Sandra Fencl

Ganzheitliches Pferdewissen aus Leidenschaft!

Category: Gangpferde-Training

Der Schritt – die wichtigste Gangart für ein gesundes Pferd!

Ich streife immer gerne mit meinen beiden Süßen durchs Gelände – und das häufig ausschließlich im Schritt! Schritt reiten empfinde ich als sehr, sehr wichtig, denn:

  • Schritttraining baut am besten die sogenannte Grundlagenkondition auf. Wenn Dein Pferd schnell außer Atem ist und viel schwitzt, dann solltest du mehr Schritt reiten!
  • Schritt ist die natürlichste Gangart! Das Fernwanderwild Pferd geht normalerweise 18 bis 30 km Schritt am Tag während seiner Nahrungssuche! Sein gesamter Stoffwechsel ist daher auf ein tägliches, hohes Schrittpensum ausgelegt! Schritt Reiten ist daher sehr gesund und auch für übergewichtige Pferde enorm wichtig. Zu dicke Pferde sehr gern auch als Handpferd gelenkschonend mitnehmen – wie das geht, erfährst du in meinem Verlasspferdekurs.
  • Beim Schritt reiten habe ich ZEIT! Ich kann ganz genau fühlen, wie sich mein Pferd bewegt:
    Pendelt der Rumpf abwechselnd im gleichen Maße nach rechts und links? Oder “hängt” der Rumpf meines Pferdes aufgrund der natürlichen Schiefe auf eine Seite? Dann muss ich mit dem gleichseitigen Bein den Rumpf etwas “anschubsen”.
    Und bewegen sich die Beine meines Pferdes gleichmäßig? Oder fühlt sich ein Bein steif an? Ist z.B. eine Schulter überlastet oder schwingt ein Hinterbein weniger weit vor bzw. nimmt es weniger Last auf? Und wie ist die Stellung meines Pferdes? Schaut es immer in die gleiche Richtung oder ist das Genick locker und entspannt und gerade ausgerichtet?
  • Beim Schritt Reiten entspannen ich und meine Pferde immer sehr. Wir genießen die Landschaft und erfreuen uns als kleine Herde daran, gemeinsam neue Ecken zu erkunden.
    Das stärkt unsere Beziehung und macht Pferde zuverlässig – auch in ungewohnten Situationen.

Vielleicht baust du ja auch einen wöchentlichen Schrittausritt ein?
Ich wünsche Dir bzw. Euch ganz viel Spaß dabei! :)

Deine Sandra

 

Warum das Ausreiten der Ecken so wichtig ist!

Gedanken zum Sonntag: Warum Ecken reiten so wichtig ist 

Von einem sehr bekannten Ausbilder (Manuel Jorge de Oliveira) habe ich gelernt, warum das Ecken reiten (oder Ecken “langzügeln”) so wichtig und gleichzeitig so schwer ist.

Linien geben dem Pferd eine “Bedeutung”. Man lehrt dem Pferd, es konkret zu führen – am Bein (Innenschenkel), am Sitz. Pferde mögen als Beutetiere Ecken grundsätzlich nicht. Also meiden sie diese auch gern.

“Wenn wir als Reiter Pferde gut in die Ecken reiten können, dann können wir eigentlich ein Pferd überall hin reiten.”

- so Manuel Jorge de Oliveira.

Und ich denke, er hat sehr Recht mit dieser Aussage. In der Reiterei fehlt es SEHR OFT an Präzision, an einem genauen inneren Bild und an Geduld und Konsequenz… Viel zu oft sind wir schlampig, viel zu oft sind wir nicht wirklich konzentriert und nicht “beim Pferd”.

Die Ecke kann uns mehr Konzentration und Genauigkeit schulen helfen. PLUS in der Ecke können wir lernen, weniger (oder keinen) Innenzügel zu verwenden und das Pferd über einen guten Sitz und Innenschenkel zu führen und damit die Balance zu verbessern und das innere Hinterbein des Pferdes zu gymnastizieren.

