Sandra Fencl

Ganzheitliches Pferdewissen aus Leidenschaft!

Monat: Dezember 2017

Von der Kunst mit seinem Pferd neu zu beginnen…

Meine lieben Pferdefreunde!
Ich hoffe, Ihr habt die Weihnachtstage gut verbracht! Jetzt ist es Zeit nach vorne zu schauen, denn das neue Jahr wartet und mit ihm die Chance, das Jahr 2018 zum besten Jahr Deines Lebens für Dich und Dein Pferd zu machen (nicht nur, weil mein Online-Verlasspferdekurs am 14.02.2018 startet, hihi). Ich empfinde den Jahreswechsel jedes Jahr als Chance, das vergangene Jahr zu reflektieren und mit neuem Elan, neuen Ideen und neuer Kraft in ein neues Jahr zu starten!

Heute habe ich mir ein paar Gedanken gemacht, warum es so wichtig ist, auch mit seinem Pferd bewusst Dinge hinter sich zu lassen und „neu zu beginnen“. Viel Spaß beim Lesen und sehr gern auch teilen und weiterleiten, wenn Du die Gedanken als sinnvoll erachtest 🙂

Neues Jahr, neues gemeinsames Glück :)

Neues Jahr, neues gemeinsames Glück 🙂

Eine häufige Krux: Pferde leben im JETZT, viele Menschen in der Vergangenheit

Was ich immer wieder beobachte – und da nehme ich mich selber nicht aus – ist, dass viele Menschen zu sehr an der Vergangenheit festhalten wollen. Ein einfaches Beispiel aus der Reiterpraxis: Wenn das Pferd zB gestern gebuckelt hat, steigen die meisten Reiter schon mit einem mulmigen Gefühl aufs Pferd. Das Pferd spürt aber sofort die Spannung und unterschwellige Angst, und reagiert selbst mit Spannung – und buckelt wieder. Ein Teufelskreislauf beginnt …

Auch bei meinen Therapiekunden ist es oft schwer, alte Probleme wie lange Krankheit oder Taktprobleme „los zu lassen“. Auch wenn das Pferd wieder fit ist, wird es weiterhin geschont und „mit Samthandschuhen angefasst“. Ich verstehe nur zu gut, dass das ein natürlicher Prozess ist, aber eines ist klar: Ein gesundes Pferd möchte „gesund“ behandelt werden. Es möchte nicht nur im Schritt auf geraden Linien vorsichtig geführt werden. Ein gesundes Pferd möchte seine Bewegungskapazität nutzen und gefördert werden!

Pferde sind unheimlich feine, sensible Wesen. Sie merken jeden Gedankengang in uns – und sie verarbeiten das in einer gewissen Art und Weise. Manche Pferde „schauspielern“ sogar bzw. gehen auf die Unsicherheit ihrer Besitzer ein. Sie bewegen sich ganz vorsichtig und werden so für immer „geschont“…

Ein Pferd, das immer nur mit Samthandschuhen angefasst wird, wird nie sein volles Potenzial und auch seine volle Freude an der Bewegung entfalten können. Vielleicht wird es sogar wieder krank, weil es selbst Angst vor der freien Bewegung bekommt. Immer wieder muss ich Therapiekunden ganz klare Anweisungen geben, das Pferd „gesund“ zu behandeln und auch in seiner Bewegung zu fördern und zu fordern, damit es gesund und beweglich wird bzw. bleiben kann 🙂

Auch wenn ein Pferd länger krank oder lahm war, ist es wichtig, nach vorn zu schauen.

Auch wenn ein Pferd länger krank oder lahm war, ist es wichtig, nach vorn zu schauen.


