Sandra Fencl

Ganzheitliches Pferdewissen aus Leidenschaft!

Monat: Juni 2018

Was wir Reiter von der deutschen Nationalelf lernen können

Gedanken zum Sonntag: Warum wir ein echter „Coach“ für unser Pferd sein sollten!

Wow, was war das gestern für ein Fussballkrimi-Abend??? Mir sitzt noch immer das Adrenalin im Körper. Ich konnte gestern vor lauter Aufregung ewig nicht schlafen. So hatte ich Zeit, über das Spiel nach zu denken. Und da wurde mir bewusst, wie sehr ich Respekt habe vor der Performance der deutschen Nationalelf. Nicht unbedingt, wie sie technisch gut oder schlecht gespielt haben (das kann ich glaub ich als Nicht-Fussballspielerin gar nicht so richtig beurteilen), sondern vor ihrem Kampfgeist.

In ein Spiel zu gehen, bei dem es so ziemlich um „alles oder nichts“ geht… Dann gleich mal ein Tor zu kassieren und dann aber in der zweiten Hälfte wirklich alles zu geben, um irgendwie das Spiel zu retten, ohne kopflos zu werden – und das wirklich bis zur letzten Minute (oder fast Sekunde!). Das finde ich wirklich bemerkenswert!

Du fragst Dich jetzt bestimmt: „Was hat das jetzt eigentlich mit reiten zu tun?“ Dass wir beim Reiten „Kampfgeist“ beweisen sollen? Beim Turnier und in Prüfungen MIT unserem Pferd, ja. ABER was ich viel wichtiger finde, und das ist es, was ich hier bewundere: Ist der Glaube an sich selbst, und das im tagtäglichen Training!

Vergiss nie: die Motivation Deines Pferdes liegt in Deinen Händen!

Die Motivation Deines Pferdes liegt in Deinen Händen!

Vergiss nie: Die Motivation des Pferdes beginnt ganz oft im Kopf des Reiters!

Bis zum Schluss hat die Fussballnationalmannschaft an sich geglaubt (auch wenn sicherlich viele andere nicht mehr an sie geglaubt haben). An sich selbst und beim Reiten, an sein Pferd zu glauben, ist ebenfalls wahnsinnig wichtig. Denn wer soll an unser Pferd glauben, wenn nicht wir selbst? Wie soll ein Pferd besser werden, wenn es nicht optimal gefördert und motiviert wird?

Und die Motivation des Pferdes beginnt ganz klar im Kopf – und zwar vor allem im Kopf des Reiters! Pferde spüren die Energie, die ein Reiter ausstrahlt. Pferde spüren auch, ob ein Reiter an sein Hotti glaubt, oder nicht. Pferde spüren, dass ein Reiter vorm Sprung unsicher wird – und verweigern, oder laufen dran vorbei…. dem Reiter zu Liebe… Und kassieren dafür dann oft Strafe!

Was will ich Dir damit sagen? Betrachte Dich als Coach Deines Pferdes. Was glaubst Du, was Jogi Löw in der Halbzeitpause zu seinen Spielern gesagt hat? „Ihr seid alle Looser, wir verlieren sowieso!?“ Wohl kaum! Er hat an sie geglaubt und ihnen weiß gemacht, dass wenn sie an sich glauben, sie das Spiel noch gewinnen können… und sie haben es geschafft! In der allerletzten Minute!

Deshalb: Das nächste Mal, wenn Du zu Deinem Pferd gehst. Trainiere eine Übung, die für Dein Pferd oder Dich (oder beide) anspruchsvoll ist. Überprüfe vorab, ob Du fit, gut gelaunt und konzentrationsfähig bist. Auch ist es wichtig, dass Du eine konkrete Anleitung im Kopf hast, wie die Übung in Perfektion aussehen soll und wie Du sie reitest oder am Boden trainieren sollst. Es ist egal, ob es eine schöne ganze Parade ist, ein fliegender Galoppwechsel, eine Trabtraversale oder ein wirklich sauberes Schulterherein im Schritt mit lockerem Hals und aktiver Hinterhand ist!

