Sandra Fencl

Ganzheitliches Pferdewissen aus Leidenschaft!

Month: Dezember 2015

10 Wünsche von Deinem Pferd an Dich fürs Neue Jahr

Neues Jahr, neues Glück oder neues Jahr, gute Vorsätze – so heißt es zumindest in deutschen Redewendungen. Aber was würden sich Pferde von ihren Besitzern wünschen? Ich habe mich unter den Vierbeinern mal umgehört und die Top Ten der Pferdewünsche an ihre Besitzer zusammen getragen:
Pferdetraining Sandra Fencl nase plain

Platz 10: Mehr Bewegung.
Viele Pferde wünschen sich mehr Bewegung. Bewegung bedeutet aber nicht zwingend Reiten,
sondern auch einfach mal auf die Koppel gelassen zu werden, oder im Winter mal an der Hand etwas spazieren geführt werden, mit einem Kumpel freilaufen dürfen oder auch mal ein bisschen Freiarbeit oder Grasen an der Hand. Vielleicht kann man ja gerade in der Winterszeit statt sich auf einen Plausch im Kaffeehaus zu treffen, auch einen Frischluftspaziergang beim Pferd treffen? Auch vielen “Nicht-Pferdemenschen” tut etwas Bewegung an der frischen Luft gut und bringt ggf. auch das eine oder andere Festtagskilo zum Schmelzen…

Pferde sind bekanntermaßen Bewegungstiere und gehören zur Gattung des “Fernwanderwildes”. Sie sind dafür konzipiert TÄGLICH 12 bis 30 Kilometer zurück zu legen. Nur so funktionieren Verdauung, Stoffwechsel und Kreislauf, Hufmechanismus und Hufwachstum, Muskeldurchblutung, aber auch die Ernährung der Gelenke optimal und man kann so Muskelverspannungen und Koliken vorbeugen. Ein angenehmer Nebeneffekt von alternativen Bewegungsformen ist außerdem,  dass viele Pferde viel motivierter, leistungsbereiter und ausgeglichener sind, wenn sie nicht immer “nur geritten werden”.

Sandra Fencl Pferdetherapie

 

Platz 9: Mehr Raufutter.
Pferde sind sogenannte Dauerfresser. Wildpferde fressen bis zu 18 Stunden – meist wenig gehaltvolles Futter – am Tag. Je weniger Energiewert das Futter aufweist, desto länger fressen Pferden und desto weitere Strecken legen sie dadurch auch zurück. Denn Fressen bedeutet für Wildpferde gleichzeitig Fortbewegung. Diese Wechselbeziehung zwischen Energiegehalt des Futters und täglichem Bewegungspensum ist auch bei den sogenannten “Zivilisationskrankheiten” wie zB EMS, Cushing oder Hufrehe, aber auch Kotwasser unserer domestizierten Pferden zu beachten.

Fresspausen von “nur” 4 Stunden erhöhen das Risiko von Magengeschwüren bzw. Magenschmerzen, aber auch Koliken und Aggressivität enorm. Wenn Dein Pferd zu dick wird, kannst Du möglichst grobfaseriges Heu besorgen oder auch etwas Stroh zufüttern, bzw. auch Heunetze verwenden oder über Punkt 10 nachdenken -> ggf. braucht Dein Pferd mehr Bewegung…ausreichend Raufutter

 

Platz 8: Koppel-/Haltungspartner finden, die harmonieren.
Unsere domestizierten Pferde haben den großen Nachteil: Sie können sich weder ihre Lebensregion, noch ihre “Familie” aussuchen. Sie werden einfach bunt zusammen gewürfelt: Isländer mit Spaniern, Haflinger mit Friesen, Araber mit Shetties… Und auch bei Pferden kann Rassismus ein Thema sein (klingt komisch, ist aber so: Die mit Abstand rassistischte Rasse ist meiner Erfahrung nach das Islandpferd, gefolgt vom Haflinger).

