Sandra Fencl

Ganzheitliches Pferdewissen aus Leidenschaft!

Category: Aktuelles (page 1 of 7)

Quick-Tipp! So touchierst Du Dein Pferd richtig!

Viele Reiter vergessen, dass Sie selbst dafür verantwortlich sind, dass ihr Pferde nicht oder aber falsch auf ihre Anforderungen reagieren: denn sie üben schlichtweg nicht DIDAKTISCH SINNVOLL mit ihren Pferden.

In diesem Video erkläre ich Dir meinen stufenweisen Ansatz, um Deinem Pferd fair und ohne Stress durch Touchieren verschiedene Lektionen beizubringen. :)

Ich hoffe dieses Video hat Dir gefallen und Du kannst Dir etwas davon in Deinen Trainingsalltag mitnehmen! :)

Wenn Du mehr über didaktisch sinnvolles Training erfahren möchtest, und wie Du und Dein Pferd zu echten Partnern werden, dann ist mein Video-Seminar “Die natürliche Schiefe des Pferdes verstehen und ganzheitlich korrigieren!” genau richtig für Dich. Alle Informationen findest Du hier:

http://www.sandrafencl.com/SchiefenkorrekturPferd/

 

Lass Dich jetzt auch unverbindlich auf meinen Infoletter “Gesundes Pferd” setzen und erhalte kostenlos Trainings-, Fütterungs- und Gesundheitstipps für Dein Pferd. Sende mir hierfür einfach eine kurze Email an info@sandrafencl.com

 

Bis bald!
Deine Sandra

Quick-Tipp! Ausrüstungskunde: Welche Gerte ist die Beste für Dich?

“Hilfsstöckchen – nicht Haustöckchen!”

Die Gerte als verlängerten Arm zu verstehen ist nicht für jeden selbstverständlich! In diesem Video beschreibe ich Dir wie Du die für Dich und Dein Pferd passende Gerte wählst!

Mehr zum Thema “Ausrüstungskunde” findest Du auch in meinem neuen Online Verlasspferdekurs. Wenn Du alle Informationen unverbindlich zugesendet bekommen möchtest, sende mir eine kurze Email an info@sandrafencl.com
Bis bald!
Deine Sandra

Quick-Tipp! Übergewichtiges Pferd – Maulkorb: ja oder nein?

Dickes Pferd, was tun??? 

Immer wieder werde ich gefragt, ob man übergewichtigen Pferden einen Maulkorb verpassen soll.

In diesem Video gebe ich die Antwort auf diese häufig gestellte Frage :)

Wenn Du mehr zum Thema Pferdefütterung erfahren möchtest, bist Du in meinem Online-Seminar (Video) “So fütterst Du Dein Pferd gesund” genau richtig: https://www.edudip.com/w/236910

Bis bald,
Deine Sandra

 

P.S. Du fragst dich, ob Du dein Pferd lieber stundenweise auf die Koppel lassen sollst? Oder auch, ob eine kurze, abgefressene Weide die gesündere Alternative für Dein Pferd ist? Die Antwort darauf findest Du hier: https://youtu.be/DDaDBpHSS44 Viel Spaß beim Ansehen!

Warum die innere Ruhe beim Reiten so wichtig ist :)

Reiten bedeutet für mich “Stille”. Wenn ich mit meinen Pferden arbeite, versuche ich mich mit ihnen zu verbinden. Irgendwann hab ich das Gefühl von totaler Ruhe und Stille und denke dann kaum noch. Das ist fast eine Art “Trance-Zustand”. Klingt lustig, ist aber sehr schön :)))

Ich denke, genauso wie man das Meditieren nicht in einem Wochenendkurs lernt, so lernt man Reiten in vollkommener Stille erst mit der Zeit. Nichts desto trotz, kann man versuchen, schneller in diese tiefe Ruhe zu kommen. Denn nur in vollkommener Ruhe kann sich das Pferd wirklich entspannen. Seine Muskeln bewusst an- und abspannen, unsere Gedanken wahrnehmen und mit unsichtbaren Hilfen geführt werden.

