Sandra Fencl

Ganzheitliches Pferdewissen aus Leidenschaft!

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7 Tipps für bessere Hilfengebung beim Reiten

Über die Reiterhilfen sind Berge von Büchern geschrieben worden. Und doch werden die Signale vom Reiter an sein Pferd oft falsch, unklar oder unfair eingesetzt. Aber was sind Hilfen überhaupt? Laut Wikipedia werden Hilfen “als die Einwirkungen des Reiters auf sein Pferd” bezeichnet, und weiter: “Man unterscheidet dabei zwischen Gewichts-, Schenkel- und Zügelhilfen. … Von den Hilfen unterscheidet man die Hilfsmittel: Stimme, Gerte und Sporen können zur Unterstützung der Schenkelhilfen eingesetzt werden.” So weit die graue Theorie. Jetzt geht’s aber ans Eingemachte, nämlich an meine Praxistipps für bessere und pferdegerechtere Hilfengebung beim Reiten! Viel Spaß damit :)

 

1. Konsequenz und richtige Dosierung in der Hilfengebung

Wir alle wünschen uns Pferde, die bereits auf die feinsten Hilfen reagieren: Einem “Hauch von nichts” und mit scheinbar unsichtbaren Signalen mit uns durch die Reitbahn schweben. So die Wunschvorstellung. So weit, so gut. Die Realität sieht aber oft leider anders aus: Nicht selten sieht man aufgerissene Pferdemäuler, ständig klopfende Reiterschenkel, auf die trotzdem (oder gerade deshalb) keine Pferdereaktion kommt,  und stochernde Sporen, die im schlimmsten Fall sogar zu haarlosen (oder sogar offenen) Rumpfpartien beim Pferd führen. Unschön ist das, und von feiner Hilfengebung, gelebtem Tierschutz und totaler Harmonie mit dem Pferd weit entfernt. Aber wie bildet man ein wirklich feines Pferd aus?

Mit “ansteigender” Hilfengebung, oder wie Jean François Pignon sagen würde: “crescendo” – auch bekannt aus der Musik, “züchtest” Du ein feines, williges und motiviertes Pferd. Einer meiner alten Reitlehrer hat immer zu mir gesagt: “Geben Sie die Hilfe so, dass Sie gar nicht erwarten, dass Ihr Pferd reagiert“. Und das mache ich… und bin immer wieder erstaunt, dass die Pferde bereits auf DAS reagieren! Wenn man aber immer gleich eine deutliche oder mittelstarke Hilfe gibt, wird man nie ein Pferd reiten, das auf “unsichtbare Hilfen” reagiert. Weil es gar nicht die Chance hatte, auf das feinst mögliche Signal zu antworten.

Das heißt also im Klartext, wenn Du ein Pferd anreiten möchtest, verwende den Schenkel ganz, ganz leicht, sodass man es nicht sehen kann. Wenn Dein Pferd dann nicht reagiert, steigere minimal die Hilfengebung. Wenn dann Dein Pferd nicht reagieren sollte, versuch es mit nur geringfügig mehr Intensität. Bei der dritten Hilfengebung steigerst Du jetzt deutlicher die Stärke der Hilfe, und wenn dann nichts passiert, macht es “Bumm”. Also Du unterstützt zB den Schenkel mit der Gerte, oder verwendest die Gerte nach vorsichtigem Gerteneinsatz dann einmal wirklich deutlich. Wenn dann das Pferd reagiert, lobst Du es SOFORT und lässt sofort von der Hilfe ab. Das bringt mich auch schon zum nächsten Punkt….

 

2. Sofortiges Ablassen der Hilfen bei richtiger Reaktion des Pferdes

Dies ist auch ganz wichtiger (klassischer) Grundsatz, der leider sehr oft vernachlässigt wird in der heutigen Reitszene. Wenn ein Pferd RICHTIG reagiert, muss man es sofort loben bzw. vor allem auch die Hilfe KOMPLETT aussetzen lassen. Das heißt, wenn Dein Pferd auf einen Schenkeldruck reagiert hat, quetscht Du nicht weiter mit dem Bein, sondern lässt es komplett locker hängen (es rahmt aber immer noch das Pferd am Rumpf ein). Das hat man früher “atmenden Schenkel” genannt.

Das Bein ist also da, wenn es gebraucht wird, hat aber keine ständige, negative Anspannung (was ja einer “Dauerhilfe” gleich kommt). Nur, wenn ein Pferd merkt, dass es “Ruhe”  bekommt nach dem erfolgreichen Annehmen einer Hilfe, dann wird es langfristig gern Hilfen annehmen. Denn für ein Pferd bedeutet das Entspannung! Und als Fluchttiere LIEBEN Pferde Entspannung, Ruhe und Sicherheit. Außerdem lernen Pferde am besten in Pausen. Hierbei können sie darüber nachdenken, was sie richtig gemacht haben, und dieses Verhalten abspeichern. Ständiges Geklopfe mit den Schenkeln und ein ständiger Zug in seinem Maul gefällt mit Garantie KEINEM Pferd!

Ablassen Hilfen Sandra Fencl

Pferde lernen in Pausen am besten, und dazu gehört auch das “Ablassen” von Hilfen.
Foto: Alisa Konrad

 

3. Gib keine widersprüchlichen Signale

Auch das sehe ich leider sehr, sehr häufig: Ein Reiter quält sich mit seinem Pferd ab, dass es vorwärts geht… Irgendwann reist ihm der Geduldsfaden und er haut mal ordentlich mit der Gerte drauf. Das Pferd erschrickt und rennt oder springt sogar vorwärts. Der (noch unausbalancierte) Reiter rechnet nicht mit der prompten Reaktion seines Pferdes und hält sich am Zügel fest. Das Pferd erhält als “Belohnung” für eine gute Vorwärtsreaktion einen Ruck im Pferdemaul. Tolle Sache: Das Pferd lernt hierbei: “Wenn ich reagiere, werde ich im Maul gezogen“. Keine schöne Belohnung… Und langfristig gesehen sicherlich nicht sehr motivierend…

Ich möchte noch ein anderes Beispiel bringen, dieses sehe ich nämlich sehr, sehr oft in Bodenarbeits- und Handarbeitsseminaren. Das Pferd wurde angehalten und steht brav neben seinem Trainer. Dann fasst der Trainer die Idee gleich anzugehen, OHNE es zu merken, bewegt er den Oberkörper leicht nach vorne. Das willige Pferd reagiert sofort und geht los, wird aber dann sofort vom Zweibeiner ausgebremst weil es “ungefragt” angegangen ist (was ja nicht stimmt!). Diese Problematik sehe ich echt sehr, sehr häufig und solche Situationen sind äußerst frustrierend für Pferde. Unsere Vierbeiner versuchen uns ständig zu lesen, und unsere Körpersprache zu interpretieren. Wenn sie für prompte Reaktion auf das leichte Vorgehen des Oberkörpers des Zweibeiners reagieren, (die ja richtig und gut gemeint war), geschimpft werden, ist das sehr demotivierend und unverständlich für sie….

Sandra Fenzl Blog

Reiten bedeutet ständiges Weiterlernen. Wer aufgehört hat, an sich selbst zu arbeiten, hat aufgehört, besser zu werden. Foto: Alisa Konrad

 

4. Emotionslose, sachliche Hilfengebung

Ein weiterer, wichtiger Punkt, um Hilfengebung pferdegerecht und pferdeverständlich zu machen, ist die emotionslose Hilfengebung. Kein Pferd versteht, warum manche Reiter gleich einen kleinen Wutausbruch bekommen, wenn sie ihrem Pferd einmal einen (ggf. deutlicheren) Impuls mit dem Bein oder einen Klaps mit der Gerte geben. Pferde sind extrem emotionslos, wenn sie ihre Herdenkollegen zurecht weisen. Wir Menschen tun uns sehr schwer, schnell und treffsicher beispielsweise mit der Gerte zu agieren, dabei aber innerlich völlig ruhig und gelassen zu bleiben und auch die eigene Körperspannung nicht (negativ) verändern.

Probier es mal an einem Zaun aus. Stell Dir (mit viel Phantasie) vor, der Zaun ist Dein Pferd, und Dein Pferd hat etwas gemacht, was Dich extrem nervt – zB gerade den Kopf zum Grasen abgesenkt. “Korrigiere” jetzt Dein “Pferd” (also den Zaun) mit einem deutlichen Klaps mit der Gerte. Überprüfe, ob Du dies ausführen kannst, ohne die Muskeln fest zu machen, die Zähne zusammen zu beißen, die Atmung von einer entspannten Bauchatmung in eine oberflächige Brustatmung zu verändern… Geht? Sehr gut! Geht nicht? Dann bitte weiterüben….

Ich denke, dies ist eine der schwierigsten Anforderungen an JEDEN Reiter – völlig sachlich und emotionslos sein Pferd zu korrigieren, und das ggf. 150 Mal in der selben Einheit, immer in der selben Ecke, bei der das Pferd nach innen driftet … Nur, wenn wir sachlich reiten, wird unser Pferd den entsprechenden Respekt entgegenbringen und dementsprechend auch fein, aufmerksam und respektvoll reagieren. Denn absolute Selbstbeherrschung ist eine wichtige Eigenschaft von echten Führungspersönlichkeiten – und das gilt für Pferde und Menschen gleichermaßen!

 

5. Regelmäßiger Abgleich von innerem und äußerem Bild von Sitz und Einwirkung

Ein weiterer, wichtiger Punkt zum Thema pferdegerechte Hilfengebung ist der regelmäßige Abgleich von “Soll- und Istzustand” der eigenen Hilfengebung. Hiermit ist gemeint, dass man sich regelmäßig überprüfen sollte, ob man tatsächlich das Bein locker lässt, die Zügeln fein verwendet und die Gewichtshilfe korrekt zB beim Abfussen des Hinterbeines einsetzt.