Nicht jedes Pferd ist für große Herden gemacht und viele erleiden großen Stress bei großen oder auch schlecht passenden Koppelgemeinschaften. Deshalb ist die individuelle, optimale Haltungsform nicht immer ein großer Offenstall oder Aktivstall. Jedoch wünschen sich die Pferde sehr, gemeinsam mit zumindest einem Kumpel über die Weide toben zu können, sich austauschen und bekuscheln, aber auch mal necken zu dürfen. Ein Leben in Einzelhaft ist kein Leben für das Herdentier Pferd, Verletzungsgefahr hin oder her. Denn auch die Seele eines Pferdes kann verletzt werden oder verkümmern :(richtige Pferdehaltung

 

Platz 7: Ein Sattel, der passt.
Wohl jeder Pferdebesitzer hat schon mal einen ordentlichen “Griff ins Klo” in Punkto Sattelkauf oder Sattelanpassung gemacht. Pferderücken verändern sich, Sättel auch, aber beides nicht immer zu ihrem Vorteil. Der regelmäßige Blick auf den Pferderücken (und gern auch ein “Vergleichsfoto” in möglichst gleicher Haltung und Beinaufstellung) bringt bald Objektivität in die Befundaufnahme des Rückens Deines Pferdes.  Hier ein kurzes Video zum Thema: “Wie erkenne ich als Pferdebesitzer, dass mein Sattel nicht mehr passt?”

 

Platz 6: Gymnastik & Physio für den REITER (!!!)
Alle sprechen immer vom Gymnastizieren des Reitpferdes. Alle holen regelmäßig Pferdeosteopathen, Pferdephysiotherapeuten und Chiropraktiker. Die Branche der Alternativmedizin am Pferd boomt wie nie zuvor. Aber wie viel und wie regelmäßig gymnastiziert und korrigiert sich der Reiter? Die “Händigkeit” und natürliche Schiefe des Pferdes gehört bearbeitet. Das stimmt, aber die Händigkeit und Schiefe des Reiters ist mindestens genauso wichtig! Nur leider ist das vielen Zweibeinern nicht bewusst.

Hast Du beispielsweise gewusst, dass sich ein links hohles Pferd (das sind die meisten) und ein rechtshändiger Reiter sich in der Schiefe verstärken? Nein? Die Lösung: Such Dir eine linkshändige Reitbeteiligung. Ok, das war nur ein Witz, wobei diese Idee nicht grundsätzlich verkehrt ist. Meine Lösung ist aber “unangenehmer und anstrengender”. Fixiere gleich mal ein paar Termine bei Deinem Osteopath oder Cranio-Sacraltherapeuten, Rolfingexperten oder Physiotherapeuten etc. Deines Vertrauens. Denn diese Termine sind nicht nur ein guter Vorsatz, sondern eine lohnende Investition in die Gesundheit von Dir UND Deinem Pferd!

Und zumindest zwei Mal die Woche sollte etwas Ausgleichsgymnastik, Stretching oder Aufwärmen vom häufig Schreibtisch geplagten Menschenkörper als Minimum-Wochenprogramm fix auf Deiner “Todo-Liste” stehen. Außerdem möchte ich Dir SEHR eine bewegliche Bürositzgelegenheit empfehlen: Ein Sitzball, ein Balimo oder Schwinghocker sind wirklich lohnende Investitionen und fördern die Beweglichkeit von Deinem Becken und Rücken und können bei richtiger Anwendung sogar Bandscheibenvorfällen vorbeugen! Hier mal ein Beispiel, wie einfach “Reitergymnastik” in den Alltag zu integrieren ist:

 

Platz 5: Ein Reitlehrer, der sich “richtig anfühlt”.
Gute Reitlehrer zu finden scheint heutzutage wie die Suche nach der Nadel im Heuhaufen zu sein. Meine Meinung dazu ist: Lieber gar kein Unterricht als schlechter Reitunterricht.  Denn schlechter Reitunterricht kann sich sehr negativ auf die Harmonie und Parnterschaft von Dir und Deinem Pferd auswirken! Schlechter Reitunterricht ist gekennzeichnet durch Stress und Frustration – egal ob körperlicher oder seelischer Natur bei Pferd oder Reiter oder beiden. Nach einer Reitstunde sollten sowohl Pferd als auch Reiter zufrieden zurück in den Stall kommen.

