Sandra Fencl

Ganzheitliches Pferdewissen aus Leidenschaft!

Author: Sandra Fencl (page 1 of 12)

Magnesium für das Pferd – König der Mineralstoffe

Magnesium macht locker!

Magnesium ist das für mich wichtigste Mengenmineral und wird häufig auch als “König der Mineralstoffe” bezeichnet. Denn es hat so viele Wechsel- und Schlüsselbeziehungen zu anderen Vitalstoffen, und ist unentbehrlich für einen “reibungslos funktionierenden Organismus”.

Seit vielen Jahren verwende ich reines Magnesiumcitrat in Apothekenqualität für meine 2- und 4-beinige Familie und mich als reine, natürliche Nahrungsergänzungsquelle. Ich habe damit wirklich unzählige, positive und teilweise umwerfende Erfahrungen gemacht.

 

Magnesium ist unter anderem wichtig für: 

  • Die Entspannungsfähigkeit von Muskulatur und eng damit verbunden
  • Muskelaufbau (nur entspannte Muskulatur kann sich überhaupt aufbauen) 
  • Magnesium wirkt leistungssteigernd 
  • Es “organisiert” viele andere Vitalstoffe und ist somit ein Schlüssel-Vitalstoff für einen gesunden Stoffwechsel 
  • Magnesium wird zur Entschlackung/Entgiftung eingesetzt
  • Es wirkt sich positiv auf den Wasserhaushalt aus und kann helfen, unnötige Wasserdepots zu vermeiden (und fördert somit ein normales Körpergewicht)
  • Beim Menschen wird Magnesium auch gern bei Diabetes-Patienten eingesetzt, da es sich scheinbar auf die Insulinresistenz der Zellen positiv auswirkt (interessant ggf. auch für Cushing-Pferde!!)
  • Man sagt ihm eine entzündungshemmende Wirkung nach
  • Ich habe äußerst positive Erfahrung bei Pferden mit Arthrose gemacht
  • Viele Kunden mit Pferden mit Hautproblemen wie Sommerekzem berichten von extremen Verbesserungen bei Magnesiumzufütterung
  • Magnesium kann helfen, Koliken zu vermeiden
  • Es hat sich extrem positiv bei Stressanfälligkeit und bei erhöhter Nervosität oder Schreckhaftigkeit, sowie bei erhöhtem Muskeltonus (feste Muskulatur, Blockadeneigung) bewährt.Daher ist es bei Turniereinsatz, bei Kursen, Wanderritten, Stallwechsel, erhöhter Belastung durch Training etc. besonders wichtig
  • Magnesium soll auch die Hirnleistung verbessern :)

Die obige Aufzählung ist natürlich nur beispielhaft und es gibt noch jede Menge andere nachweislich positive Auswirkungen von einer gezielten Magnesium-Supplementierung. Das Gute ist, dass man sich bei Magnesium kaum Sorgen wegen Überfütterung/einer Überversorgung machen muss, da ein “zu viel” an Magnesium unkompliziert vom Körper ausgeschieden wird. 

Wichtig jedoch ist, dass Du das Magnesium LANGSAM (mit ca. 30 % der Enddosierung) anfütterst, ansonsten kann es abführend wirken. Ich verfüttere an mein Großpferd (Lusitano, 500 kg) ca. einen halben Esslöffel am Tag, wenn er viel arbeitet und gebe generell auch gerade den älteren Isländern regelmäßig Magnesiumkuren, die ihnen unheimlich gut tun (die sind alle fit wie Turnschuhe!!!, Dosierung hierbei ca 1/3 Esslöffel).

 

In diesem Video erläutere ich viele Informationen zur Wirkungsweise und dem Einsatz von Magnesium in der Pferdefütterung:

 

Wenn Du Deinem Pferd Magnesium verabreichen willst, empfehle ich es als REINSTOFF am besten in Apothekenqualität und am besten als MagnesiumCITRAT zu verfüttern. Magnesiumcitrat ist zwar die teuerste Magnesiumform, jedoch belegen diverse Studien die beste Bioverfügbarkeit. Das heißt, das Pferd (und auch der Mensch) kann es sehr gut aufnehmen und man braucht deshalb nur geringe Mengen.

Ich habe endlich eine Apotheke gefunden, die zu SUPER KONDITIONEN, nämlich 35,00 Euro pro Kilogramm Magnesiumcitrat in Pharmaqualität zzgl. Porto diesen Reinstoff verkauft. Das ist echt ein Spitzenpreis, weil das Magnesiumcitrat normalerweise bis zu 120 Euro pro Kilogramm in der Apotheke kostet.

Bestellen kannst Du es direkt bei der Katharinenapotheke in Unterhaching: http://www.katharinen-apotheke.de/

PS: Weitere Ernährungstipps gibt es in meinem beliebten Webinar: So fütterst Du Dein Pferd gesundAlle Infos hier: https://www.edudip.com/w/23691

Arbeitest Du Dein Pferd noch oder hilfst Du ihm schon?

Immer wieder wird mir eine Frage von Kunden und Kursteilnehmern gestellt: “Wenn ich auf die Weide komme, dann kommt mein Pferd nicht freiwillig zu mir her. Warum nicht?

Die Frage ist einfach zu beantworten, aber doch etwas beschwerlich zu “verdauen”. Es sieht scheinbar keinen “Mehrwert” für sich mit Dir gemeinsam Zeit zu verbringen. Es ist lieber für sich auf der Weide, beim Grasen und Spielen mit den Pferdekumpels. Das ist sehr schade, denn das muss nicht so sein!

 

Das Geheimnis für eine bessere Pferd-Mensch-Beziehung

Im Endeffekt ist es wie bei uns:
Wenn wir mit jemandem Spaß haben, oder derjenige uns interessante Geschichten oder Wissen vermittelt, oder wir einfach seine Gesellschaft schätzen und seine Nähe uns einfach gut tut, dann kommen wir doch gern zu demjenigen und verbringen Zeit mit ihm. Bei Pferden ist das genauso. Wenn Pferde unsere Gegenwart aber als “anstrengende und sinnlose Arbeit” empfinden, oder sich sogar (und das ist leider SEHR oft so) nicht verstanden oder gestresst fühlen im Beisein ihres Zweibeiners, dann wollen sie lieber fernab von uns in Ruhe auf ihrer Wiese bleiben.