Wenn Du ein guter Coach für Dein Pferd oder Pony bist, könnt Ihr gemeinsam Großes erreichen :)

Wenn Du ein guter Coach für Dein Pferd oder Pony bist, könnt Ihr gemeinsam Großes erreichen 🙂

Praxistipp: Das klare, positive innere Bild von jeder Übung hilft Dir UND Deinem Pferd!

Habe ein ganz klares, positives Bild von der Übung. Stelle dieses positive Bild als „Standbild“ in Deinen Kopf ein und trainiere ganz entspannt die Übung. Wiederhole sie, wenn sie nicht gleich klappt und lobe Dein Pferd intensiv für jeden guten Schritt, Tritt oder Sprung (mit der Stimme „Brav!“ zu sagen, reicht…). Korrigiere Dein Pferd bei „Verbesserungspotenzial“ freundlich, aber konsequent. Wenn die Übung sehr schwer für Dein Pferd ist, zerlege sie in „Einzelteile“, also einzelne Schritte, die Du separat übst, um sie dann wieder zu einer gesamten Lektion zusammen zu setzen.

Wiederhole die Übung die nächsten drei Trainingseinheiten. Glaube jedes Mal ganz fest daran, dass Du und Dein Pferd sie in Perfektion ausführen können! Freue Dich darauf, wie toll die Übung aussehen wird, wenn Du und Dein Pferd sie par excellence vollführen. Sei stolz auf Dich und Dein Pferd für jeden Fortschritt! Und sei erstaunt, wie schnell Dein vierbeiniger Freund Fortschritte machen wird 🙂 Denn Dein Pferd wird merken, wie sehr Du daran glaubst, dass ihr es GEMEINSAM ALS TEAM schaffen könnt!

Welche Übung wirst Du trainieren? Ich würde mich sehr über ein kleines Feedback zu diesem Artikel freuen 🙂 Der Artikel darf wie immer sehr gern auch geteilt werden!
Zirzensik Webinar Sandra Fencl

In diesem Sinne wünschen wir Euch eine schöne, restliche WM!
Deine Sandra, Rufino und Fjola 🙂

PS: Wenn Du noch mehr mit Deinem Pferd zu einem Team zusammen wachsen möchtest, dann bist Du bei meinem KOSTENLOSEN LIVE-WEBINAR zum Thema „zirzensische Gymnastik – Pferde sinnvoll motivieren und gymnastizieren“ genau richtig. Hier geht’s zur Gratis-Anmeldung: https://www.edudip.com/w/297964

PPS: Für mein tolles Zirzensik-Einführungsseminar am Sonntag, 01. Juli 2018 in 85386 Günzenhausen bei Eching im Norden von München gibt es noch sehr lehrreiche Zuseherplätze 🙂 Sehr gern sende ich Dir eine unverbindliche Kursausschreibung zu. Schick mir bitte einfach eine Email an info@sandrafencl.com 🙂

Reite für Dein Pferd und nicht für die anderen! Oder: Warum wir nur in der Stille zu uns selbst und zur Balance unseres Pferdes finden

Gedanken zum Sonntag: Warum wir nur in der Stille zu uns selbst und zur Balance unseres Pferdes finden

Immer wieder stelle ich in Gesprächen mit meinen (Online-)Reitschülern fest, dass man oft in seinem Verhalten beeinflusst wird, wenn andere Leute einem beim Reiten zusehen. Egal ob ein fremder Reitlehrer, eine Reitkollegin, die man besonders schätzt oder auch auch gar nicht mag, eine Trainerkollegin oder vielleicht auch der eigene Freund – wenn man sich „unter Beobachtung fühlt“ – dann ist plötzlich alles anders.

Man reitet auf einmal Lektionen, die eigentlich noch gar nicht an der Reihe waren. Man versucht seine tollste Trabverstärkung zu zeigen oder übt halbe Tritte, obwohl das Pferd noch gar nicht dafür bereit ist. Und plötzlich – ja, plötzlich – geht gar nichts mehr! Das Pferd will nicht und wir ärgern uns, weil wir doch genau jetzt wo A oder B zusieht, besonders schön reiten wollten. Und da lässt uns unser Pferd im Stich…

Tut es das wirklich? Die klare Antwort ist: Nein! Es hält uns nur einen Spiegel vor. Es sagt uns ganz klar, dass es nicht unsere Marionette des Ehrgeizes oder Statussymbol oder Objekt zur Profilierung unseres Egos ist, sondern ein feinfühliges Wesen, das Respekt und Konzentration verlangt! Ja, die Konzentration ist es, die die WAHREN Erfolge mit dem Pferd sicher stellt. Und zwar eine Art von Konzentration, die eher an Meditation erinnern lässt als an „angestrengtes Fokussieren“.