Natürlich darf es mal anstrengend sein, aber weder Pferd noch Reiter sollten einen schlimmen Muskelkater oder extreme Ermüdungs- (oder Verspannungs-)anzeichen davon tragen! Und am Tag nach einer Reitstunde sollte sich das Reiten auch “leichter”, klarer oder einfacher anfühlen. Dann hattest Du guten Reituntericht und darfst Deinen Reitlehrer behalten ;) Als einfache Hilfestellung eignet sich folgende Aussage: “Nur was sich gut anfühlt, ist auch gut für Pferd & Reiter.” Punkt.Eberhard Weiss bei Sandra Fencl Salzburg

 

Platz 4: Mehr Lächeln.
Lächeln hilft in eigentlich allen Lebenslagen. Es beschert uns zwangsläufig eine positive Grundstimmung. Wenn man lächelt, strahlt man Sympathie aus – egal ob gegenüber Zwei- oder Vierbeinern. Lächeln beim Reiten hält nicht nur das Kiefergelenk, sondern auch Wirbelsäule und Becken beweglich und fördert so einen schönen, losgelassenen Sitz… und es ist doch gar nicht schwer, anstatt die Zähne zusammen zu beißRichtiges Pferdetraining Abendseminaren, ein bisschen gute Laune zu versprühen.

Keep smiling – dann geht alles leichter – mit Garantie :)

 

Platz 3: Mehr Zeit.
In unserer super modernen Hightech-Welt bleibt einem kaum mehr Zeit. Gestresst fährt man zum Pferd, weil man “muss” es ja bewegen. Eigentlich hat man keine Lust und hat noch Frust und Ärger von der Arbeit im Gepäck. So “be- oder geladen” wird das mit dem sehr sensiblen Tier Pferd sicher nix. Wenn ich etwas von meinem Lusitano Rufino gelernt hab, dann Folgendes: “Halte dich von mir fern, wenn du nicht in deiner Mitte bist.” Danke Rufino, ich hab ein bisserl gebraucht, aber die Kommunikation war eindeutig und irgendwann hab selbst ich den Wink mit dem Holzhammer verstanden!

Manchmal muss einfach mal den Mut haben, NICHT zum Pferd zu fahren. Manchmal ist weniger auch mehr. Beispielsweise weniger intensives Training – oder auch gar kein “echtes” Training. Warum nicht einfach mal “nur” beim Pferd sein, es ausgiebig putzen oder mittels einfacher Massagegriffen einfach mal was Gutes tun, oder eine entspannte Runde Spazieren Gehen. Das kann so schön und entspannend sein (ich gehe gern mit meinen Pferden spazieren, das gibt mir oft ein sehr tieferes Gefühl von Zweisamkeit ). Auch dem Pferd mehr Zeit lassen in seiner Ausbildung und vor allem auch mehr Pausen wird Deine Beziehung zu Deinem Pferd maßgeblich verbessern – ganz sicher. Denn wenn Du es eilig hast, dann gehe langsam (chin. Sprichwort und gerade in der Pferdausbildung extrem wahr!). Und manchmal hilft es auch, sich ein wenig mehr Zeit zu nehmen zur Selbstreflektion. Denn wenn ich eines in meinem eigenen Reiterleben gelernt habe, dann ist es: Das Problem (nämlich ich!) sitzt immer oben!

Hier noch ein tolles Video zum Thema einfache Massagegriffe beim Pferd:

 

Platz 2: Mehr Konsequenz.
Unendliche Diskussionen gibt es zum Thema Dominanz gegenüber dem Pferd: Ist Dominanz dem Pferd gegenüber sinnvoll oder nicht? Diese Diskussionen sind meiner Meinung nach gar nicht so wichtig. Viel wichtiger ist Konsequenz. Pferde LIEBEN konsequente Menschen. Konsequente Menschen haben klare Regeln, die sie aufstellen und unbeirrt und beharrlich einfordern – und das unabhängig von der eigenen Tagesverfassung oder Laune. An diese Regeln kann man sich halten – oder nicht. Aber als Pferd kennt man die Regeln und weiß auch, dass diese eingefordert werden. Nicht mehr und nicht weniger.