Damit wir aber Pferde “für uns” gewinnen, ist es sehr wichtig, sein Pferd zu verstehen und bei jedem Training dem Gedanken zu folgen: “Wie kann ich dir helfen -und das auf körperlicher, seelischer und emotionaler Ebene“?

Nur wenn sich ein Pferd mit uns wirklich wohl und sicher fühlt, wird es beispielsweise in fremder Umgebung uns vollkommen vertrauen und sich - wie hier zB - sogar flach neben uns hinlegen...

Nur wenn sich ein Pferd mit uns wirklich wohl und sicher fühlt, wird es uns vollkommen vertrauen und sich – wie hier beispielsweise in sogar völlig fremder Umgebung – freiwillig neben uns hinlegen…

 

Keine Angst vor “Fehlern”

Eines gleich vorweg: Pferde nehmen es uns nicht “übel”, wenn wir mit “bestem Wissen, Gefühl und Liebe” Fehler begehen. Ich meine damit, dass wir uns vorab bemüht haben, alles richtig zu machen, aber einfach noch “botschert” (österreichisch für “ungeschickt”) sind oder einfach Dinge noch nicht wissen. Pferde sind sehr großzügige und gleichzeitig sensible Wesen. Oft sehe ich, wie sie liebevoll mit ungeschickten Kindern und großmütig mit total unausbalancierten Anfängern umgehen. Wenn jedoch jemand anfängt, Pferde “mechanisch” zu reiten, sie unfair behandelt werden oder sie zu Dingen gezwungen werden, zu denen sie entweder körperlich oder geistig nicht fähig sind, dann geht die Motivation ganz schnell in den Keller. Auch widersprüchliche Hilfengebung, wie “vorne festhalten und hinten Schenkel quetschen” ist etwas, was Pferden langfristig die Zusammenarbeit mit uns schnell verdrießen kann.

Wenn ich mit Pferden trainiere (oder sie mich), dann habe ich immer den Gedanken “wie kann ich dir helfen?” im Kopf. Dazu gehört die Optimierung des körperlichen Zustands genauso, wie das mentale Wohlbefinden. Wenn ein Pferd beispielsweise sehr schief ist, helfe ich ihm, eine bessere Balance zu finden. Das macht das Flucht- und Beutetier deutlich sicherer, selbstbewusster und es fühlt sich wohler. Pferde sind sehr dankbar, wenn wir ihnen helfen, in ihrem Körper besser zu werden. Und so gehört eine kleine Massage- oder Stretching- oder Mobilisationseinheit zu fast jeder Bodenarbeitseinheit bei meinen Pferden und auch in meinen Seminaren zum (Pflicht-)Programm. Schau mal, wie die Isländer bei meinem Bodenarbeitskurs in Varmalid im Norden von Island diesen Teil des “Trainings” genießen :) (Nicht lachen, aber ich habe mein Englisch dem dortigen Akzent angepasst, hihi…):

Wenn man regelmäßig solche sinnvollen Lockerungs- und Massagegriffe anwendet, sehen Pferde den Menschen ganz schnell als “Gesundheitstrainer” und jemanden, der ihnen einfach gut tut und zu mehr Wohlbefinden verhilft. Abgesehen davon können Pferde in solchen “Kuschelmomenten” auch wunderbar entspannen und dies wiederum erhöht die Lernfähigkeit des Pferdes!

Denn Training ist für mich vor allem, sein Pferd zu verstehen und zu analysieren, in welchem Bereich ich ihm noch helfen soll und darf und dann an der entsprechenden “Schraube” zu mehr Balance, Wohlbefinden und körperlicher Fitness zu drehen…

Ich hoffe, ich konnte Dich mit diesen Zeilen etwas zum Nachdenken anregen :)
Vielleicht magst Du ja auch in einem meiner sehr ganzheitlichen Bodengesundheitskursen vorbei schauen, alle Termine unter:

http://www.sandrafencl.com/events/

Pferdetherapie und Gesundheit Sandra FenclFalls kein Kurs in Deiner Nähe stattfindet, kann ich auch sehr mein sehr ganzheitliches und umfassendes Online-Schiefenseminar empfehlen:

http://www.sandrafencl.com/SchiefenkorrekturPferd/

Bis bald!

Eure Sandra

PS: Am besten auch gleich  meinen Youtube-Kanal kostenlos abonnieren und so keine wertvollen Tipps mehr verpassen :)

https://www.youtube.com/sandrafencl1001

 

 

Quick-Tipp: Trainingsidee mit Cavaletti

Cavaletti-Training ist nicht nur gut für die eigene Balance, Koordination und Konzentration beim Reiten, sondern vor allem auch für das Pferd absolut wertvoll und zwar sowohl psychisch, aus auch physisch!
► Denn Cavalettitraining lässt sich SUUUUPER abwechslungsreich gestalten und ist somit immer wieder eine neue Herausforderung für Dein Pferd!
► Gleichzeitig ist es das optimale Schiefentraining und Gymnastik für den ganzen Pferdekörper :)

Rufino ist natürlich wieder total motiviert dabei! :) Ich finde man sieht ihm an, dass er seine Aufgabe ernst nimmt und Spaß dabei hat!

 

Wenn Du mehr zum Thema gymnastisch wertvolle und biomechanisch korrekte Pferdeausbildung lernen magst, bist Du bei meinem Videoseminar zur Korrektur der Schiefe des Pferdes genau richtig.

Teil 1 beschäftigt sich intensiv mit der Theorie hinter der natürlichen Schiefe des Pferdes und am Ende gibt es auch schon die ersten Praxisübungen für zuhause, in Teil 2 folgen dann jede Menge weitere Praxistipps für Dich und Dein Pferd, um es langfristig gesund zu erhalten.

Alle Infos findest Du hier:  http://www.sandrafencl.com/SchiefenkorrekturPferd/

Bis bald!

Deine Sandra

 

Quick-Tipp! Freiarbeit: So ist die Freiarbeit gymnastisch wertvoll!

Heute gibt es mal einen Quick-tipp zum Thema Freiarbeit für Dich!