Deshalb: Wenn Dein Tierarzt oder Therapeut Deines Vertrauens sagt, Dein Pferd ist ok, dann behandle es auch so. Ganz normal.
Wie ein Pferd, das Du neu hast, bei dem Du nichts über die Vergangenheit weißt. Arbeite selbstbewusst und mit Freude mit ihm und fördere es, aber überfordere es nicht. Eine positive Grundstimmung im Training ist wahnsinnig wichtig. Nur so kann das Training beiden Spaß machen und Früchte tragen 🙂

Ein weiteres Problem ist, dass die Reiterhilfen oft nicht fair und „exakt“ gegeben werden

Ein klassisches Beispiel aus der Praxis: Ein Pferd ist beispielsweise etwas triebig. Der Reiter weiß das, treibt kurz mit dem Schenkel, das Pferd reagiert nicht, und aus Gewohnheit wird das Pferd mit einem massiven Gertenhieb gestraft. Grundsätzlich habe ich nichts dagegen, die Gerte auch mal effizient einzusetzen, wenn es denn nötig  und gerechtfertigt ist.

ABER: Man muss immer dem Pferd die Chance geben, auf die KLEINST MÖGLICHE HILFE zu reagieren und die Impulse fair steigern. Und wenn man das so von Anfang an macht und das Pferd korrekt ausbildet, dann braucht man eigentlich so gut wie nie eine Gerte 🙂

In diesem konkreten Beispiel hätte man die Gerte nach dem Ignorieren der Schenkelhilfe ruhig einsetzen können, ABER fein! Und wenn das Pferd dann nicht reagiert hätte, etwas „deutlicher“ und dann als dritte Gertenhilfe von mir aus auch wirklich deutlich. Wenn man diesem „Stufensystem“ der Hilfen folgt, weiß das Pferd mit der Zeit ganz klar, „wenn ich auf die 2. Gertenhilfe nicht reagiere, dann wird es etwas unangenehm“  – und es wird mit Garantie (wenn es gesund und leistungsfähig ist), dann bereits auf die erste oder zweite Gertenhilfe, und langfristig sogar auf einen feinen Schenkelimpuls reagieren.

Feine Pferde bekommt man nur durch feine und FAIRE Hilfen. Und fair heißt immer, der Situation entsprechend so fein wie möglich dosiert, jedoch so deutlich wie nötig. Nur das umzusetzen schaffen viele Leute leider nicht. Weil sie teilweise sich gar nicht so wirklich Gedanken machen, wie die Dosierung der Hilfen bzw. „das Ansteigen der Hilfen“ aussehen müsste. Da wird einfach stumpf ins Pferd mit den Schenkeln reingeklopft und auch nicht aufgehört, wenn dann tatsächlich mal eine Reaktion des Pferdes kommt. Das Pferd lernt, es kann es gar nicht richtig machen. Denn auch auf ein Annehmen der Hilfen des Pferdes hat fälschlicherweise weder ein Lob, noch ein „Ablassen“ (also Aussetzen) der Hilfen zur Folge. So können Pferde nicht lernen. So können Pferde auch nicht besser und rittiger werden. So werden Pferde nur frustrierter und demotivierter.

An manchen Tagen ist es "fairer", am Boden zu bleiben, und nicht zu reiten.

An manchen Tagen ist es „fairer“, am Boden zu bleiben, und nicht zu reiten.


Deshalb: Mein Wunsch an Dich fürs Neue Jahr 😉 Bevor zu Deinem Pferd gehst:

1. Leere Deinen Kopf. Gehe OHNE ERWARTUNGSHALTUNG zu Deinem Pferd. Vergiss, was gestern war. Freue Dich auf die HEUTIGE Trainingseinheit. Mach Dir zwar Gedanken, wie Du ans gestrige Training anknüpfen möchtest, aber sei positiv eingestellt und hab ein schönes, positives Bild im Kopf (Kein: „Oh Gott, gleich buckelt er wieder!“ – weil wenn Du das erwartest, wird er auch buckeln!).