Nur in dieser vollkommenen Ruhe wird das Pferd die volle Leistung bringen, ohne dass es in irgendeiner Form gestresst ist. Denn es wird tief und ruhig atmen – genau wie sein Reiter. Und das hilft, einen positiven Muskelstoffwechsel, optimale Konzentrationsfähigkeit und beste Lernergebnisse zu gewährleisten. 

Wenn ich zum Reiten gehe und aus Gründen immer noch “aufgewühlt” bin von Ereignissen am Tag, dann mache ich zuerst Bodenarbeit oder Handarbeit/Abkauübungen, Freiarbeit oder – wenn es ganz schlimm ist – gehe einfach eine Stunde spazieren mit meinen Hotties. Bewegung am Boden “erdet” mich im wahrsten Sinne Wortes. Bewegung baut übrigens Stresshormone (in der Muskulatur) ab. Deshalb ist es so unglaublich wichtig, dass wir uns bewegen, wenn wir Stress haben/hatten.

Bodenarbeit "erdet", entspannt und baut unnötigen Stress vorm Reiten ab :)

Bodenarbeit “erdet”, entspannt und baut unnötigen Stress vorm Reiten ab :)

Pferde riechen es, wenn wir Stress haben. Und dieser Stress überträgt sich ganz schnell aufs Pferd. Und dann, tja, dann klappt so ziemlich gar nichts beim Reiten… Wenn ich es nicht schaffe, mich mental und körperlich zu entspannen (bis in die kleinste Faser meines Körpers – denn Rufino merkt JEDE Mikroanspannung in mir), dann reite ich NICHT.

Wenn mir Großmeister Rufino etwas gelehrt hat, dann das: “Gutes Reiten bedeutet, in seiner Mitte zu sein“. Nur wenn ein Mensch in seiner Mitte ist, dann kann er ein Pferd in seine Mitte bringen. Und “Mitte” bedeutet für mich mentale und physische Balance – oder auf Deutsch: Gleichgewicht.

Gute Reiter sind immer ausgeglichen. Sie sind in ihrer Mitte und auch nicht schnell aus dieser raus zu bringen. Sie sind normalerweise deshalb auch angenehme Mitmenschen :) Deshalb hat man im Mittelalter Reiten auch als “Persönlichkeitsschulung” im Adel eingesetzt. Es macht uns (mental) stärker, fokussierter, intelligenter, aber auch humaner/menschlicher.

Wenn Du das nächste Mal zu Deinem Hottie gehst, überlege, ob Du in Deiner Mitte bist und ob es jetzt fair ist, aufzusteigen. Wenn nicht, mache zuerst “alternative Beschäftigungsmöglichkeiten” – das kann auch nur ausgiebiges Putzen sein. Viele Pferde sind gestresst, frustriert oder auch “abgeschalten”, weil ihr “Mensch” ständig unter Strom steht.

Hättest Du einen Lebenspartner, der ständig gereizt, aggressiv oder nervös ist, wäre es lang Dein Partner? Meiner nicht. Ich brauche Ruhe, Frieden und Stille, um glücklich zu sein. Und meine Pferde auch.

Spätestens am Turnier zeigt sich, wie viel innere Ruhe ein Pferd-Reiter-Paar wirklich hat.

Spätestens am Turnier zeigt sich, wie viel innere Ruhe ein Pferd-Reiter-Paar wirklich hat.

Und wer meine Pferde schon mal gesehen hat, weiß, dass sie diese tiefe Ruhe normalerweise auch ausstrahlen. Sogar auf Messen, Kursen, Demnstrationsveranstaltungen, beim Hänger fahren und sehr selten am Turnier (bin ja eigentlich kein Turnierreiter….).