Wenn sich Pferde während der Freiarbeit leicht nach innen zu dir drehen, gehen sie langfristig normalerweise im “Schultervor” und damit in einer gymnastisch wertvollen Biegung ! So kann Freiarbeit zum einen Spiel und gleichzeitig sinnvolle Gymnastik sein. :-)

Wenn Du mehr über mein Konzept der Pferdeausbildung erfahren möchtest, dann bist du hier genau richtig:
http://www.sandrafencl.com/SchiefenkorrekturPferd/

Viel Spaß mit deinem Pferd beim Training!
Deine Sandra

Pferdezahn-Behandlung für Dich mitgefilmt!

Regelmäßige Zahnpflege ist sooo wichtig!

Gute Zahnbalance und guter Stoffwechsel und Verdauung gehören da genauso dazu, wie gesunde Ernährung und gesunde Zähne und widerstandsfähiges Zahnfleisch! :-)

Perfekt ausgeführte Pferdezahnbehandlungen sind kein Luxus, sondern eine super wichtige Gesunderhaltungsmaßnahme beim Pferd. Nicht nur wir gehören jedes Jahr in professionelle Hände hinsichtlich Zahnpflege, sondern auch unsere geliebten Vierbeiner!

In diesem Video möchte ich Dir die wichtigsten Punkte nennen, woran Du einen professionellen Zahnspezialisten für Pferde erkennst :)

Alles zum Thema Gesunde Pferdefütterung findest du in meinem Videoseminar:  https://www.edudip.com/w/236910

Viel Spaß mit diesem Video!
Deine Sandra

Pferdeverständnis fördert die Motivation

Pferde, die sich verstanden fühlen, sind meist auch motiviert! Das ist zumindest meine Erfahrung. Und wenn Dein Pferd das Gefühl hat, dass Du es verstehst, auf seine ggf. körperlichen Schwächen eingehst, seine mentale Verfassung verstehst und es wirklich gern hast, dann lässt sich damit seine Motivation stets hoch halten!

Denn Pferde schätzen es sehr, wenn sie Menschen haben, die sie jeden Tag
+ gesünder
+ geschickter (gerade auch für ein Beutetier sehr wichtig!)
+ stolzer
+ schöner machen! :-)

Lieb, wie Rufino immer von allein zur Aufstieghilfe geht, oder?

 

Wenn Du mehr zum Thema empathische und biomechanisch korrekte Pferdeausbildung lernen magst, dann ist mein Videoseminar “Die natürliche Schiefe des Pferdes verstehen und ganzheitlich korrigieren” genau richtig für dich. Alle Informationen findest du hier: http://www.sandrafencl.com/SchiefenkorrekturPferd/

Viel Spaß mit Deinem Pferd!

Deine Sandra

Zirzensische Lektion: So bringst Du Deinem Pferd das Hinlegen durch Imitation bei!

Ich nutze sehr oft die Idee des “Lernens durch Imitation” im Pferdetraining.

Hier seht ihr, wie Fjola von meinem Lusitano Rufino das Hinlegen als Zirkuslektion lernt. :-)

Tolle Sache  Geht viel schneller und Bodenarbeit in der kleinen Herdengemeinschaft ist einfach noch schöner .

Probiert es doch mal aus! Man kann sich ja auch mal mit Stallkollegen/Innen treffen und sich gegenseitig korrigieren und Tipps geben.

Viel Spaß beim gemeinsamen Training,

eure Sandra, Rufino und Fjola

Kräutertipps: Mit den Pferden gesund durchs Jahr!

Immer wieder versuche ich meine Kunden zu informieren, wie groß die “Schätze” sind, die wir in Wald und Flur finden. Viele von Euch wissen, dass ich auch eine kleine Kräuterhexe bin und immer wieder gerne die Kraft der Natur zu Rate ziehe. Gerade im Frühjahr gibt es viele besonders kraftvolle Pflanzen und Kräuter zu sammeln, die man auch selbst trocknen kann und sie für z.B. die vegetationsarme und Kräfte zehrende Winterzeit einlagern kann :)

Manche Leute kaufen teure, künstliche Zusatzfutter, die aber meist nicht den gewünschten Erfolg bringen (oder dem Pferd sogar eher schaden als nützen). Ich versuche meinen Pferden Jahreszeiten abhängig gute Kräuter und natürliche Zusatzfutter zu verabreichen. An erster Stelle steht sicherlich Pferdehanf, Magnesiumcitrat in Pharmaqualität (welchen ihr auch bei mir zu günstigen Konditionen erwerben könnt) und Tiermoor.

Bitte beachtet: Meine Kräutertipps ersetzen natürlich NICHT die Zuhilfename eines kompententen Tierarztes, wenn Euer Pferd Probleme hat, sondern sollen Gesundheitstipps darstellen :)

 

Kräutertipps im FRÜHLING

…denn: Frühlingskräuter sind nicht nur schmackhaft, sondern auch seeeehr gesund! :) Viel Spaß beim Stöbern!

 

Der Huflattich

Der Huflattich (Tussilago Farfara) ist ein besonders intensiv wirkendes Heilkraut bei Husten. Im Frühling sieht man fast überall die kräftig gelb blühende Heilpflanze und dann ist auch die ideale “Erntezeit”. Am besten bei schönem Wetter sammeln und schnell trocknen. Aber auch die Blätter (zu sammeln erst im Mai oder Juni) sind sehr wirkstoffreich.

Wirkung: Die wichtigsten Inhaltsstoffe sind Pflanzenschleime, Gerb- und Bitterstoffe, sowie Flavonoide, die sich bei Lungen- und Bronchienproblemen bestens bewährt haben. Huflattich wirkt sowohl bei trockenem Reizhustem, als auch bei verschleimten Bronchien. “Tusser” heißt auf Französisch übrigens Husten, es ist also DAS Hustenkraut schlechthin!!! Auch eine gereizte Magenschleimhaut oder ein angegriffener Darm erfahren durch Huflattich-Tee Linderung.

Bitte beachtet: Wie jedes Kraut sollte auch Huflattich nur KURWEISE angewendet werden (1 bis max. 4 Wochen). Bei Langzeitanwendung kann eine leberschädigende Wirkung nicht ausgeschlossen werden. Bei Unklarheiten bitte Therapeuten oder Tierarzt des Vertrauens fragen!