2. Überprüfe vor dem Training, ob Du mental und körperlich überhaupt fähig bist, reaktiv und effizient und somit pferdegerecht  dem Pferd Signale und Hilfen zu geben. Denn Hilfen – wie der Name schon sagt – sollen dem Pferd HELFEN, besser in seiner Balance und somit besser in seinem Körper zu werden. Sie sollen das Pferd weder abstumpfen noch frustrieren noch unangenehm sein. Nur ein Reiter, der „klar im Kopf (also nicht müde) und körperlich fit“ ist, kann seinem Pferd faire Hilfen geben. Deshalb ist auch Ausgleichssport und vielleicht auch Yoga oder Meditation eine sinnvolle Sache fürs Neue Jahr 🙂

Ich bin auch nicht jeden Tag fit genug, um zu reiten. Auch ich sitze manchmal im Büro und fühle mich danach steif (trotz Sitzball und Schwinghocker). Und manchmal bin ich einfach geistig müde und somit „zu langsam“, um fair und sinnvoll Reiterhilfen zu geben. Was tue ich dann? Ich fahre zu meinen Pferden und mache Freiarbeit oder Zirzensik, das macht unheimlich Spaß und ich komme in „Bewegung“ und „erde“ mich damit auch gleichzeitig 🙂 So habe ich trotzdem meine Pferde sinnvoll gearbeitet, wir hatten gemeinsam Spaß und ich gehe mit einem Lächeln im Gesicht nach Hause.

Würde ich an solchen Tagen zumindest meinen Lusitano (der extrem reaktionsschnell ist) reiten, wären wir danach beide frustriert! Und das bringt gar nichts… Deshalb traue Dich auch mal bewusst NICHT zu reiten – oder sogar zu  Hause zu bleiben. Denn jedes Negativtraining, jedes frustrierende Erlebnis, das Du und Dein Pferd gemeinsam haben, das bringt Euch weder mehr zueinander, noch ist das Training, das Euch in der Ausbildung voran bringt… Manchmal ist weniger halt doch mehr…

Mit diesen stillen Gedanken wünsche ich Dir und Deinem Hottie schon mal einen guten Rutsch in ein fröhliches, gesundes und auch erfolgreiches Jahr 🙂 Falls Du übrigens Interesse hast, mehr über pferdegerechte Ausbildung zu lernen, setze ich Dich sehr gern auf meinen unverbindlichen Newsletter für meine Online-Verlasspferdeausbildung 🙂 Einfach Email an info@sandrafencl.com senden und schon bekommst Du alle Infos und kostenlose Videoinhalte zugesendet 🙂

Faires Training macht allen Spaß :

Faires Training macht allen Spaß 🙂

Alles Liebe!
Deine Sandra, Rufino und Fjola

PS: Wie Du Dein Pferd auf die Silvester-Knallerei vorbereitest, habe ich in diesem Blogbeitrag zusammengefaßt:
http://www.sandrafencl.com/aktuelles-114-133/aktuelles-132/10-tipps-fuer-ein-entspanntes-pferd-an-silvester/

Der Reitsimulator in Aschheim/München im Test bei Sandra Fencl

Vor kurzem hatte ich die Ehre, den Reitsimulator Sir Wilson von Sheron Adam in Aschheim bei München testen zu dürfen. Sheron hat sich unheimlich viel Zeit für mich und all meine Fragen (und Videos, die ich drehen wollte) genommen. Vielen Dank hierfür, Sheron! Die frühere Stewardess und aktive Reiterin hat selbst einen tragischen, und gleichzeitig bemerkenswerten Weg hinter sich gebracht. Wie Sheron selbst zum Reitsimulator kam und warum jeder Reiter mal auf einem „Sir Wilson“ oben gesessen haben sollte, erfährst Du in diesem Videointerview:

 

Nach einer kurzen theoretischen Einführung ging es dann schon los für mich 🙂 Tja, was soll ich sagen? Ich war erst mal ziemlich skeptisch, wie man überhaupt auf so einem Reitsimulator-Pferd sitzt und reitet. Aber schon nach einem kurzen Proberitt war ich echt begeistert.