Gerade gestern hat eine neue Einstellerin bei mir im Stall mich gefragt, ob Rufino schon immer ein so ruhiges, maximal konzentriertes Pferd war. Ich hab lauthals loslachen müssen. Denn er war das freakigste Pferd, das ich je gesehen habe. Total schreckhaft, nervös und eine Bombe auf vier Beinen, jederzeit bereit beim kleinsten Fliegenhüstler zu explodieren …

Eine Problempferdetrainerin, die ihn am Anfang mal gesehen hat, hat damals zu mir gesagt: “Sandra, für SO ein Pferd zahlt niemand Geld. SO ein Pferd bekommt man wenn überhaupt geschenkt.” Gut, ich habe Geld bezahlt, aber ich muss sagen, Rufino ist mit Garantie jeden Cent Wert gewesen, den ich gelöhnt habe…. und er ist nicht umsonst zu mir gekommen, er ist wahrscheinlich mein größter Lehrmeister, den ich je hatte :)

In diesem Sinne wünsche ich Euch allen einen ruhigen Sonntag und eine tiefe Verbindung beim nächsten Ritt…. Vielleicht denkst Du ja an meine Worte und versuchst ZUERST in Deine Mitte zu kommen, bevor Du aufs Pferd steigst. Ich kann Dir garantieren, dass diese Vorgehensweise sich langfristig ganz massiv positiv auf die Motivation Deines Pferdes, die Beziehung zwischen Deinem Pferd und Dir und den Trainingsfortschritt auswirken wird.

Alles Liebe!
Deine Sandra, Rufino und Fjola :)

 

Magnesium für das Pferd – König der Mineralstoffe

Magnesium macht locker!

Magnesium ist das für mich wichtigste Mengenmineral und wird häufig auch als “König der Mineralstoffe” bezeichnet. Denn es hat so viele Wechsel- und Schlüsselbeziehungen zu anderen Vitalstoffen, und ist unentbehrlich für einen “reibungslos funktionierenden Organismus”.

Seit vielen Jahren verwende ich reines Magnesiumcitrat in Apothekenqualität für meine 2- und 4-beinige Familie und mich als reine, natürliche Nahrungsergänzungsquelle. Ich habe damit wirklich unzählige, positive und teilweise umwerfende Erfahrungen gemacht.

 

Magnesium ist unter anderem wichtig für: 

  • Die Entspannungsfähigkeit von Muskulatur und eng damit verbunden
  • Muskelaufbau (nur entspannte Muskulatur kann sich überhaupt aufbauen) 
  • Magnesium wirkt leistungssteigernd 
  • Es “organisiert” viele andere Vitalstoffe und ist somit ein Schlüssel-Vitalstoff für einen gesunden Stoffwechsel 
  • Magnesium wird zur Entschlackung/Entgiftung eingesetzt
  • Es wirkt sich positiv auf den Wasserhaushalt aus und kann helfen, unnötige Wasserdepots zu vermeiden (und fördert somit ein normales Körpergewicht)
  • Beim Menschen wird Magnesium auch gern bei Diabetes-Patienten eingesetzt, da es sich scheinbar auf die Insulinresistenz der Zellen positiv auswirkt (interessant ggf. auch für Cushing-Pferde!!)
  • Man sagt ihm eine entzündungshemmende Wirkung nach
  • Ich habe äußerst positive Erfahrung bei Pferden mit Arthrose gemacht
  • Viele Kunden mit Pferden mit Hautproblemen wie Sommerekzem berichten von extremen Verbesserungen bei Magnesiumzufütterung
  • Magnesium kann helfen, Koliken zu vermeiden
  • Es hat sich extrem positiv bei Stressanfälligkeit und bei erhöhter Nervosität oder Schreckhaftigkeit, sowie bei erhöhtem Muskeltonus (feste Muskulatur, Blockadeneigung) bewährt.Daher ist es bei Turniereinsatz, bei Kursen, Wanderritten, Stallwechsel, erhöhter Belastung durch Training etc. besonders wichtig
  • Magnesium soll auch die Hirnleistung verbessern :)

Die obige Aufzählung ist natürlich nur beispielhaft und es gibt noch jede Menge andere nachweislich positive Auswirkungen von einer gezielten Magnesium-Supplementierung. Das Gute ist, dass man sich bei Magnesium kaum Sorgen wegen Überfütterung/einer Überversorgung machen muss, da ein “zu viel” an Magnesium unkompliziert vom Körper ausgeschieden wird. 