Klingt einfach und logisch, oder?

In der Umsetzung kann ich Euch aber sagen, ist es nicht ganz so einfach. Aber jeder Weg beginnt mit einem ersten Schritt und daher versuche doch mal, einen Schritt tiefer in die Ecke zu kommen. Auch wenn es anfangs ggf. schwer fällt (spätestens im Trab und Galopp), Du wirst merken, Dein Reiten wir SEHR davon profitieren und Dein Pferd wird feststellen, dass Du es “ernst” meinst mit konkreten Linien und wird Dir nach und nach besser gehorchen, feiner reagieren und besser an Sitz und Schenkel sein!

In diesem Sinne:
Viel Spaß beim Ausreiten Eurer Ecken!
Eure Sandra

P.S.: Auch das Ausreiten der Ecken am langen Zügel ist SEEEEEEEHR wichtig, sonst wird das nichts!

Quick-Tipp: Trainingsidee mit Cavaletti

Cavaletti-Training ist nicht nur gut für die eigene Balance, Koordination und Konzentration beim Reiten, sondern vor allem auch für das Pferd absolut wertvoll und zwar sowohl psychisch, aus auch physisch!
► Denn Cavalettitraining lässt sich SUUUUPER abwechslungsreich gestalten und ist somit immer wieder eine neue Herausforderung für Dein Pferd!
► Gleichzeitig ist es das optimale Schiefentraining und Gymnastik für den ganzen Pferdekörper :)

Rufino ist natürlich wieder total motiviert dabei! :) Ich finde man sieht ihm an, dass er seine Aufgabe ernst nimmt und Spaß dabei hat!

 

Wenn Du mehr zum Thema gymnastisch wertvolle und biomechanisch korrekte Pferdeausbildung lernen magst, bist Du bei meinem Videoseminar zur Korrektur der Schiefe des Pferdes genau richtig.

Teil 1 beschäftigt sich intensiv mit der Theorie hinter der natürlichen Schiefe des Pferdes und am Ende gibt es auch schon die ersten Praxisübungen für zuhause, in Teil 2 folgen dann jede Menge weitere Praxistipps für Dich und Dein Pferd, um es langfristig gesund zu erhalten.

Alle Infos findest Du hier:  http://www.sandrafencl.com/SchiefenkorrekturPferd/

Bis bald!

Deine Sandra

 

Aktuelle Webinartermine!

Liebe Pferdefreunde,

ich freue mich RIIIIESIG über das tolle Feedback zu meinen neuen Webinaren, die ich als Dozentin auf Edudip halte.

Hier findest du nun meine aktuellen Webinare als Übersicht:

 

1. Die natürliche Schiefe des Pferdes verstehen und ganzheitlich korrigieren

 

Weitere Informationen und die Anmeldung zum zweiteiligen ganzheitlichen Online-Schiefen-Webinar findest du auch hier: https://www.edudip.com/w/238762

Termine sind:
Dienstag, 18.04.2017, 19:00 – 21:00 Uhr
Dienstag, 02.05.2017, 19:00 – 21:00 Uhr

Dieses Seminar ist auch buchbar, wenn der 1. Webinartermin bereits vergangen ist. Du bekommst die Videoaufzeichnungen beider Termine zur Verfügung gestellt und kannst diese so oft ansehen, wie du möchtest. Außerdem erhälst Du die PDF-Powerpointpräsentation (zum Ausdrucken, wenn Du magst) für Deine Unterlagen. 

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Die natürliche Schiefe des Pferdes ist häufig ein unterschätztes, und gleichzeitig ernst zu nehmendes Gesundheitsrisiko für Dein Pferd.

Als ganzheitliche Pferdegesundheitsexpertin (u.a. Pferdeosteopathin, Physiotherapeutin, Hufpflegerin etc.) und Trainerin sehe ich immer wieder, dass ca. 80 % aller Probleme des Bewegungsapparates, aber auch Rittigkeitprobleme bis hin zu “Problempferdeverhalten”, direkt oder indirekt aus einer zu wenig korrigierten natürlichen Schiefe des Pferdes resultieren.