Reiten Sandra Fenzl

Der regelmäßige Abgleich von innerem und äußerem Bild ist auch für routinierte Reiter sehr wichtig! Foto: Alisa Konrad

Dazu ein Beispiel: Die meisten Rechtshänder belasten den rechten Gesäßhöcker etwas mehr als den linken. Die meisten Pferde wiederum als linkshohle Pferde fallen tendenziell eher auf die rechte Schulter UND belasten somit auch die rechte Körperhälfte mehr. Rechtshändige Reiter und links hohle Pferde verstärken also ihre Schiefe gegenseitig.

Oft hat man als Reiter den Eindruck (gerade auch in Seitengängen!) man sitzt total zentriert, tatsächlich hängt aber der Oberkörper auf eine Seite (gern rechts) bzw. man knickt (ungemerkt) in der Hüfte ein. Nachdem Pferde immer ihrem (Gleich-)Gewicht hinterherlaufen, wird das Pferd dementsprechend in diesem Beispiel nach rechts drücken. Der Reiter “ärgert” sich dann gern, weil das Pferd ständig auf der rechten Hand nach innen schiebt. Aber eigentlich reagiert es nur auf eine ungewollte Hilfengebung seines Reiters…

Um dies zu vermeiden, kann

a) regelmäßiger guter Reitunterricht

b) das Reiten von Lektionen am Boden (Stichwort Bodengalopp oder Schulterherein selber laufen)

c) das Reiten von Fremdpferden

d) das Reiten mit Spiegeln

e) die regelmäßige Aufnahme von Fotos und/oder Videos

f) Körpertraining wie Yoga, Pilates, Alexandertechnik etc.

helfen. Mehr zu diesem so wichtigen Thema der Schiefe vom Pferd (und Reiter) in meinem nächsten Schiefen-LIVE-Webinar mit Videoaufzeichnung: https://www.edudip.com/w/235160 (Anmeldemöglichkeit bis 23. März 2017).

 

6. Betrachte “Hilfen” als Dialog!

Ein Pferd richtig zu reiten, heißt nicht nur, die richtigen Hilfen zur richtigen Zeit in der richtigen Dosierung zu geben, sondern in erster Linie auch zuzuhören… Auf das, was das Pferd gerade braucht, um sich zu entspannen. Auf das, was das Pferd gerade braucht, um in eine bessere innere wie äußere Balance zu kommen… Reiten sollte immer im Dialog mit dem Pferd stattfinden und hat ganz viel mit Empathie zu tun. Reite immer mit Freude Dein Pferd! Mit einer positiven Grundeinstellung und einem offenen Ohr und offenen Herzen wird vieles auf einmal wie von selbst gehen!

Sandra Fencl Sitzkurse

Reiten bedeutet “Zwiegespräch von zwei Seelen”…
Foto: Alisa Konrad

 

7. Gib feine Hilfen “aus der Mitte”

So, zum Schluss noch ein “Esoterikpunkt”, hihi. Mein Leben lang beschäftige ich mich mit Pferden. Mein Leben lang hab ich gebraucht, um zu verstehen, dass Reiten so viel mehr ist als einfach nur “technische Hilfen zu geben”. Reiten ist immer (und ggf. sogar nur) “Arbeit an uns selbst”. Mein Lusitano Rufino hat mir diese Erkenntnis so deutlich gemacht, dass ich sie ENDLICH verstehen konnte (und musste). Was ich Dir am Schluss von diesem Blogbeitrag noch “mit auf dem Weg geben möchte”, ist: Versuche, zuerst “bei dir selbst anzukommen”, bevor Du von Deinem Pferd perfekte Hilfenreaktion erwartest. Was ich damit meine?

Wenn Du gestresst  und ggf. sogar zu spät von der Arbeit kommst, Du dann wie ein kleiner Maniac noch in den Stall hudelst, und Dich schnell auf Dein Pferd setzt und “noch kurz ein paar Runden zu reiten”, dann kann ich Dir im Vorhinein sagen: “Das wird nix”. Wenn wir Menschen nicht in unserer Mitte sind, uns nicht körperlich und geistig “spüren”, noch immer 1.000 Todo-Listen in unserem Kopf rattern und wir schon an unseren morgigen Besprechungstermin denken, dann wird das Reiten “technisch” und niemals wirklich “harmonisch” ausfallen. Wenn Du jemals das Gefühl hattest, eins mit einem Pferd zu sein, IN Deinem Pferd zu sitzen und nicht AUF Deinem Pferd, sondern wie ein Zentaur als völlige Einheit mit Deinem Pferd zu tanzen, dann weißt Du, was ich unter harmonischem Reiten verstehe. Und dieses Gefühl wirst Du nur erreichen, wenn Du eine echte “Stille” in Deinem Kopf hast und ein offenes Herz für Dein Pferd…

Sandra Fencl Wege losgelassener Sitz

Innere Stille ist essentiell für gutes Pferdetraining.
Foto: Alisa Konrad

Wenn Du das Gefühl hast, dass Du diese Stille und Offenheit nicht hast und an diesem Tag auch nicht mehr erreichen kannst, dann hab den Mut auch mal NICHT zu reiten! Oft ist es besser, an solchen Tagen nur eine Runde spazieren zu gehen oder Dein Pferd alternativ mit Zirkuslektionen oder Bodenarbeit zu “bespaßen” oder vielleicht dem Pferd sogar komplett einen Ruhetag zu gönnen. Denn besser ist KEIN Training, als frustrierendes, negatives Training. Das kannst Du mir glauben…

In diesem Sinne hoffe ich, dass ich Dir ein paar Gedankenanstöße zum Thema Hilfengebung geben konnte und freue mich über Kommentare und etwaige Likes und Shares auf meiner Facebookseite: www.facebook.com/sandra.fencl

Bis bald!
Deine Sandra

PS: Hier geht´s noch zum Webinar-Video zum ganzheitlichen Verständnis und Korrektur der natürlichen Schiefe des Pferdes. Ein Thema, das mir ganz besonders am Herzen liegt:

 

 

 

Aktuelle Webinartermine!

Liebe Pferdefreunde,

ich freue mich RIIIIESIG über das tolle Feedback zu meinen neuen Webinaren, die ich als Dozentin auf Edudip halte.

Hier ist auch schon der neue BRANDAKTUELLE Termin für mein zweiteiliges Webinar zum Thema:

 

Die natürliche Schiefe des Pferdes verstehen und ganzheitlich korrigieren

 

Weitere Informationen und die Anmeldung zum zweiteiligen ganzheitlichen Online-Schiefen-Webinar findest du auch hier: https://www.edudip.com/w/235160

Termine sind:
Donnerstag, 16.03.2017, 19:30 – 21:00 Uhr und
Donnerstag, 23.03.2017, 19:30 – 21:00 Uhr

Dieses Seminar ist auch buchbar, wenn der 1. Webinartermin bereits vergangen ist. Du bekommst die Videoaufzeichnungen beider Termine zur Verfügung gestellt und kannst diese so oft ansehen, wie du möchtest. Außerdem erhälst Du die PDF-Powerpointpräsentation (zum Ausdrucken, wenn Du magst) für Deine Unterlagen. 

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Die natürliche Schiefe des Pferdes ist häufig ein unterschätztes, und gleichzeitig ernst zu nehmendes Gesundheitsrisiko für Dein Pferd.

Als ganzheitliche Pferdegesundheitsexpertin (u.a. Pferdeosteopathin, Physiotherapeutin, Hufpflegerin etc.) und Trainerin sehe ich immer wieder, dass ca. 80 % aller Probleme des Bewegungsapparates, aber auch Rittigkeitprobleme bis hin zu “Problempferdeverhalten”, direkt oder indirekt aus einer zu wenig korrigierten natürlichen Schiefe des Pferdes resultieren.

 

In dieser zweiteiligen Webinarreihe möchte ich dir ganzheitliches Verständnis vermittelt,

-> wo die Schiefe herkommt

-> wie sich die Schiefe Deines Pferdes auf seine Physis, Psyche und sein Trainingsverhalten auswirkt

-> wie man die Schiefe des eigenen Pferdes erkennt (rechts oder links hohl)

-> und natürlich GANZ WICHTIG: die individuelle und ganzheitliche Korrektur der Schiefe des Pferdes!

 

Ich zeige Dir meinen ganz genauen Ausbildungsweg vom jungen Pferd bis zum gut ausgebildeten Reitpferd. Erfahre, wie auch Du ein Pferd von Anfang an korrekt gerade richtest und welche Übungen und Trainingsinhalte dafür wichtig sind!

 

Im Anschluss an beide Webinare gibt es eine ausführliche Fragenbeantwortung :)

 

Du erhältst nach dem Webinar auch das gesamte Video zum späteren Ansehen und die Powerpoint-Präsenation als PDF, sodass Du auch später noch mal etwas nachsehen kannst :)

Ich freu mich auf Dich und diese äußerst wichtige Webinarreihe!
Deine Sandra

 

Termine sind: 

Donnerstag, 16.03.2017, 19:30 – 21:00 Uhr und
Donnerstag, 23.03.2017, 19:30 – 21:00 Uhr

 

Weitere Infos zu meiner Person unter: http://www.sandrafencl.com/meine-ausbildungen/

Weitere Informationen und die Anmeldung zum ganzheitlichen zweiteiligen Online-Schiefen-Webinar findest du hier: https://www.edudip.com/w/235160

 

HIER geht’s zum Webinar und zu mehr Infos! Ich freue mich auf Dich :)

 

3 Schritte gegen einen gekippten Mähnenkamm/ Kipphals/ Schlacken im Hals

Hast du schon mal gemerkt, wie viel dir der Körperbau deines lieben Vierbeiners über seinen Gesundheitszustand verrät? Viele Reiter schenken den kleinen Details am Erscheinungsbild ihres Pferdes leider nicht genügend Aufmerksamkeit – dabei liegt hierin oft der Schlüssel zur langfristigen Gesunderhaltung!