 

Das Gänseblümchen

Gänseblümchen - natürliche Pferde-Entgiftung

Gänseblümchen – natürliche Entgiftung für Pferde

Eines der ersten Heilkräuter, die sich nach dem Winter zeigen, sind die Gänseblümchen. Der Botanische Name ist Bellis Perennis, was so viel wie hübsch und ausdauernd bedeutet. Ausdauernd und zäh ist sie auch, diese Pflanze, und blüht fast das ganze Jahr.

Sie heißt auch Gichtkraut oder Kleinstes Wundkraut, was schon einen Hinweis auf ihre entzündungshemmende Wirkung erahnen lässt. Sie ist aber auch bei Husten, Verstopfung, Hautkrankheiten und eben Wunden aller Art angezeigt. Auch die Leber wird durch das “Tausendschönchen” unterstützt, der Stoffwechsel angeregt und wirkt Frühjahrsmüdigkeit entgegen (besonders auch für alte Pferde gut!!). Nebenbei bemerkt haben die in Blüten befindlichen Pollen ein sehr immunsystemstärkende Wirkung und sind reich an viele Vitalstoffe. Übrigens passen Gänseblümchen auf auf den Esstisch – in den Salat, ins Süppchen oder als Tee verabreicht… Deshalb raus auf die Wiese und einfach mal lospflücken :))

 

Die Schlüsselblume

Die Schlüsselblume ist eine geschützte Pflanze und gehört zur Spezies der Primelgewächse. Ihr Hauptwirkstoff ist Saponin, welcher dafür bekannt ist auch zähen Husten mit festsitzendem Sekret lösen zu können. Andere Wirkstoffe sind Flavone und ätherische Öle, aber auch Kieselsäure und Gerbstoff.

Besonders günstig wirkt sich die Schlüsselblume beim sogenannten “Altershusten” älterer Individuen aus. Die Schlüsselblume erleichtert das Abhusten und wirkt harntreibend.  Gemischt mit Fenchel, Anis und Malvenblättern können Schlüselblumenwurzeln als hervorragender Hustentee wirken.

 

Der Löwenzahn – DAS Leberkraut schlechthin :)

Löwenzahn gilt als besondere Heilpflanze bei Erkrankungen der Leber, Niere, Galle oder Blasen.

Der Löwenzahn ist  eine der ältesten Heilpflanzen und gehört zu den Korbblütengewächsen. Die Blätter der Pflanzen enthalten Bitterstoffe. Diese wirken appetitanregend und kurbeln die Verdauung an. Andere Wirkstoffe sind u.a. Vitamine, Triterpene und Sterole, Carotine Flavonoide, Mineralien und Spurenelemente…

Der Löwenzahn wirkt sich positiv bei Gallen, Leber, Nieren sowie Blasenerkrankungen aus. Weiters sagt man ihm auch eine blutreinigende Wirkung nach. Bei Darmträgheit wirkt Löwenzahn anregend. Auch auf die Psyche soll er “erhellend” wirken :) Der Löwenzahn wird auch oft bei der unterstützenden Behandlung von chronischen, rheumatischen oder arthritischen Erkrankungen. Ich persönlich verwende diese Pflanze bei Entschlackungs- oder Entgiftungskuren.

Im Frühsommer enthalten die frischen Blätter einen hohen Gehalt an Kalium, das die Produktion der Gallenblase anregt, deren Sekrete bei der Fettverdauung und Hormonbildung wichtig sind. Im Herbst ist in den Blättern ein hoher Anteil von Inulin festzustellen. Dieser dient als natürlicher „Süßstoff“. Ebenfalls sind eine Reihe von Mineralien, Natrium, Kieselsäure sowie Schwefel enthalten. Unbedingt immer die Wurzel mit ausstechen und gut trocknen, weil Kraut UND Wurzel arzneilich verwendet werden…

 

 

Mehr über die gesunde (Kräuter-) Fütterung für Pferde (inklusive umfassende Präsentation im PDF-Format zum Herunterladen) findest du hier: https://www.edudip.com/w/236910

In diesem 3,5 stündigen Webinar beschäftigen wir uns detailliert mit:

-> Raufutter als wichtige Basis der Pferdefütterung, häufige Fehler

-> Wie viel und welches Kraftfutter braucht mein Pferd?

-> Natürliche versus künstliche Zusatzfutter

-> Kräuterfütterung beim Pferd, wichtige Hinweise

- > Richtige Fütterung für entspannte Pferde und lockere Muskeln

- > Guter Futterverwerter, was tun?

- > Die Darmflora des Pferdes, warum ist sie so unglaublich wichtig und wie baut man sie auf?

- > Fütterungsprobleme und häufige “Zivilisationsprobleme” beim Pferd

VIEL SPASS DAMIT!
Deine Sandra :-)

 

Videos zur richtigen Verfütterung von Kräutern:

 

1. Kräutertipps Teil I: Do`s & Don`ts in der Kräuterfütterung

 

2. Kräutertipps Teil II: So vermeidest du die häufigsten Fehler!

In diesem Sinne: Bon Appetit und viel Spaß beim Sammel, Trocknen und Verfüttern :)

 

Warum Flexibilität im Pferdesport so wichtig ist PLUS wichtige Tipps zum Lernverhalten Deines Pferdes

Immer wieder stelle ich im Reitsport fest, dass eine Tugend häufig fehlt: Flexibilität! So oft sehe ich Reiter, die eisern eine Lektion “durchdrücken” wollen. Auf biegen und brechen den (gefühlt) 100. Galoppwechsel verlangen, weil er noch etwas höher gesprungen sein könnte, oder das tausendste Mal ein Kaltblut angaloppieren lassen, das eh schon gar nicht mehr kann, bis das Ergebnis völlige Dienstverweigerung des Vierbeiners ist.

Sehr Schade! Denn mit dieser Herangehensweise lernt ein Pferd ständig überfordert zu werden und versteht, dass ihm als “Exit-Strategie” aus der Misere nur Ungehorsam bleibt. Und dieser Ungehorsam ist im Endeffekt einer völligen Überforderung geschuldet und hat meist auch noch den tollen Nebeneffekt von Muskelkater oder Muskelschmerzen… Beides Dinge, die sich nicht gerade positiv auf die langfristige Motivation auswirken.