Wichtig jedoch ist, dass Du das Magnesium LANGSAM (mit ca. 30 % der Enddosierung) anfütterst, ansonsten kann es abführend wirken. Ich verfüttere an mein Großpferd (Lusitano, 500 kg) ca. einen halben Esslöffel am Tag, wenn er viel arbeitet und gebe generell auch gerade den älteren Isländern regelmäßig Magnesiumkuren, die ihnen unheimlich gut tun (die sind alle fit wie Turnschuhe!!!, Dosierung hierbei ca 1/3 Esslöffel).

 

In diesem Video erläutere ich viele Informationen zur Wirkungsweise und dem Einsatz von Magnesium in der Pferdefütterung:

 

Wenn Du Deinem Pferd Magnesium verabreichen willst, empfehle ich es als REINSTOFF am besten in Apothekenqualität und am besten als MagnesiumCITRAT zu verfüttern. Magnesiumcitrat ist zwar die teuerste Magnesiumform, jedoch belegen diverse Studien die beste Bioverfügbarkeit. Das heißt, das Pferd (und auch der Mensch) kann es sehr gut aufnehmen und man braucht deshalb nur geringe Mengen.

Ich habe endlich eine Apotheke gefunden, die zu SUPER KONDITIONEN, nämlich 35,00 Euro pro Kilogramm Magnesiumcitrat in Pharmaqualität zzgl. Porto diesen Reinstoff verkauft. Das ist echt ein Spitzenpreis, weil das Magnesiumcitrat normalerweise bis zu 120 Euro pro Kilogramm in der Apotheke kostet.

Bestellen kannst Du es direkt bei der Katharinenapotheke in Unterhaching: http://www.katharinen-apotheke.de/

PS: Weitere Ernährungstipps gibt es in meinem beliebten Webinar: So fütterst Du Dein Pferd gesundAlle Infos hier: https://www.edudip.com/w/23691

Quick-Tipp: Trainingsidee mit Cavaletti

Cavaletti-Training ist nicht nur gut für die eigene Balance, Koordination und Konzentration beim Reiten, sondern vor allem auch für das Pferd absolut wertvoll und zwar sowohl psychisch, aus auch physisch!
► Denn Cavalettitraining lässt sich SUUUUPER abwechslungsreich gestalten und ist somit immer wieder eine neue Herausforderung für Dein Pferd!
► Gleichzeitig ist es das optimale Schiefentraining und Gymnastik für den ganzen Pferdekörper :)

Rufino ist natürlich wieder total motiviert dabei! :) Ich finde man sieht ihm an, dass er seine Aufgabe ernst nimmt und Spaß dabei hat!

 

Wenn Du mehr zum Thema gymnastisch wertvolle und biomechanisch korrekte Pferdeausbildung lernen magst, bist Du bei meinem Videoseminar zur Korrektur der Schiefe des Pferdes genau richtig.

Teil 1 beschäftigt sich intensiv mit der Theorie hinter der natürlichen Schiefe des Pferdes und am Ende gibt es auch schon die ersten Praxisübungen für zuhause, in Teil 2 folgen dann jede Menge weitere Praxistipps für Dich und Dein Pferd, um es langfristig gesund zu erhalten.

Alle Infos findest Du hier:  http://www.sandrafencl.com/SchiefenkorrekturPferd/

Bis bald!

Deine Sandra

 

Pferdezahn-Behandlung für Dich mitgefilmt!

Regelmäßige Zahnpflege ist sooo wichtig!

Gute Zahnbalance und guter Stoffwechsel und Verdauung gehören da genauso dazu, wie gesunde Ernährung und gesunde Zähne und widerstandsfähiges Zahnfleisch! :-)

Perfekt ausgeführte Pferdezahnbehandlungen sind kein Luxus, sondern eine super wichtige Gesunderhaltungsmaßnahme beim Pferd. Nicht nur wir gehören jedes Jahr in professionelle Hände hinsichtlich Zahnpflege, sondern auch unsere geliebten Vierbeiner!