 

In dieser zweiteiligen Webinarreihe möchte ich dir ganzheitliches Verständnis vermittelt,

-> wo die Schiefe herkommt

-> wie sich die Schiefe Deines Pferdes auf seine Physis, Psyche und sein Trainingsverhalten auswirkt

-> wie man die Schiefe des eigenen Pferdes erkennt (rechts oder links hohl)

-> und natürlich GANZ WICHTIG: die individuelle und ganzheitliche Korrektur der Schiefe des Pferdes!

 

Ich zeige Dir meinen ganz genauen Ausbildungsweg vom jungen Pferd bis zum gut ausgebildeten Reitpferd. Erfahre, wie auch Du ein Pferd von Anfang an korrekt gerade richtest und welche Übungen und Trainingsinhalte dafür wichtig sind!

Im Anschluss an beide Webinare gibt es eine ausführliche Fragenbeantwortung :)

Du erhältst nach dem Webinar auch das gesamte Video zum späteren Ansehen und die Powerpoint-Präsenation als PDF, sodass Du auch später noch mal etwas nachsehen kannst :)

 

Ich freu mich auf Dich und diese äußerst wichtige Webinarreihe!
Deine Sandra

 

Termine sind:

Dienstag, 18.04.2017, 19:00 – 21:00 Uhr
Dienstag, 02.05.2017, 19:00 – 21:00 Uhr

 

 

 

2. So fütterst du dein Pferd gesund!

Mehr über die gesunde (Kräuter-) Fütterung für Pferde (inklusive umfassende Präsentation im PDF-Format zum Herunterladen) findest du hier: https://www.edudip.com/w/236910

In diesem 3,5 stündigen Webinar beschäftigen wir uns detailliert mit:

-> Raufutter als wichtige Basis der Pferdefütterung + häufige Fehler!

-> Wie viel und welches Kraftfutter braucht mein Pferd?

-> Natürliche versus künstliche Zusatzfutter!

-> Kräuterfütterung beim Pferd, wichtige Hinweise!

- > Richtige Fütterung für entspannte Pferde und lockere Muskeln!

- > Guter Futterverwerter, was tun?

- > Die Darmflora des Pferdes, warum ist sie so unglaublich wichtig und wie baut man sie auf?

- > Fütterungsprobleme und häufige “Zivilisationsprobleme” beim Pferd!

VIEL SPASS BEIM ANSEHEN!
Deine Sandra :-)

 

P.S. Übrigens: einmal gekaufte Webinare kannst du dir so oft ansehen wie du möchtest und die entsprechende Präsentation dazu kannst du einfach herunterladen und ausdrucken :-)

 

 

Weitere Infos zu meiner Person unter: http://www.sandrafencl.com/meine-ausbildungen/

Weitere Informationen und die Anmeldung zum ganzheitlichen zweiteiligen Online-Schiefen-Webinar findest du hier: https://www.edudip.com/w/235160

 

HIER geht’s zu meinen Webinaren und zu mehr Infos! Ich freue mich auf Dich :)

 

Erfolgreiches Pferdetraining: Der Glaube an Dich selbst kann Berge versetzen!

Viele Pferde durfte ich selbst in meinem Leben ausbilden und gesundheitlich unterstützen. Viele Reiter durfte ich teilweise über viele Jahre als Ausbilderin begleiten. Was mir dabei aufgefallen ist, ist, dass viele Reiter zu wenig an sich und ihr Pferd “glauben”.