Wie du dies konkret in der Praxis umsetzen kannst, möchten wir dir heute anhand des Beispiels des zur Seite gekippten Mähnenkamms erklären.

Dieses Problem des Kipphalses hängt v.a. mit geschwächtem Bindegewebe, Giftstoffen (=Schlacken) und übermäßigen Fettdepots am Hals zusammen. Diese führen dazu, dass der Mähnenkamm dann gebogen erscheinen oder sogar ganz umfallen kann.

Ich verrate dir in diesem Video, durch welche 3 simplen Schritte du gegen dieses Problem vorgehen kannst – und das 100% ganzheitlich!

 

10 Tipps zur Produktion und Lagerung von Pferdeheu und wie du hochwertiges Pferdeheu erkennst

Heu ist nicht gleich Heu!!

Struktur, Feuchtigkeit und Eiweißgehalt spielen eine große Rolle und variieren von Schnitt zu Schnitt.

Aber gerade für die Gesunderhaltung Deines Vierbeiners ist es essentiell ein hochwertiges Pferdeheu zu füttern. Denn nur so kann Dein Pferd WIRKLICH Leistung erbringen.

 

Den meisten Pferdebesitzern ist es völlig klar, dass gutes Raufutter das Allerwichtigste in der Pferdefütterung ist. Gutes Heu herzustellen ist aber – neben etwas Wetterglück – auch eine Handwerk, das man beherrschen muss und bei dem man einige Faktoren beachten sollte.

Auch die richtige Heulagerung ist essentiell, damit gutes Futter auch gesund, hochwertig und schimmelfrei bleibt! Erfahre in diesem Video wichtige Tipps zum Thema Herstellung des Grundfuttermittels Heu und dessen richtigen Lagerung.

 

Wie Du hochwertiges Pferdeheu produzierst und vor allem optimal lagerst, erkläre ich dir in meinem ERSTEN FILM ZUM THEMA PFERDEHEU! Viel Spaß damit!

 

 

Der zweite Teil meiner Videoreihe zum Thema „Pferdeheu“ beschäftigt sich mit dem Thema “Wie erkenne ich QUALITÄTSHEU eigentlich?”

Ich wünsche Dir auch mit diesem Video viel Spaß!

Deine Sandra

 

P.S. Damit Du zukünftig keine interessanten Inhalte und Onlineseminare rund ums Thema Pferd und dessen Gesunderhaltung mehr verpasst, melde dich rechts in der Infobox zu meinem kostenlosen Newsletter “Gesundes Pferd” ein und abonniere auch meinen YouTube-Kanal an!

Pferde leiden stumm – Schmerzen frühzeitig erkennen!

Pferde leiden stumm, sie äußern nur selten echte Laute. Jedoch können auch sie Schmerzen haben, die ggf. nicht erkannt werden und im schlimmsten Fall wird das Pferd nicht fachgerecht behandelt, und kann gesundheitlichen und psychischen Schaden dadurch erleiden. Ganz abgesehen davon, dass man ggf. Leistungen verlangt, die das Pferd gar nicht im Stande ist, auszuführen, und dafür im schlimmsten Fall sogar noch BESTRAFT wird!!

 

Hier ein paar Schmerzsymptome, aber es gibt natürlich viele mehr:

  • Lustloser, müder oder depressiver Gesichts- und Augenausdruck.
  • Hochziehen von Nüstern, „Pressen“ von Unterlippe/Maulbereich bzw. Spannungsfalten im Maulbereich, kleine Augen, „Sorgenlöcher“ über den Augen.
  • Festgehaltener/schiefer Schweif, deutliches Schweifschlagen, hochgezogener Bauch, generell hohe Muskelspannung, Zähneknirschen, Kopfschlagen.
  • Unphysiologische Bewegungsabläufe (Takten bis hin zu Lahmheiten). Auch häufiges Stolpern  und Gleichgewichtsprobleme können ernstzunehmende Anzeichen zB für Schmerzen aus den Hufen,  Schultern oder Wirbelsäule sein.Leistungsschwäche, erhöhte Müdigkeit.
  • Lange Regenerationszeiten nach Training.
  • Appetitlosigkeit
  • Verdauungsprobleme
  • Gewichtsverlust.
  • Stumpfes Fell, kein Glanz, Probleme beim Fellwechsel bis hin zu generellen Stoffwechselproblemen, auch Aussetzen von Rosse etc. kann ein Zeichen für Schmerzen und allgemeinen, schwerwiegenden Problemen sein.
  • Introvertiertes Verhalten -> nimmt wenig am Herdenleben teil, kommuniziert wenig bis gar nicht mit Pferdebesitzer und anderen Pferden.
  • Fehlende Motivation, wenig Freude bei der Arbeit (und beim Aufhalftern, Auftrensen etc.), Anlehnungsprobleme
  • „Problempferdeverhalten“ wie buckeln, steigen, beißen, ausschlagen, durchgehen, Aggressionen und wenig Stress-Resistenz allgemein.

Natürlich gibt es noch viele andere Anzeichen, aber es ist SEHR wichtig, regelmässig sein Pferd genau zu beobachten. Plötzliche, aber auch langfristige Verhaltens- und „Charakterveränderungen“ sollten genau unter die Lupe genommen werden…

 

Ich würde mich sehr freuen, wenn Ihr diese Notiz teilt, wenn Ihr sie als sinnvoll erachtet, denn vielen Pferden wird unrecht getan, weil sie (zu) wenig Leistung erbringen. Aber oft ist ein Schmerzhintergrund als Ursache hierfür vorhanden.

DANKE an alle, die es teilen und so zu mehr Pferdewissen beitragen!

Alles Liebe,

Eure Sandra

9 wichtige Tipps für mehr Sicherheit, Kontrolle & gegenseitiges Vertrauen beim Reiten

Immer wieder werde ich gefragt, warum meine eigenen, aber auch meine Trainingspferde so zuverlässig sind, sich kaum mal erschrecken, und wenn sie sich erschrecken, nie davon laufen. Die Antwort ist einfach: Sie konzentrieren sich zu 100% auf mich UND sie vertrauen mir. In diesem Blogbeitrag möchte ich kurz erklären, wie auch Du mit Deinem Pferd mehr Sicherheit erlangst :)

Gerade letzte Woche habe ich einer jungen Reiterin Unterricht gegeben. Das Pferd wollte partout nicht an der Zusehertribüne der Reithalle vorbei gehen. Immer wieder hat es sich erschreckt und wurde deutlich schneller. Mir war aber sofort klar, dass das Pferd “Teenagerverhalten” zeigte. Das heißt, es hat getestet, was seine Reiterin macht, wenn es selbst Blödsinn macht…

Als Herdentiere testen Pferde regelmäßig die Kompetenz ihrer Reiter. Dies ist ein völlig natürliches Verhalten. Auch wenn es uns nervt, dass das Pferd zum 100. Mal anfragt, ob wir wirklich Führungsqualitäten besitzen, bzw. ob diese Ecke wirklich durchritten werden kann, soll oder muss…

Wenn Du diese Situation kennst, dass Dein Pferd zB in einer gewissen Ecke abkürzt bzw. an einer Bande nicht vorbeireiten möchte bzw. auch Angst vor zB einem Regenschirm hat oder manchmal einfach “stur ist”, dann würde ich (zumeist) wie folgt vorgehen:

Sich selber sammeln und Körperkontrolle bewahren
Nur wenn Du selbst entspannt “im” und nicht “auf” dem Pferd sitzt, kannst Du Deinem Pferd Sicherheit vermittelt. Das bedeutet wiederum, dass Deine Gesäßmuskulatur entspannt ist und Du so tief im Sattel sitzt. Auch Deine Beine müssen locker und beweglich den Rumpfbewegungen des Pferdes folgen, ein “Zusammenpressen der Knie” oder Klammern mit den Unterschenkeln ist völlig fehl am Platz. Ganz wichtig ist hierbei auch die tiefe, gleichmäßige Bauchatmung, an die man sich in solchen (Stress-)Situationen erinnern sollte. Denn nur so kann unser Pferd sich entspannen und selbst tief atmen.

Pferde synchronisieren sich sehr schnell mit der Atmung, aber auch der Spannung des Reiters und spiegeln diese. Deshalb ist es in jeder Situation so wichtig, als Reiter die absolute Körperkontrolle und Kontrolle der (Bauch-)Atmung aufrecht zu erhalten. Weiters ist es von größter Bedeutung, NICHT am Zügel zu ziehen (entgegen unserem natürlichen Reflex). Zug bedeutet immer Gegenzug, und deshalb solltest Du unbedingt auf ein Festmachen der Hand verzichten. Auch wenn es schwer fällt, sind kleine, weiche Paraden der einzige Weg, um die Kontrolle des Pferdes zu erhalten bzw. (wieder-) zu erlangen. Denn wenn Du Dich fest machst, wird auch Dein Pferd sich fest machen und somit mehr in den Fluchtmodus kommen…

Mental starke Pferde haben immer mental starke Reiter - und das gibt Sicherheit!

Mental starke Pferde haben immer mental starke Reiter – und das gibt Sicherheit!

Deshalb hier noch mal die wichtigsten Punkte (ggf. als Checkliste zum Ausdrucken fürs Reiterstüberl? ) für mehr Kontrolle, Sicherheit und Harmonie mit Deinem Pferd zusammengefasst:

1. Entspanne Dein Gesäß und Deine Beine! Die natürliche Angst- oder Stress-Reaktion wäre nämlich genau das Gegenteil, nämlich die Psoas-Muskulatur (Beckenmuskulatur)  reflexartig anzuspannen. Dies erhöht den Schwerpunkt des Reiters und man sitzt nicht mehr “im” sondern “auf bzw. über” dem Pferd, kann nicht mehr gut in der Bewegung mitschwingen und fällt bei ungeplanten Reaktionen des Pferdes viel leichter runter!