Und genau diese KLARHEIT gibt dem Fluchttier Pferd enorme Sicherheit. Und durch diese Sicherheit schenkt der konsequente Zweibeiner seinem Pferd das wertvollste Gut überhaupt: die Möglichkeit sich zu entspannen. Meine vielleicht wichtigste Regel im Zusammenleben mit jedem Pferd ist: “Du kommst nicht in meinen Individualbereich, außer ich lade dich explizit dazu ein.” Klare Regel, klares Verständnis, Vertrauensbasis gesichert. Alle(s) entspannt. Nicht mehr, und nicht weniger.Sandra Fencl Bodenarbeit Salzburg

 

Platz 1: Weniger Ehrgeiz und mehr Mut zur Abwechslung.
Übertriebener Ehrgeiz ist wohl der größte Harmoniekiller zwischen Zwei- und Vierbeinern. Motivation ist gut, aber übertriebener Ehrgeiz bringt die Motivation ganz schnell zum Erliegen. Wenn sich ein Pferd ständig überfordert und gestresst fühlt, dann ist es bald lustlos oder aber extrem gestresst. Beides ist “unangenehm” wenn nicht sogar gefährlich für den Reiter. Die Reaktion des Reiters ist dann oft Druck oder sogar Gewalt –  wogegen die meisten Pferde – je nach Temperament – “ankämpfen” oder völlig abstumpfen werden –  und somit den Reiter zu noch mehr Aktivität reizen… Ein schlimmer Teufelskreis beginnt…

Wenn Du das nächste Mal vorhast, Deinem Pferd mal “ordentlich die Gerte oder die Sporen” zu geben, halte mal kurz inne. Frage Dich einfach mal: “Wie fühlt sich mein Pferd wohl gerade?” Was denkt es? Was geht in ihm vor? Hat es seine Aufgabe überhaupt verstanden? Ist es ggf. müde oder hat es gerade Stress mit meinem Reitergewicht oder der Trense oder dem Sattel? Und: Hab ich es ggf. überfordert?

Und manchmal ist es dann einfach besser abzusteigen und aufzuhören oder etwas anderes zu machen, wie zB zirzensische Gymnastik, Klickertraining, ein kleiner Spaziergang oder Spazierritt oder ähnliches. Hab die Größe, auch eigene Fehler einzugestehen und hab den Mut, Deinem Pferd ggf. auch mal ein leises “Entschuldigung” ins Ohr zu flüstern… 

Konsequenz gibt Pferden Sicherheit

Mein guter Vorsatz für dieses Jahr, ist vielen Menschen eine neue Sichtweise auf IHR persönliches Pferd zu geben. Denn wie sag ich so schön: Every Horse is Unique!

Vielleicht konnte ich den einen oder anderen Leser ein bisschen zum Nachdenken anregen. Vielleicht teilst Du auch meinen Beitrag, damit wir gemeinsam mehr Pferdebesitzer erreichen. In jedem Fall hoffe ich, dass meine Zeilen den einen oder anderen dazu bewegen, seine ganz individuellen Vorsätze und auch tatsächliche “Aktionen” PRO Pferd für 2016 zu finden…

Denn was wir niemals vergessen sollten ist:

“Wir sind zeitlebens für das verantwortlich, was wir uns vertraut gemacht haben” wie Antoine de Saint-Exupéry vor über 70 Jahren so treffend formuliert hat.

In diesem Sinne, von Herzen ein frohes, gesundes, entspanntes und fröhliches 2016 für Dich und Dein Pferd!

Sandra FenzelDeine Sandra und all ihre Vierbeiner, die sie tagtäglich unterrichten.

PS: Falls Du etwas für Deinen Sitz tun willst, bist Du auch in meinem Seminar “Wege zum losgelassenen Sitz” genau richtig. Aber Vorsicht: Dieser Kurs wird Dein Leben verändern, mit Garantie :) Alle Kurstermine fürs erste Halbjahr hier: http://www.sandrafencl.com/events/

 

10 Tipps, damit Dein Pferd Silvester unbeschadet übersteht!

Nachdem das Thema Silvester-Feuerwerk für viele Tiere wirklich ein Horror ist, möchte ich hier ein paar Tipps geben, wie Du Dein Pferd möglichst entspannt über die Silvesternacht bringst…

1. Sprich mit Deinen Nachbarn
Vielen “Nichttierbesitzern” ist gar nicht bewusst, welchen Stress Tiere durch das Silvesterfeuerwerk haben. Wenn Du Nachbarn hast, die direkt in der Nähe Deines Pferdestalles leben, bitte sie, die Silvesterknallerei “klein” zu halten oder evt. durch Wunderkerzen zu ersetzen (das wäre eh viel sinnvoller! Das gesparte Geld könnte man gut an Bedürftige SPENDEN). Wenn Deine Nachbarn von der Knallerei nicht absehen wollen, bitte sie, ob sie wenigstens nicht in die Richtung des Pferdestalls sondern in die abgewandte Seite ihre Raketen schießen, das allein hilft den Pferden schon sehr, wenn sie nicht unmittelbar unter den Leuchtraketen stehen müssen.