Ich hatte die große Freude, so querbeet alles an Pferdetypen trainieren zu dürfen, wie wahrscheinlich nur wenige Trainer: Vom kleinen, untersetzten Pony, über Gangpferde mit nur zwei Gängen (nämlich Schritt und “Schweinepass”), bis hin zum aggressiven Haflinger, in Rollkur angerittenen Friesen (natürlich nicht von mir!), total nervöse Durchgänger-Trakehner, Araber mit massivem Senkrücken – und das bereits in jungen Jahren, über erstaunlich talentierte Dressur-Noriker bis hin zu meinem eigenen, total Mangel ernährten Lusitano, um nur einige wenige Beispiele zu nennen…

Und egal welches kleine, unscheinbare “Etwas” (und nicht allzu selten auch “Häufchen Elend”) ich freudestrahlend in Empfang genommen habe, ich habe immer an diese Pferde von Anfang an geglaubt. Ich habe, egal wie überbaut, unterbemuskelt, bretthart, taktgestört, hysterisch und tw. sogar gefährlich sie waren, immer das Schöne an und in ihnen gesehen und mich RIESIG über jeden Micro-Fortschritt gefreut… und ich denke, genau diese Einstellung ist es, warum viele dieser wenig talentierten, “problematischen” Pferde erstaunlich schnell und erstaunlich unkompliziert wurden und sich in ihrem Verhalten gegenüber dem Menschen, in ihrer Arbeitsmotivation und in ihrer Ausstrahlung innerhalb kürzester Zeit um 180 Grad “gedreht” haben…

Pferden wie Menschen tut es gut, positiv bestärkt zu werden!

Pferden wie Menschen tut es gut, positiv bestärkt zu werden!

Denn seien wir mal ehrlich: Auf uns selbst bezogen – wenn wir jemand haben, der uns immer wieder sagt: “Du schaffst das! Das wird schon! Du bist ein toller Mensch! Ich bin stolz auf Dich!” Geht das nicht runter wie Öl? Tut das nicht jedem (noch so kleinen) Ego gut und macht uns “stärker” und bringt dadurch auch mehr Sicherheit, Ausstrahlung und damit Schönheit zu Tage?

Warum ich diesen Blogbeitrag schreibe? Weil ich möchte, dass DU and DICH und DEIN Pferd glaubst! Grenzen und somit unerschöpfte Potenziale beginnen im Kopf. Und das ist schade, wenn man nicht all sein Potenzial nutzt… Denn jeder Mensch und jedes Pferd ist einzigartig. Und jeder kann andere inspirieren.

Ich war immer “anders”. Meine Pferde laufen seit ca. 15 Jahren alle barhuf (sogar die Isländer, die angeblich dann nicht tölten können! Zumindest wurde mir das immer gesagt).  Mein Lusitano ist im Aktivstall – ohne Decke, und fühlt sich pudelwohl. Ich reite gern ohne Gebiss, ohne Sattel, also eigentlich ohne alles und ja, ich habe auch keine Angst so zu springen und meinen Lusitano kann ich überall auf dieser Welt frei lassen, auch an fremden Ställen, bei Messen o.Ä. Ich weiß, er wird immer bei mir bleiben.

In vielen Ställen werde ich deshalb erst mal komisch angesehen. Aber nach dem ersten “Schock” der Andersartigkeit sind die Leute oft interessiert, warum mein Lusitano mich selbstständig von der Aufstieghilfe abholt, oder warum ich auch “ohne Zwang” tolle Leistungen von meinen Pferden geschenkt bekomme und sie kaum schwitzen dabei. Es ist eine tiefe Verbundenheit, die ich schnell mit Pferden aufbaue. Weil ich sie genau so, wie sie sind, akzeptiere und ehrlich von Herzen schön finde.

Mein Lusitano legt sich für mich überall hin... für mich, ein großer Vertrauensbeweis dieses ehemaligen Wildpferdes :)

Mein Lusitano legt sich für mich überall hin… Für mich, ein großer Vertrauensbeweis dieses ehemaligen Wildpferdes.