Wie macht man es aber richtig? Was bedeutet denn “Flexibilität” im Reitsport?

Allein über diese (etwas philosophische) Frage könnte ich ein Buch füllen, aber ich versuche, mich kurz zu halten: Flexibilität im Pferdesport bedeutet für mich, PRO Pferd zu entscheiden, und das mit einer ordentlichen Portion Gefühl, Verständnis von Trainingslehre (Didaktik), Biomechanik und Pferdepsychologie-Hintergrund. Und das jeden Tag und im Endeffekt jeden Moment!

Flexibilität bedeutet beispielsweise, wenn man merkt, dass das Pferd müde ist, vom Fellwechsel oder aufgrund der starken Temperaturschwankungen, die wir momentan haben, dann ggf. das geplante Reitprogramm ausfallen zu lassen und stattdessen einfach ein bisschen Bodenarbeit, Wellness oder einen schönen Spaziergang in die Natur zu machen.

Fellwechsel beim Pferd

Der Fellwechsel und die starken Temperaturschwankungen machen vielen Pferden aktuell zu schaffen…

Es bedeutet aber auch, das körperliche Befinden wahrzunehmen. Wenn ein Pferd beispielsweise an einem Tag von sich aus mehr Spannung hat, dann bringt es nichts, noch an z.B. fliegendem Galoppwechsel oder neuen Lektionen zu arbeiten, die das Pferd “aufregen” könnten. Da ist eine kurze, lockere Vorwärts-Abwärtseinheit deutlich sinnvoller, auch wenn man sich ursprünglich etwas anderes vorgenommen hatte…

In anderen Worten, sollte man sich immer folgende Fragen stellen, wenn man mit seinem Pferd arbeitet:

1. KANN mein Pferd diese Lektion in diesem Moment körperlich überhaupt leisten (oder habe ich es ggf. – zumindest im Moment – überfordert)?

Ein Beispiel: Als ich meinem Lusitano das Kompliment beigebracht habe, war es für ihn eine geistig wie körperlich schwere Übung. Er musste sich sehr konzentrieren, seine Beine und (Gleich-)Gewicht richtig zu sortieren, um sich zu verbeugen. Kräftemäßig war seine Hinterhand sehr gefordert, was einer “Maximalkraftübung” – wie schwere Hanteln im Fitness-Studio stemmen – gleich kommt.

Eines Tages bin ich mit ihm sehr harmonisch geritten und habe gedacht, “jetzt ist er gut aufgewärmt, jetzt mach ich nach dem Reiten noch ein kleines Kompliment”. Gesagt, getan. Ich stieg ab und gab ihm das Signal fürs Verbeugen. Rufino aber zierte sich… Ich habe mit etwas mehr Nachdruck  die Übung “verlangt”. Das Ergebnis war, dass er sich praktisch hinfallen lies. Warum? Weil er MÜDE war. Aber ich habe es damals NICHT verstanden, dass diese Übung noch so schwer für ihn ist, dass er sie nach dem Reiten eigentlich nicht wirklich ausführen kann… Ich habe mich bei ihm sofort entschuldigt und mich eine Woche geschämt.

Ich hätte wissen müssen, als er zögerte, dass er müde ist. Er versucht immer, mir zu gefallen… Aber da war wohl mein Ego grösser als mein Verstand :( Du siehst, auch Profis machen Fehler (diesen Fehler hab ich jedoch seitdem glaub ich nie wieder bei KEINEM Pferd gemacht. Ich analysiere seitdem viel, viel genauer ALLE Zeichen für etwaige Müdigkeit oder Überforderung, aber gut… ist trotzdem passiert.).

 

2. VERSTEHT das Pferd die Übung überhaupt?

Auch das kann ein Problem sein, warum etwas nicht klappt. Das Pferd versteht die Übung schlichtweg nicht. Wenn ein Pferd eine Übung NICHT versteht, dann müssen wir es ihm entweder anders erklären oder aber ggf. in Teilschritte zerlegen.

Ein Beispiel: Wenn ein Pferd das Stellen im Stand schlecht ausführt, wird es beim Stellen in der Bewegung mit Garantie Probleme haben. Wenn ein Pferd beim Kompliment eine schlechte Balance hat, dann sollten wir es ggf. vorher besser aufstellen (das heißt, die Vorderbeine von den Hinterbeinen weiter entfernen und die Hinterbeine breit auseinanderstellen), sodass die Balance besser ist. Auch die Halsdehn-Vorübungen können die Flexibilität VOR dem Kompliment enorm verbessern.

Generell gilt: Wenn ein Pferd eine Übung nicht versteht, dann ist es UNSER Fehler. Schließlich sind WIR der Trainer und haben es unserem vierbeinigen Schüler schlecht erklärt…

 

3. Bist DU das Problem?

Tja, ich sage oft im Unterricht: “Das Problem sitzt oben drauf”. Und auch ich kann ein Problem für meine Pferde sein… Wenn ich unkonzentriert bin, wenn ich müde bin, wenn ich zu lange am Bürotisch gesessen habe und steif aufs Pferd klettere (was ich eigentlich jedoch nur noch sehr, sehr, sehr selten tue).

Deshalb, bevor man sich über sein “unfähiges” Pferd ärgert, oder es gar ungerecht straft, sollte man immer überlegen: “Bin ICH in meiner Mitte? Bin ich optimal flexibel und losgelassen? Helfe ich meinem Pferd, oder bin ich eher Ballast? Und ist der “Fehler” meines Pferdes eher das Resultat meiner eigenen Fehler als das Verschulden meines Pferdes”? Hier geht’s übrigens zu meinem sehr beliebten Blogbeitrag: “7 Tipps für bessere Hilfengebung“.

Ich weiß, es ist immer leichter, dem Pferd die “Schuld” zu geben. Aber ein guter Reiter und Pferdetrainer wird immer erst mal an sich selbst zweifeln, bevor an seinem vierbeinigen Schüler zweifelt. Wie ich zu meinen zweibeinigen Schülern immer zu sagen pflege: “Unsere Pferde haben die Reitlehre und Biomechanikbücher nicht gelesen. Es liegt an uns, aus ihnen gesunde, motivierte, vierbeinige Reit- oder Fahrpferde zu machen. Wenn etwas nicht klappt, dann haben wir unseren Schülern etwas schlecht vermittelt.” Nicht mehr, und nicht weniger.