In diesem Video möchte ich Dir die wichtigsten Punkte nennen, woran Du einen professionellen Zahnspezialisten für Pferde erkennst :)

Alles zum Thema Gesunde Pferdefütterung findest du in meinem Videoseminar:  https://www.edudip.com/w/236910

Viel Spaß mit diesem Video!
Deine Sandra

Pferdeverständnis fördert die Motivation

Pferde, die sich verstanden fühlen, sind meist auch motiviert! Das ist zumindest meine Erfahrung. Und wenn Dein Pferd das Gefühl hat, dass Du es verstehst, auf seine ggf. körperlichen Schwächen eingehst, seine mentale Verfassung verstehst und es wirklich gern hast, dann lässt sich damit seine Motivation stets hoch halten!

Denn Pferde schätzen es sehr, wenn sie Menschen haben, die sie jeden Tag
+ gesünder
+ geschickter (gerade auch für ein Beutetier sehr wichtig!)
+ stolzer
+ schöner machen! :-)

Lieb, wie Rufino immer von allein zur Aufstieghilfe geht, oder?

 

Wenn Du mehr zum Thema empathische und biomechanisch korrekte Pferdeausbildung lernen magst, dann ist mein Videoseminar “Die natürliche Schiefe des Pferdes verstehen und ganzheitlich korrigieren” genau richtig für dich. Alle Informationen findest du hier: http://www.sandrafencl.com/SchiefenkorrekturPferd/

Viel Spaß mit Deinem Pferd!

Deine Sandra

Zirzensische Lektion: So bringst Du Deinem Pferd das Hinlegen durch Imitation bei!

Ich nutze sehr oft die Idee des “Lernens durch Imitation” im Pferdetraining.

Hier seht ihr, wie Fjola von meinem Lusitano Rufino das Hinlegen als Zirkuslektion lernt. :-)

Tolle Sache  Geht viel schneller und Bodenarbeit in der kleinen Herdengemeinschaft ist einfach noch schöner .

Probiert es doch mal aus! Man kann sich ja auch mal mit Stallkollegen/Innen treffen und sich gegenseitig korrigieren und Tipps geben.

Viel Spaß beim gemeinsamen Training,

eure Sandra, Rufino und Fjola

Warum Flexibilität im Pferdesport so wichtig ist PLUS wichtige Tipps zum Lernverhalten Deines Pferdes

Immer wieder stelle ich im Reitsport fest, dass eine Tugend häufig fehlt: Flexibilität! So oft sehe ich Reiter, die eisern eine Lektion “durchdrücken” wollen. Auf biegen und brechen den (gefühlt) 100. Galoppwechsel verlangen, weil er noch etwas höher gesprungen sein könnte, oder das tausendste Mal ein Kaltblut angaloppieren lassen, das eh schon gar nicht mehr kann, bis das Ergebnis völlige Dienstverweigerung des Vierbeiners ist.

Sehr Schade! Denn mit dieser Herangehensweise lernt ein Pferd ständig überfordert zu werden und versteht, dass ihm als “Exit-Strategie” aus der Misere nur Ungehorsam bleibt. Und dieser Ungehorsam ist im Endeffekt einer völligen Überforderung geschuldet und hat meist auch noch den tollen Nebeneffekt von Muskelkater oder Muskelschmerzen… Beides Dinge, die sich nicht gerade positiv auf die langfristige Motivation auswirken.

Wie macht man es aber richtig? Was bedeutet denn “Flexibilität” im Reitsport?

Allein über diese (etwas philosophische) Frage könnte ich ein Buch füllen, aber ich versuche, mich kurz zu halten: Flexibilität im Pferdesport bedeutet für mich, PRO Pferd zu entscheiden, und das mit einer ordentlichen Portion Gefühl, Verständnis von Trainingslehre (Didaktik), Biomechanik und Pferdepsychologie-Hintergrund. Und das jeden Tag und im Endeffekt jeden Moment!