Jeder hat seine kleinen Fehler. Jeder hat kleine Makel oder ggf. auch (grössere) körperliche Defizite. Anstatt darüber zu lamentieren, ist es besser, die schönen Seiten (von Menschen und Pferden) zu sehen und sich über jeden Fortschritt in der Entwicklung wie ein kleines Kind zu freuen. Und genau diese Freude ist es, die Pferde an mir mögen (das glaub ich zumindest). Und diese Freude kommt zurück – mit Garantie…

Deshalb meine Bitte an Dich: Wenn Du das nächste Mal zu Deinem Pferd gehst, sag nicht: “Mein Wallach kann das nicht oder meine Stute lernt das nie, sie hat einfach kein Talent für XY.” Stell Dir mit all Deiner Vorstellungskraft vor, was Du mit genau diesem Pferd in Zukunft erreichen wirst: Fliegende Galoppwechsel, eine perfekte Piaffe, ein Ausritt nur mit Halsring (der Vorschlag kam nicht von mir!), Freiarbeit in Perfektion, ein M-Springparcours…. egal was!

Etwas, das Du schon immer erreichen wolltest. Etwas, wovon Du als Kind schon geträumt hast… Etwas, auf das Du und Dein Pferd wirklich stolz wären! Ich weiß, Du und Dein Pferd könnt das schaffen. Denn Ausdauer und ein positives inneres Bild sind VIIIIIIIIEL wichtiger als Talent. Meine Pferde und ich sind der lebende Beweis dafür.

Meine Isländermaus beim etwas übermotivierten Spanischen Schritt, hihi.

Meine Isländermaus beim etwas übermotivierten Spanischen Schritt, hihi.

Meine Isländermaus z.B. hat kleine, kurze Beinchen, einen tiefen, schweren, kurzen Hals, ganz wenig Widerrist und ist sehr “rumpfig” (also “kugelig”) gebaut und hat auch noch fünf Gänge zu sortieren. Kurz gesagt, ist sie wahrscheinlich kein großes Dressurtalent und biomechanisch gesehen so gar kein Talent für beispielsweise spanischen Schritt oder ähnliche Lektionen. Aber ich denke, das hat ihr noch nie wer gesagt!!! Sie ist ein bisserl wie eine Hummel, die eigentlich nach aerodynamischen Gesetzen nicht fliegen können dürfte, und es trotzdem tut… Fjola’s  Trainingseinstellung ist in jedem Fall: “Was der Lusitano kann, kann ich schon gleich drei Mal.

Und so arbeitet sie eisern mit mir an ihrer Geschmeidigkeit, ihrem Takt in fünf (!!) Gängen, ihrer Schulterfreiheit und ihrer Fähigkeit, die Balance nach hinten zu verschieben… Mit einer Begeisterung, die nur schwer zu toppen ist! Und ich weiß, irgendwann kann auch sie hohe Lektionen. Irgendwann wird auch sie piaffieren. Und im Endeffekt ist es völlig egal, wann das ist. Denn der Weg ist das Ziel und der gemeinsame Weg mit meinen (und Euren) Pferden ist das, was mir einfach RIESIG Freude bereitet.

In diesem Sinne wünsche ich Dir: Setze Dir und Deinem Pferd KEINE (geistigen) Grenzen. Egal was, Ihr könnt es schaffen – wenn Du nur ganz fest daran glaubst und jeden Schritt und kleinen Erfolg in Freude mit Deinem Pferd gehst, steht die Welt Euch offen!

Ich wünsch Dir und Deinem Pferd viel gemeinsame Freude beim Training und alles Liebe!
Deine Sandra, Rufino & Fjola

PS: Wenn Du mehr über motivierendes und gymnastisch sinnvolles Pferdetraining erfahren möchtest, bist Du in meinem nächsten zweiteiligen Webinar zur natürlichen Schiefe des Pferdes GENAU richtig :) Es gibt übrigens eine Videoaufzeichnung und alle Folien als PDF, falls Du an einem (oder auch beiden) Terminen nicht kannst, hast Du also auch so alle Unterlagen zur Verfügung und kannst auch im Nachgang noch Fragen an mich stellen :) Eine tolle Sache, diese Online-Webinare!!
Schau einfach mal hier vorbei: https://www.edudip.com/w/238762

 