Sandra Fencl Kompliment PferdUnd vielleicht, wenn Du das nächste Mal auf Deinem Pferd sitzt, und kurz davor bist “mechanisch zu reiten” oder sogar die Nerven zu verlieren, dann erinnerst Du Dich vielleicht an die Geschichte von Rufino und mir, und steigst als Konsequenz ab, bevor es “unschön” wird… Dann habe ich mit meinem Blogbeitrag viel erreicht und Rufino mit seiner Dozententätigkeit Gutes bewirkt.

Ich danke Dir für das Lesen dieser Zeilen und wünsche Dir und Deinem Pferd viel Freude und Flexibilität beim Training :)
Deine Sandra, Rufino und Fjola

PS: Rufino hat übrigens keinen “Schaden” genommen wegen meines einmaligen Faux Pas mit dem Kompliment… Er beherrscht es mittlerweile auch frei in Perfektion :)

PPS: Wenn Du mehr zum Thema faires und biomechanisch wertvolles Pferdetraining erfahren möchtest, dann könnten folgende Termine für Dich interessant sein:

+ Abendseminar zur Gymnastizierung und Schiefe des Pferdes in Tuntenhausen (Bayern) am Freitag, 07. April 2017

+ Gymnastisches Allover-Bodenarbeitsseminar in Tuntenhausen (Bayern) am 08. und 09. April 2017 (bei Interesse bitte einfach eine Email an info@sandrafencl.com senden)

+ Gymnastisches Allover-Bodenarbeitsseminar mit Schwerpunkt Zirzensik am 21. und 22. Mai 2017 in Hveragerdi, Island

+ Gymnastisches Bodenarbeitsseminar mit Schwerpunkt Zirzensik am 15. Juni 2017 in 85386 Günzenhausen/Eching

+ Gymnastisches Bodenarbeitsseminar mit Schwerpunkt Zirzensik am 15. August  2017 in 85386 Günzenhausen/Eching

+ Gymnastisches Overall-Bodenarbeitsseminar am 26. und 27. Oktober 2017 in Kleinstelzendorf, Niederösterreich

+ Meine sehr beliebte, zweiteilige LIVE-Webinarreihe zur ganzheitlichen Korrektur der Schiefe des Pferdes (mit Videoaufzeichnung, und somit orts- und zeitunabhängig). Alle Infos hier: https://www.edudip.com/w/238762

Hier geht’s zum Erklärungsvideo:

7 Tipps für bessere Hilfengebung beim Reiten

Über die Reiterhilfen sind Berge von Büchern geschrieben worden. Und doch werden die Signale vom Reiter an sein Pferd oft falsch, unklar oder unfair eingesetzt. Aber was sind Hilfen überhaupt? Laut Wikipedia werden Hilfen “als die Einwirkungen des Reiters auf sein Pferd” bezeichnet, und weiter: “Man unterscheidet dabei zwischen Gewichts-, Schenkel- und Zügelhilfen. … Von den Hilfen unterscheidet man die Hilfsmittel: Stimme, Gerte und Sporen können zur Unterstützung der Schenkelhilfen eingesetzt werden.” So weit die graue Theorie. Jetzt geht’s aber ans Eingemachte, nämlich an meine Praxistipps für bessere und pferdegerechtere Hilfengebung beim Reiten! Viel Spaß damit :)

 

1. Konsequenz und richtige Dosierung in der Hilfengebung

Wir alle wünschen uns Pferde, die bereits auf die feinsten Hilfen reagieren: Einem “Hauch von nichts” und mit scheinbar unsichtbaren Signalen mit uns durch die Reitbahn schweben. So die Wunschvorstellung. So weit, so gut. Die Realität sieht aber oft leider anders aus: Nicht selten sieht man aufgerissene Pferdemäuler, ständig klopfende Reiterschenkel, auf die trotzdem (oder gerade deshalb) keine Pferdereaktion kommt,  und stochernde Sporen, die im schlimmsten Fall sogar zu haarlosen (oder sogar offenen) Rumpfpartien beim Pferd führen. Unschön ist das, und von feiner Hilfengebung, gelebtem Tierschutz und totaler Harmonie mit dem Pferd weit entfernt. Aber wie bildet man ein wirklich feines Pferd aus?

Mit “ansteigender” Hilfengebung, oder wie Jean François Pignon sagen würde: “crescendo” – auch bekannt aus der Musik, “züchtest” Du ein feines, williges und motiviertes Pferd. Einer meiner alten Reitlehrer hat immer zu mir gesagt: “Geben Sie die Hilfe so, dass Sie gar nicht erwarten, dass Ihr Pferd reagiert“. Und das mache ich… und bin immer wieder erstaunt, dass die Pferde bereits auf DAS reagieren! Wenn man aber immer gleich eine deutliche oder mittelstarke Hilfe gibt, wird man nie ein Pferd reiten, das auf “unsichtbare Hilfen” reagiert. Weil es gar nicht die Chance hatte, auf das feinst mögliche Signal zu antworten.

Das heißt also im Klartext, wenn Du ein Pferd anreiten möchtest, verwende den Schenkel ganz, ganz leicht, sodass man es nicht sehen kann. Wenn Dein Pferd dann nicht reagiert, steigere minimal die Hilfengebung. Wenn dann Dein Pferd nicht reagieren sollte, versuch es mit nur geringfügig mehr Intensität. Bei der dritten Hilfengebung steigerst Du jetzt deutlicher die Stärke der Hilfe, und wenn dann nichts passiert, macht es “Bumm”. Also Du unterstützt zB den Schenkel mit der Gerte, oder verwendest die Gerte nach vorsichtigem Gerteneinsatz dann einmal wirklich deutlich. Wenn dann das Pferd reagiert, lobst Du es SOFORT und lässt sofort von der Hilfe ab. Das bringt mich auch schon zum nächsten Punkt….