Denn nur wenn wir diese innere Stille finden, nur wenn wir den Kopf leer machen und frei von Gedanken sind wie „Was esse ich heut abend?“ oder „Oh, ich muss noch einkaufen gehen, jetzt noch schnell galoppieren und dann heim.“ Oder: „Ah, der XY sieht zu, na, dem zeig ich jetzt mal, was mein Pferd schon alles kann.“ Ja, wenn wir all diese Gedanken beiseite räumen und nur still in unser Pferd reinhören, nur dann können wir mit ihm zu einer Einheit verschmelzen.

Pferde richtig trainieren

Und genau das ist es, was ECHTES Pferdetraining für mich ausmacht: In sein Pferd hineinhören. Ihm zuhören. Und sich jeden Moment fragen: „Wie kann ich meinem Pferd helfen, seine perfekte innere wie äußere Balance zu finden? Wenn ein Pferd sich beispielsweise kurzfristig etwas aufregt, weil ihm eine neue Lektion noch etwas schwer fällt oder das Pferd galoppieren etwas „aufregend“ findet, dann mache ich einfach leichten Kontakt am Hals mit einem Finger. Das sieht man von außen kaum (ist mir auch egal), aber das Pferd merkt sofort, ich habe seinen emotionalen Zustand gemerkt und bin für mein Hotti da und ich bin präsent. Die Pferde reagieren fast immer mit sofortiger Entspannung (abgesehen davon sind am Widerrist auch „Entspannungsreflexpunkte“). Denn „verstanden werden“ ist für Pferde genauso wichtig wie für uns. Das gibt ihnen Sicherheit.

Aber auch auf körperlicher Ebene ist es wichtig, jeden Moment präsent zu sein. Jeden Moment zu schauen, ob ein Bein zu viel Last trägt und damit Takt und Losgelassenheit negativ beeinflusst werden. Jeden Moment dem Pferd eine Hilfe in der Findung seiner eigenen Balance sein. Nur ein Pferd, das in körperlicher Balance ist, wird auch wirklich seelisch ausgeglichen sein können. Und um unserem Pferd in Balance zu verhelfen, müssen wir selbst auch in Balance sein. Und beim Pferd. Nicht „in der Arbeit“. Nicht beim Streit mit dem Freund. Nicht bei Zusehern, die unser Reiten ggf. argwöhnisch verfolgen.

Nur bei unserem Pferd. Und wenn wir das sind, Tag für Tag, Woche für Woche, dann wird sich der Trainingserfolg selbst einstellen. Denn durchs „stille Fühlen“ werden wir unserem Pferd zu besserer Balance verhelfen. Denn nur wer still ist, kann wirklich fühlen. (Deshalb darf ich in Reitstunden auch nicht sooo viel plappern mehr… ).

In diesem Sinne wünsche ich Euch einen stillen Sonntag!

Mein Lusitano Rufino war der beste Lehrmeister, um mich zur "inneren Stille" zu bringen :)

Mein Lusitano Rufino war der beste Lehrmeister, um mich zur „inneren Stille“ zu bringen 🙂                       Foto: Alisa Konrad

Eure (sonst sehr aufgeweckte) Sandra

PS: Wenn Du an Dir selbst „arbeiten“ möchtest, dann bist Du in meinen nächsten Online-Seminaren GENAU richtig. Ich bin so wahnsinnig stolz auf meine Teilnehmer aus den Verlasspferdekursen, weil sie sooooo glorreiche Fortschritte machen, dass ich manchmal fast zu Tränen gerührt bin 🙂 Wenn Du unverbindlich verständigt werden möchtest, wenn der nächste Online-Verlasspferdekurs oder Online-Zirzensikkurs startet, schreib mir bitte einfach eine Email an info@sandrafencl.com 🙂

© 2018 Sandra Fencl

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