PPS: Ich bin jetzt auch auf Instagram: https://www.instagram.com/sandra.fencl

 

 

Pferdeprofi: Von Ego, Scheinen, Turniererfolgen und Demut

Oder: Warum auch Gangpferde gymnastisch wertvoll und ohne Manipulation ausgebildet gehören

Islandpferd trainierenViele von Euch wissen, dass meine Reitanfänge in der Gangpferdereiterei begründet sind. Mein erstes Pferd, Heidrùn, habe ich noch immer an meiner Seite (aktuelles Foto Sept. 2016). Sie ist jetzt 36 Jahre alt, seit 29 Jahren an meiner Seite und ich habe das Gefühl, sie wird mich überleben :) Vielleicht sollte ich Vorsorge-Fonds oder eine Lebensversicherung für sie abschließen…

Dass ich genau ein Islandpferd als erstes Pferd bekommen habe, hatte sehr pragmatische Gründe: Ich war klein, jung und schwach und meine Eltern dachten, so ein Kleinpferd ist praktischer als ein “richtiges Pferd”. Allerdings konnte ich sogar bei Heidi den Sattel allein nicht auflegen… Und so bin ich immer vom Zaun auf Heidis Rücken geklettert und ritt die meiste Zeit ohne Sattel… (Aber das hat meiner Reitbalance mit Sicherheit nicht geschadet…)

Mehr Infos zu Heidi hier: http://www.sandrafencl.com/pferdegesundheit-ist-vertrauenssache/

So, langer Rede kurzer Sinn: Ich bin also mit Islandpferden groß geworden und habe dann als Jugendliche auch angefangen, erfolgreich auf Turnieren zu starten. Ich habe dann mit 18 meinen Islandpferde-Übungsleiter (Trainer C) als Kursbeste absolviert und war damals schon sozusagen “Profi”. Bereits mit 14 Jahren hatte ich begonnen, unsere selbst gezüchteten Isis einzureiten und auch schon damals habe ich Unterricht erteilt (ohne zu wissen, wie das eigentlich geht… aber irgendwie ging’s trotzdem ganz gut)….

So, und dann kam ich zu Marjorie Armstrong, einer klassisch (-barocken?), australischen Reitlehrerin, die Vielseitigkeits-Olympiasiegerin und eine direkte Elève (Schülerin) vom portugiesischen Reitmeister Nuno Oliveira war…  Als ich mich, zwischen Lusitanohengsten, Friesenhengsten und Lipizzanerhengsten, mit meinem Puschel-Isländerwallach in Linz vorstellte, hat sie mal bisserl lustig geschaut und mich gefragt: “WAS ist das?” Ich hab ihr dann voller Stolz geantwortet: “ES ist ein Islandpferd, ES hat 5 Gänge und ES hat auch einen Namen, nämlich Bangsi (zu Deutsch: Bärchen).” Als Australierin war sie etwas erstaunt über ein ISLANDpferd in ihrem Kurs. Voller Freude hab ich ihr vorgeschlagen, ich könnte ihr ja mal wenigstens Bangsi’s Tölt  präsentieren, damit sie diese Gangart mal sieht… (Rennpass war bisserl schwierig in der Halle).

Gesagt, getan: Ich hab in der Halle ein paar Runden im Tölt gedreht mit ein paar schönen Verstärkungen an den langen Seiten… Danach hab ich mich wieder vor ihr hingeparkt und auf ihre bewundernden Worte gewartet, die aber irgendwie ausblieben. Ihr Kommentar viel für mich doch sehr überraschend aus: “I have never seen a horse like this. I have never seen a gait like this. But I can always see, if a horse uses its back or not, when ridden, and THIS horse doesn’t use its back at all.” (Ich habe noch nie so ein Pferd gesehen. Ich habe auch noch nie so eine Gangart gesehen. Aber ich kann immer sehen, ob ein Pferd beim Reiten seinen Rücken verwendet oder nicht, und DIESES Pferd verwendet seinen Rücken GAR NICHT.”