2. Atme bewusst tief, ruhig und gleichmäßig und ggf. sogar mit “Atemgeräusch” ein und aus… Ich habe mal gehört, dass das “laute” Ausatmen von Reitern den Pferden deshalb hilft, sich zu entspannen, weil es wohl dem Atemgeräusch entspricht, welches bereits Pferde-Embryos im Mutterleib wahrnehmen… Keine Ahnung, ob das wirklich stimmt. Fakt ist jedoch, es entspannt Pferde sehr schnell, auch ein kleines “Abschnauben” des Reiters signalisiert dem Pferd: “Alles ok!” Mein eigener Lusitano kann – wenn er gerade nervös zu werden droht – mit einem lauten Ausatemgeräusch meinerseits sofort entspannen. Erstaunlich, aber wahr. Tipp: Rede in schwierigen Situationen mit Deinem Pferd. Denn wenn Du redest, musst Du atmen…

3. Kontrolliere, ob Du noch immer aufrecht und “schwer” sitzt, oder ob Du ggf. eine nach vorn gelehnte Defensivhaltung eingenommen hast. Denn die Hinterbeine bewusst zu belasten und die Balance Deines Pferdes möglichst hinten zu behalten, ist in diesem Momenten  (und generell) wichtig. Lasse Dein Steißbein nach hinten-unten wie einen Anker auf die Hinterbeine des Pferdes “fallen”. Dies ist ein lustiges, inneres Bild, aber dieses hat wirklich schon vielen Reitern geholfen, sich auf dem Pferd “zu erden” und somit entspannt und tief “im Pferd” zu sitzen. Mit dem versehentlichen Vorbringen des Oberkörpers in Stress-Situationen machen wir unser Pferd nicht nur automatisch vorhandlastiger und damit IMMER schwerer zu kontrollieren, wir bestätigen es ggf. sogar in seiner Idee, schneller zu werden bzw. zu wegrennen!

4. Entspanne Deine Handgelenke und Finger und gib die richtigen, feinen Zügelhilfen, die Dein Pferd lösen helfen. Behalte unbedingt Deine Hand vorn und wirke niemals “rückwärts” ein. Ich denke in solchen Situationen immer an flinke Pianisten- oder Harfenspieler-Hände. Sie sind ständig in Bewegung und so kann niemals ein langanhaltender “Zug” entstehen, worauf das Pferd mit einer Festigkeit im Maul und Steifheit im Hals bzw. mit Gegenzug reagieren wird.

Wenn Du die richtigen Zügelhilfen gibst, wird Dein Pferd mit einer Zungenbewegung reagieren und somit Zungenbein, Kiefergelenk, Genick und damit verbunden ca. 60 % der GESAMTMUSKULATUR mobilisieren und entspannen… Menschen und Pferde beißen gleichermaßen in Stress-Situationen die Zähne zusammen… Eine Entspannung der Kiefer(gelenke) und der Zunge wirkt Wunder! Dies kann jedoch nur über eine feine, ebenfalls entspannte Hand des Reiters funktionieren…

5. Und dieser Punkt ist SEHR wichtig: Korrigiere Dein Pferd freundlich, aber sehr konsequent und lobe es SOFORT für das (kleinste) Annehmen Deiner Hilfen. Wenn Dein Pferd beispielsweise nach innen auf die Schulter fällt, weil es nicht außen an der Bande oder in die Ecke gehen mag, verlange eine Innenstellung mittels feinem Abspielen am Innenzügel und mittels freundlichem und beweglichem (= atmendem) Innenschenkel (und ohne zu klemmen). Ein gut erzogenes und rittiges Pferd wird auch in Extremsituationen die Hilfen seines Reiters willig annehmen – und das macht reiten dann WIRKLICH sicher.

6. Behalte immer ein positives, inneres Bild von der auszuführenden Übung, zB ein korrektes durch die Ecke oder an der Zusehertribühne vorbeireiten solltest Du im Kopf exakt visualisieren. Was tust du? Wie sieht Dein Pferd aus? Vielleicht stellst Dir auch noch vor, wie es zufrieden abschnaubt? Es ist sehr wichtig, sich genau vorzustellen, wie das Pferd korrekt, gut gerade gerichtet und fein am Schenkel und Sitz diese Aufgabe entspannt meistert… Viele Reitlehrer meinen, Pferde können mentale Bilder lesen… Ich bin einer davon :)

7. Wenn das Pferd Deine Hilfen (ansatzweise) in einer schwierigen Situation annimmt bzw. seine Aufgabe tatsächlich gut ausführt, lobe es sofort beispielsweise mittels Stimmhilfen oder mittels kurzem Berühren mit den Fingerkuppen der inneren Hand am Pferdehals. So merkt das Pferd, dass eine positive Reaktion und Gehorsam auf die Hilfen anerkannt wird und entspannt sich meist dadurch noch mehr. Durch den kurzen Fingerkontakt bzw. die Stimmhilfe behältst Du aber weiterhin die volle Kontrolle über Dein Pferd.

8. Lächle! Ich weiß, in Stress-Situationen zu lächeln, ist schon ein sehr hoher Anspruch an Körperkontrolle, aber: ES HILFT SEHR!! Denn wenn wir lächeln strahlen wir nicht nur eine positive Energie und Sicherheit aus, sondern entspannen unsere Kiefergelenke und damit verbunden unsere gesamte Wirbelsäule und setzen sogar Glückshormone frei… wenn das kein cooler Nebeneffekt ist :)

9. Sei sturer als Dein Pferd! Ich sage immer, eine wichtige Trainer-/Reiterqualität ist es, sturer zu sein, als sein (eigenes) Pferd. Pferde können unglaublich beharrlich sein, wenn es darum geht, Dinge durchzusetzen. Je öfter sie den Reiter – manchmal auch ungemerkt – austricksen, desto grösser ist ihr Ego und desto beharrlicher sind sie, es wieder zu tun…

Das hat (auch) etwas damit zu tun, dass sie den Respekt vor der Kompetenz des Reiters verlieren. Natürlich ist das (fast) ein eigenes Thema für sich. Aber nur so viel: Wenn Dein Pferd merkt, dass Du bei kleinen Stress-Situationen sofort die Nerven verlierst bzw. Dich nicht mehr durchsetzt, dann wird es – wenn es ihm gefällt – solche Situationen als “Ausreden” nutzen. Denn Pferde sind sehr gute Psychologen, vergiss das nie!

Wenn Dein Pferd aber lernt, dass Du IMMER die Kontrolle behältst (auch über Deinen eigenen Körper!), Nerven wie Stahlseile hast, immer souverän und ruhig auch in “schwierigen Situationen” agierst und Du Dein Pferd immer in seiner Balance (und zwar inneren/geistigen wie äußeren/körperlichen) verbesserst, dann wird es mit Respekt und Freude mit Dir arbeiten… und zwar immer….

Denn es kann sich verlassen, dass Ihr beiden gemeinsam jede schwierigen Situation sicher und gesund übersteht… Das hat einen unschlagbaren Mehrwert für das Flucht- und Opfertier Pferd… Für mich ist das die Basis einer sicheren, respektvollen aber auch freudigen Zusammenarbeit zwischen Menschen und Vierbeinern :)

Hinlegen Pferd

Mein Lusitano Rufino legt sich für mich ohne Zwang überall hin… Für mich ein ECHTES Zeichen von grenzenlosem Vertrauen…

Ich hoffe, ich konnte Dir ein paar Anregungen geben, worauf Du beim Pferdetraining (oder auch: Arbeit an dir selbst) achten kannst :)
Wer sich intensiver mit dem Thema Pferdepsychologie und Trainings-Didaktik beschäftigen möchte, ist in meinem Online-Seminaren/Webinaren und Bodenarbeitskursen genau richtig!

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Knackende Gelenke beim Pferd: Wo kommt’s her?

Immer wieder werde ich von Kunden/Kundinnen gefragt: Wo kommen knackende Gelenke beim Pferd her? Ich möchte hier meine Erfahrungen mit Euch teilen, die jedoch tatsächlich auf (schon weitreichende) ERFAHRUNG basieren, jedoch keine wissenschaftliche Untersuchung darstellen (und sowieso keine Tierarztkonsultation bei Problemen ersetzen).

Meiner Erfahrung nach, können knackende Gelenke folgende Ursachen haben:

1. Eine noch unzureichend korrigierte, natürliche Schiefe des Pferdes:
Pferde sind von Natur aus schief. Genau wie wir Menschen sind sie entweder Rechtshänder oder Linkshänder bezogen auf die Vorderbeine. Zusätzlich “arbeiten” die Hinterbeine unterschiedlich: Ein Hinterbein ist “talentierter” für die Lastaufnahme (Tragkraftbein), ein Hinterbein schiebt besser und schwingt weiter durch (Schwungkraftbein). Durch diese Schiefe werden die Beine, und somit auch Gelenke unterschiedlich belastet. Sowohl im Vergleich von rechtem zum linken Vorderbein, als auch innerhalb EINES Gelenks. Knackende Gelenke KÖNNEN (müssen aber nicht) von der (unzureichend korrigierten) Schiefe des Pferdes kommen.

 

2. Übersäuerung/schlechter Stoffwechsel beim Pferd:
Auch Übersäuerung und somit ein schlechter Stoffwechsel können knackende Gelenke fördern. Säurekristalle lagern sich gern in Gelenken ab (auch beim Menschen) und verursachen eine schlechtere Beweglichkeit und können langfristig Arthrose fördern. Deshalb ist eine gesunde (ggf. auch regelmäßig entsäuernde und entgiftende) Ernährung sehr wichtig für Pferde (und Menschen ebenso). ->> Dazu mehr in meinem nächsten Blogbeitrag!