2. Training auf “Geknalle”. Sinnvoll ist es auch, Silvestergeknalle zB auf Tonband aufzunehmen und erst einmal in reduzierter Lautstärke im Stall oder auf der Koppel abzuspielen. Wichtig ist dabei, dass man selber ruhig ist bzw. idealerweise auch weniger schreckhafte Pferde dabei hat.

Hier ist ein guter Link für Feuerwerksknallerei zum Desensibilisieren von Pferden (das kannst Du einfach zB vom Handy abspielen):

Nach und nach die Lautstärke auf “Originallautstärke” steigern. So kann man dem Pferd behutsam die Angst zumindest schon mal vor dem Ton des Feuerwerks nehmen… Dann bleibt nur noch der visuelle “Feuer-Reiz”.

3. Arbeite Dein Pferd ein paar Tage vor und an Silvester ausgiebig (möglichst noch bevor Knallereien losgehen, also ggf. vormittags). Ein Pferd, das sein Tagesbewegungspensum schon erfüllt hat, wird generell der Knallerei gelassener entgegen sehen, als ein Pferd, das bereits etwas “Stallübermut” in der kalten Jahreszeit angestaut hat. Wichtig ist natürlich auch das Pferd entspannt zu bewegen (keine stressigen Lektionen an dem Tag), sodass es möglichst ruhig und gelassen am Silvesterabend ist.

4. Verabreiche Deinem Pferd (und Dir?) Rescue-Bachblüten oder auch Notfalltropfen. Pferde sind ja sehr “feinstoffliche”, sensible Tiere, und reagieren deshalb sehr gut auf Bachblüten & Co. Gut ist es, die Notfalltropfen bereits ein paar Tage vorher Deinem Pferd zu geben. Am Silvestertag dann gern mehrfach täglich verabreichen und dann unbedingt auf 23 Uhr, und dann auf ca. 23:45 noch mal und dann final noch mal gegen Mitternacht, so können die Blüten am besten ihre Wirkung entfalten. Vielleicht kannst Du ja auch mit Stallkollegen oder den Stallbesitzern sprechen, ob sie – falls Du nicht bei Deinem Pferd bist – die Blütengabe netterweise übernehmen können. Falls Du selbst bei Deinem Pferd bist, ist es ideal auch SELBST die Bachblüten zu nehmen. Dein Pferd merkt nämlich sofort, wenn Du nervös bist und wird sich noch mehr beunruhigen dann.

Wichtig: Für ein Großpferd ca. 9 oder 10 Tropfen der Notfalltropfen, Kleinpferden reichen meist 7 Tropfen , und für Menschen 5 Tropfen. Beim Pferd: bitte NICHT auf Brot oder Zucker, weil das zerstört die positive Wirkung. Beim Menschen: Nicht in Kombination mit Kaffee, Zucker, Cola oä. Gut ist ein Stück Apfel oder ein Stück (Bio-)Karotte oder mittels Kinderpipette aus Plastik direkt ins Maul. Wie gesagt, gern bis zu 5 x am Tag geben…

5. Zusätzliche beruhigende pflanzliche Stoffe Deinem Pferd füttern: Baldrian, Hopfen, Pferdehanf, Melisse sind allesamt natürliche “Tranquilizer”, also Pflanzen mit beruhigender Wirkung bzw. gut sind auch B-Vitamine und Magnesium für die Nerven und eine entspannte Muskulatur. Gern auch bereits ein paar Tage vorher verabreichen.

6. Beruhigende Musik: Pferde mögen gern klassische Musik und reagieren darauf sehr positiv. In der Silvesternacht hat es sich bewährt (eher etwas lauter) klassische Musik (früh genug) abzuspielen, damit die Pferde 1. weniger laut das Geknalle hören und 2. über die klassische Musik sich entspannen.