Gangpferde gymnastisch wertvoll reiten

Lang hat es gedauert, bis ich meinen 5Gänger Bangsi ohne Eisen so reiten konnte… Aber ich habe sooooo viel von ihm gelernt… Hier sind Bangsi (im Alter von 28 Jahren) und ich beim Seminar mit Bent Branderup in Salzburg.

Nach diesem Kommentar ist mein fröhliches Lächeln erst mal versiegt und ich hab mich – als anerkannte Trainerin und Turnierreiterin – um ehrlich zu sein geärgert… LANGE blieben mir diese Worte im Kopf… Ständig musste ich daran denken…

Was wie ein Faustschlag in mein Gesicht begann, ging so weiter: Aufsteigen an der Aufstieghilfe: Mein Pferd geht gleich los, nachdem ich im Sattel sitze. Marjorie: “We will do this again, until he waits for a signal, to start walking”. (Wir machen das so lange, bis dein Pferd auf ein Signal fürs Anreiten wartet, und nicht einfach losläuft). Ok, meine erste EINZELstunde bei Marjorie (zu einem kleinen Vermögen) bestand AUSSCHLIESSLICH im Auf- und Absitzen an der Aufstieghilfe… Ich war nicht nur frustriert von meinem ersten Reittag bei Mrs. Armstrong, sondern hegte leichte bis mittlere Aggressionen…

Biomechanik für Gangpferde

Bei Marjorie habe ich gelernt: Ein Pferd das im Rücken nicht losgelassen ist, wird AM BODEN gymnastiziert und erst geritten, wenn es seinen Rücken ohne Reiter loslassen kann!

Es war eine bittere Pille, die ich zu schlucken hatte.  Aber gut, dieser Kurs hat mir tatsächlich die Augen geöffnet. Denn nach 5 Tagen intensivem Dressur-/Handarbeits-/gymnastischem Bodenarbeits- und Barockreitkurs bei Marjorie wusste ich als Trainerin: Ich weiß, dass ich nichts weiß… und das als Profi! Aber Marjorie hatte Recht. Mein Pferd lief ohne Rücken(-tätigkeit). Mein Pferd war manipuliert. JA, es war ein Turnierpferd. Ja, wir waren erfolgreich bei Gangpferde-Turnieren und im Kader, aber NEIN, es war kein reelles Reiten. Das wurde mir noch klarer, als ich dann im Herbst Bangsi seine (schweren 10er) Eisen abnahm: Danach gab es nämlich erst mal nur noch eine Gangart: “Piggypace” also Schweinepass vom Feinsten – und das mit und ohne Reiter…

Es war ein schweres Jahr anno 2000. Aber dieses Jahr hat mir gezeigt: Wir dürfen und können NIE aufhören zu lernen. Nur weil wir erfolgreich bei Turnieren starten, heißt das nicht, dass wir gute Reiter sind. Nur weil wir Trainer sind, heißt das nicht, dass wir Pferde gymnastisch wertvoll ausbilden… Ich war beschämt. Ich war auch zornig. Auf mich, aber auch auf meiner vorherigen Trainer. Denn die meisten von ihnen hatten nie an den ECHTEN GRUNDLAGEN FEINER REITKUNST mit mir gearbeitet, sondern an der “Manipulation von Pferden für gute Noten” – ohne dass ich es gemerkt oder verstanden hatte (aber vielleicht wussten sie es auch damals selbst nicht besser…).

Pferdetraining bedeutet immer Training an sich selbst....

Pferdetraining bedeutet immer Training an sich selbst….