 

 

3. Zu wenig Bewegung oder zu wenig Aufwärmen:

Gelenke werden nur “geschmiert”, wenn sich Pferde (und Menschen) bewegen. Durch die Bewegung der Gelenke wird über die Gelenkszotten (Synovialzotten) Synovia = Gelenksschmiere produziert und in den Gelenkspalt freigegeben. Diese Gelenksschmiere ernährt einerseits den Knorpel und macht ihn so widerstandsfähig gegen Belastung. Andererseits quillt der (ansonsten trockene, harte) Knorpel auf und wird weich, elastisch und “pufferfähig”.

 

Damit Pferde optimal in ihren Gelenken federn können, ist Schrittarbeit von 25 (!!!) Minuten nötig, wenn sie “kalt” aus der Box kommen. Reduziert man die Schritt-Aufwärmzeit, so läuft man Gefahr, dass das Pferd leicht kleine Risse im noch trockenen Knorpel erhält und der Weg für Arthrose geebnet ist…Im Winter ist auch Bodenarbeit (vor dem Reiten) besonders sinnvoll, hier ein kleines Video dazu von mir:

 

 

4. Schiefe Hufe

Schiefe Hufe sind ein großes Problem! Häufig sind sie mitverursacht von einer recht ausgeprägten natürlichen Schiefe. Wenn sie dann als Jungpferd zu wenig korrigiert werden, werden die Hufe im Laufe eines Pferdelebens meist immer schiefer. Wie intensiv man Pferdehufe korrigiert, hängt von vielen Faktoren ab, wie zB:-> dem Alter des Pferdes
-> dem Gesundheitszustand (zB bereits vorhandene Arthrose?)
-> der “Gesamtelastizität” des Pferdes (wie locker ist es, sind alle Gelenke frei beweglich oder gibt es Verspannungen/Blockaden)

-> der Stellung der Gelenke uvm.

Schiefe Hufe zu korrigieren, ist eine heikle Angelegenheit… Aber ich bin der Meinung: So lange ein Pferd lebt, sollte man versuchen es in seinem Körper zu verbessern. Und dazu gehört sinnvolle (geraderichtende) Gymnastik, eine optimale, individuelle Hufpflege, viel Bewegung, eine angepasste Fütterung und individuell optimierte Haltung…

 

 

5. Blockaden/starke Muskelverspannungen
Auch Blockaden oder starke Muskelverspannungen können meiner Meinung nach zu knackenden Gelenken beim Pferd führen. Genauso wie bei der zu wenig korrigierten, natürlichen Schiefe sind Blockaden, Verspannungen und Narben Störfelder, die den Bewegungsfluss im Pferd negativ beeinträchtigen. Eine optimale, symmetrische Bewegung (und Beweglichkeit) ist nicht mehr gegeben und die Gelenke des Pferdes werden unphysiologisch belastet…

 

Ich hoffe, dieser Beitrag konnte ein paar Ideen geben, warum Pferde Geräusche in den Gelenken verursachen.

Für mehr Tipps rund ums gesunde Pferde kannst du gern kostenlos:1. meinen Newsletter Gesundes Pferd abonnieren (gleich rechts im Kasten)

2. meinen Youtubekanal abonnieren https://www.youtube.com/user/PferdeInsider
3. meine Facebookseite www.facebook.com/sandra.fencl abonnieren

 

Bis bald!

Deine Sandra

11 Tipps für mehr Harmonie mit Deinem Pferd im Neuen Jahr

Jetzt ist es schon wieder rum, das Jahr 2016. Viele wundervolle Momente durfte ich mit meinen eigenen Pferden und auch 2- und 4beinigen Schülern verbringen – vielen lieben Dank an dieser Stelle an alle meine lieben 2- und 4beinigen Kunden! Und weil es doch jedes Jahr eine Tradition ist, neue, gute Vorsätze fürs nächste Jahr zu schmieden, hab ich mir gedacht, ich setze mich an meinen kleinen Laptop und tippe ein paar Zeilen für Euch als kleine Anregung.

Mögen diese wenigstens ein paar Pferdebesitzer wachrütteln und sie vielleicht für den einen oder anderen “Vorsatz” für 2017 erwärmen lassen, zum Wohle ihres Pferdes und für mehr echtes Pferdeverständnis und Empathie für ihren lieben Vierbeiner (siehe Punkt 4).

Pferdebehandlung Sandra Fencl

Denn es ist NIE zu spät, etwas besser zu machen… NIE!!!

Viel Spaß beim Lesen!
Deine Sandra

Also hier sind sie, meine 11 Tipps für mehr Harmonie mit Deinem Pferd 2017:

#Tipp 11: Klingt erst mal komisch, hilft aber: Trau Dich, auch mal einen Tag NICHT zum Pferd zu fahren.
Pferdetraining Sandra FenzlDenn jeder von uns hat mal einen schlechten Tag, fühlt sich gestresst, ist irgendwie steif aus dem Bett rausgerollt oder hat sich in der Arbeit oder in seiner Partnerschaft geärgert… Diese Tage – und ich spreche da aus Erfahrung – sind in den allerseltensten Fällen die Tage, an denen Du und Dein Pferd große Fortschritte machen werdet.

Meist sind es eher die Tage, an denen man Rückschritte im Training macht, das Pferd unnötig ärgert, stresst oder vielleicht sogar ungerecht behandelt… Tage eben, wo man sich nach dem Training denkt: “Das hätte ich mir (oder besser: uns) sparen können. Wäre ich doch lieber daheim geblieben.” EBEN an solchen “schwarzen” Tagen ist es besser daheim zu bleiben und sich ggf. mit etwas Ausgleichssport einen freien Kopf zu verschaffen :)

 

#Tipp 10: Achtung, ab hier wirds schon anstrengend: Mache Ausgleichssport oder Aufwärmtraining vor bzw. beim Reiten

Foto Silvia Stoib

Foto Silvia Stoib


Klingt hart und anstregend, ist es auch!
Aber das Schöne ist: Hat man mal den inneren Schweinehund überwunden, macht Sport (fast) süchtig! Man fühlt sich besser, man bewegt sich geschmeidiger, man sieht automatisch besser aus (und das garantiert!)…. Auch Bodenarbeit oder die Arbeit am langen Zügel wärmen gut auf vor dem Reiten und können Deine Kondition toll verbessern!

Aber es kommt noch besser: Je sportlicher DU bist, desto gesünder wird DEIN PFERD sein… Das kann so manche Osteopathie-/Tierarzt-/etc.-Rechnung ggf. einsparen :) Denn vorbeugen ist schließlich besser als heilen… Und ein gesunder Reiterkörper ist schon mal der erste, sehr wichtige Schritt in ein gesundes, neues Jahr für Dein Pferd!

Hier ein einfaches Video von mir, wie Du Dich vor dem Reiten schon beim Putzen nebenbei locker machst:

Und hier eine tolle Übung, wie Du Dich AUF dem Pferd mobilisieren kannst:

 

#Tipp 09: Erfreue Dich an den kleinen Fortschritten!

pferd-zirkuslektionen-sandra-fenclWir Reiter finden IMMER etwas auszusetzen. Die Beine sind zu unruhig, die Hand zu fest, beim Aussitzen fühlen wir uns nicht gut, der Außengalopp will nicht klappen… Immer muss alles negativ sein… Muss es? Nein, muss es nicht! Es ist eine Lebenseinstellung, Dinge positiv zu betrachten… Beginn bei Deinem Pferd damit!

Was magst Du an Deinem Pferd, was sind seine Stärken? Was findest Du besonders schön an ihm oder ihr? Überlege Dir nach jedem Training, was besonders gut war. Es gibt glaub ich echt (fast) immer etwas, das erfreulich war in einem Training… hoffe ich doch zumindest…

Erfreue Dich daran und werde zum Reitoptimisten! Ich bin mir sicher, dass Du langfristig auch im “normalen” Leben von dieser Einstellung profitieren kannst :)

 

#Tipp 08: Eng gekoppelt an Tipp 09, hör auf zu lästern!
Zirzensik mit PferdenDie Reiter sind vielleicht das größte Lästervolk überhaupt. Warum das so ist, weiss ich auch nicht… Aber lästern bringt weder Dich noch Dein Pferd weiter. Konzentriere lieber Deine Energien auf positive Dinge!

Ich glaube an Karma. Tue Positives, und das Glück kommt automatisch in Dein Leben. Deshalb spar Dir negative Energien, denn sie bringen niemandem etwas, außer Stress, Ärger und schlechtes Karma…

Wie Mahatma Gandhi einst so schön formuliert hat: “Sei Du selbst die Veränderung, die Du Dir wünscht für diese Welt.” Hör also auf zu lästern, jetzt…

 

#Tipp 07: Lerne etwas komplett Neues MIT Deinem Pferd!
Schwimmen mit Pferden

Kleine (positive) Abenteuer sind toll für eine Beziehung. Und das gilt für 2-, wie auch für 4-Beiner! Meine Pferde gehen mit mir durchs Feuer… ok, dieses Jahr haben wir erstmal Wasser (schwimmen) fürs Erste probiert, das hat aber schon mal super geklappt :)

Das erste Mal am See sind sie mir ohne Zweifel aber doch mit etwas Aufregung gefolgt… Mein Lusitano hatte tatsächlich schrecklich Angst und hat versucht, sich an meiner Schulter mit der Nase festzuhalten… Zum Schreien!

Aber für mich sind solche Situationen einfach DER Beweis, dass ein bisschen Abenteuer hie und da genau das Richtige ist für meine Pferde und mich :)

Denn jedes Abenteuer macht unsere Bindung stärker, jeder Kurs, jede Prüfung, jede neue, unplanbare Situation, die wir positiv meistern, bringt uns einander näher… Ich kenne und verstehe sie besser, sie wissen, dass sie mit mir “alles überleben”…

Trau dich mal was ganz anderes mit Deinem Pferd zu probieren :) Vielleicht einen Rinderarbeitskurs, einen Trailparcours, einen kleinen Wanderritt, Handpferde Reiten oder vielleicht einen Bodenarbeits- oder Zirkuskurs bei mir, hehe! Ich würd mich freuen  ;)

 

#Tipp 06: “Demander peu, répéter souvent er carresser beaucoup”, oder:  “Fordere wenig, wiederhole oft und lobe viel” (Etienne Beudant).