7. Ruhige Pferde dazu stellen bzw. selbst anwesend sein. Ein wichtiger Punkt ist auch, idealerweise ruhige Pferde nehmen etwas jüngere oder besonders sensible Tieren zu platzieren, damit sich die Ruhe auf die unerfahrenen Pferde überträgt. Pferde sind Herdentiere und wenn sie merken, dass zB die Leitstute ruhig ist, werden sie sich selbst auch wieder schnell beruhigen. Gleiches gilt für einen ruhigen, entspannten Besitzer, auch der kann bei einem gutem Respekt- und Vertrauensverhältnis das Pferd beruhigen – umgekehrt aber genauso noch nervöser machen… Wie oben beschrieben eignen sich Bachblüten auch für den Besitzer :)

8. Fenster abhängen/verdunkeln und Stall-Licht einschalten. Pferde in Boxenhaltung finden es meist beruhigender, wenn das Stalllicht eingeschalten ist und die Fenster zB mit Karton verdunkelt werden. So sehen die Pferde die “Explosionen” nicht und sind meist ruhiger.

9. Manche Pferdebesitzer haben auch schon Wattebäusche in die Ohren ihrer Pferde eingebracht. Das scheint recht gut zu funktionieren, um wenigstens etwas Ohrenstress rauszunehmen. Jedoch muss man natürlich danach gleich alle Wattereste wieder gründlichst entfernen.

10. Pferde mit Raufutter oder ggf. sogar Leckerbissen versorgen. Ideal ist es, die Pferde leicht hungrig so gegen 23:40 Uhr (bevor die Riesenknallerei losgeht) frisches Heu anzubieten. Kauen entspannt und regt den Parasympathikus = Entspannungs- und Verdauungsmodus an. Wichtig ist, nicht zu spät zu füttern, damit die Pferde erst einmal in Ruhe das Fressen anfangen. Sie sollten aber schon noch etwas hungrig sein, wenn die Knallerei richtig losgeht. Aber nicht völlig ausgehungert, das stresst nämlich Pferd und Pferdemagen! Ideal ist es, wenn die Pferde dann um Mitternacht zB etwas ganz besonders Leckeres, wie ein Mash (ggf. mit Bachblüten) oder ein paar geraspelte gelbe Rüben oä. bekommen, sodass sie beim schlimmsten Geknalle abgelenkt sind. Die Rüben sollten deshalb geraspelt sein, weil sich Pferde, wenn sie nervös sind, gern mal verschlucken und das im schlimmsten Fall zur Schlundverstopfung führen kann…

Bei sehr heftigen Pferden konsultiert bitte auch unbedingt Deinen Tierarzt. Meine Tipps sind kein Ersatz für tierärtzliche Anweisungen. Natürlich können viele Tipps auch zB auf Kleintiere wie Hunde und Katzen umgelegt werden – auch diese leiden sehr unter der Silvesterknallerei…

Ich hoffe, dass Du und Dein Pferd mit meinen Tipps die Silvesternacht etwas entspannter verbringen werdet. In jedem Fall wünschen ich Euch schon jetzt alles Liebe und einen guten, entspannten Rutsch in ein gesundes, schönes 2016!

Alles Liebe,
Deine Sandra und alle ihre Vierbeiner

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PPS: Ich freue mich sehr über ein Like meiner neuen Facebookseite: https://www.facebook.com/sandra.fencl Da gibt es regelmäßig viele tolle Tipps rund ums gesunde, entspannte Pferd:)))

Meine ganz persönliche Weihnachtsgeschichte für Euch

Viele von Euch werden mitbekommen, dass ich auf ein wahrscheinlich objektiv gesehen relativ erfolgreiches Jahr zurück blicke. Meine Pferdeplattform www.pferdeinsider.com ist gut angelaufen, wir haben innerhalb kürzester Zeit unglaubliche 13.000 Fans auf unserer PferdeInsider-Facebookseite https://www.facebook.com/PferdeInsider/ gesammelt und hatten herausragende Erfolge mit Livewebinaren und tolle Online-Seminare… Gut, geschäftlich Erfolg zu haben ist schön, aber nicht alles…
 
Heute möchte ich Euch meine ganz persönliche Weihnachtsgeschichte erzählen. Sie fand bereits am Anfang dieses Jahres statt. Ich habe wie wir das oft machen alle unsere Pferde im Freilauf auf der Ovalbahn in drei Gangarten bewegt.
 
