euer Drillinspector Sandra

 

So lösen sich verklebte Rückenfaszien.

So lösen sich verklebte Rückenfaszien.

Starker Rücken durch Sitzballgymnastik

PS: Die Übung auf dem Foto ist eine tolle Übung zum Mobilisieren der Wirbelsäule und auch der (Rücken-)Faszie  Einfach auf den gut aufgepumpten Sitzball legen und langsam und vorsichtig vor und zurück rollen. Macht unheimlich Spaß, tut gut und ist auch noch für die Balance und geistige Entspannung gut. 

 

PPS: Wenn Du mehr über Reitergymnastik lernen willst, komm doch in einen meiner nächsten Sitz- oder Dressurkurse! Schreib einfach eine kurze E-Mail an info@sandrafencl.com, dann sende ich dir die aktuelle Seminarübersicht unverbindlich zu.

Der Schritt – die wichtigste Gangart für ein gesundes Pferd!

Ich streife immer gerne mit meinen beiden Süßen durchs Gelände – und das häufig ausschließlich im Schritt! Schritt reiten empfinde ich als sehr, sehr wichtig, denn:

  • Schritttraining baut am besten die sogenannte Grundlagenkondition auf. Wenn Dein Pferd schnell außer Atem ist und viel schwitzt, dann solltest du mehr Schritt reiten!
  • Schritt ist die natürlichste Gangart! Das Fernwanderwild Pferd geht normalerweise 18 bis 30 km Schritt am Tag während seiner Nahrungssuche! Sein gesamter Stoffwechsel ist daher auf ein tägliches, hohes Schrittpensum ausgelegt! Schritt Reiten ist daher sehr gesund und auch für übergewichtige Pferde enorm wichtig. Zu dicke Pferde sehr gern auch als Handpferd gelenkschonend mitnehmen – wie das geht, erfährst du in meinem Verlasspferdekurs.
  • Beim Schritt reiten habe ich ZEIT! Ich kann ganz genau fühlen, wie sich mein Pferd bewegt:
    Pendelt der Rumpf abwechselnd im gleichen Maße nach rechts und links? Oder „hängt“ der Rumpf meines Pferdes aufgrund der natürlichen Schiefe auf eine Seite? Dann muss ich mit dem gleichseitigen Bein den Rumpf etwas „anschubsen“.
    Und bewegen sich die Beine meines Pferdes gleichmäßig? Oder fühlt sich ein Bein steif an? Ist z.B. eine Schulter überlastet oder schwingt ein Hinterbein weniger weit vor bzw. nimmt es weniger Last auf? Und wie ist die Stellung meines Pferdes? Schaut es immer in die gleiche Richtung oder ist das Genick locker und entspannt und gerade ausgerichtet?
  • Beim Schritt Reiten entspannen ich und meine Pferde immer sehr. Wir genießen die Landschaft und erfreuen uns als kleine Herde daran, gemeinsam neue Ecken zu erkunden.
    Das stärkt unsere Beziehung und macht Pferde zuverlässig – auch in ungewohnten Situationen.

Vielleicht baust du ja auch einen wöchentlichen Schrittausritt ein?
Ich wünsche Dir bzw. Euch ganz viel Spaß dabei! 🙂

Deine Sandra

 

Warum das Ausreiten der Ecken so wichtig ist!

Gedanken zum Sonntag: Warum Ecken reiten so wichtig ist 

Von einem sehr bekannten Ausbilder habe ich gelernt, warum das Ecken reiten (oder Ecken „langzügeln“) so wichtig und gleichzeitig so schwer ist.

Linien geben dem Pferd eine „Bedeutung“. Man lehrt dem Pferd, es konkret zu führen – am Bein (Innenschenkel), am Sitz. Pferde mögen als Beutetiere Ecken grundsätzlich nicht. Also meiden sie diese auch gern.

„Wenn wir als Reiter Pferde gut in die Ecken reiten können, dann können wir eigentlich ein Pferd überall hin reiten.“

:).

Und ich denke, er hat sehr Recht mit dieser Aussage. In der Reiterei fehlt es SEHR OFT an Präzision, an einem genauen inneren Bild und an Geduld und Konsequenz… Viel zu oft sind wir schlampig, viel zu oft sind wir nicht wirklich konzentriert und nicht „beim Pferd“.

Die Ecke kann uns mehr Konzentration und Genauigkeit schulen helfen. PLUS in der Ecke können wir lernen, weniger (oder keinen) Innenzügel zu verwenden und das Pferd über einen guten Sitz und Innenschenkel zu führen und damit die Balance zu verbessern und das innere Hinterbein des Pferdes zu gymnastizieren.

Klingt einfach und logisch, oder?

In der Umsetzung kann ich Euch aber sagen, ist es nicht ganz so einfach. Aber jeder Weg beginnt mit einem ersten Schritt und daher versuche doch mal, einen Schritt tiefer in die Ecke zu kommen. Auch wenn es anfangs ggf. schwer fällt (spätestens im Trab und Galopp), Du wirst merken, Dein Reiten wir SEHR davon profitieren und Dein Pferd wird feststellen, dass Du es „ernst“ meinst mit konkreten Linien und wird Dir nach und nach besser gehorchen, feiner reagieren und besser an Sitz und Schenkel sein!

In diesem Sinne:
Viel Spaß beim Ausreiten Eurer Ecken!
Eure Sandra

P.S.: Auch das Ausreiten der Ecken am langen Zügel ist SEEEEEEEHR wichtig, sonst wird das nichts!

Ältere Beiträge

© 2018 Sandra Fencl

Theme von Anders NorénHoch ↑