Pferde richtig loben

Foto: Silvia Stoib

Diesen Leitsatz habe ich immer im Kopf, wenn ich mit Pferden arbeite… Er verhilft dem Pferd das Lernen mit mir als angenehm und positiv zu empfinden…

Denn Pferdetraining sollte immer:

->> erquickend,

->> gymnastisch wertvoll,

->> geraderichtend,

->> abwechslungsreich,

->> individuell,

->> kurzum: pferdegerecht

sein.

 

#Tipp 05: Trainiere mit Deinem Pferd nach dem Grundsatz: “Wie kann ich Dir helfen?”

Spanischer Schritt Sandra Fencl

Foto: Alisa Konrad


Harmonie hat für mich ganz viel mit Verständnis zu tun.
Wenn wir Verständnis zeigen für unser Gegenüber und uns in seine oder ihre Lage versetzen können, dann können Beziehungen (auch zwischen Zweibeinern) harmonisch verlaufen… Man könnte das auch “empathisch” nennen.

Wikipedia übersetzt Empathie so: “Empathie bezeichnet die Fähigkeit und Bereitschaft, Empfindungen, Gedanken, Emotionen, Motive und Persönlichkeitsmerkmale einer anderen Person zu erkennen und zu verstehen.” Bei Pferden würde ich gern noch die “körperlichen Gegebenheiten” ergänzen wollen.

Insgesamt heißt das auf Pferde übersetzt: Wir müssen verstehen, wie wir unserem Pferd in innerer (mentaler/psychischer) und äußerer (physischer) Balance helfen können und das jeden Tag, in jeder Situation, bei jeder Lektion, in jedem Moment!

Und hier ist auch die natürliche Schiefe ein ganz wichtiges, aber häufig sehr vernachlässigtes oder sogar verkanntes Thema. Mein Lusitano Rufino hat mir da sehr viel gelehrt: Erst wenn ein Pferd in seiner Schiefe gut korrigiert ist und somit in körperlicher Balance (Gleichgewicht!) gebracht wurde, ist es fähig, auch mental ausgeglichen zu sein und in neuen oder schwierigen Situationen entspannt und nervenstark zu reagieren. Das hat mir Rufino eindrucksvoll bewiesen…

Heute ist er so nervenstark, wie kaum ein anderes Pferd, das ich kenne. Egal ob bei Prüfungen, bei Kursen oder Auftritten, ich kann mich IMMER auf ihn verlassen. Und er war wirklich EXTREM schwierig und hysterisch früher, weil er kein körperliches, und damit verknüpft kein psychisches, Gleichgewicht hatte…

Deshalb meine Empfehlung: “Fühl” Dich immer in Dein Pferd hinein. Wie fühlt sich seine zB rechte (oft steifere) Schulter an, wie tritt es mit den Hinterbeinen… Wie ist der Rücken? Weich und geschmeidig, oder fest und unbeweglich… Wie sind die Kiefergelenke? Angespannt und frei beweglich? Wie fühlt es sich mental? Ist es selbstbewusst und entspannt, oder unsicher und nervös und dabei ganz wichtig: Bist DU stark genug, ihm Sicherheit zu geben???

Wenn ich meine Pferde “arbeite” (oder sie mich eher), dann versuche ich in jedem Moment zu spüren, wie ich ihnen helfen kann, um sie noch besser zu machen, in ihrer Balance, in der Gangmechanik, wie sie ihre Beine einsetzen, in ihrem Körper, aber auch auf psychischer Ebene: Brauchen sie mehr Selbstvertrauen, mehr Energie, schnellere Reaktionen, oder vielleicht mehr Ruhe und “innere Stille”. Je nachdem, was sie brauchen, lege ich meinen Trainingsablauf und Lektionenauswahl darauf aus…

Denn wenn sie (und ich) in innerer und äußerer Balance sind, geht alles wie von selbst und ist leicht, ruhig und wundervoll harmonisch… Aber Vorsicht: Diese Momente haben Suchtpotenzial!!!

 

#Tipp 04: Lächle, denn lächeln steckt an!

Reitunterricht Sandra Fencl

Foto: Silvia Stoib


Wenn meine Isländerstute Fjola etwas richtig macht und ich am Boden mit ihr arbeite, dann ist es, als würde ein Scheinwerfer angehen, und mich anstrahlen, weil sie sich so freut, dass sie etwas Tolles “geleistet” hat… Das ist sooo schön zu sehen!

Wenn Du auch ein “Scheinwerferpferd” hast, dann bist Du in jedem Fall am richtigen Weg. Denn es zeigt Dir damit, dass sich Dein Pferd für Dich interessiert, dass es versucht, Dir zu gefallen.

Falls das noch nicht so ist, dann solltest DU DICH MEHR FREUEN!:)))  Denn schenkst Du Freude, kommt mit Garantie Freude zurück! Für jeden kleinen Fortschritt, den meine Pferde, aber auch meine Kundenpferde, machen, freue ich mich wie ein kleines Kind – und diese Freude steckt an – mit GARANTIE!

Übrigens, auf körperlicher Ebene verhilft uns “lächeln” zu beweglichen Kiefergelenken und macht somit die gesamte Wirbelsäule frei beweglich. Du wirst erstaunt sein, wie viel leichter Du mit Deinem Pferd mitschwingen kannst (speziell auch in der Mittelpositur), wenn Du diesen Tipp ausprobierst :)

Beherzigst Du diesen Hinweis in Kombination mit Tipp 05, hast du sicherlich das motivierteste Pferdejahr EVER (ok, der Satz ist nicht ganz astreines Deutsch, aber hey, grammatikalisch gutes Deutsch stand auch nicht auf meiner Liste guter Vorsätze für 2016)!

 

#Tipp 03: Mache Mentaltraining – jeden Tag, nur 3 Minuten.
Pferde richtig motivieren

Mentaltraining hilft Spitzensportlern nachweislich zu besseren Leistungen… Aber viel wichtiger als “Leistung” zählt für mich im Reitsport die Harmonie zwischen Pferd und Mensch…

Das “In die gemeinsame Bewegung Kommen”… Das “Eins werden”… Das “Mental wie Körperlich verbunden sein”… Ich möchte ein Zentaur sein mit meinen Pferden. Verschmolzen und somit in vollkommener Harmonie. Das ist mein Ziel, immer… in jedem Ausbildungsstadium… so gut es geht! :)

Wenn Du Dir nur täglich DREI Minuten Zeit nimmst, in aller Stille – zum Beispiel abends im Bett – und für Dich den letzten schönsten Moment mit Deinem Pferd “vor Augen führst”, wie Ihr zum Beispiel geschmeidig im Schulterherein geritten seid, oder in einem wundervoll leisen, weichen Galopp durch die Halle geschwebt seid, oder sich Dein Pferd unter Dir stolz versammelt hat, dann wirst Du sehen, dass diese Momente immer öfter und immer leichter zu reproduzieren sind.

Lasse diese Momente Revue passieren in Deinem Geiste, fühle, wie weich und geschmeidig Du gesessen bist (oder ggf. auch welche Hilfen Du genau gegeben hast), spüre Dein Pferd…. und erfreue Dich daran, immer und immer wieder und “erinnere” Dich daran, wenn Du wieder auf Deinem Pferd sitzt…

Das “klare innere Bild” von jeder Lektion ist sehr, sehr wichtig, und das “gesuchte Gefühl” mindestens genauso: Finde es, spüre es, erinnere Dich daran… jeden Tag… immer und immer wieder… Du wirst sehen, diese Momente werden auf einmal immer mehr!

 

#Tipp 02: Hol Dir Inspiration – so oft wie möglich (aber mindestens einmal pro Woche)!
jean_francois_sandra-fencl_swIch verbringe viel Zeit am PC um mir Videos von WIRKLICH guten Reitern anzusehen. Erstaunlicherweise sind viele dieser Aufnahmen alt, teilweise sehr alt und teilweise in sehr schlechter Videoqualität und manche sogar in schwarz-weiß, wie die tollen Filme auf Youtube mit einem meiner großen Vorbilder Nuno Oliveira.

Schau dir Videos oder noch besser: tolle Reiter LIVE an (wenn Du welche findest). Vergleiche sie, merke Dir, was Dir gefällt und versuche es nachzureiten und nachzuspüren… Auch schöne Bücher und Reitbilder helfen, das innere Bild – und somit inneres Ziel – zu schulen. Denn echte Vorbilder helfen uns, besser zu reiten. 

 

#Tipp 01: Erkenne Dich selbst!

Foto: Alisa Konrad

Foto: Alisa Konrad


Ja, ein bisserl esotherisch darf frau schon werden – wenn’s jetzt zum Jahresende hin geht… Ich habe dieses Jahr vielleicht so viel wie noch nie gelernt. Keine besonderen Techniken, keine neuen Theorien oder biomechanischen Grundlagen… nein, über mich, über mich allein als Person. Und das, in erster Linie durch meine Pferde!

Denn meine lieben Vierbeiner halten mir tagtäglich einen Spiegel vor. Und ich erkenne: Sie sind wie ich und ich bin wie sie… und das kann manchmal auch schwer sein. Aber das Schöne ist, wenn frau das mal (an)erkannt hat, dann geht auf einmal alles leichter…

Denn wie lautet der wunderbare Spruch von Rudolph C. Binding: “Dein Pferd ist dein Spiegel. Es schmeichelt Dir nie. Es spiegelt Dein Temperament. Es spiegelt auch seine Schwankungen. Ärgere Dich nie über Dein Pferd; du könntest Dich genauso gut über Dein Spiegelbild ärgern.”