 

2. Sofortiges Ablassen der Hilfen bei richtiger Reaktion des Pferdes

Dies ist auch ganz wichtiger (klassischer) Grundsatz, der leider sehr oft vernachlässigt wird in der heutigen Reitszene. Wenn ein Pferd RICHTIG reagiert, muss man es sofort loben bzw. vor allem auch die Hilfe KOMPLETT aussetzen lassen. Das heißt, wenn Dein Pferd auf einen Schenkeldruck reagiert hat, quetscht Du nicht weiter mit dem Bein, sondern lässt es komplett locker hängen (es rahmt aber immer noch das Pferd am Rumpf ein). Das hat man früher “atmenden Schenkel” genannt.

Das Bein ist also da, wenn es gebraucht wird, hat aber keine ständige, negative Anspannung (was ja einer “Dauerhilfe” gleich kommt). Nur, wenn ein Pferd merkt, dass es “Ruhe”  bekommt nach dem erfolgreichen Annehmen einer Hilfe, dann wird es langfristig gern Hilfen annehmen. Denn für ein Pferd bedeutet das Entspannung! Und als Fluchttiere LIEBEN Pferde Entspannung, Ruhe und Sicherheit. Außerdem lernen Pferde am besten in Pausen. Hierbei können sie darüber nachdenken, was sie richtig gemacht haben, und dieses Verhalten abspeichern. Ständiges Geklopfe mit den Schenkeln und ein ständiger Zug in seinem Maul gefällt mit Garantie KEINEM Pferd!

Ablassen Hilfen Sandra Fencl

Pferde lernen in Pausen am besten, und dazu gehört auch das “Ablassen” von Hilfen.
Foto: Alisa Konrad

 

3. Gib keine widersprüchlichen Signale

Auch das sehe ich leider sehr, sehr häufig: Ein Reiter quält sich mit seinem Pferd ab, dass es vorwärts geht… Irgendwann reist ihm der Geduldsfaden und er haut mal ordentlich mit der Gerte drauf. Das Pferd erschrickt und rennt oder springt sogar vorwärts. Der (noch unausbalancierte) Reiter rechnet nicht mit der prompten Reaktion seines Pferdes und hält sich am Zügel fest. Das Pferd erhält als “Belohnung” für eine gute Vorwärtsreaktion einen Ruck im Pferdemaul. Tolle Sache: Das Pferd lernt hierbei: “Wenn ich reagiere, werde ich im Maul gezogen“. Keine schöne Belohnung… Und langfristig gesehen sicherlich nicht sehr motivierend…

Ich möchte noch ein anderes Beispiel bringen, dieses sehe ich nämlich sehr, sehr oft in Bodenarbeits- und Handarbeitsseminaren. Das Pferd wurde angehalten und steht brav neben seinem Trainer. Dann fasst der Trainer die Idee gleich anzugehen, OHNE es zu merken, bewegt er den Oberkörper leicht nach vorne. Das willige Pferd reagiert sofort und geht los, wird aber dann sofort vom Zweibeiner ausgebremst weil es “ungefragt” angegangen ist (was ja nicht stimmt!). Diese Problematik sehe ich echt sehr, sehr häufig und solche Situationen sind äußerst frustrierend für Pferde. Unsere Vierbeiner versuchen uns ständig zu lesen, und unsere Körpersprache zu interpretieren. Wenn sie für prompte Reaktion auf das leichte Vorgehen des Oberkörpers des Zweibeiners reagieren, (die ja richtig und gut gemeint war), geschimpft werden, ist das sehr demotivierend und unverständlich für sie….

Sandra Fenzl Blog

Reiten bedeutet ständiges Weiterlernen. Wer aufgehört hat, an sich selbst zu arbeiten, hat aufgehört, besser zu werden. Foto: Alisa Konrad

 

4. Emotionslose, sachliche Hilfengebung

Ein weiterer, wichtiger Punkt, um Hilfengebung pferdegerecht und pferdeverständlich zu machen, ist die emotionslose Hilfengebung. Kein Pferd versteht, warum manche Reiter gleich einen kleinen Wutausbruch bekommen, wenn sie ihrem Pferd einmal einen (ggf. deutlicheren) Impuls mit dem Bein oder einen Klaps mit der Gerte geben. Pferde sind extrem emotionslos, wenn sie ihre Herdenkollegen zurecht weisen. Wir Menschen tun uns sehr schwer, schnell und treffsicher beispielsweise mit der Gerte zu agieren, dabei aber innerlich völlig ruhig und gelassen zu bleiben und auch die eigene Körperspannung nicht (negativ) verändern.

Probier es mal an einem Zaun aus. Stell Dir (mit viel Phantasie) vor, der Zaun ist Dein Pferd, und Dein Pferd hat etwas gemacht, was Dich extrem nervt – zB gerade den Kopf zum Grasen abgesenkt. “Korrigiere” jetzt Dein “Pferd” (also den Zaun) mit einem deutlichen Klaps mit der Gerte. Überprüfe, ob Du dies ausführen kannst, ohne die Muskeln fest zu machen, die Zähne zusammen zu beißen, die Atmung von einer entspannten Bauchatmung in eine oberflächige Brustatmung zu verändern… Geht? Sehr gut! Geht nicht? Dann bitte weiterüben….

Ich denke, dies ist eine der schwierigsten Anforderungen an JEDEN Reiter – völlig sachlich und emotionslos sein Pferd zu korrigieren, und das ggf. 150 Mal in der selben Einheit, immer in der selben Ecke, bei der das Pferd nach innen driftet … Nur, wenn wir sachlich reiten, wird unser Pferd den entsprechenden Respekt entgegenbringen und dementsprechend auch fein, aufmerksam und respektvoll reagieren. Denn absolute Selbstbeherrschung ist eine wichtige Eigenschaft von echten Führungspersönlichkeiten – und das gilt für Pferde und Menschen gleichermaßen!

 

5. Regelmäßiger Abgleich von innerem und äußerem Bild von Sitz und Einwirkung

Ein weiterer, wichtiger Punkt zum Thema pferdegerechte Hilfengebung ist der regelmäßige Abgleich von “Soll- und Istzustand” der eigenen Hilfengebung. Hiermit ist gemeint, dass man sich regelmäßig überprüfen sollte, ob man tatsächlich das Bein locker lässt, die Zügeln fein verwendet und die Gewichtshilfe korrekt zB beim Abfussen des Hinterbeines einsetzt.