Wer das noch nie gesehen hat, das sieht relativ spektakulär aus :) Meine Schwester oder ich reiten hinter einer Horde wild galoppierender Isis & Lusitano her und feuern sie dabei gemeinsam mit unserem Hund kräftig an :)
 
Foto Bettina Niedermayer

Foto Bettina Niedermayer

In jedem Fall war meine Schwester und ihre beiden entzückenden Kinder (meine Nichten) plus eine junge Dame, die auf meine Nichten aufpassen hätte sollen, auch bei den Pferden. Meine Schwester führte nämlich gerade Reparaturarbeiten an Zäunen durch… Na ja, so weit, so gut.

Ich presche also im vollen Galopp über die Ovalbahn um die Kurve. Auf der einen Seite sind ein paar Büsche, sodass man nicht sieht, was “hinter” der Kurve ist… Hinter der Kurve war aber – unbemerkt von allen – mein kleine Nichte (2 Jahre) unter dem Ovalbahnzahn durch gekrabbelt und stand MITTIG auf der Ovalbahn. Ich sah wie Rufino um die Kurve preschte (hinter den Sträuchern durch) und er konnte meine kleine Nichte erst im allerletzten Moment sehen, als sie bereits DIREKT vor ihm Stand…. Uns allen stockte der Atem, weil wir so Angst um die Kleine hatten… Aber Rufino sprang, er sprang so hoch, wie ich ihn noch nie springen hab sehen, er sprang über sie hinweg und rettete damit ihr Leben. Obwohl er sie erst im allerletzten Moment gesehen hatte und sie direkt vor ihm stand (und sicherlich ca. 1 Meter hoch ist), tat er alles, um ihr kein Haar zu krümmen.

 
Wir habend alle danach noch nur geschrien (inklusive der Kinderaufpasserin). Im nächsten Moment, als der erste Schock vorbei war, war ich einfach nur unendlich dankbar… jedoch standen wir Zweibeiner noch tagelang unter Schock. Keiner wollte sich ausmalen, was wäre passiert, wenn Rufino nicht so schnell und springsicher reagiert hätte… keiner…
 
Foto Sandra Fencl

Foto Sandra Fencl

Außer der kleine Sophie (die das wohl gar nicht so verstanden hat) denken wir alle noch häufig an diesen “Beinahe-Unfall”… Für mich war damals schon Weihnachten… und ein weiteres Weihnachten hatte ich, als ich wusste, dass ein anderes meiner engsten Familienmitglieder “es schaffen wird”. Für mich war 2015 persönlich das schlimmste Jahr in meinem Leben. Noch immer sitzt mir der familiäre Schock in den Knochen… Noch immer hab ich oft Tränen in den Augen, wenn ich mit jemanden darüber spreche und auch, wenn ich diese Zeilen schreibe… Aber vielleicht wird der eine oder andere jetzt verstehen, warum so manche Email unbeantwortet geblieben ist…
 
Aber Krisen sind dafür da, dass man sich seiner eigenen Situation bewusst wird und diese vielleicht auch zum Anlass nimmt, sich zu verändern. Und das werde ich tun. In 2016 werde ich gestärkt, aber auch anders aus dieser Krise hervorgehen – mit der Rückbesinnung auf Dinge, die mir PERSÖNLICH wichtig sind. Denn diese sind im letzten Jahr allesamt zu kurz gekommen. Das Leben ist aber zu kurz, um immer nur im “Flug” zu vergehen.
 
Marisa Tschepp

Marisa Tschepp

Ich freue mich auf das Jahr 2016, ein Jahr, in dem ich mich positiv verändern werde. Denn ich bin mir sicher, dass der es der richtige Weg für mich ist. Ich freue mich, wenn der eine oder andere meinen Weg mitverfolgt und mitbegleitet…

 
In diesem Sinne bin ich unendlich dankbar und glücklich das schönste Weihnachten in meinem Leben im Kreise ALLER meiner engsten und liebsten Famillienmitglieder feiern zu dürfen. Danke an jemanden da oben, der es ganz gut mit mir meint und mich immer wieder auf “den rechten Weg” führt. Ich weiß das sehr zu schätzen…
 
In diesem Sinne, EUCH ALLEN FROHE WEIHNACHTEN und besinnliche Feiertage,
 
Eure Sandra und alle Vierbeiner 

PS: Alle Infos ab jetzt unter: https://www.facebook.com/sandra.fencl

© 2017 Sandra Fencl

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