Tja, in diesem Sinne wünsche ich Dir bzw. Euch ein frohes, neues, gesundes, glückliches und vor allem harmonisches Jahr! Denn die Harmonie mit unserem Pferd bringt uns zu uns selbst. Das kann ich Euch aus eigener Erfahrung garantieren :)

Fencl

Alles Liebe!
Deine Sandra, Fjola und Rufino

PS: Hier findest Du mein persönliches Lieblingsvideo 2016 :)

PPS: Wenn Du noch mit neuem Wissen ins Neue Jahr starten möchtest, auf meiner Pferdewissensplattform www.pferdeinsider.com gibt es aktuell noch minus 50 % AUF ALLES! Also schnell noch zugreifen :)

 

PPPS: Tipps, wie Dein Pferd Silvester unbeschadet übersteht, hab ich hier für Dich zusammengetragen:

http://www.sandrafencl.com/aktuelles-114-133/aktuelles-132/10-tipps-fuer-ein-entspanntes-pferd-an-silvester/

 

 

 

 

Homöopathie beim Pferd richtig verabreichen

Manche von Euch wissen, dass ich ein RIESEN-Homöopathiefan bin… Immer wieder bin ich erstaunt und begeistert zugleich, was so ein paar Kügelchen bewirken können :) Manche sprechen von “Placebo-Effekt”, jedoch denke ich, funktioniert das mit Pferden eher schwer…

Leider sehe ich aber häufig, dass die tollen Globuli falsch verabreicht werden… Deshalb möchte ich Euch hier einen kurzen Überblick geben, worauf man achten sollte, bei der Verabreichung von:

  • homöopathischen Globuli
  • Schüsslersalzen
  • Bachblüten

Damit homöopathische Mittel ihre ganze Wirkungskraft entwickeln ist es wichtig, dass man sie KEINESFALLS mit “negativ schwingenden” Lebens- oder Futtermitteln verabreicht. Negativ schwingend auf feinstofflicher Basis könnte man mit “ungesund” übersetzen. Und hierzu gehören beim Pferd leider viele Fertig-(Kraft-)Futter wie Müsils, Pellets, Brot, aber auch viele Zusatzfutter, die künstlich zb melassiert (gezuckert) sind und generell mit “Chemie” angereichert wurden (Farb-/Geruchs-/Konservierungsstoffe, Zusatzstoffe allgemein, bzw. hoch erhitzte und damit degenerierte Futtermittel).

Natürlich kann man Globuli & Co auch auf einem Stück Apfel oder Karotte verabreichen, aber auch hier ist die Qualität des “Trägers” ausschlaggebend. Gerade bei Futterkarotten gibt es sehr häufig schlechte Qualität und ich rate deshalb in vielen Fällen davon ab, diese Futterkarotten überhaupt zu verfütten, geschweige den mit “fragilen”, feinstofflichen Homöopathika zu kombinieren.

Wie werden Globuli dem Pferd richtig verabreicht?

Am sichersten ist es, die homöopathischen Spezialitäten DIREKT zu verbreichen, also ohne Trägerstoff. Das heißt, Du löst sie entweder in Wasser auf und spritzt einfach mit einer Spritze die Wassermischung ins Maul Deines Pferdes. Oder aber Du gibst die Globuli direkt seitlich ins Maul Deines Vierbeiners (auf die Zunge) oder zB die Bachblüten mittels Kinder(-plastik)-Pipette ebenfalls auf die Zunge Deines vierbeinigen Lieblings.

Ganz “strenge” Homöopathen sagen, dass wenn man zB Globulis angreift, dass man dann auch seine eigene Schwingung überträgt… Dies ist sicherlich leicht möglich. Deshalb “nutze” ich diese Theorie und mit jedem homöopathischen Mittel, das ich meinen Pferden verabreiche, wünsche ich ihnen aus ganzem (liebendem) Herzen, dass sie ihnen bestmöglich helfen mögen… Klingt esotherisch, ist es ggf. auch, aber ich hab das Gefühl, positive, liebevolle Wünsche haben noch nie geschadet :)Homöopathie Pferd Im Bild seht Ihr ein bayerisches Kundenpferd, welches “ganz dringend” die von mir ausgewählten Globuli “braucht” :)

Wenn ich meinen Pferden Globuli verabreiche, zeige ich ihnen die Kügelchen immer vorab. Das heißt, ich halte sie zwischen Zeigefinger und Daumen und lasse sie die Globuli riechen. Viele riechen sehr lange und intensiv daran, und überlegen, ob sie diese Wirkstoffe brauchen. Globuli-“Anfängerpferde” gebe ich dann vorsichtig die Globuli seitlich ins Maul und leg sie auf die Zunge. Die allermeisten Pferde nehmen aber die kleinen Kügelchen FREIWILLIG, wenn sie sie wirklich BRAUCHEN.

Hier ein kurzes Video, welches zeigt, wie das obige Kundenpferd in Bayern die homöopathischen Mittel freiwillig einnimmt (und das tun ca. 99,5 % aller Pferde, denen ich die Globuli im Anschluss an eine Gesundheitssitzung gebe… Spannend, oder?).

 

Dies funktioniert jedoch nur bei Pferden mit einer sogenannten “somatischen” Intelligenz. Das heißt, Pferde, die noch ein ausreichend gutes Körpergefühl und damit auch Instinkt haben, was ihnen gut tut und was nicht. Aber es ist schon erstaunlich, wie “dringend” manche Pferde dann diese feinstofflichen Helfer selbständig aufnehmen. (Gerade Kaltblüter nehmen manchmal meine ganze Hand ins Maul, nehmen die Globuli runter und spucken dann meine Hand wieder aus… Sieht fürchterlich aus, passiert ist mir dabei aber noch nie was…).

Die Dosierung von Homöopathischen Mitteln beim Pferd, Hund, Mensch (meine Erfahrungswerte):

  • Auch über die Dosierung streiten viele Homöopathen. Ich gebe Pferde immer ca. 7 Globuli, sodass wenn zwei rauskugeln, 5 im Maul bleiben, Menschen gebe ich gleich 5 Stück, Hunden je nach Grösse 3 bis 4 Stück… Jedoch ist die Menge meines Erachtens nach nicht wirklich sooo ausschlaggebend. Denn schließlich ist es ja in erster Linie “Information”, die wir mit homöopathischen Mitteln transportieren und keine Mineralisierung oder ähnliches.
  • Bei Schüsslersalzen verabreiche ich 8 bis 10 Stück am Tag pro Pferd (je nach Größe), Menschen nehmen normalerweise 5 Stück, Hunde ca. 2 bis 4 Stück.
  • Bei Bachblüten gebe ich Pferden je nach Größe 8 bis 10 Tropfen pro Gabe, Menschen 5 Tropfen, Hunde 3 bis 4 Tropfen.

 

Übrigens gibt es in meinem aktuellen Infoletter noch weitere Tipps zum Thema Homöopathie :) Also wenn Du möchtest, gern gleich kostenlos abonnieren :)

Wenn Du noch mehr über die vielseitigen Anwendungsbereiche von homöopathischen Mitteln erfahren möchtest, dann bist Du beim Homöopathieseminar mit Christina Schröder und mir im Süden von München genau richtig :) Nähere Infos gern per Email!

In diesem Sinne, viel Erfolg mit Globuli & Co,
Deine Sandra

PS: Wenn Du selbst Globuli einnimmst, solltest du NIEMALS Globuli mit Kaffee, schwarzem Tee, Cola und anderen Limonaden bzw. generell zuckerreichen Getränken oder Speisen zu dir nehmen oder gar direkt im Nachgang RAUCHEN. Dies zerstört nämlich mit Garantie die positive Schwingung und damit Wirkung der homöopathischen Mittel.

PPS: Dieser Artikel ersetzt in keinem Fall die Repertoirisierung (Potenzfindung) und genaue Verschreibung von homöopathischen (oder anderen) Mitteln eines Tierarztes (bzw. auch generell: Behandlung eines Tierarztes) bzw. die Konsultation eines Homöopathen.

PPPs: Hier noch ein wunderbare Buchempfehlung, nämlich “Praxisbuch für Tierheilpraktiker” von Kristina Vormwald, schaut doch mal in die Buchrezension von mir rein :)

 

 

Pferdeprofi: Von Ego, Scheinen, Turniererfolgen und Demut

Oder: Warum auch Gangpferde gymnastisch wertvoll und ohne Manipulation ausgebildet gehören

Islandpferd trainierenViele von Euch wissen, dass meine Reitanfänge in der Gangpferdereiterei begründet sind. Mein erstes Pferd, Heidrùn, habe ich noch immer an meiner Seite (aktuelles Foto Sept. 2016). Sie ist jetzt 36 Jahre alt, seit 29 Jahren an meiner Seite und ich habe das Gefühl, sie wird mich überleben :) Vielleicht sollte ich Vorsorge-Fonds oder eine Lebensversicherung für sie abschließen…

Dass ich genau ein Islandpferd als erstes Pferd bekommen habe, hatte sehr pragmatische Gründe: Ich war klein, jung und schwach und meine Eltern dachten, so ein Kleinpferd ist praktischer als ein “richtiges Pferd”. Allerdings konnte ich sogar bei Heidi den Sattel allein nicht auflegen… Und so bin ich immer vom Zaun auf Heidis Rücken geklettert und ritt die meiste Zeit ohne Sattel… (Aber das hat meiner Reitbalance mit Sicherheit nicht geschadet…)

Mehr Infos zu Heidi hier: http://www.sandrafencl.com/pferdegesundheit-ist-vertrauenssache/

So, langer Rede kurzer Sinn: Ich bin also mit Islandpferden groß geworden und habe dann als Jugendliche auch angefangen, erfolgreich auf Turnieren zu starten. Ich habe dann mit 18 meinen Islandpferde-Übungsleiter (Trainer C) als Kursbeste absolviert und war damals schon sozusagen “Profi”. Bereits mit 14 Jahren hatte ich begonnen, unsere selbst gezüchteten Isis einzureiten und auch schon damals habe ich Unterricht erteilt (ohne zu wissen, wie das eigentlich geht… aber irgendwie ging’s trotzdem ganz gut)….