Das Sitz- und Reitgefühl ist tatsächlich fast genauso wie bei einem echten, lebenden Pferd. Sir Wilson ist gut besattelt und gezäumt und man fühlt sich sofort wohl. Die Gangarten sind erstaunlich „naturgetreu“ und zeigen einem sehr schnell, wie man sitzt. Es gibt Sensoren in den Zügeln, unter dem Sattel (zur Messung der Gewichtsverteilung) und drei Sensoren für die Schenkelhilfen – also für die vorwärtstreibende Schenkellage, seitwärtstreibende Beinhilfen und für den Schenkel in zB verwahrender Position weiter hinten. Die Messungen sind erstaunlich genau  🙂

Als Erstes habe ich einen „Testritt“ in allen drei Grundgangarten gemacht, sodass man erkennen kann, wie ich sitze und wie meine Hilfengebung bzw. auch Beweglichkeit in den drei Gangarten ist. Danach habe ich mich noch im Dressurviereck versucht (das war für mich am schwierigsten), sowie das Lektionen Reiten wie Seitengänge, Galopp-Piroutte, Fliegende Galoppwechsel und Pi und Pa (Piaffe und Passage) ausprobiert, und zum Abschluss gab’s noch einen Ritt am Strand mit Galopp über die Dünen, sehr cool! Man kommt sich echt fast wie beim Reiten vor, so realistisch ist das alles aufgebaut.

Hier siehst Du das Video vom Testritt und kurze Sequenzen aus den anderen Bereichen:

Ich muss sagen, ich war wirklich beeindruckt vom Reiterlebnis mit Sir Wilson. Ich persönlich bin ja der Meinung, dass man IMMER an seinem Reitersitz weiter arbeiten sollte, egal auf welchem Niveau man aktuell steht. „Gelebten Tierschutz“ nenne ich das Training am Reitersitz. Die wichtigste Erkenntnis an diesem Tag für mich war,  dass ich tendenziell etwas mehr Druck mit dem rechten Schenkel gebe. Eine für mich wichtige und interessante Feststellung, die mir so noch kein Reitlehrer (wie auch?) mitgeteilt hatte! Ich kann jedem Reiter so ein Reitsimulatortraining nur empfehlen. Egal ob Anfänger, Fortgeschrittener oder S-Dressurreiter: Jeder wird sicherlich das eine oder andere (oder auch unzählige) Aha-Erlebnisse haben.

Für mich war es in jedem Fall sicherlich nicht der letzte Besuch bei Sheron und Sir Wilson in Aschheim bei München 🙂 Übrigens, am 15.12.2017 kannst Du mit etwas Glück eine individuelle Schnuppereinheit bei Sheron und Sir Wilson in meinem Facebook-Adventskalender gewinnen 🙂 Einfach mitmachen unter www.facebook.com/sandra.fencl

Weitere Infos zum Reitsimulatortraining in Aschheim findest Du hier:
http://www.reitsimulator-muenchen.de/

Viel Erfolg in jedem Fall allen, die einen Ritt auf dem Simulatorrappen „wagen“, es lohnt sich mit Sicherheit!
Deine Sandra

PS: Für regelmäßige Produkttests und viele kostenlose Tipps und Infos, meld Dich unbedingt rechts auch für meinen Newsletter an oder schreib mir einfach eine Email an info@sandrafencl.com

 

Handgefertigte isländische Strickkunst von Florence Babik

Handgefertigte Strickkunst von Florence Babik

Florence fertigt unglaublich schöne Strickteile von Hand!

Durch ihre große Leidenschaft zu Island ist sie auf isländische Strickmoden spezialisiert!  Jedes Teil ist ein Unikat!

Warum ausgerechnet isländische Wolle fragst Du Dich?
Isländische Wolle hat eine selbstreinigende Funktion,
ist „Geruchs neutral“, nimmt also keinen Geruch an,
ist Wasser abweisend und hält sogar einen kleinen Regenschauer aus!

Wunderschöne echte Handarbeit – seht selbst im Video! :)

Wenn du dir auch so hübsche Socken, eine Mütze oder einen echten Islandpullover gönnen möchtest, findest du Florences Onlineshop hier:
Instagram: www.instagram.com/FlorenceBabik
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oder schreibe Florence direkt an info@florencebabik.com!

Viel Spaß beim Shoppen!
Deine Island-begeisterte Sandra

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