Ich habe in diesem einen Kurs eine Basis für eine ganz neue Art der Pferdeausbildung (für mich) gelegt. Pferde GESUNDHEITSFÖRDERND auszubilden – klassisch also. Und das unabhängig davon, ob es ein Gangpferd ist oder nicht: Für mich gehören ALLE Pferde gymnastisch wertvoll ausgebildet… deshalb trainiere ich junge Pferde seitdem ausnahmslos ohne Eisen, ohne Glocken, Hilfszügel oder sonstigen “Manipulationsmitteln”. So sehe ich unverfälscht, wie sie sich im Takt bewegen und wie losgelassen sie WIRKLICH sind…

… und heute setze ich mich erst auf ein Pferd, wenn es sich überhaupt losgelassen am Boden bewegen kann. Alles andere macht nämlich für mich keinen Sinn…  Wenn ein Pferd schief wie ein Motorrad um die Kurven an der Longe stackselt, wird das unterm Reiter seltenst besser. Denn die wenigsten (auch Profi-!!!)Reiter unterstützen ein Pferd so, dass es wirklich DEUTLICH schöner und erhabener sich MIT Reiter als ohne Reiter bewegt…

Vor ein paar Monaten, als ich mit meinem Lusitano Rufino bei einem Desmond O’Brien-Kurs war, hat mich eine Teilnehmerin, die ich gar nicht kannte, angesprochen. Sie hatte selbst einen sehr eindrucksvollen Lusitanohengst und sagte nach meiner Reitstunde zu mir: “Ich kenne dich nicht. Ich finde, dein Pferd auch eher “unauffällig” (er ist Wallach…). Aber wenn du mit ihm reitest, seht ihr gemeinsam so schön und stolz aus, das beeindruckt mich wirklich.” Und mich selbst hat diese Aussage unheimlich gefreut… Denn wenn ein Pferd sich stolz, motiviert und fröhlich unter Dir präsentiert und auch nach dem Reiten diesen Ausdruck erst mal behält, dann weißt Du, dass du – vielleicht nicht alles – aber zumindest einiges richtig gemacht hast :) Als Konsequenz kommen die Pferde dann auch gern zu Dir zum Arbeiten…. auch von der Koppel :)

… und an diesen Kurstag hab ich im Stillen die letzten 20 Jahre meines Lebens Revue passieren lassen…. Sie waren manchmal auch bitter und schwer. Vielen (Problem???-)Pferden bin ich in der Zeit begegnet. Gerade auch mein Lusitano war wirklich SEHR schwierig anfangs im Umgang und beim Reiten sowieso (er war ein Wildpferd)… Aber ich habe so unglaublich viel von ihm und allen Pferden gelernt, denen ich begegnen durfte, wofür ich einfach nur dankbar bin. Und wenn ich etwas gelernt habe, dann ist es mit seinem eigenen “Können” demütig zu sein und zu verstehen: Pferdetraining ist immer Training an uns selbst.

Islandpferde gymnastisch trainieren

Reiten kann soooo schön sein, wenn man offen bleibt für Neues und demütig jedem Pferd begegnet… Denn jedes Pferd ist ein Lehrmeister (zumindest für mich!).

In diesem Sinne wünsche ich Euch vielleicht den einen oder anderen ergreifenden Moment in Eurem Reiterleben, wo ihr für Euch ggf. klar werdet: Es liegt NICHT am Pferd. Um genau zu sein: Es liegt NIEMALS am Pferd. Natürlich gibt es Pferde, die machen es einem Reiter leichter oder schwerer (am Anfang). Aber am Ende des Tages liegt es an EUCH, wie ihr mit diesem Pferd kommuniziert und in Harmonie, Balance und Leichtigkeit reitet… nicht mehr und nicht weniger… In diesen Sinne wünsche ich Euch viele Sternstunden und Regenbogenritte! :)

Eure Sandra, die jeden Tag etwas Neues dazu lernt, denn beim Reiten hört das Lernen NIEMALS auf :)

PS: Wer mal meine Ansichten über Gangpferde-Training LIVE miterleben möchte, ist in meinem ganzheitlichen Gangpferdeseminar vom 14. bis 16. Oktober 2016 in Tuntenhausen in Bayern genau richtig :)

PPS: Mehr Fotos von meiner Islandreise auf meiner Fotoseite unter: www.facebook.com/sandrafenclphotography

 

 

© 2017 Sandra Fencl

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