Flexibilität bedeutet beispielsweise, wenn man merkt, dass das Pferd müde ist, vom Fellwechsel oder aufgrund der starken Temperaturschwankungen, die wir momentan haben, dann ggf. das geplante Reitprogramm ausfallen zu lassen und stattdessen einfach ein bisschen Bodenarbeit, Wellness oder einen schönen Spaziergang in die Natur zu machen.

Fellwechsel beim Pferd

Der Fellwechsel und die starken Temperaturschwankungen machen vielen Pferden aktuell zu schaffen…

Es bedeutet aber auch, das körperliche Befinden wahrzunehmen. Wenn ein Pferd beispielsweise an einem Tag von sich aus mehr Spannung hat, dann bringt es nichts, noch an z.B. fliegendem Galoppwechsel oder neuen Lektionen zu arbeiten, die das Pferd “aufregen” könnten. Da ist eine kurze, lockere Vorwärts-Abwärtseinheit deutlich sinnvoller, auch wenn man sich ursprünglich etwas anderes vorgenommen hatte…

In anderen Worten, sollte man sich immer folgende Fragen stellen, wenn man mit seinem Pferd arbeitet:

1. KANN mein Pferd diese Lektion in diesem Moment körperlich überhaupt leisten (oder habe ich es ggf. – zumindest im Moment – überfordert)?

Ein Beispiel: Als ich meinem Lusitano das Kompliment beigebracht habe, war es für ihn eine geistig wie körperlich schwere Übung. Er musste sich sehr konzentrieren, seine Beine und (Gleich-)Gewicht richtig zu sortieren, um sich zu verbeugen. Kräftemäßig war seine Hinterhand sehr gefordert, was einer “Maximalkraftübung” – wie schwere Hanteln im Fitness-Studio stemmen – gleich kommt.

Eines Tages bin ich mit ihm sehr harmonisch geritten und habe gedacht, “jetzt ist er gut aufgewärmt, jetzt mach ich nach dem Reiten noch ein kleines Kompliment”. Gesagt, getan. Ich stieg ab und gab ihm das Signal fürs Verbeugen. Rufino aber zierte sich… Ich habe mit etwas mehr Nachdruck  die Übung “verlangt”. Das Ergebnis war, dass er sich praktisch hinfallen lies. Warum? Weil er MÜDE war. Aber ich habe es damals NICHT verstanden, dass diese Übung noch so schwer für ihn ist, dass er sie nach dem Reiten eigentlich nicht wirklich ausführen kann… Ich habe mich bei ihm sofort entschuldigt und mich eine Woche geschämt.

Ich hätte wissen müssen, als er zögerte, dass er müde ist. Er versucht immer, mir zu gefallen… Aber da war wohl mein Ego grösser als mein Verstand :( Du siehst, auch Profis machen Fehler (diesen Fehler hab ich jedoch seitdem glaub ich nie wieder bei KEINEM Pferd gemacht. Ich analysiere seitdem viel, viel genauer ALLE Zeichen für etwaige Müdigkeit oder Überforderung, aber gut… ist trotzdem passiert.).

 

2. VERSTEHT das Pferd die Übung überhaupt?

Auch das kann ein Problem sein, warum etwas nicht klappt. Das Pferd versteht die Übung schlichtweg nicht. Wenn ein Pferd eine Übung NICHT versteht, dann müssen wir es ihm entweder anders erklären oder aber ggf. in Teilschritte zerlegen.

Ein Beispiel: Wenn ein Pferd das Stellen im Stand schlecht ausführt, wird es beim Stellen in der Bewegung mit Garantie Probleme haben. Wenn ein Pferd beim Kompliment eine schlechte Balance hat, dann sollten wir es ggf. vorher besser aufstellen (das heißt, die Vorderbeine von den Hinterbeinen weiter entfernen und die Hinterbeine breit auseinanderstellen), sodass die Balance besser ist. Auch die Halsdehn-Vorübungen können die Flexibilität VOR dem Kompliment enorm verbessern.