Reiten Sandra Fenzl

Der regelmäßige Abgleich von innerem und äußerem Bild ist auch für routinierte Reiter sehr wichtig! Foto: Alisa Konrad

Dazu ein Beispiel: Die meisten Rechtshänder belasten den rechten Gesäßhöcker etwas mehr als den linken. Die meisten Pferde wiederum als linkshohle Pferde fallen tendenziell eher auf die rechte Schulter UND belasten somit auch die rechte Körperhälfte mehr. Rechtshändige Reiter und links hohle Pferde verstärken also ihre Schiefe gegenseitig.

Oft hat man als Reiter den Eindruck (gerade auch in Seitengängen!) man sitzt total zentriert, tatsächlich hängt aber der Oberkörper auf eine Seite (gern rechts) bzw. man knickt (ungemerkt) in der Hüfte ein. Nachdem Pferde immer ihrem (Gleich-)Gewicht hinterherlaufen, wird das Pferd dementsprechend in diesem Beispiel nach rechts drücken. Der Reiter “ärgert” sich dann gern, weil das Pferd ständig auf der rechten Hand nach innen schiebt. Aber eigentlich reagiert es nur auf eine ungewollte Hilfengebung seines Reiters…

Um dies zu vermeiden, kann

a) regelmäßiger guter Reitunterricht

b) das Reiten von Lektionen am Boden (Stichwort Bodengalopp oder Schulterherein selber laufen)

c) das Reiten von Fremdpferden

d) das Reiten mit Spiegeln

e) die regelmäßige Aufnahme von Fotos und/oder Videos

f) Körpertraining wie Yoga, Pilates, Alexandertechnik etc.

helfen. Mehr zu diesem so wichtigen Thema der Schiefe vom Pferd (und Reiter) in meinem nächsten Schiefen-LIVE-Webinar mit Videoaufzeichnung: https://www.edudip.com/w/235160 (Anmeldemöglichkeit bis 23. März 2017).

 

6. Betrachte “Hilfen” als Dialog!

Ein Pferd richtig zu reiten, heißt nicht nur, die richtigen Hilfen zur richtigen Zeit in der richtigen Dosierung zu geben, sondern in erster Linie auch zuzuhören… Auf das, was das Pferd gerade braucht, um sich zu entspannen. Auf das, was das Pferd gerade braucht, um in eine bessere innere wie äußere Balance zu kommen… Reiten sollte immer im Dialog mit dem Pferd stattfinden und hat ganz viel mit Empathie zu tun. Reite immer mit Freude Dein Pferd! Mit einer positiven Grundeinstellung und einem offenen Ohr und offenen Herzen wird vieles auf einmal wie von selbst gehen!

Sandra Fencl Sitzkurse

Reiten bedeutet “Zwiegespräch von zwei Seelen”…
Foto: Alisa Konrad

 

7. Gib feine Hilfen “aus der Mitte”

So, zum Schluss noch ein “Esoterikpunkt”, hihi. Mein Leben lang beschäftige ich mich mit Pferden. Mein Leben lang hab ich gebraucht, um zu verstehen, dass Reiten so viel mehr ist als einfach nur “technische Hilfen zu geben”. Reiten ist immer (und ggf. sogar nur) “Arbeit an uns selbst”. Mein Lusitano Rufino hat mir diese Erkenntnis so deutlich gemacht, dass ich sie ENDLICH verstehen konnte (und musste). Was ich Dir am Schluss von diesem Blogbeitrag noch “mit auf dem Weg geben möchte”, ist: Versuche, zuerst “bei dir selbst anzukommen”, bevor Du von Deinem Pferd perfekte Hilfenreaktion erwartest. Was ich damit meine?

Wenn Du gestresst  und ggf. sogar zu spät von der Arbeit kommst, Du dann wie ein kleiner Maniac noch in den Stall hudelst, und Dich schnell auf Dein Pferd setzt und “noch kurz ein paar Runden zu reiten”, dann kann ich Dir im Vorhinein sagen: “Das wird nix”. Wenn wir Menschen nicht in unserer Mitte sind, uns nicht körperlich und geistig “spüren”, noch immer 1.000 Todo-Listen in unserem Kopf rattern und wir schon an unseren morgigen Besprechungstermin denken, dann wird das Reiten “technisch” und niemals wirklich “harmonisch” ausfallen. Wenn Du jemals das Gefühl hattest, eins mit einem Pferd zu sein, IN Deinem Pferd zu sitzen und nicht AUF Deinem Pferd, sondern wie ein Zentaur als völlige Einheit mit Deinem Pferd zu tanzen, dann weißt Du, was ich unter harmonischem Reiten verstehe. Und dieses Gefühl wirst Du nur erreichen, wenn Du eine echte “Stille” in Deinem Kopf hast und ein offenes Herz für Dein Pferd…

Sandra Fencl Wege losgelassener Sitz

Innere Stille ist essentiell für gutes Pferdetraining.
Foto: Alisa Konrad

Wenn Du das Gefühl hast, dass Du diese Stille und Offenheit nicht hast und an diesem Tag auch nicht mehr erreichen kannst, dann hab den Mut auch mal NICHT zu reiten! Oft ist es besser, an solchen Tagen nur eine Runde spazieren zu gehen oder Dein Pferd alternativ mit Zirkuslektionen oder Bodenarbeit zu “bespaßen” oder vielleicht dem Pferd sogar komplett einen Ruhetag zu gönnen. Denn besser ist KEIN Training, als frustrierendes, negatives Training. Das kannst Du mir glauben…

In diesem Sinne hoffe ich, dass ich Dir ein paar Gedankenanstöße zum Thema Hilfengebung geben konnte und freue mich über Kommentare und etwaige Likes und Shares auf meiner Facebookseite: www.facebook.com/sandra.fencl

Bis bald!
Deine Sandra

PS: Hier geht´s noch zum Webinar-Video zum ganzheitlichen Verständnis und Korrektur der natürlichen Schiefe des Pferdes. Ein Thema, das mir ganz besonders am Herzen liegt:

https://www.edudip.com/w/238762

Alle Webinare im Überblick findest du hier:

https://www.edudip.com/academy/sandra.fencl2

 

 

 

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