So, und dann kam ich zu Marjorie Armstrong, einer klassisch (-barocken?), australischen Reitlehrerin, die Vielseitigkeits-Olympiasiegerin und eine direkte Elève (Schülerin) vom portugiesischen Reitmeister Nuno Oliveira war…  Als ich mich, zwischen Lusitanohengsten, Friesenhengsten und Lipizzanerhengsten, mit meinem Puschel-Isländerwallach in Linz vorstellte, hat sie mal bisserl lustig geschaut und mich gefragt: “WAS ist das?” Ich hab ihr dann voller Stolz geantwortet: “ES ist ein Islandpferd, ES hat 5 Gänge und ES hat auch einen Namen, nämlich Bangsi (zu Deutsch: Bärchen).” Als Australierin war sie etwas erstaunt über ein ISLANDpferd in ihrem Kurs. Voller Freude hab ich ihr vorgeschlagen, ich könnte ihr ja mal wenigstens Bangsi’s Tölt  präsentieren, damit sie diese Gangart mal sieht… (Rennpass war bisserl schwierig in der Halle).

Gesagt, getan: Ich hab in der Halle ein paar Runden im Tölt gedreht mit ein paar schönen Verstärkungen an den langen Seiten… Danach hab ich mich wieder vor ihr hingeparkt und auf ihre bewundernden Worte gewartet, die aber irgendwie ausblieben. Ihr Kommentar viel für mich doch sehr überraschend aus: “I have never seen a horse like this. I have never seen a gait like this. But I can always see, if a horse uses its back or not, when ridden, and THIS horse doesn’t use its back at all.” (Ich habe noch nie so ein Pferd gesehen. Ich habe auch noch nie so eine Gangart gesehen. Aber ich kann immer sehen, ob ein Pferd beim Reiten seinen Rücken verwendet oder nicht, und DIESES Pferd verwendet seinen Rücken GAR NICHT.”

Gangpferde gymnastisch wertvoll reiten

Lang hat es gedauert, bis ich meinen 5Gänger Bangsi ohne Eisen so reiten konnte… Aber ich habe sooooo viel von ihm gelernt… Hier sind Bangsi (im Alter von 28 Jahren) und ich beim Seminar mit Bent Branderup in Salzburg.

Nach diesem Kommentar ist mein fröhliches Lächeln erst mal versiegt und ich hab mich – als anerkannte Trainerin und Turnierreiterin – um ehrlich zu sein geärgert… LANGE blieben mir diese Worte im Kopf… Ständig musste ich daran denken…

Was wie ein Faustschlag in mein Gesicht begann, ging so weiter: Aufsteigen an der Aufstieghilfe: Mein Pferd geht gleich los, nachdem ich im Sattel sitze. Marjorie: “We will do this again, until he waits for a signal, to start walking”. (Wir machen das so lange, bis dein Pferd auf ein Signal fürs Anreiten wartet, und nicht einfach losläuft). Ok, meine erste EINZELstunde bei Marjorie (zu einem kleinen Vermögen) bestand AUSSCHLIESSLICH im Auf- und Absitzen an der Aufstieghilfe… Ich war nicht nur frustriert von meinem ersten Reittag bei Mrs. Armstrong, sondern hegte leichte bis mittlere Aggressionen…

Biomechanik für Gangpferde

Bei Marjorie habe ich gelernt: Ein Pferd das im Rücken nicht losgelassen ist, wird AM BODEN gymnastiziert und erst geritten, wenn es seinen Rücken ohne Reiter loslassen kann!

Es war eine bittere Pille, die ich zu schlucken hatte.  Aber gut, dieser Kurs hat mir tatsächlich die Augen geöffnet. Denn nach 5 Tagen intensivem Dressur-/Handarbeits-/gymnastischem Bodenarbeits- und Barockreitkurs bei Marjorie wusste ich als Trainerin: Ich weiß, dass ich nichts weiß… und das als Profi! Aber Marjorie hatte Recht. Mein Pferd lief ohne Rücken(-tätigkeit). Mein Pferd war manipuliert. JA, es war ein Turnierpferd. Ja, wir waren erfolgreich bei Gangpferde-Turnieren und im Kader, aber NEIN, es war kein reelles Reiten. Das wurde mir noch klarer, als ich dann im Herbst Bangsi seine (schweren 10er) Eisen abnahm: Danach gab es nämlich erst mal nur noch eine Gangart: “Piggypace” also Schweinepass vom Feinsten – und das mit und ohne Reiter…

Es war ein schweres Jahr anno 2000. Aber dieses Jahr hat mir gezeigt: Wir dürfen und können NIE aufhören zu lernen. Nur weil wir erfolgreich bei Turnieren starten, heißt das nicht, dass wir gute Reiter sind. Nur weil wir Trainer sind, heißt das nicht, dass wir Pferde gymnastisch wertvoll ausbilden… Ich war beschämt. Ich war auch zornig. Auf mich, aber auch auf meiner vorherigen Trainer. Denn die meisten von ihnen hatten nie an den ECHTEN GRUNDLAGEN FEINER REITKUNST mit mir gearbeitet, sondern an der “Manipulation von Pferden für gute Noten” – ohne dass ich es gemerkt oder verstanden hatte (aber vielleicht wussten sie es auch damals selbst nicht besser…).

Pferdetraining bedeutet immer Training an sich selbst....

Pferdetraining bedeutet immer Training an sich selbst….

Ich habe in diesem einen Kurs eine Basis für eine ganz neue Art der Pferdeausbildung (für mich) gelegt. Pferde GESUNDHEITSFÖRDERND auszubilden – klassisch also. Und das unabhängig davon, ob es ein Gangpferd ist oder nicht: Für mich gehören ALLE Pferde gymnastisch wertvoll ausgebildet… deshalb trainiere ich junge Pferde seitdem ausnahmslos ohne Eisen, ohne Glocken, Hilfszügel oder sonstigen “Manipulationsmitteln”. So sehe ich unverfälscht, wie sie sich im Takt bewegen und wie losgelassen sie WIRKLICH sind…

… und heute setze ich mich erst auf ein Pferd, wenn es sich überhaupt losgelassen am Boden bewegen kann. Alles andere macht nämlich für mich keinen Sinn…  Wenn ein Pferd schief wie ein Motorrad um die Kurven an der Longe stackselt, wird das unterm Reiter seltenst besser. Denn die wenigsten (auch Profi-!!!)Reiter unterstützen ein Pferd so, dass es wirklich DEUTLICH schöner und erhabener sich MIT Reiter als ohne Reiter bewegt…

Vor ein paar Monaten, als ich mit meinem Lusitano Rufino bei einem Desmond O’Brien-Kurs war, hat mich eine Teilnehmerin, die ich gar nicht kannte, angesprochen. Sie hatte selbst einen sehr eindrucksvollen Lusitanohengst und sagte nach meiner Reitstunde zu mir: “Ich kenne dich nicht. Ich finde, dein Pferd auch eher “unauffällig” (er ist Wallach…). Aber wenn du mit ihm reitest, seht ihr gemeinsam so schön und stolz aus, das beeindruckt mich wirklich.” Und mich selbst hat diese Aussage unheimlich gefreut… Denn wenn ein Pferd sich stolz, motiviert und fröhlich unter Dir präsentiert und auch nach dem Reiten diesen Ausdruck erst mal behält, dann weißt Du, dass du – vielleicht nicht alles – aber zumindest einiges richtig gemacht hast :) Als Konsequenz kommen die Pferde dann auch gern zu Dir zum Arbeiten…. auch von der Koppel :)

… und an diesen Kurstag hab ich im Stillen die letzten 20 Jahre meines Lebens Revue passieren lassen…. Sie waren manchmal auch bitter und schwer. Vielen (Problem???-)Pferden bin ich in der Zeit begegnet. Gerade auch mein Lusitano war wirklich SEHR schwierig anfangs im Umgang und beim Reiten sowieso (er war ein Wildpferd)… Aber ich habe so unglaublich viel von ihm und allen Pferden gelernt, denen ich begegnen durfte, wofür ich einfach nur dankbar bin. Und wenn ich etwas gelernt habe, dann ist es mit seinem eigenen “Können” demütig zu sein und zu verstehen: Pferdetraining ist immer Training an uns selbst.

Islandpferde gymnastisch trainieren

Reiten kann soooo schön sein, wenn man offen bleibt für Neues und demütig jedem Pferd begegnet… Denn jedes Pferd ist ein Lehrmeister (zumindest für mich!).

In diesem Sinne wünsche ich Euch vielleicht den einen oder anderen ergreifenden Moment in Eurem Reiterleben, wo ihr für Euch ggf. klar werdet: Es liegt NICHT am Pferd. Um genau zu sein: Es liegt NIEMALS am Pferd. Natürlich gibt es Pferde, die machen es einem Reiter leichter oder schwerer (am Anfang). Aber am Ende des Tages liegt es an EUCH, wie ihr mit diesem Pferd kommuniziert und in Harmonie, Balance und Leichtigkeit reitet… nicht mehr und nicht weniger… In diesen Sinne wünsche ich Euch viele Sternstunden und Regenbogenritte! :)

Eure Sandra, die jeden Tag etwas Neues dazu lernt, denn beim Reiten hört das Lernen NIEMALS auf :)

PS: Wer mal meine Ansichten über Gangpferde-Training LIVE miterleben möchte, ist in meinem ganzheitlichen Gangpferdeseminar vom 14. bis 16. Oktober 2016 in Tuntenhausen in Bayern genau richtig :)

PPS: Mehr Fotos von meiner Islandreise auf meiner Fotoseite unter: www.facebook.com/sandrafenclphotography

 

 

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