Generell gilt: Wenn ein Pferd eine Übung nicht versteht, dann ist es UNSER Fehler. Schließlich sind WIR der Trainer und haben es unserem vierbeinigen Schüler schlecht erklärt…

 

3. Bist DU das Problem?

Tja, ich sage oft im Unterricht: “Das Problem sitzt oben drauf”. Und auch ich kann ein Problem für meine Pferde sein… Wenn ich unkonzentriert bin, wenn ich müde bin, wenn ich zu lange am Bürotisch gesessen habe und steif aufs Pferd klettere (was ich eigentlich jedoch nur noch sehr, sehr, sehr selten tue).

Deshalb, bevor man sich über sein “unfähiges” Pferd ärgert, oder es gar ungerecht straft, sollte man immer überlegen: “Bin ICH in meiner Mitte? Bin ich optimal flexibel und losgelassen? Helfe ich meinem Pferd, oder bin ich eher Ballast? Und ist der “Fehler” meines Pferdes eher das Resultat meiner eigenen Fehler als das Verschulden meines Pferdes”? Hier geht’s übrigens zu meinem sehr beliebten Blogbeitrag: “7 Tipps für bessere Hilfengebung“.

Ich weiß, es ist immer leichter, dem Pferd die “Schuld” zu geben. Aber ein guter Reiter und Pferdetrainer wird immer erst mal an sich selbst zweifeln, bevor an seinem vierbeinigen Schüler zweifelt. Wie ich zu meinen zweibeinigen Schülern immer zu sagen pflege: “Unsere Pferde haben die Reitlehre und Biomechanikbücher nicht gelesen. Es liegt an uns, aus ihnen gesunde, motivierte, vierbeinige Reit- oder Fahrpferde zu machen. Wenn etwas nicht klappt, dann haben wir unseren Schülern etwas schlecht vermittelt.” Nicht mehr, und nicht weniger.

Sandra Fencl Kompliment PferdUnd vielleicht, wenn Du das nächste Mal auf Deinem Pferd sitzt, und kurz davor bist “mechanisch zu reiten” oder sogar die Nerven zu verlieren, dann erinnerst Du Dich vielleicht an die Geschichte von Rufino und mir, und steigst als Konsequenz ab, bevor es “unschön” wird… Dann habe ich mit meinem Blogbeitrag viel erreicht und Rufino mit seiner Dozententätigkeit Gutes bewirkt.

Ich danke Dir für das Lesen dieser Zeilen und wünsche Dir und Deinem Pferd viel Freude und Flexibilität beim Training :)
Deine Sandra, Rufino und Fjola

PS: Rufino hat übrigens keinen “Schaden” genommen wegen meines einmaligen Faux Pas mit dem Kompliment… Er beherrscht es mittlerweile auch frei in Perfektion :)

PPS: Wenn Du mehr zum Thema faires und biomechanisch wertvolles Pferdetraining erfahren möchtest, dann könnten folgende Termine für Dich interessant sein:

+ Abendseminar zur Gymnastizierung und Schiefe des Pferdes in Tuntenhausen (Bayern) am Freitag, 07. April 2017

+ Gymnastisches Allover-Bodenarbeitsseminar in Tuntenhausen (Bayern) am 08. und 09. April 2017 (bei Interesse bitte einfach eine Email an info@sandrafencl.com senden)

+ Gymnastisches Allover-Bodenarbeitsseminar mit Schwerpunkt Zirzensik am 21. und 22. Mai 2017 in Hveragerdi, Island

+ Gymnastisches Bodenarbeitsseminar mit Schwerpunkt Zirzensik am 15. Juni 2017 in 85386 Günzenhausen/Eching

+ Gymnastisches Bodenarbeitsseminar mit Schwerpunkt Zirzensik am 15. August  2017 in 85386 Günzenhausen/Eching

+ Gymnastisches Overall-Bodenarbeitsseminar am 26. und 27. Oktober 2017 in Kleinstelzendorf, Niederösterreich

+ Meine sehr beliebte, zweiteilige LIVE-Webinarreihe zur ganzheitlichen Korrektur der Schiefe des Pferdes (mit Videoaufzeichnung, und somit orts- und zeitunabhängig). Alle Infos hier: https://www.edudip.com/w/238762

Hier geht’s zum Erklärungsvideo:

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